Hypo Real Estate Wo Abschreiben teuer wird
Im Herbst schob der Bund den Bilanzmüll der Hypo Real Estate in eine Bad Bank. Erst jetzt tritt zutage, wie groß die Risiken wirklich sind – und wie lange sie den Steuerzahler bedrohen.
Das Treffen, das Deutschlands Staatsschulden auf einen Schlag um satte zehn Prozent in die Höhe schnellen lässt, beginnt um 9.46 Uhr. Es ist der Morgen des 30. September 2010. Im Münchner Palais Leopold, im Büro der Anwaltskanzlei Hengeler Mueller, soll eine Hauptversammlung der Hypo Real Estate die Abspaltung von Problemkrediten, Schrottanleihen und ungeliebten Wertpapieren besiegeln.
Es ist eine sehr kleine Hauptversammlung. Einziger Aktionär der Bank ist der Bund – und nur eine Person, ein Rechtsanwalt, vertritt ihn. Dieser weist sich aus, zeigt der Notarin seine Vollmacht. Vier Punkte arbeitet er mit dem Versammlungsleiter ab, stimmt allen zu, um 10.50 Uhr ist alles vorüber. Es folgt noch die Hauptversammlung einer Tochtergesellschaft, schließlich, um 11.32 Uhr, ist der Transfer von 173 Milliarden Euro in eine bundeseigene Abwicklungsanstalt beschlossene Sache.
Parallel arbeiten die Juristen mehrerer Topkanzleien daran, den Transfer rechtlich abzusichern. Seit zehn Tagen ackern sie im Palais Leopold, Zeit, einen Blick auf die moderne Kunst an den Wänden von Hengeler zu werfen, bleibt ihnen kaum. Tausende Seiten haben sie laut vorlesen müssen, im Schichtdienst, ununterbrochen, so wie es eben nötig ist, wenn Verträge notariell beurkundet werden. Die Anwälte haben offene Fragen geklärt, nächtliche Sitzungen und Telefonkonferenzen der Bankspitze anberaumt und auch mal morgens um halb fünf einen Vorstand aus dem Bett klingeln lassen.
Nun, an diesem Donnerstag, haben sich gut zwanzig Juristen versammelt. Seit dem Vortag sitzen sie in einem Raum, den sie nicht verlassen dürfen. So ist es üblich, es geht ums Zuhören, um Unterschriften, da darf keiner weg. Unbequem findet mancher die Stühle, auf denen sie die Nacht verbracht haben, viele Anwälte sind übermüdet. Einer, so heißt es später, schläft abends beim Essen ein, mitten im Satz. Um 21 Uhr aber, nur drei Stunden vor Ultimo, ist das Werk vollbracht. Die Abwicklungsanstalt der HRE kann ihren Betrieb aufnehmen und der Transfer um Mitternacht vollzogen werden. 68 Rechtsräume, 2000 Vertragspartner, 12.500 Vermögenspositionen, 25.000 Rechtsgeschäfte – es heißt, es sei die größte und komplexeste Vermögensübertragung, die es jemals weltweit gegeben habe. Ein Stück Rechtsgeschichte.
Am Sonntag verkünden Bund, HRE und die Abwicklungsanstalt namens FMS Wertmanagement den Erfolg: Die Anstalt stehe, der Abwicklungsplan sei auf zehn Jahre ausgelegt, die vom Müll befreite Restbank könne durchstarten. Die alte HRE, die 2008 das Finanzsystem in den Abgrund zu reißen drohte, die gerettet, dann verstaatlicht wurde, ist keine Gefahr mehr – so klingt es. Ein Stück Finanzgeschichte.
Doch das ist pure Schönfärberei. Die Abwicklung wird schwieriger, länger und wohl auch schmutziger ausfallen, als man es den Deutschen bisher sagen mag. Das Kleingedruckte wird weggemurmelt oder gleich ganz verschwiegen.
Etwa dass die FMS sich noch keineswegs aufs Abwickeln konzentrieren kann. Dass laut Plan auch nach zehn Jahren noch 30 Prozent des Bilanzmülls herumliegen. Und dass der Bund die Restbank an die Anstalt kettet und in eine für beide gefährliche Schicksalsgemeinschaft zwingt. Auf dem Papier stehen die zwei gut da – in der praktischen Umsetzung aber liegen enorme Risiken. Es droht der komplette Verlust der zehn Milliarden Euro, die der Steuerzahler bisher für HRE und FMS bereitgestellt hat. Oder gar mehr.
- Datum 14.03.2011 - 15:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.3.2011 Nr. 11
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die Schulden und Risiken von den Problembanken sind nicht mehr kontrollierbar. Ein finanzieller Super-GAU ist nicht mehr auszuschließen.
Unter http://www.nein-zur-trans... ist jetzt die Initiative gegen die Transferunion, gegen die Veruntreuung der Staatskasse, fuer eine stabile, sichere Waehrung aktiv.
Machen Sie mit!
