Libyen Mit Gadhafi leben? Nicht mehr!
Wer in Libyen interveniert, macht sich schuldig. Wer tatenlos zuschaut, zahlt einen noch höheren Preis.
© Marco Longari/AFP/Getty Images

Ein Regime-Gegner bewacht eine Straßensperre nahe der libyschen Stadt Ras Lanuf.
Wird Gadhafi im Schutz der japanischen Katastrophe die libysche Revolution ersticken? Nie, scheint es, war Hilfe für die Aufständischen so nah. Die Arabische Liga fordert eine Flugverbotszone über Libyen und lässt diese Forderung in den UN-Sicherheitsrat einbringen. Zugleich verrinnt die Zeit: Gadhafis Truppen rücken vor, bald wird niemand mehr da sein, dem man helfen könnte. Dauernd sterben Menschen in dem ungleichen Bürgerkrieg, in dem nur eine Seite über Kampfjets, Hubschrauber, schwere Artillerie und Panzer verfügt – Waffen, die vielfach der Westen geliefert hat. Sollte der Diktator die Rebellen-Hauptstadt Bengasi einnehmen, droht eine Orgie der Rache. Die Welt aber ist mit ihren Gedanken anderswo.
Wie werden wir dastehen, wenn Gadhafi seinen Siegeszug mit einem Massaker an den Besiegten krönt und Europa zuschaut wie in den 1990er Jahren bei den Kriegsverbrechen auf dem Balkan? Was heißt es, wenn Gadhafi bleibt – für die Zukunft der arabischen Revolution und für das Ansehen einer westlichen Politik, die umso nachdrücklicher seinen Abgang fordert, je weniger sie gegen ihn zu tun bereit ist? Wann wird Silvio Berlusconi wieder in Tripolis seine Aufwartung machen? Man sollte jetzt anfangen, sich diese Fragen zu stellen. Sie werden früh genug auf die Tagesordnung kommen.
Das bizarrste Argument gegen eine Intervention dürfte Bundesaußenminister Westerwelle gefunden haben: Man müsse den Eindruck vermeiden, dass es um »einen christlichen Kreuzzug gegen Menschen muslimischen Glaubens« gehe. Die »Menschen muslimischen Glaubens«, die in Libyen um ihr Leben fürchten müssen, werden aber nicht von Kreuzzüglern bedroht und verfolgt, sondern von ihrer eigenen Regierung. Die Rebellen selbst bitten um Hilfe, die Flugverbotsforderung der Arabischen Liga ist ein beispielloser Schritt für eine Institution, in der immer noch Gadhafis Diktatoren-Kollegen sitzen. Nicht westlicher Imperialismus, keine von außen auferlegte Demokratie-Agenda wie unter George W. Bush treibt die Interventionsdebatte, sondern die Not der Revolutionäre und ihre verzweifelte Suche nach Verbündeten. Der deutsche Außenminister aber will besser als die Araber wissen, was für die Araber gut ist, und tut so, als müsste er einen zweiten Irakkrieg verhindern.
Man wird einmal mit Verwunderung und womöglich Beklemmung an manche Gründe zurückdenken, die in diesen Tagen für das Nichtstun vorgebracht werden. Dazu gehört die Art, wie viele im Westen über die Rebellen und ihre provisorische Zentrale in Bengasi reden. Man wisse doch gar nicht, mit wem man es da zu tun habe – im Sinne von: Die sind doch wahrscheinlich kaum besser als Gadhafi. So wenig weiß man aber durchaus nicht, in dieser und anderen Zeitungen ist recht genau über Idealismus und Chaos in Bengasi berichtet worden, über die zugleich opferbereiten und hilflosen »Soldaten« der Revolution, über die Bürgerrechtler und übergelaufenen Gadhafi-Funktionäre, die den »Nationalen Übergangsrat« bilden. Die Schwächen der Opposition, militärisch, politisch, auch moralisch, liegen offen zutage. Aber es handelt sich nicht um eine Mörderclique wie beim Regime in Tripolis. Die Unterstellung, dass in der libyschen Nacht irgendwie alle Katzen grau sind, ist eine irreführende Bequemlichkeit. Es kommt darauf an, die hellgrauen von den dunkelgrauen zu unterscheiden.
