Bildungspaket Blaue Briefe, bitte!
Wie der Hartz-IV-Kompromiss in den Schulen ankommt
Bisher schien es, als hätte der Hartz-IV-Kompromiss nur Verlierer produziert: die Empfänger, die auf mehr gehofft hatten; die Bundesagentur für Arbeit, aus deren Etat die Ausgaben für das Bildungspaket abgezapft werden sollen. Und die Verhandlungsführerinnen von der Leyen (CDU) und Schwesig (SPD), deren gegenseitige Missgunst beide mies aussehen ließ. Aber nein, zumindest einen Gewinner hat es gegeben. Es ist der blaue Brief.
»Mitmachen möglich machen!« – der neue Slogan der Bundesregierung soll 2,5 Millionen Kindern nun ermöglichen, bei Sport, Musik und Kultur dabei zu sein, beim Schulessen und bei Ausflügen. Und, ganz wichtig: Sie bekommen Lernförderung. Aber nur, wenn die Versetzung gefährdet ist. Und wie weist man das am besten nach? Genau! Jahrzehntelang war er gefürchtet, war Grund für Ausreißertragödien, Tränen und Familienkrach. Vorbei.
Künftig ist der blaue Brief bares Geld wert. Nein, kein Geld, das Eltern einfach ausgezahlt bekommen und dann, wie die Vorurteilsbeladenen befürchteten, in Zigaretten anlegen. Der Staat finanziert die Nachhilfe. Und gerade weil die meisten Eltern, ob Hartz IV oder nicht, keineswegs so verantwortungslos sind, wie ihnen gern unterstellt wird, sieht man sie schon ihre Kinder anflehen, sich bitte noch ein bisschen weniger anzustrengen, damit es auch wirklich reicht für die Versetzungsgefährdung – und die lang ersehnte Nachhilfe. Ein – bei allem guten Willen – schräger Anreiz, der da gesetzt wird. Immerhin: Während es für Sport und Kultur lächerliche zehn Euro pro Monat gibt (für ein paar zusammenhängende Stunden müsste man da erst mal ein Jahr sparen), ist die Höhe der Ausgaben für Lernförderung nach oben hin offen. Deshalb, liebe Lehrer, teilt nur ordentlich blaue Briefe aus! Endlich glauben wir euch, dass ihr es im Interesse der Kinder tut.
- Datum 09.03.2011 - 15:01 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 10.3.2011 Nr. 11
- Kommentare 15
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Genauso sieht es aus!
Hier wird dazu aufgefordert das die Kinder schlecht sind in der Schule,damit Sie überhaupt Nachhilfe bekommen.
Wenn ein Kind gerade so noch mitkommt,dann bekommt es nämlich keine Nachhilfe.
Es ist für mich nicht nachzuvollziehen,warum man da einen Unterschied macht.
Im Augenblick sieht es bei meinen Kindern gut aus,ich hoffe es bleibt weiterso,aber wenn Sie etwas schlechter werden,dann kann ich Ihnen nur raten noch schlechter zu werden,damit Ihre Versetzung gefährdet ist,damit dann Nachhilfe in Frage kommt.
Das ganze Bildungspaket ist eine einzige Farce.
Entweder ein blauen Brief oder eine Leistung mit Minimalaufwand die für die Versetzung reicht. So ein Kind lässt sich doch keine Nachhilfe aufdrücken. Und wer den Ehrgeiz hat, besser zu werden, braucht auch keine. Da reicht eigene Anstrengung und die Hilfe von Mitschülern und Lehrern.
Da es in Hamburg eine Zwangsversetzung gibt, ist das mit dem blauen Brief irgendwie nicht nachzuvollziehen.
Es müssen ergo noch andere Faktoren vorliegen.
Nachhilfe wurde schon seit Jahren als Bedarf im SGB II anerkannt wenn die Versetzung gefährdet war - jetzt ist es im Bildungspaket halt nochmal drin, aber die Praxis gibt es schon sehr viel länger, herbeigeklagt durch Gerichtsentscheidungen, ich glaube noch in den 90er Jahren.
Wer sich diesen unsäglichen Unsinn ansieht, stellt schnell fest: Der Staat will offensichtlich nicht, dass die Kinder aus den sog. prekären Verhältnissen ordentliche Bildung bekommen. Denn arme Kinder dürfen nur dann Nachhilfe bekommen, wenn die Versetzung gefährdet ist.
Kinder aus aus monetär gut gestellten Verhältnissen hingegen bekommen oft genug Nachhilfe, damit die Noten insgesamt besser werden oder sie erst gar nicht in die Gefahr geraten, einen blauen Brief zu bekommen.
Sicher ist es schon einmal ein Fortschritt, dass wenigstens die Kinder Nachhilfe bekommen, die kurz vor dem schulischen Absturz stehen, aber warum müssen diese Kinder es erst so weit kommen lassen? Viel wichtiger wäre der Nachhilfeunterricht bevor die Versetzung gefährdet ist.
Beispiel: Ein Kind hat Defizite in Englisch, es reicht vielleicht gerade noch aus, um eine rote Note abzuwenden. Eltern mit ausreichendem Einkommen werden an dieser Stelle eingreifen, damit das Defizit nicht noch größer wird, der Lernerfolg wird sich relativ schnell zeigen.
Ein armes Kind bekommt keine Nachhilfe, es muss erst so lange warten, bis die Defizite so groß sind, dass die Versetzung gefährdet ist. Das Dumme ist nur, dass Nachhilfe an dieser Stelle fast schon zu spät kommt, weil es eben sehr lange braucht, bis die Lücken geschlossen sind.
