TV-Koch Johann Lafer "Ich habe gemerkt, mein Körper lebt noch"

Johann Lafer über seine Krise mit 50 – und darüber, wie er übermäßiges Essen mit Lebensfreude verwechselt hat.

ZEITmagazin: Herr Lafer, was kommt denn heute auf den Tisch?

Johann Lafer: Es gibt Hasenrücken à la Wellington mit Kartoffelklößchen, die mit Preiselbeeren gefüllt sind, und dazu Steckrüben mit Vanille und Honig.

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ZEITmagazin: Kartoffelklößchen? Worin besteht die besondere Herausforderung?

Johann Lafer

53, geboren in der Steiermark, ist Koch, Unternehmer und Sachbuchautor. Er wurde durch seine Kochsendungen wie Himmel un Erd, Genießen auf gut Deutsch und seine zahlreichen Kochbücher einem breiten Publikum bekannt.

Lafer: Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie ein Kartoffelkloß zu sein hat, optisch, in der Konsistenz und im Geschmack. Für eine hochwertige Zubereitung lebe ich, und ich bin manchmal entsetzt, dass ich dem Ideal eines Kartoffelkloßes nicht nahe komme.

ZEITmagazin: Mit Verlaub, Sie lassen sich von einem Kartoffelklößchen aus der Balance bringen?

Lafer: Ja, weil ich hart und anspruchsvoll mit mir bin. Für mich gibt es eine einzige Messlatte, das Streben nach Qualität und Perfektion.

ZEITmagazin: Sind Sie ein Perfektionist?

Lafer: Ich würde gern einer sein. Heute sage ich: Lieber weniger und besser als alles nur halb.

ZEITmagazin: Wie kommt es dann, dass Sie als Sternekoch, Unternehmer, Buchautor, Hochschulprofessor, Pilot und Fernsehstar in den Medien als »Hansdampf in allen Gassen« angegriffen wurden?

Das war meine Rettung
Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen

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Lafer: Das ist für mich natürlich schmerzhaft. Mich stört dieses Etikett, weil ich das nicht bin. Mir ist klar, dass ich aufgrund meiner Präsenz in den Medien nicht nur Freunde habe. Es ist für einige Menschen unverständlich, dass man viele Aufgaben gleichzeitig und dann auch noch mit Freude und gut erledigen kann.

ZEITmagazin: Besteht bei so viel Erfolg denn nicht die Gefahr, abzuheben?

Lafer: Ich habe nie vergessen, dass ich aus der Steiermark, von einem kleinen Bauernhof komme. Ich habe dort Respekt und Ehrfurcht vor der Natur gelernt. Für mich ist Kochen keine Effekthascherei, weder Kasperltheater noch Show. Ich versuche kein Schnitzel hochkant zu braten, damit der Konsument sagt, Johann, für mich bist du der Größte.

ZEITmagazin: Wie definieren Sie Erfolg?

Lafer: Der Maßstab des Erfolges ist nicht der Umsatz des Abends, sondern mit welcher emotionalen Erwiderung der Gast mir gegenübersteht und welches glückliche Gefühl er mir gibt. Für mich ist Kochen nach wie vor das Erzeugen von Genuss für das persönliche und das Wohlergehen anderer.

Leser-Kommentare
  1. Wer hätte das gedacht.
    Ein mutiges Interview des Herrn Lafer. Ebenso muss es wohl vielen
    Prominenten ergehen.

    Wieder mit Sport angefangen. Am Anfang kam ich mir vor wie der Opa
    vor.

    Genau das nehme ich mir heute vor, Sport treiben!

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    gezwungenen Prominenten, die doch so gern den Hals nicht voll kriegen als Sterne- TV- Dosensuppen - Essig&Öl- und sonstwas Promi und dann erettet werden müssen, nur um gleich wieder in die selbe mediale Tretmühle zu springen.
    Ob es doch am Geld liegt?

    Als Österreicher und Anhänger Ihrer Zeitung hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Sie ein drartiges "Interview" abdrucken! Johann L hat irgendwann um die 50..... ( er ist jetzt wohl Mitte 50: also sehr aktuell).

    Der Arme hat (beinahe) ein burnout gehabt; Vor FÜNF Jahren: wahrscheinlich ermöglichen Sie ihm noch ein Buch zu dem Thema (Ich, JL, kurz vorm Abgrund!).

    Der kommt - gemeinsam mit seinem Horst Lichter - nur mehr inflationär durch alle Medien, ist bei jedem (Promi)sch... dabei und gilt als der Hero - wofür!! Der und seine Kochgesellen sind ausschließlich peinlich und nervig!Liebe Grüße aus Österreich

    gezwungenen Prominenten, die doch so gern den Hals nicht voll kriegen als Sterne- TV- Dosensuppen - Essig&Öl- und sonstwas Promi und dann erettet werden müssen, nur um gleich wieder in die selbe mediale Tretmühle zu springen.
    Ob es doch am Geld liegt?

    Als Österreicher und Anhänger Ihrer Zeitung hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Sie ein drartiges "Interview" abdrucken! Johann L hat irgendwann um die 50..... ( er ist jetzt wohl Mitte 50: also sehr aktuell).

    Der Arme hat (beinahe) ein burnout gehabt; Vor FÜNF Jahren: wahrscheinlich ermöglichen Sie ihm noch ein Buch zu dem Thema (Ich, JL, kurz vorm Abgrund!).

