Emanzipation von den ElternReifeprüfung? Jetzt noch nicht!

Die Kinder studieren schon, trotzdem wollen die Eltern noch nicht loslassen. Das hat oft fatale Folgen für die Uni-Laufbahn. von 

Telefon Mutter

Wie sage ich Mama, dass ich auf das Studium keine Lust mehr habe?  |  © zettberlin/photocase.com

Hubschrauber-Eltern (helicopter parents) werden sie genannt: Weil sie wie Hubschrauber über ihren bereits erwachsenen Kindern kreisen, um sofort zu landen, falls denen ein Ungemach droht. Die Universitäten haben sich schon auf sie eingerichtet, sie bieten Informationstage an, an denen sich Eltern ein Bild von der Hochschule der Tochter oder des Sohnes machen. »Elternalarm« heißen diese Veranstaltungen. In der Beratung zur Studienfachwahl sitzen Mutter oder Vater wie selbstverständlich mit am Tisch. Besonders hartnäckige Exemplare rufen nach dem Studienabschluss gar den Personalchef an, um die Tochter zum Bewerbungsgespräch anzumelden. Sie können einfach nicht loslassen, diese Eltern.

Sie wollen einfach nicht loslassen, diese Kinder. Immer wieder kommen sie zurück, egal, wie weit man sie hinauswirft. Boomerang kids werden sie deshalb genannt. Sie kehren heim ins Hotel Mama, während und selbst nach dem Ende des Studiums, weil es dort so warm und kuschelig ist im Gegensatz zur großen kalten Welt, wo sie ein Leben zwischen Zeitverträgen und brüchigen Beziehungen erwartet. Sie sind schon 25, 30 oder noch älter, und doch wollen sie nicht erwachsen werden. Sie tragen Hello-Kitty-Täschchen, statt langsam ans Kinderkriegen zu denken, sie bleiben an Mamas Schürze kleben, anstatt den Bund der Ehe einzugehen. Eine »Gesellschaft infantiler Sozialschmarotzer« sieht die Zeitschrift Bild der Wissenschaft in ihnen heranwachsen.

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Die boomerang kids sind niemand anderes als die Kinder der helicopter parents. Es ist nicht nur ihre Schuld, dass sie nicht loskommen – die Eltern halten sie einfach fest. Das hat verheerende Folgen für das Studium und das Leben der Kinder.

Die Psychosoziale Beratungsstelle im Studentenwerk Dresden. Helle Räume, helle Möbel, eine Wohlfühlatmosphäre, wie sie solchen Einrichtungen oft innewohnt. Katja, 24, die ihren richtigen Namen lieber verschweigt, wirkt hier, als hätte sie sich verlaufen. Dunkel getönter Bob, gezupfte Brauen, großes Lachen. Eine extrovertierte junge Frau. Sie studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt und kam hierher, weil sie damit nicht weitermachen wollte. Sie musste sich zwingen, morgens in die Vorlesung zu gehen, und als sie im Praktikum am Pult stand, dachte sie nur: Ob mir das in zehn Jahren noch gefällt? Die Beraterin hörte ihr aufmerksam zu. »Ich weiß gar nicht, warum Sie hier sind«, sagte sie dann. »Sie scheinen sich ja bereits sicher zu sein.« – »Eigentlich schon«, sagte Katja. »Das Problem ist nur – wie sag ich das meiner Mutter?«

Mindestens einmal pro Woche hört Sabine Stiehler solch einen Satz von einem erwachsenen Menschen. »Ich kann meine Mutter nicht alleine lassen« oder »Das kann ich meinen Eltern doch nicht antun« sind Variationen. Sabine Stiehler, promovierte Soziologin, leitet die Dresdner Beratungsstelle. Wie auch ihre Kollegen an anderen Hochschulen beobachtet sie, dass Studenten in den letzten Jahren verstärkt Probleme haben, sich von ihren Eltern zu lösen.