Ähnlich ungenau und fahrlässig wird oft die Angst davor genährt, in einen unabsehbaren nordafrikanischen (Bürger-)Krieg hineingezogen zu werden. Es ist klar, dass der Westen sich nicht in Bodenkämpfe in Libyen verwickeln lassen will. Die Interventionsgegner verbreiten nun den Eindruck, Luftangriffe gegen Gadhafi-Positionen oder die Durchsetzung einer Flugverbotszone seien sinnlos, wenn man im Zweifel nicht auch zum Bodenkrieg bereit sei. Wer A sage, müsse auch B sagen, und beim Scheitern leichterer Zwangsmaßnahmen sei die Steigerung des Drucks unvermeidlich. So wird besonders beim amerikanischen Militär gedacht – ein Hauptgrund für das Zögern der Supermacht. Doch die Logik ist nicht zwingend. Selbstverständlich kann man ein Ziel anstreben, ohne bei seiner Verfolgung zum Äußersten entschlossen zu sein; genau das ist die normale Art menschlichen Handelns. Es geht nicht um einen entfesselten Krieg gegen Gadhafi, sondern um die Verschiebung der Kräfteverhältnisse zugunsten seiner Gegner. Die Kosten für den Diktator würden wachsen, sein Kalkül sich womöglich verändern. Es ist nicht sicher, dass begrenztes Eingreifen von außen das Blatt wenden könnte. Aber so schwach, wie sich das Regime zu Anfang des Aufstands gezeigt hat, ist es auch keineswegs ausgeschlossen.
Sollte Gadhafi sich an der Macht halten, wären die Konsequenzen weitreichend und schlimm. Es wäre, im wunderbaren arabischen Revolutionsjahr 2011, der erste gescheiterte Aufstand, der erste Sieg eines Tyrannen – das erste Mal, dass das Momentum der Veränderung gestoppt, die Welle gebrochen wäre. Das Volk, hätte sich gezeigt, kann auch verlieren: ein schwerer Schlag für das neue Gefühl von Kraft und Stolz, das den tiefsten Kern dieses historischen Aufbruchs ausmacht. Mit Gadhafi würde ein auf Vergeltung sinnender Despot in Tripolis sitzen bleiben, der sich bei seinen unentschlossenen westlichen Gegnern durch neue Terrorakte rächen könnte und jeden Anreiz besäße, in den befreiten Nachbarländern Tunesien und Ägypten Unruhe zu stiften. Und alle arabischen Diktatoren hätten endlich ein Alternativmodell zu der Fügsamkeit, mit der sich die Präsidenten Ben Ali und Mubarak von der Macht vertreiben ließen: Augen zu und schießen, so kommst du am Ende durch.
Es ist keine poetische Redensart, wenn in der Interventionsdebatte von »Tragik« gesprochen wird, es ist eine präzise Analyse: Eingreifen wie Nicht-Eingreifen ist mit Schuld verbunden. Neben der Schuld drohen Doppelmoral und Heuchelei: Dieselben Staaten des Persischen Golfs, die als Erste in der arabischen Welt für die Flugverbotszone über Libyen eingetreten sind, entsenden Truppen nach Bahrain, um dort ein repressives Regime zu stützen. Die Motive und Absichten einer Intervention können höchst zweifelhaft sein. Aber das entbindet Politik und Publikum nicht davon, in jedem Einzelfall zu fragen, ob das Handeln oder das Abseitsstehen mit der größeren Gewissenslast, mit den höheren moralischen und politischen Kosten verbunden ist. Und jetzt, mit Blick auf Libyen, ist es der Gedanke an die Folgen der Tatenlosigkeit, der einem den Hals zuschnürt.
- Datum 17.03.2011 - 10:08 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 17.3.2011 Nr. 12
- Kommentare 82
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Die UN beobachten in Libyen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", können sich aber außer zu Verbalattacken zu keinen militärischen Konsequenzen entschließen.
Sollte Gaddhafi obsiegen, wird man auf allen Kanälen wohl bald wieder diplomatisches Händeschütteln mit dem "Psychopathen" (Wulff) bestaunen dürfen...
welt, während ich täglich die Berichte von flüchtenden Aufständischen in Lybien verfolge, die von einer hochtechnisierten Söldnerarmee abgeschlachtet werden und gleichzeitig den peinlichen Guido Westerwelle von großen Bedenken der Bundesregierung schwafeln höre.
Wem gelten diese Bedenken und wiegen diese schwer genug, um bei einem Völkermord seelenruhig zu zu schauen?