So werden arme Kinder auch weiterhin benachteiligt und erhalten kaum die Voraussetzungen, sich aus der Armutsfalle aus eigener Kraft zu befreien. Arme Kinder.
dass die letzten 3 Regierungen einfach unfähig waren eine vernünftige und anständige Sozialpolitik zu machen.
Wobei die aktuelle Regierung sich dabei besonders hervortut.
Das ist uns schon früher auf die Füße gefallen und wird und wieder und wieder auf die Füße fallen (e.g. einen Haufen Geld kosten).
Es sollte natürlich heißen:
"Das ist uns schon früher auf die Füße gefallen und wird unS wieder und wieder auf die Füße fallen (e.g. einen Haufen Geld kosten)."
Es sollte natürlich heißen:
"Das ist uns schon früher auf die Füße gefallen und wird unS wieder und wieder auf die Füße fallen (e.g. einen Haufen Geld kosten)."
Ach, der gesamte "Kompromiss" ist wie die Hartz-Gesetzgebung überhaupt eine geheuchelte Ansammlung von Unsinnigkeiten und Lügen - da muss man sich über Details nicht mehr wundern. Manches ist sogar nur eine Fortführung der schlechten Seiten einer Sozialhilfe. Es hat einfach Tradition, von einem Sozialstaat zu reden und Mitgefühl vorzutäuschen, jedoch beständig das Misstrauen zu verstärken, um dann Kontrollen und Bevormundungen auszubauen. Nur nicht zuviel geben - als oberste Regel führt dies zu widersinnigen Folgen und oftmals ist es im Detail sogar so, dass die Überwachung dieser Regel mehr kostet als das Eingesparte. Die beteiligten Politiker, selbst fern einer Betroffenheit, haben stets ihre Inkompetenz und Gleichgültigkeit bewiesen.
Wieso sollte es gerade bei der Lächerlichkeit "Bildungspaket" anders sein? Wobei hier auch fast nur alte Aberwitzigkeiten fortgeschrieben werden...
Ich habe jahrelang Nachhilfe im Problemfach Mathematik erteilt. Mein Mantra gegenüber den Eltern war: So früh wie möglich reagieren! Denn sonst kämpft man nicht nur gegen einen aufgehäuften Berg von Wissenslücken und Missverständnissen, sondern auch gegen eine zerstörte Motivation. Aber natürlich, wer bin ich denn? Eine vdL hat ja viel mehr Erfahrung und kümmert sich vorbildlich auch um ihren eigenen Nachwuchs. Sicher weiß jemand, der mit 10 Euro im Monat beispielsweise Musikunterricht für Kinder finanziert, es viel besser.
Genau das ist doch das Problem:
Eine Frau VDL,die sich um Ihre Kinder nicht die geringsten Sorgen machen muss,oder auch nicht macht,weil Sie nämlich gar keine Ahnung von den Sorgen hat,die hat nur das Kindermädchen,spielt sich hier auf und behauptet das Sie nur Gutes für die Kinder will.
In Wirklichkeit sieht es ganz anders aus,Sie will nur Gutes für die Kinder denen es Eh schon gut geht.
Die ganze Bande gehört vor den Kadie gezerrt und ich hoffe das das BVferG dieses Gesetz wieder verhindert.
Aber es ist doch so,das heute keiner mehr daran interressiert ist,alles Schnee von gestern,nur die die es betrifft haben einfach keinen der für Sie spricht,außer vielleicht Die Linken,aber die werden vom Verfassungsgericht beobachtet,was ist das für eine Regierung?
Die Kleinen hängt man,die Großen lässt man laufen.
Genau das ist doch das Problem:
Eine Frau VDL,die sich um Ihre Kinder nicht die geringsten Sorgen machen muss,oder auch nicht macht,weil Sie nämlich gar keine Ahnung von den Sorgen hat,die hat nur das Kindermädchen,spielt sich hier auf und behauptet das Sie nur Gutes für die Kinder will.
In Wirklichkeit sieht es ganz anders aus,Sie will nur Gutes für die Kinder denen es Eh schon gut geht.
Die ganze Bande gehört vor den Kadie gezerrt und ich hoffe das das BVferG dieses Gesetz wieder verhindert.
Aber es ist doch so,das heute keiner mehr daran interressiert ist,alles Schnee von gestern,nur die die es betrifft haben einfach keinen der für Sie spricht,außer vielleicht Die Linken,aber die werden vom Verfassungsgericht beobachtet,was ist das für eine Regierung?
Die Kleinen hängt man,die Großen lässt man laufen.
Genau das ist doch das Problem:
Eine Frau VDL,die sich um Ihre Kinder nicht die geringsten Sorgen machen muss,oder auch nicht macht,weil Sie nämlich gar keine Ahnung von den Sorgen hat,die hat nur das Kindermädchen,spielt sich hier auf und behauptet das Sie nur Gutes für die Kinder will.
In Wirklichkeit sieht es ganz anders aus,Sie will nur Gutes für die Kinder denen es Eh schon gut geht.
Die ganze Bande gehört vor den Kadie gezerrt und ich hoffe das das BVferG dieses Gesetz wieder verhindert.
Aber es ist doch so,das heute keiner mehr daran interressiert ist,alles Schnee von gestern,nur die die es betrifft haben einfach keinen der für Sie spricht,außer vielleicht Die Linken,aber die werden vom Verfassungsgericht beobachtet,was ist das für eine Regierung?
Die Kleinen hängt man,die Großen lässt man laufen.
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