Eigentlich sollten sie das im Studium bereits getan haben. Sie sollten von zu Hause ausgezogen sein, um die Welt alleine kennenzulernen und ihre Rolle im Erwachsenenleben zu finden. Immer mehr junge Menschen schleppen allerdings noch eine Altlast mit in die sogenannte Postadoleszenz, die einst als die Phase größtmöglicher Freiheit galt. So ist die Zahl der Studenten, die noch bei ihren Eltern wohnen, seit 2002 kontinuierlich gestiegen, wie die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zeigt. In Bundesländern mit einer hohen Hochschuldichte wie Hessen oder Baden-Württemberg wohnen rund 30 Prozent der Studenten noch »zu Hause«.

Natürlich, die Mieten sind hoch, hinzu kommen oft Studiengebühren. Für Sabine Stiehler sind die wirtschaftlichen Ursachen des Nesthockens aber häufig »ein Alibi-Thema«: »Die Eltern lassen ihre Kinder ungern gehen – und für die ist es bequem, weiter umsorgt zu werden.« Selbst Verantwortung zu übernehmen, lernen die jungen Erwachsenen dadurch nicht. Ähnlich verhält es sich, wenn Eltern den Haushalt ihrer erwachsenen Kinder organisieren, sich weiter in wichtige Entscheidungen einmischen, die Sprösslinge mit dem Telefon gängeln und am Wochenende zurück ins warme Nest locken mit dem Versprechen, ihnen die Wäsche zu waschen.

Die Studenten versuchen, die Wünsche der Eltern zu erfüllen

Katja hatte versucht, wegzukommen, weg aus der Kleinstadt, weg von ihrer Mutter. Gleich nach dem Abitur war sie ins Ausland gegangen. Dort wollte sie auch herausfinden, was sie studieren könnte – aber irgendwie hat das nicht geklappt. Eigentlich war sie ja gar nicht sicher, ob ein Studium überhaupt das Richtige für sie wäre. »Aber als ich zurückkam, sagte meine Mutter, probier doch Lehramt, das würde so gut passen.« Katja zuckt die Schultern. »Irgendwann war ich die Diskussion leid«, sagt sie. Sie schrieb sich ein, in Dresden, 600 Kilometer entfernt – nur nicht ständig zurückfahren können! Zum Telefon griff sie trotzdem dreimal pro Woche. »Wenn ich nur einmal angerufen habe, hieß es, du kümmerst dich gar nicht um mich.« Katjas Augen suchen den Boden. »Dann hatte ich ein schlechtes Gewissen.«

»Oft schaffen es Studenten auf diese Weise gar nicht mehr, eigene Bedürfnisse zu entwickeln«, sagt Sabine Stiehler. Stattdessen versuchten sie, manchmal auch unbewusst, denen ihrer Eltern zu genügen. Auch der umgekehrte Fall kommt vor: dass Studenten ihr Fach genau entgegengesetzt zum elterlichen Willen wählen. Ein erster Versuch, sich abzugrenzen – der allerdings ebenfalls schiefgehen kann, denn bloße Opposition ist noch lange nichts Eigenes.

Das Scheitern am falschen Fach ist eine Situation, in der die lähmende Einflussnahme der Eltern sichtbar werden kann. Für den Einzelnen ist damit nicht selten eine Lebenskrise verbunden. Das Gefühl, versagt zu haben. Die Unsicherheit, eine Alternative zu finden. Die Angst, sich mit dem Studium zu verspäten und einen Makel im Lebenslauf zu haben. Nicht jeder schafft es, diese Schwierigkeiten zu überwinden und mit einem neuen Fach noch einmal von vorn anzufangen.

Leserkommentare
  1. Der Artikel wird auch nicht besser, indem er mit Aussagen von Experten belegt verschönert wird.
    Dann lieber Kinde gleich rauswerfen, die werden schon lernen klar zu kommen? Und sich dann über perspektivlose Menschen beschweren?

    Guter Tipp, einmal selber Eltern werden, dann sieht man, das all diese tollen Tipps nur für Retortenfamilien gelten, aber so gut wie nichts mit dem realen Leben.