Oder geht es hier um Öl, welches der Wirtschaftslobby unseres Außenministers so wertvoll ist?
welt, während ich täglich die Berichte von flüchtenden Aufständischen in Lybien verfolge, die von einer hochtechnisierten Söldnerarmee abgeschlachtet werden und gleichzeitig den peinlichen Guido Westerwelle von großen Bedenken der Bundesregierung schwafeln höre.
Wem gelten diese Bedenken und wiegen diese schwer genug, um bei einem Völkermord seelenruhig zu zu schauen?
Oder geht es hier um Öl, welches der Wirtschaftslobby unseres Außenministers so wertvoll ist?
Entfernt. Bitte achten Sie auf einen Artikelbezug. Danke. Die Redaktion/km
Herr Ross, hätten Sie gedanklich sauber zwischen Revolution und tribelem Bürgerkrieg unterschieden, dann wäre Ihnen dieser peinliche Text vielleicht nicht passiert.
Dann hätten Sie erkannt, dass der vom ersten Tag an gewaltsame Konflikt in Libyen von einer anderen Qualität als die Volksaufstände in Tunesien und Ägypten, aber auch anders als die schiitische Rebellion in Bahrain und anderen Golfstaaten ist.
In all diesen Ländern steht ein unterdrücktes, verelendetes Volk oder zumindest eine Bevölkerungsmehrheit gegen einen geschlossenen Machtapparat einer despotischen Regierung.
In Libyen aber verläuft der Konflikt entlang der Stammes- und Clangrenzen. Es geht nicht um Teilhabe, Emanzipation und Freiheit, sondern um tribale Rivalitäten, alte Rechnungen und Anteile am Ölkuchen.
Und dafür wollen Sie uns in einen Krieg verwickeln lassen?
Klarheit im Denken lässt sich eben nicht durch moralinsaures Lamento ersetzen.
Ein sehr realistischer und lesenswerter Kommentar von Ihnen.
Gefällt mir wirklich gut.
Peinlich ist allenfalls Ihre Replik, weil Sie das Propagandamärchen des Gadhafi-Regimes zu Ihrer ungeprüften Meinung erklären, und sich somit wenigstens selbst als pro-Gadafhi Symphatisant outen, und dürfen die Bilder die folgen werden, weiter mit Ihrer zynischen Position begleiten.
Sie dürfen das, aber nicht die politisch verantwortlichen in diesem Land.
Herr Ross trifft den Kern der Debatte.Bigotterie.
Hat die Arabische Liga keine Armeen? Sie hat doch so vehement für eine Luftlockade plädiert. Warum setzt sie diese nicht selbst durch? Haben die Staaten der Liga nicht genug Waffen vom Westen gekauft?
Herr Ross sollte etwas mehr nachdenken z.B. über die Frage was wäre, wenn es sich bei den Revolutionären um Fundamental-Islamisten handelte! Wen würde er dann bombadieren lassen wollen?
Und außerdem: Deutschland hat sich an keinem Krieg zu beteiligen, wo immer es auch sei.
Nun haben Sie mal was von Stämmen in Lybien gehört und meinen gleich, es ginge bei diesem Aufstand "nur" um Stammesvorherrschaften. Stämme dieser Art gibt es in ganz Nordafrika, ausser Ägypten, nicht nur in Lybien.
Allerdings spielen sie in Lybien nur deshalb noch eine etwas größere Rolle, als anderswo, weil Gaddhafis Gedanke einer Volksrepublik, die er Anfang der 70-er auf die Beine stellen wollte, diese Stämme förderlich waren. Aber im alltäglichen Leben sind sie genau so wichtig oder unwichtig wie in Marokko, Algerien, Tunesien und Mauretanien.
Den Menschen in Lybien geht es wie denen in den anderen arabischen Ländern um etwas anderes. Sie wollen nicht mehr von solchen Typen regiert werden, sie wollen nicht mehr bevormundet werden, sie wollen am Leben teilhaben, sie wollen ein bisschen mehr Freiheit. Das geht nicht von heute auf morgen, weil es ja auch noch strengere Familienstrukturen gibt. Aber es muss der Anfang gemacht werden. Das ist der simple Grund für alle Aufstände, die vielleicht andere Bild der Herkunft haben, aber alle nur das gleiche wollen, in allen arabischen Ländern. Nicht mehr und nicht weniger.
Ein sehr realistischer und lesenswerter Kommentar von Ihnen.
Gefällt mir wirklich gut.