    Der kommt - gemeinsam mit seinem Horst Lichter - nur mehr inflationär durch alle Medien, ist bei jedem (Promi)sch... dabei und gilt als der Hero - wofür!! Der und seine Kochgesellen sind ausschließlich peinlich und nervig!Liebe Grüße aus Österreich

  2. ... weiß ich, daß ich nicht weiterlesen muß. Tut mir leid, aber bei Lafer habe ich zweimal gegessen: Deas erste und das letzte Mal. Muß 1997 rum gewesen sein; da hatte ein Automobilhersteller seine Burg für 14 Tage für eine Neuwagen-Pressepräsentation mit Beschlag belegt. Es gab zum Abendessen als Hauptgang irgendeinen Rollbraten, aber der war so was von vertrocknet, daß ich nicht der/die Einzige/r unter den Kolleginnen und Kollegen war, der sich – auch angesichts der eher kruden und uninspirierten Beilagen – fragte, wie so ein Koch zu so einem – damals durchaus schon vorhandenen – Ruf kommen konnte.
    Ich kann sie nicht mehr sehen, diese von Dosen, Tüten und Tuben herabgrinsenden "Spitzenköche" ...

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    Über Geschmack lässt sich streiten!

    Über Geschmack lässt sich streiten!

    • tuo
    • 10.03.2011 um 11:38 Uhr

    Und ein schönes Interview!

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Über Geschmack lässt sich streiten!

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    ... über die Konsistenz eines vertrockneten Rollbratens ;-)

    ... wie über den schreienden Unfug der Wendung "à la Wellington" ...

    ... über die Konsistenz eines vertrockneten Rollbratens ;-)

    ... wie über den schreienden Unfug der Wendung "à la Wellington" ...

    • jaruu
    • 10.03.2011 um 15:24 Uhr

    Meine Eltern waren vor einiger Zeit in dem Restaurant des o.g. Herren essen. Auf der anschließenden Rechnung befand sich u. a. eine Position von 25€. Als die Eltern nach dem Betrag von 25€ fragten, antwortete der Kellner, dass diese die Weinberatung beinhaltet. Nachdem gezahlt wurde, wurde ein Zettel gereicht, mit dem Hinweis, dass meine Eltern in diesem Restaurant nicht mehr erwünscht waren.
    Der nette Herr Lafer, schande auf sein Haupt...

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    ...25€ fragten, antwortete der Kellner, dass diese die Weinberatung beinhaltet...

    Wahrscheinlichn hat der Kellner Weinempfehlung gesagt oder gemeint, also die zum Menu vom Restaurant empfohlenen und servierten Weine. Wenn der Gast die dann nicht bezhalen will, wird er natürlich nicht gerne wiedergesehen.

    Für eine Weinberatung im Restaurant zu zahlen, davon habe ich noch nie gehört und das kann ich mir selbst beim geschäftstüchtigen Herrn Lafer nicht vorstellen.

    Sehr geehrter Autor, ich bin kein Fan und auch nicht bekannt oder verwandt mit Herrn Lafer aber dieses sind glatte Lügen über das Restaurant von Herrn Lafer die immer wieder erzählt werden warum auch immer. Sie sollten sich schämen.

    gemacht: wer nicht sehr großzügig alles Teure bestellt..., wird von der Bedienung sofort atemberaubend gehaßt,
    und freundlich wird vom Chef am Ausgang nur der Zahler verabschiedet, die anderen mißachtet (was ist das für ein Niveau, eine elende Schleimerei.)
    Recht widerlich, diese Szene!
    Verklemmt und nicht herzlich, weil Perfektionisten unangenehme Menschen sind.

    ...25€ fragten, antwortete der Kellner, dass diese die Weinberatung beinhaltet...

    Wahrscheinlichn hat der Kellner Weinempfehlung gesagt oder gemeint, also die zum Menu vom Restaurant empfohlenen und servierten Weine. Wenn der Gast die dann nicht bezhalen will, wird er natürlich nicht gerne wiedergesehen.

    Für eine Weinberatung im Restaurant zu zahlen, davon habe ich noch nie gehört und das kann ich mir selbst beim geschäftstüchtigen Herrn Lafer nicht vorstellen.

    Sehr geehrter Autor, ich bin kein Fan und auch nicht bekannt oder verwandt mit Herrn Lafer aber dieses sind glatte Lügen über das Restaurant von Herrn Lafer die immer wieder erzählt werden warum auch immer. Sie sollten sich schämen.

    gemacht: wer nicht sehr großzügig alles Teure bestellt..., wird von der Bedienung sofort atemberaubend gehaßt,
    und freundlich wird vom Chef am Ausgang nur der Zahler verabschiedet, die anderen mißachtet (was ist das für ein Niveau, eine elende Schleimerei.)
    Recht widerlich, diese Szene!
    Verklemmt und nicht herzlich, weil Perfektionisten unangenehme Menschen sind.

  4. ... über die Konsistenz eines vertrockneten Rollbratens ;-)

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "schonmal gehört?"
  5. ... wie über den schreienden Unfug der Wendung "à la Wellington" ...

    Antwort auf "schonmal gehört?"
  6. gezwungenen Prominenten, die doch so gern den Hals nicht voll kriegen als Sterne- TV- Dosensuppen - Essig&Öl- und sonstwas Promi und dann erettet werden müssen, nur um gleich wieder in die selbe mediale Tretmühle zu springen.
    Ob es doch am Geld liegt?

    Eine Leser-Empfehlung

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