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    Tut mir Leid, da muss ich Ihnen vehement widersprechen. Meine eigene Erfahrung sagt, dass gerade die Kinder, die sich zum richtigen Zeitpunkt von den Eltern lösen (können), am Ende eben gerade diejenigen sind, die Perspektiven haben. Und Freiräume lassen heißt ja nicht komplett vergessen ...

    Offensichtlich hatten sie auch nie mit einem übermäßig bemutternden Elternteil zu tun, das Ihnen die eigenen Wünsche aufzwingen wollte, die den Ihren diametral entgegenstanden. Ich schon.

    • gag
    • 18. März 2011 13:54 Uhr

    Da ich selber Student bin bekomme ich die beschriebenen Fälle oft genug mit. Wenn Menschen mit 24/26 noch nicht wissen wie man eine Waschmaschine bedient weil das bisher immer Mama gemacht hat, oder mit 22 sich immer noch kein Girokonto vor Ort holen weil ihre Eltern sich dann nicht mehr darum kümmern können ist etwas schief gegangen.
    Niemand sagt das man sein Kind zwingen soll unter der Brücke zu schlafen, aber helfen ein selbstbestimmtes Leben zu führen darf man durchaus.
    Und vor allem sollte man einem solchen nicht durch die ewige Schuldfalle im Weg stehen.

  2. Sie wollen ihre eigenen Fehler machen und sie müssen das auch. Und sie müssen lernen, die Konsequenzen ihrer Fehler zu ertragen.

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    Kinder sind eben KEINE kleinen Erwachsene, sondern Kinder. Es reicht nicht, wenn wir sie mit Erwachsenenmaßstäbe beurteilen, auch wenn diese herabgesetzt wurden. Kinder "funktionieren" anders...und das ist auch gut so.

  3. Tut mir Leid, da muss ich Ihnen vehement widersprechen. Meine eigene Erfahrung sagt, dass gerade die Kinder, die sich zum richtigen Zeitpunkt von den Eltern lösen (können), am Ende eben gerade diejenigen sind, die Perspektiven haben. Und Freiräume lassen heißt ja nicht komplett vergessen ...

    Offensichtlich hatten sie auch nie mit einem übermäßig bemutternden Elternteil zu tun, das Ihnen die eigenen Wünsche aufzwingen wollte, die den Ihren diametral entgegenstanden. Ich schon.

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    Ja, da hatte ich wohl Glück. Aber inwieweit sind solche "Halbeltern" denn mittlerweile die Norm geworden?
    Aber ganz unter uns, wirklich lösen kann man sich weder von seinen Eltern noch von seinen Kindern, es ist nur eine Frage des vernünftigen Umgangs miteinander. Und all diese Umgangsformen kann man lernen, indem man miteinander spricht und sich gegenseitig stützt. ( Ok, ist jetzt etwas idealisiert, aber diesen Zustand kann man ja anstreben, oder ? )

  4. Ja, da hatte ich wohl Glück. Aber inwieweit sind solche "Halbeltern" denn mittlerweile die Norm geworden?
    Aber ganz unter uns, wirklich lösen kann man sich weder von seinen Eltern noch von seinen Kindern, es ist nur eine Frage des vernünftigen Umgangs miteinander. Und all diese Umgangsformen kann man lernen, indem man miteinander spricht und sich gegenseitig stützt. ( Ok, ist jetzt etwas idealisiert, aber diesen Zustand kann man ja anstreben, oder ? )

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    Selbstverständlich habe auch ich mich nicht komplett von meinen Eltern gelöst. Seit ich vor einiger Zeit Abstand gewonnen habe, haben wir ein tolles Verhältnis zueinander.

    Ich glaube auch nicht, dass die Eltern sich großartig verändert haben. Das Problem ist, dass die Kinder wegen der gesellschaftlichen Veränderungen heute orientierungsloser sind als früher und Angst haben, ohne ihre Eltern in dieser als grausam empfundenen Welt völlig auf sich alleine gestellt zu sein. Früher sah man so etwas eher als große Chance (endlich erwachsen werden!), heute hat man nur noch Angst davor.