Peinlich ist allenfalls Ihre Replik, weil Sie das Propagandamärchen des Gadhafi-Regimes zu Ihrer ungeprüften Meinung erklären, und sich somit wenigstens selbst als pro-Gadafhi Symphatisant outen, und dürfen die Bilder die folgen werden, weiter mit Ihrer zynischen Position begleiten.
Sie dürfen das, aber nicht die politisch verantwortlichen in diesem Land.
Herr Ross trifft den Kern der Debatte.Bigotterie.
Hat die Arabische Liga keine Armeen? Sie hat doch so vehement für eine Luftlockade plädiert. Warum setzt sie diese nicht selbst durch? Haben die Staaten der Liga nicht genug Waffen vom Westen gekauft?
Herr Ross sollte etwas mehr nachdenken z.B. über die Frage was wäre, wenn es sich bei den Revolutionären um Fundamental-Islamisten handelte! Wen würde er dann bombadieren lassen wollen?
Und außerdem: Deutschland hat sich an keinem Krieg zu beteiligen, wo immer es auch sei.
Nun haben Sie mal was von Stämmen in Lybien gehört und meinen gleich, es ginge bei diesem Aufstand "nur" um Stammesvorherrschaften. Stämme dieser Art gibt es in ganz Nordafrika, ausser Ägypten, nicht nur in Lybien.
Allerdings spielen sie in Lybien nur deshalb noch eine etwas größere Rolle, als anderswo, weil Gaddhafis Gedanke einer Volksrepublik, die er Anfang der 70-er auf die Beine stellen wollte, diese Stämme förderlich waren. Aber im alltäglichen Leben sind sie genau so wichtig oder unwichtig wie in Marokko, Algerien, Tunesien und Mauretanien.
Den Menschen in Lybien geht es wie denen in den anderen arabischen Ländern um etwas anderes. Sie wollen nicht mehr von solchen Typen regiert werden, sie wollen nicht mehr bevormundet werden, sie wollen am Leben teilhaben, sie wollen ein bisschen mehr Freiheit. Das geht nicht von heute auf morgen, weil es ja auch noch strengere Familienstrukturen gibt. Aber es muss der Anfang gemacht werden. Das ist der simple Grund für alle Aufstände, die vielleicht andere Bild der Herkunft haben, aber alle nur das gleiche wollen, in allen arabischen Ländern. Nicht mehr und nicht weniger.
ein Blutbad inn Libyen nicht verhindert, dann hat sie jede Daseinsberechtigung verloren. Jeder kann sehen wie ihm geholfen wird wenn es sich nicht lohnt. Die führenden Ploitiker der größeren NATO-Staaten sind schuld an jedem Toten in Libyen. Nur ein sofortiges Ultimatum zum Waffenstillstand kann noch helfen.
....ein Blutbad vermeiden. Der Unterscheid zwischen einem Einmarsch und keinem Einmarsch ist nicht der zwischen Blutbad und kein Blutbad. Damit kann man sein Handeln nicht begründen. Unterschiede sind eher darin, dass anderer Leute Blut im einen und anderen Fall fliest und darin, dass andere Autokraten sehen, was geschieht. Wenn man Gaddafi entfernt ist das eine andere Lehre, als lässt man ihn gewähren.
Da übertreiben Sie aber - genau so wie es in den meisten Zeitungen vorgekaut wird.
Da ist stets zu lesen, dass Gadaffi sein Volk abschlachten würde, dass seine Soldaten mit rücksichtsloser Brutalität vorgingen, dass ein Genozid drohen würde usw.
Liest man aber das Kleingedruckte, dann ergibt sich ein anderes Bild.
http://www.spiegel.de/pol...
Zitat:
"Gaddafis Truppen hätten Misrata angegriffen. Dabei seien mindestens vier Menschen getötet und zehn verletzt worden. Unter den Toten seien zwei Zivilisten..."
Beim Angriff der angeblich so brutalen Diktatorentruppen gab es also VIER Tote, darunter 2 Kämpfer und zwei Zivilisten.
Können Sie sich vorstellen, was in Misrata passiert wäre, wenn die Angreifer Amerikaner oder Israelis gewesen wären (siehe Falludscha, siehe Gaza). Wir hätten drei- bis vierstellige Opferzahlen gehabt, es wäre Phosphor und Napalm eingesetzt worden.
Man könnte den Libyschen Stammeskonflikt auch mit den Schlächtereien anderer afrikanischer Bürgerkriege (Liberia, Sierra Leone, Kongo, Somalia, Sudan usw.) vergleichen. Dort wurden die Toten in Zehntausenden gezählt und ganze Landstriche entvölkert.
