Texas Alle Mäuse fliegen hoch
Unter einer Brücke im texanischen Austin wimmelt es von Fledermäusen. Jeden Abend, noch ehe es dunkel wird, färben sie den Himmel schwarz.
© JEFF HAYNES/AFP/Getty Images

Menschen stehen auf der Congress Avenue Brücke in Austin und beobachten Fledermäuse.
Als ich mich gerade fragte, was das hier wohl noch werden würde, begann der Sturm. Erst war es nur eine Linie aus schwarzen Schatten, die sich wie ein im Wind flatternder Seidenschal unter dem Brückenpfeiler emporhob. Dann wurde die Linie breiter, aus dem Flattern ein Schlagen, und innerhalb von Sekunden strebten mehrere Bänder zusammen zu einer wimmelnden, schwarzen Wolke. Ein Sirren lag in der Abendluft. Fast glaubte ich, den Wind der Millionen Flügelschläge zu spüren. Ein Himmel voller Fledermäuse – mitten in der Großstadt.
- Austin: Anreise
Fluglinien wie Lufthansa oder Delta fliegen täglich aus Deutschland nach Austin
- Unterkunft
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Das Radisson Downtown (111 Cesar Chavez at Congress Avenue, Tel. 001-512/4789611) ist ein unspektakuläres Geschäftshotel, bietet aber geräumige Zimmer mit Blick auf die Fledermäuse. DZ ab circa 192 Euro
Das Driskill (604 Brazos Street, Tel. 001-512/4745911) in der Innenstadt bietet texanische Gastlichkeit in der Atmosphäre des 19. Jahrhunderts. DZ ab circa 228 Euro
- Reisezeit
Die Fledermäuse der Congress Avenue Bridge sind von März bis Oktober zu sehen. Am eindrucksvollsten ist das Spektakel an heißen und trockenen August- und Septemberabenden
- Auskunft
Texas Tourismus: www.traveltex.com/german
In der Nacht zuvor war ich in Austin angekommen. Mein Hotel lag am Wasser. Gleich neben der Congress Avenue Bridge, die über den Fluss Colorado führt, der allerdings nichts mit dem berühmten Colorado River zu tun hat. Austin hat den Ruf, die coolste Stadt in Texas zu sein. Jeder fünfzehnte Einwohner ist ein Student. »Keep Austin weird« – Austin soll schräg bleiben, lautet das offizielle Motto. Ich war wegen einer Attraktion angereist, die sich weird genug anhörte: der größten städtischen Fledermauspopulation der Welt. 750000 Menschen leben in Austin. Und doppelt so viele Fledermäuse. Aber da ein Fledermaustag erst mit der Abenddämmerung beginnt, hatte ich noch einige Zeit zu überbrücken.
Es war Hochsommer. Die Luft schlug wie ein nasses Tuch nach mir, als ich am Morgen aus der klimatisierten Hotellobby auf die Straße trat. Nach zwei, drei Schritten drosselte ich das Tempo, versuchte meinen Atem zu beruhigen und mich in die drückende Feuchtigkeit hineinzuschmiegen. Obwohl mein Hotel downtown lag, konnte ich kein städtisches Leben ausmachen, abgesehen von einer Starbucks-Filiale und ein paar nichtssagenden Geschäften. Am gegenüberliegenden Ufer des Flusses sei das Szeneviertel South Congress zu finden, hatte man mir im Hotel gesagt. Dorthin machte ich mich auf den Weg. Als ich die Brücke überquerte, stieg mir ein merkwürdiger Geruch in die Nase. Stechend, wild, wie in einem Zoogehege. Aber vom Wasser kam ein angenehmer Wind, und es waren wenig Autos unterwegs.
Nach einigen öden Blocks aus Geschäftshäusern und Tankstellen tauchten tatsächlich eine Reihe von Coffeeshops, Secondhandläden und Boutiquen auf. In den Schaufenstern lagen kostbar verzierte Cowboystiefel in allen Farben, dicke Ledergürtel und mexikanischer Modeschmuck. Trotzdem war es eine merkwürdige Einkaufsmeile. An einer sechsspurigen Straße gelegen, die nur schwer zu überqueren war, mit einer Freifläche auf der anderen Seite voll wild bemalter, altmodischer Wohnwagen. Deren Besitzer hatten gerade begonnen, die Luken an den Seiten ihrer Vehikel zu öffnen. Jeder bot etwas anderes an – mexikanische Quesadillas, vegane Linsensuppen, pink glasierte Cupcakes oder frische Fruchtsäfte. Aber noch waren die meisten Imbisswagen geschlossen. Ich kehrte um.
- Datum 01.04.2011 - 06:47 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.3.2011 Nr. 11
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Leider ist es nicht so, dass die Fledermäuse jeden Abend fliegen. Als ich letztes Jahr da war, z.B. leider nicht.
Und von Ortsansässigen, wurde mir bestätigt, dass sie aus nicht bekannten Gründen ab und zu eine Pause machen.
Also besser einen Reservetag einplanen!
Sehr geehrte/r hareck,
danke für den Hinweis! Es muss wirklich ein tolles Schauspiel sein.
Viele Grüße aus der Redaktion.
Sehr geehrte/r hareck,
danke für den Hinweis! Es muss wirklich ein tolles Schauspiel sein.
Viele Grüße aus der Redaktion.
Sehr geehrte/r hareck,
danke für den Hinweis! Es muss wirklich ein tolles Schauspiel sein.
Viele Grüße aus der Redaktion.
...so große Schwärme gibt es täglich aus Höhlen in Cuba kommend zu sehen.
Sogar am 2 April noch.
Hallo Susann,
ich finde es schade, dass Du nicht warm geworden bist mit Austin.
Ich komme gerade von einem fast 3wöchigen Texas-Trip zurück und habe Austin sehr in mein Herz geschlossen. Die texanische Hauptstadt ist neben LA sogar meine 2. amerikanische Lieblingsstadt geworden.
Dass es in den Büroschluchten und dem somit genannten downtown keine spannenden Shops gibt, ist doch für USA relativ normal. Der Dreh- und Angelpunkt ist in Austin einfach die 6th Street - im südlichen Teil viele Bars, Restaurants und Livemusik und im nördlichen Teil schöne Frühstücksrestaurants, Boutiquen und auch Kunstateliers. Weitere viele schöne Einkaufsmöglichkeiten sind in Richtung Austin Hills zu finden oder in Soco - der South Congress Avenue
Nicht ohne Grund haben sich in der Stadt viele VIP´s niedergelassen wie Sandra Bullock, die hier auch 2 wunderschöne Restaurants betreibt und Lance Armstrong (er hat hier einen Bike-Shop - was sonst)
Die Stadt ist durch den hohen Anteil an Studenten einfach sehr lebendig und hat einen hohen Freizeitwert (Lake Austin, joggen am Colorado River usw.) und ist anders als andere Städte in Texas - überhaupt so gar nicht konservativ. Sogar Hippies können hier frei und ausgelassen leben.
Gibt Austin doch nochmal eine 2. Chance.
Viele Grüße
Kerstin
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