    Eltern und Lehrer sollten verstärkt darauf achten, ihren Kindern weniger Pessimismus und mehr konstruktiven Optimismus zu vermitteln. Auch wenn es schwierig ist, denn wirkliche Abhilfe bringen meiner Meinung nach nur gesellschaftliche Veränderungen.

    • lepkeb
    • 18. März 2011 12:30 Uhr

    bloss Viele kennen doch kaum noch gesunde Familienverbände, meist existieren diese nur noch auf dem Lande und da funktioniert es dann auch mit einem intakten Familienleben.

    Zu ihrer ersten Einlassung mit dem "Eltern werden". Die Auswirkung der von der Autorin geforderten Abnabelung der Kinder oder wie sie es treffend sagten dem Rausschmiss, sieht man bereits jetzt am Besten in dt. Altersheimen. In denen die Eltern sitzen und vor sich hinsiechen und auf Besuch warten, der nicht kommt,weil die Kinder sich abgenabelt haben und sich selbst verwirklichen müssen.

    Aber dies ist auch politisch alles gewollt, da es das Individum angreifbarer und ausbeutbarer macht. Denn wer aus einem gesunden Familienverbund heraus agieren kann, ist meist stärker und in einer besseren Position.

    @Autorin
    Der Anruf eines Elternteils beim Personalchef (Vitamin B) ist übrigens oftmals in D-land der einzige Weg eine halbwegs ordentlich bezahlten Job zu bekommen. Wenn die vielen arbeitslosen oder ausbildungsfremd (Kellnern, Callcenter) arbeitenden Sozial- und Erziehungswissenschaftler diesen Erkenntnisgewinnn hätten, wäre viele von ihnen vielleicht schon weiter.

  5. Selbstverständlich habe auch ich mich nicht komplett von meinen Eltern gelöst. Seit ich vor einiger Zeit Abstand gewonnen habe, haben wir ein tolles Verhältnis zueinander.

    Ich glaube auch nicht, dass die Eltern sich großartig verändert haben. Das Problem ist, dass die Kinder wegen der gesellschaftlichen Veränderungen heute orientierungsloser sind als früher und Angst haben, ohne ihre Eltern in dieser als grausam empfundenen Welt völlig auf sich alleine gestellt zu sein. Früher sah man so etwas eher als große Chance (endlich erwachsen werden!), heute hat man nur noch Angst davor.

    Eltern und Lehrer sollten verstärkt darauf achten, ihren Kindern weniger Pessimismus und mehr konstruktiven Optimismus zu vermitteln. Auch wenn es schwierig ist, denn wirkliche Abhilfe bringen meiner Meinung nach nur gesellschaftliche Veränderungen.

    Antwort auf "@Anonym21"
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    Sie schreiben: "Ich glaube auch nicht, dass die Eltern sich großartig verändert haben."

    Nein, haben sie nicht. Horst Eberhard Richter beschrieb diese krankhaft-neurotischen Eltern-Kind-Beziehungen unter der Überschrift "Overprotextion" bereits 1971 (inzwischen 33. Auflage) in "Eltern-Kind-Neurose". Es kenzeichnet diesen alarmistischen und miserabel recherchierten Artikel, dass dieser Klassiker nicht einmal wird.

    Sie schreiben: "Das Problem ist, dass die Kinder...heute orientierungsloser sind als früher und Angst haben, ohne ihre Eltern in dieser als grausam empfundenen Welt völlig auf sich alleine gestellt zu sein."

    Ein solche Meinung ist das Ergebnis eines miserablen Journalismus, wie er im Bereich Erziehung-Familie leider Standard ist. Zwei Hinweise zur Wirklichkeit:

    1. "Ein seit Jahrzehnten in unterschiedlichen westlichen Ländern stabiles Ergebnis sozilogischer Jugendbefragungen besteht darin, dass die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen angibt, ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern zu haben ..."
    (Rosemarie Nave-Herz: Familie heut. Wiss. Buchges. Darmstadt 2002 S. 71)
    Es gab noch nie so viele Familien, in denen so gute Beziehungen zwischen Eltern und Kindern herrschten wie gegenwärtig. Das ließe seitenweise belegen.

