Begegnungen mit TierenLaunen der Natur

Tierisch unterwegs: Vier Autoren berichten von unerwarteten Begegnungen in den Wüsten der Vereinigten Arabischen Emirate oder den Hochebenen des Himalaya. von 

Eine Oryxantilope sucht im Al-Maha Resort nach Futter

Eine Oryxantilope sucht im Al-Maha Resort nach Futter  |  © MARWAN NAAMANI/AFP/Getty Images

Eine Antilope im Swimmingpool

Das Al Maha ist ein exklusives Resort in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in dem der Gast die Wüste erleben soll. Für meine erste Naturerkundung stieg ich daher mit einem Feldstecher in den zur Suite gehörenden Pool und betrachtete in der Ferne Gazellenpärchen und imposante Vögel ohne Namen. Kaum war ich aus dem Pool geklettert, machte es platsch, und im Wasser schwamm eine kleine Oryxantilope. Als sie nach einigen Minuten immer noch umher paddelte, während sich die Mutter desinteressiert an einer Palme rieb, wurde ich nachdenklich. Was tun? Anfassen? Wie würde die Mutter reagieren? Oder suchte der Spießbock im kühlenden Wasser nur Zerstreuung? Es fehlte mir an Erfahrung mit Antilopen – die Großstadtwüste ist eine gänzlich andere. Der Arm- oder vielmehr der Beinschlag wurde allmählich langsamer. Kurzerhand rief ich die Rezeption an.

Wenige Augenblicke später bog ein Angestellter in einer Art Golf-Buggy um die Ecke, zog die Antilope aus dem Pool und hielt sie wie eine Gießkanne über ein trockenes Beet. Anschließend legte er sie auf die Ladefläche seines Wagens und fuhr davon. Beim Abendessen kam der Direktor des Resorts an meinen Tisch und sagte, dass die Antilope sozusagen über die Düne sei und nach Auskunft des Resort-Arztes auch keine bleibenden mentalen Schäden davontragen werde. Während ich noch überlegte, ob in der Wüste eventuell mehr geistig eingeschränkte Tiere umherziehen, als man denkt, klopfte mir der Direktor zur Verabschiedung anerkennend auf die Schulter. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich den Titel verdient habe, aber: Fortan galt ich unter den Bediensteten nur als the man who saved the oryx.  Markus Wolff

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Leserkommentare
  1. Einer der schönsten Plätze der Welt ist für Traveller zweifellos "Kittys Place" an der Spitze der Halbinsel Pasencia in Belize. Ihre Bungalows sind grosszügig ausgestattet, der Gast hat grosses Bad,einen Kühlschrank und eine eigene Kaffeemaschine. Zur weiteren Ausstattung unserer kleinen Villa gehörten eine Rotte ca Ein-Euro-Stück-grosser Baumfrösche, an den Wänden, das tropenübliche Rudel Geckos unter der Zimmerdecke, einen ca. einen Meter langen Leguan im Bad und auf dem Firstbalken eine kleine Raubechse, die die Geckos und bedankenswerterweise auch gelegentlich eintreffende Zikaden kurz hielt
    Eine angenehme Gesellschaft: Ich kan mich nicht erinnern, bei einem Aufenthalt in den Tropen mit so wenig Insektenbissen davongekommen zu sein...

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