An Vorschusslorbeeren für den neuen Toyota Auris mangelt es nicht: Als genügsamstes Auto der Kompaktklasse wird er gepriesen. Das Feld, in dem er antritt, ist bereits prominent besetzt – VW Golf, Opel Astra, Ford Focus, Audi A3, Hyundai i30, Peugeot 307, Renault Megane. Und die gibt es allesamt als effiziente Diesel.

Der Auris jedoch hat, als erster Wagen in dieser Kategorie, einen sogenannten Vollhybridantrieb , also eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Zumindest auf kurzen Strecken kann man damit auch rein elektrisch fahren. Ist das eine alltagstaugliche Alternative zum Diesel?

Was die Geräuschentwicklung betrifft: auf jeden Fall. Nach dem Druck auf den Startknopf hört man erst mal gar nichts. Nur das grün eingefärbte »ready« auf dem Display zeigt an, dass das Auto fahrbereit ist. Fast lautlos setzt sich der Auris in Bewegung. Erst wenn man richtig aufs Gas geht, schaltet sich die Verbrennungsmaschine zu. Die Kombination aus Benzin- und Elektro-Antrieb ergibt ein sattes Drehmoment.

Wenn man an der Ampel das Pedal durchdrückt, muss man sogar mit durchdrehenden Reifen rechnen.

Die Autotests aus dem ZEITmagazin © Zeit Online

 Es erscheint ratsam, in den »Eco Mode« umzuschalten. Denn zum Rasen wird der Auris ohnehin nicht gebaut. Er ist ein Gleiter. Hat man sich erst mal an ihn gewöhnt, kommt rasch ein entspanntes Fahrgefühl auf – als säße man in einem starken Automatikauto. Auf der Autobahn kann der Auris richtig laut werden, und auch mit der Sparsamkeit ist es dann nicht mehr weit her. In der Stadt aber ist er eine Alternative. Gerade mal 4,5 Liter Sprit hat er im Hamburger Verkehrsgewühl geschluckt. Das schaffen auch die besten Diesel kaum. Gespart wird im Auris, weil die Hybridbatterie beim Bremsen oder Gaswegnehmen die Energie zurückgewinnt – und beim elektrischen Fahren wieder abgibt.

Die Technik ist vor allem aus dem größeren Modell, dem Toyota Prius, bekannt. Der wird hierzulande viel gerühmt, aber wenig gekauft. Vielleicht wegen seiner gewöhnungsbedürftigen Form, die wohl eher Japanern und Amerikanern gefällt. Der kompakte, wendige Auris trifft den europäischen Geschmack. Nur eines trübt den Eindruck: der Blick in den Kofferraum. Die Batterie verkleinert das Volumen um 45 auf 310 Liter. Man kann die Sitzbank aber weiterhin umklappen.

So viel Flexibilität muss sein.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Benzinmotor plus Elektromotor
Leistung: 100 kW (136 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,4 s
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
CO2-Emission: 89 g/km
Durchschnittsverbrauch: 3,8 Liter
Basispreis: 22.950 Euro

Dietmar H. Lamparter ist Wirtschaftsredakteur bei der Zeit