So gesehen ist der Gewalteinsatz der Gadaffitruppen, gemessen an den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, eher moderat.
Hier von Genozid und Blutbad zu schwafeln ist nichts weiter als Propaganda.
....ein Blutbad vermeiden. Der Unterscheid zwischen einem Einmarsch und keinem Einmarsch ist nicht der zwischen Blutbad und kein Blutbad. Damit kann man sein Handeln nicht begründen. Unterschiede sind eher darin, dass anderer Leute Blut im einen und anderen Fall fliest und darin, dass andere Autokraten sehen, was geschieht. Wenn man Gaddafi entfernt ist das eine andere Lehre, als lässt man ihn gewähren.
Da übertreiben Sie aber - genau so wie es in den meisten Zeitungen vorgekaut wird.
Da ist stets zu lesen, dass Gadaffi sein Volk abschlachten würde, dass seine Soldaten mit rücksichtsloser Brutalität vorgingen, dass ein Genozid drohen würde usw.
Liest man aber das Kleingedruckte, dann ergibt sich ein anderes Bild.
http://www.spiegel.de/pol...
Zitat:
"Gaddafis Truppen hätten Misrata angegriffen. Dabei seien mindestens vier Menschen getötet und zehn verletzt worden. Unter den Toten seien zwei Zivilisten..."
Beim Angriff der angeblich so brutalen Diktatorentruppen gab es also VIER Tote, darunter 2 Kämpfer und zwei Zivilisten.
Können Sie sich vorstellen, was in Misrata passiert wäre, wenn die Angreifer Amerikaner oder Israelis gewesen wären (siehe Falludscha, siehe Gaza). Wir hätten drei- bis vierstellige Opferzahlen gehabt, es wäre Phosphor und Napalm eingesetzt worden.
Man könnte den Libyschen Stammeskonflikt auch mit den Schlächtereien anderer afrikanischer Bürgerkriege (Liberia, Sierra Leone, Kongo, Somalia, Sudan usw.) vergleichen. Dort wurden die Toten in Zehntausenden gezählt und ganze Landstriche entvölkert.
So gesehen ist der Gewalteinsatz der Gadaffitruppen, gemessen an den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, eher moderat.
Hier von Genozid und Blutbad zu schwafeln ist nichts weiter als Propaganda.
"Selbstverständlich kann man ein Ziel anstreben, ohne bei seiner Verfolgung zum Äußersten entschlossen zu sein"
wie soll man den diese These verstehen????????
Durch eine Flugverbotszone und gezielte Luftschläge gegen Gadhafis Truppen den bewaffneten Zivilisten beiseite springen und hoffen, dass sie den Bodenkampf für sich entscheiden. Was dann natürlich auch für viele blutig und tödlich seien wird, aber eher akzeptabel ist, da dann überwiegend die Bösen sterben und die Guten siegen werden
und wenn nich,...... dann hat man wenigstens etwas getan
ist das so gemeint????
Warum sollen wir in diesem internen Händel eingreifen? Wir tun es ja auch nicht andernorts, z.B. in Somalia.
Warum schaffen es die Gutmenschen nie, etwas bis zum Ende zu denken?
....ein Blutbad vermeiden. Der Unterscheid zwischen einem Einmarsch und keinem Einmarsch ist nicht der zwischen Blutbad und kein Blutbad. Damit kann man sein Handeln nicht begründen. Unterschiede sind eher darin, dass anderer Leute Blut im einen und anderen Fall fliest und darin, dass andere Autokraten sehen, was geschieht. Wenn man Gaddafi entfernt ist das eine andere Lehre, als lässt man ihn gewähren.
wird immer bizarrer. Aufrufe zum Kriegseinsatz in Libyen, mit der Begründung, man müsse "die weniger grauen Katzen" unterstützen... Gleichzeitig wird behauptet, man wüsste genug über diese Leute, um einen Einsatz rechtfertigen zu können. Krieg ohne gesichertes Wissen, nur aus dem verkorksten Bauchgefühl heraus, es müsse hier eine "Revolution" vorliegen, und Revolutionen wären gut, also sind diese Leute gut, also haben wir das Recht, nein, sogar die Pflicht Bomben zu werfen auf Gadhafis Soldaten, die ja dann böse sind.[...]
Anm: Bitte äußern Sie eine sachliche Kritik. Danke. Die Redaktion/km
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