    2. Die Teilnehmerzahl bei "Jugend forscht" .... betrug

    1966: 244
    2011: 10.677
    (https://www.jugend-forsch...)

    Das spricht nicht für eine von Zukunftsangst gebeutelte Jugend.

    • lepkeb
    • 18. März 2011 12:30 Uhr

    bloss Viele kennen doch kaum noch gesunde Familienverbände, meist existieren diese nur noch auf dem Lande und da funktioniert es dann auch mit einem intakten Familienleben.

    Zu ihrer ersten Einlassung mit dem "Eltern werden". Die Auswirkung der von der Autorin geforderten Abnabelung der Kinder oder wie sie es treffend sagten dem Rausschmiss, sieht man bereits jetzt am Besten in dt. Altersheimen. In denen die Eltern sitzen und vor sich hinsiechen und auf Besuch warten, der nicht kommt,weil die Kinder sich abgenabelt haben und sich selbst verwirklichen müssen.

    Aber dies ist auch politisch alles gewollt, da es das Individum angreifbarer und ausbeutbarer macht. Denn wer aus einem gesunden Familienverbund heraus agieren kann, ist meist stärker und in einer besseren Position.

    @Autorin
    Der Anruf eines Elternteils beim Personalchef (Vitamin B) ist übrigens oftmals in D-land der einzige Weg eine halbwegs ordentlich bezahlten Job zu bekommen. Wenn die vielen arbeitslosen oder ausbildungsfremd (Kellnern, Callcenter) arbeitenden Sozial- und Erziehungswissenschaftler diesen Erkenntnisgewinnn hätten, wäre viele von ihnen vielleicht schon weiter.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "@Anonym21"
  6. Das Abitur ist kein Reifezeugnis mehr, sondern ´nur´ noch Hochschulzugangsberechtigung.

    Das Erziehungsziel mancher Eltern ist offenbar nicht mehr, eine sittlich gereifte und selbständige Persönlichkeit herauszubilden, sondern einen Lern -und Funktionsorganismus in ihrem Sinne zu formen.

    Emotionale Abhängigkeitsstrukturen zu schaffen, und damit ein dauerhaftes Zugriffsrecht auf Entscheidungsprozesse des erwachsenen Kindes zu etablieren, ist ein Armutszeugnis der besonderen Art.

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  7. ...lässt sich zu fast 100% in diesem Artikel wiederfinden. Ich habe selbst ein abgebrochenes Informatikstudium hinter mir und auch die Schwierigkeiten in meinem jetzigen Studiengang (Aufschieben von Prüfungen etc.) entsprechen denen im Artikel.

    Erst als mir in einer Gruppentherapiesitzung klar wurde, dass ich nicht für meine Eltern, sondern für mich studiere, haben sich meine Probleme gebessert. Ich habe aber immer noch Schwierigkeiten, mich geistig von meinen Eltern zu lösen. Ständig denke ich "Was wohl meine Eltern dazu sagen würden?".

    Meine Mutter fällt es ebenfalls schwer, zu akzeptieren, dass ich jetzt mein eigenes Leben führe. Das Problem beruht meist auf Gegenseitigkeit: es ist natürlich auch bequem, sich alles abnehmen zu lassen; aber selbstständig wird man so nie.

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    Mir persönlich hat es ganz besonders geholfen, dass ich den Gedanken weiter gedacht habe. Irgendwann habe ich festgestellt: wenn ich wirklich für mich selbst studieren will, dann sollte ich auch nicht für zukünftige Bewerbungen studieren, sondern dafür, dass ich persönlich dabei möglichst viel lerne.

    Seitdem ich mir das immer wieder klar mache, habe ich die Lust am Studieren wiedergefunden (die ich vorher komplett verloren hatte) und weniger Angst vor den Prüfungen. Die sind nämlich nur noch Mittel zum Zweck.

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