Strich setzen und neu anfangen, weltweit. Dieses ganze Schuldensystem hätte nie existieren dürfen, doch wir sind davon nicht abhängig, also können wir es auch jederzeit beenden und richtig machen. Ist ja nicht so, als würden wir Geld atmen oder fressen.
den sogenannten Managern, die dieses verursacht haben?
wieviel Vermögenswerte besitzen sie bzw. wieviel haben sie für sich beiseite geschafft?
Der Fall Landowsky hier in Berlin zeigt, dass viele Menschen nicht mehr an ein gerechtes Rechtssystem glauben können; die Beurteilung der Richter sind für viele nicht nachvollziehbar!
Aber: das 'gemeine Volk' wird schon zahlen!
Der Oberverbrecher der HRE, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Funke klagt immer noch eine Millionenrente, die ihm laut seiner Aussage zusteht und die Mitarbeiter der Restbank haben letztes Jahr noch Millionenboni bekommen, angeblich, weil man deren Fachwissen dringend benötigt.
Aber Sie haben vollkommen Recht, das ist für normalsterbliche Menschen nicht nachvollziehbar.
Der Oberverbrecher der HRE, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Funke klagt immer noch eine Millionenrente, die ihm laut seiner Aussage zusteht und die Mitarbeiter der Restbank haben letztes Jahr noch Millionenboni bekommen, angeblich, weil man deren Fachwissen dringend benötigt.
Aber Sie haben vollkommen Recht, das ist für normalsterbliche Menschen nicht nachvollziehbar.
Der Oberverbrecher der HRE, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Funke klagt immer noch eine Millionenrente, die ihm laut seiner Aussage zusteht und die Mitarbeiter der Restbank haben letztes Jahr noch Millionenboni bekommen, angeblich, weil man deren Fachwissen dringend benötigt.
Aber Sie haben vollkommen Recht, das ist für normalsterbliche Menschen nicht nachvollziehbar.
Die Anwälte haben geackert, die Nächte durchmalocht, die Knochen hingehalten. Das alles nur, um den Superbetrug in ein hübsches juristisches Geschenkpapier zu packen. Ich wünsche mir Empörung und die Forderung nach den Staatsanwaltherrscharen. Hier, jetzt, in dieser Zeitung. Wo sind die Staatsanwälte, wann rackern die sich mal an diesem Verbrechen ab?
"Sinn des Transfers ist es, problematische (WERTLOSE) Vermögenswerte ohne Zeitdruck und so verlustminimierend wie möglich abbauen zu können". Also bei allem Respekt, aus Scheisse Gold zu machen, wie soll das funktionieren ohne erneut zu betrügen?
Der deutsche Steuerbürger bürgt für wertlosen Müll und hofft nun in den nächste 10, 20 oder 100 Jahren, ein paar neue Idioten zu finden, denen der Dreck untergejubelt werden kann? Vielleicht könenn die Anwälte neue innovative Finanzprodukte erfinden. Das nennt sich in unserer ehrenwerten Finanzwelt einen überzeugenden Businessplan. Und wenn sich tatsächlich keine neuen Blindgänger finden, dann übernimmt halt der Steuerbürger.
Und das Grösste, keiner ist verantwortlich, war nämlich systemrelevant, Tsunamie, Apocalypse Now, die Hölle tat sich auf. Konnte ich hier vor ein paar Monaten lesen.
Und mit diesen Buchgeldruinen kann dann der deutsche Biedermann leicht überzeugt werden, das wir uns den Sozialstaat, Schulen und Strassen, Gesundheit und Rente usw. usw einfach nicht mehr leisten können, wir haben ja masslos über unsere Verhältnisse gelebt.
Bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag
Kleiner Denksport für den Wirtschaftsjournalisten. Nachdem die Bilanz der Bank von den wertlosen Forderungen befreit wurde muß zwingend gleichzeitig was ebenso ausgelagert werden? Wertlose Forderungen allein belasten keine Bilanz, so das die gegenüberstehenden Verbindlichkeiten auch ausgelagert werden müssen. Aber das ist natürlich unterlassen worden. Warum wohl? Stellen Sie sich Ihren Kaufmannsladen vor. Alle Forderungen sind nichts wert und kommen in die Tonne. Was nützt Ihnen das, wenn Ihre Verbindlichkeiten mit denen Sie diese Forderungen finanziert haben nicht abgenommen werden?
3 Seiten.
Nicht einmal andeutungsweise wird erwähnt, daß es sich um Spekulationsfolgen handelt.
Und auch nicht, daß mit der Spekulation Einzelpersonen unvorstellbare Summen verdient haben.
Leider fehlt auch der Hinweis, daß die Spekulationsgewinner zum Verlustausgleich nicht herangezogen werden.
Natürlich ist bei diesen Dimensionen von Betrug keine strafrechtliche Relevanz gegeben.
Aber der Steuerzahler von heute und morgen darf sich schon mal auf seine mögliche Inhaftnahme durch den Staat einrichten, der sich als Verbündeter der Spekulanten geriert.
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