Toyota Auris HybridEin Stadtkind

Dietmar H. Lamparter fährt den Toyota Auris Hybrid. von 

Der Toyota Auris Hybrid

Der Toyota Auris Hybrid  |  © Toyota

An Vorschusslorbeeren für den neuen Toyota Auris mangelt es nicht: Als genügsamstes Auto der Kompaktklasse wird er gepriesen. Das Feld, in dem er antritt, ist bereits prominent besetzt – VW Golf, Opel Astra, Ford Focus, Audi A3, Hyundai i30, Peugeot 307, Renault Megane. Und die gibt es allesamt als effiziente Diesel.

Der Auris jedoch hat, als erster Wagen in dieser Kategorie, einen sogenannten Vollhybridantrieb , also eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Zumindest auf kurzen Strecken kann man damit auch rein elektrisch fahren. Ist das eine alltagstaugliche Alternative zum Diesel?

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Was die Geräuschentwicklung betrifft: auf jeden Fall. Nach dem Druck auf den Startknopf hört man erst mal gar nichts. Nur das grün eingefärbte »ready« auf dem Display zeigt an, dass das Auto fahrbereit ist. Fast lautlos setzt sich der Auris in Bewegung. Erst wenn man richtig aufs Gas geht, schaltet sich die Verbrennungsmaschine zu. Die Kombination aus Benzin- und Elektro-Antrieb ergibt ein sattes Drehmoment.

Wenn man an der Ampel das Pedal durchdrückt, muss man sogar mit durchdrehenden Reifen rechnen.

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 Es erscheint ratsam, in den »Eco Mode« umzuschalten. Denn zum Rasen wird der Auris ohnehin nicht gebaut. Er ist ein Gleiter. Hat man sich erst mal an ihn gewöhnt, kommt rasch ein entspanntes Fahrgefühl auf – als säße man in einem starken Automatikauto. Auf der Autobahn kann der Auris richtig laut werden, und auch mit der Sparsamkeit ist es dann nicht mehr weit her. In der Stadt aber ist er eine Alternative. Gerade mal 4,5 Liter Sprit hat er im Hamburger Verkehrsgewühl geschluckt. Das schaffen auch die besten Diesel kaum. Gespart wird im Auris, weil die Hybridbatterie beim Bremsen oder Gaswegnehmen die Energie zurückgewinnt – und beim elektrischen Fahren wieder abgibt.

Die Technik ist vor allem aus dem größeren Modell, dem Toyota Prius, bekannt. Der wird hierzulande viel gerühmt, aber wenig gekauft. Vielleicht wegen seiner gewöhnungsbedürftigen Form, die wohl eher Japanern und Amerikanern gefällt. Der kompakte, wendige Auris trifft den europäischen Geschmack. Nur eines trübt den Eindruck: der Blick in den Kofferraum. Die Batterie verkleinert das Volumen um 45 auf 310 Liter. Man kann die Sitzbank aber weiterhin umklappen.

So viel Flexibilität muss sein.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Benzinmotor plus Elektromotor
Leistung: 100 kW (136 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,4 s
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
CO2-Emission: 89 g/km
Durchschnittsverbrauch: 3,8 Liter
Basispreis: 22.950 Euro

Dietmar H. Lamparter ist Wirtschaftsredakteur bei der Zeit

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Leserkommentare
  1. Autos machen Krach, das weiß jedes Kind. Was aber macht da den Krach? Der Motor? Stellen Sie sich mal an eine viel befahrene Straße und versuchen sie den Motor zu hören? Nee, geht nicht. Aber laut ist es trotzdem?

    Warum?

    Wind- und Rollgeräusche! Genau. Die macht ein Auto egal ob es Hybrid ist oder nicht. Selbst in meiner Wohnstraße höre ich die Rollgeräusche der Autos nicht aber den Motor (außer bei den ganz Schaltfaulen die meinem man könne sich das Schalten sparen bis zur Hauptstraße...)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So nicht richtig: die Geräuschemissionen eines Autos - bzw. welchen Anteil daran Motor und Roll-/Windgeräusche haben - hängen von seiner Geschwindigkeit ab. Bis ca. 30-50 km/h (abhängig von z.B. der Drehzahl) dominieren die Motorgeräusche, erst bei höheren Geschwindigkeiten treten diese in Relation zu den Roll- und Windgeräuschen in den Hintergrund. In dem Geschwindigskeitsbereich, in dem die Motorengeräusche dominieren, fährt ein Vollhybrid wie der Prius oder der getestete Auris vorwiegend elektrisch und emittieren somit kaum Lärm - und auch kaum Abgase! Das bedeutet, in den Bereichen wo die Menschen vornehmlich wohnen - also z.B. reine Wohngebiete mit Tempo 30-Zone, sind diese modernen Fahrzeuge weitgehend emissionsfrei, was für die Anwohner eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität bedeutet - zumindest, wenn sich dieses innovative Antriebskonzept endlich mal in der Breite durchsetzen würde.

  2. So nicht richtig: die Geräuschemissionen eines Autos - bzw. welchen Anteil daran Motor und Roll-/Windgeräusche haben - hängen von seiner Geschwindigkeit ab. Bis ca. 30-50 km/h (abhängig von z.B. der Drehzahl) dominieren die Motorgeräusche, erst bei höheren Geschwindigkeiten treten diese in Relation zu den Roll- und Windgeräuschen in den Hintergrund. In dem Geschwindigskeitsbereich, in dem die Motorengeräusche dominieren, fährt ein Vollhybrid wie der Prius oder der getestete Auris vorwiegend elektrisch und emittieren somit kaum Lärm - und auch kaum Abgase! Das bedeutet, in den Bereichen wo die Menschen vornehmlich wohnen - also z.B. reine Wohngebiete mit Tempo 30-Zone, sind diese modernen Fahrzeuge weitgehend emissionsfrei, was für die Anwohner eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität bedeutet - zumindest, wenn sich dieses innovative Antriebskonzept endlich mal in der Breite durchsetzen würde.

  3. Der vom Autor ermittelte Verbrauch von 4,5 L im Stadtverkehr ist allerdings recht hoch - ich schaffe mit meinem Prius II in der Stadt unter 3 L / 100 km, und der Auris Hybrid müsste noch sparsamer sein. Dieser hohe Verbrauch wurde wohl durch die derzeit noch niedrigen Temperaturen - der Hybridantrieb erreicht erst nach einigen Minuten Betriebstemperatur - sowie durch eine, bei "Hybrid-Anfängern" noch nicht verinnerlichte, an die Hybrid-Technik angepasste Fahrweise verursacht.
    Die Aussage zum Verbrauch auf der Autobahn kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen: mein Verbrauch liegt bei moderater Geschwindigkeit (d.h. etwa 130 km/h = Richtgeschwindigkeit auf BAB) im Sommer bei 5,2 L/100 km, und im Winter bei Minustemperaturen und widrigen Witterungsverhältnissen bei etwa 5,7 L/100 km. Das kann man nun wahrlich nicht als hoch bezeichnen...

  4. Ich fahre einen Prius 2 (seit 2 Jahren) und seit 8 Wochen freiwillig auf der Autobahn nicht schneller als 95 km/h. Vorher war meine Autobahngeschwindigkeit ca. 120 KM/h und der Autobahnanteil bei 80 %. Seitdem ist der Verbrauch von 5,8 auf 4,7 Liter je 100 KM gesunken. Mit Winterreifen und Klimanlage meistens aus.
    Bin in den zwei Jahren ca. 105.000 KM gefahren und auch schon den Auris Hybrid als Ersatzwagen beim Ölwechselaufenthalt für meinen Prius.
    Spritsparen funktioniert also im Stop-and-Go-Verkehr und wenn man auf der Autobahn so tut, als wäre man in den USA. Und auch im Stadtverkehr geht es je nach Fahrweise zwischen 3,5-5 Liter auf 100 KM.
    Fazit: Sehr sparsam, super bequem und Motorjaulen beim "Brutal-Beschleunigen", weil die Verbrennungs-Motor-Leistung nur über Drehzahl kommt. Ist bestimmt kein Auto für den "deutschen" Raser. Genial für Leute, die "cruisen" wollen. Freue mich schon auf den Plug-in Prius, mit 50 km rein elektrischer Reichweite.

  5. ... der auch einigermassen ausschaut. Das Design vom Prius war fuer den ein oder anderen potenziellen Kaeufer vielleicht schon abschreckend.

    Jetzt fehlt nur noch ein kleiner Yaris Hybrid.

    Und natuerlich eine Loesung des Akku/Nickel-Problems.

  6. Ich fahre hauptsächlich auf der Autobahn und frage mich auch oft, was dafür momentan ökonomisch und ökologisch am effizientesten ist. Mein JTD Bj. 2003 hat da trotz 140 PS in etwa den Verbrauch des hier getesteten Auris. Irgendwann in den nächsten 2-3 Jahren wird vermutlich ein Fahrzeugwechsel anstehen. Im Moment schwanke ich zwischen Diesel und einem modernen Benziner (etwa ein Multiair) mit Autogas. Bei Erdgas ist dann doch die Reichweite etwas zu eingeschränkt, zumal ich in mehreren Ländern mit verschiedener Verfügbarkeit unterwegs bin.
    Ich weiß, dass die Geschwindigkeit die naheliegendste Art zum Spritsparen ist. Aber nicht jeder hat das nötige Gemüt für langsames Fahren, besonders auf Langstrecken. Mehr als 130 fahre ich aber auch nicht mehr oft.

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  • Serie Autotest
  • Schlagworte Ford | Audi | Peugeot | Renault | Benzin | Diesel
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