Schreibschrift Mit Schwung, aber lesbar!

Lange war eine schön gezirkelte Schreibschrift das Ideal in den Grundschulen. Heute halten sie immer mehr Lehrer für Unsinn.

Ein Sechsjähriger lernt schreiben

Ein Sechsjähriger lernt schreiben

Schreibschrift-a und Druckschrift-a, jeweils groß und klein geschrieben, erkennt man alle als a. Aber erst, wenn man lesen kann. Für Leseanfänger ist das, als sähen sie vier verschiedene Zeichen. Und das gilt für fast alle Buchstaben des Alphabets. »Zu viel, verwirrend und unsinnig«, heißt es von Lehrern und Wissenschaftlern – und so entschlacken immer mehr Schulen den Zeichenwald.

Auch an der Josef-Guggenmos-Volksschule im bayerischen Irsee lernen die 13 Erstklässler seit diesem Schuljahr ausschließlich die Druckbuchstaben kennen. Lehrerin Christina Römer sagt: »Ich bin begeistert von der Idee, den Kindern nur noch eine Schrift beizubringen und diese dann zu ihrer persönlichen Handschrift weiterzuentwickeln – ohne den Umweg über die Schreibschrift.«

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Die Allgäuer schließen sich damit dem Grundschulverband an, der fordert: »Schluss mit der zweiten normierten Schrift.« Der Schreibschrift.

Und das soll für alle in Deutschland gelehrten Schreibschriften gelten: für die Lateinische Ausgangsschrift mit den vielen Schnörkeln und Schleifen, genauso wie für die Vereinfachte Ausgangsschrift, die Anfang der siebziger Jahre in Westdeutschland entwickelt wurde, und ebenso für die Schulausgangsschrift, die vor allem in Ostdeutschland unterrichtet wird.

Die Schreibschrift, so das Argument, stamme aus einer Zeit, in der Lesen und Schreiben als zwei getrennte Inhalte gelehrt wurden: Lesen lernte man mit der Druckschrift, schreiben mit der Schreibschrift. Weil heute aber Lesen und Schreiben als eine Einheit gelten, beginnen Lesen und Schreiben mit Druckbuchstaben. Nun stellt der Grundschulverband die Frage: Wie sinnvoll sind zwei Schriften? Eine normierte Schreibschrift sei keine Voraussetzung für das Erlernen einer flüssigen, zusammenhängenden Handschrift. Die könne auch entwickeln, wer zunächst Druckbuchstaben schreibe – so wie sie täglich von Bildschirm und Display flimmern, auf den Plakaten prangen und Buchseiten zieren.

Ohne Schreibschrift gehe es nicht, sagen die Gegner – ebenfalls Lehrer und Wissenschaftler: Denn nur so entwickle sich eine flüssige Handschrift. Und schon ist man mittendrin in der komplizierten Diskussion um das kleine e, das kleine s, das kleine m. Jeder Buchstabe hat sein Für und Wider. Das e und das s sind von jeher in jede verbundene Schrift schwierig einzugliedern. Das m macht es leicht, zu schwingen und flüssig Buchstabe an Buchstabe zu reihen.

Um zu verstehen, wo die Probleme liegen, muss man sich anschauen, wie schreiben gelernt wird. Werner Kuhmann, Psychologe für Erziehungswissenschaften an der Uni Wuppertal, sagt: »Wer schreiben will, braucht Kenntnisse über die Sprache und muss das Sprachsymbolsystem kennen.« Anders gesagt, er muss wissen: Was bedeuten die einzelnen Laute, und wie schreibt man sie? Das Schreiben selbst sei dann lediglich ein motorischer Akt – und egal, welchen motorischen Akt im Leben man betrachte, Haarekämmen oder 100 Meter rennen, Ziel sei doch, diese Bewegung möglichst flüssig und möglichst ohne viel Aufwand hinzubekommen. Auch das Schreiben.

Leser-Kommentare
  1. 1. grafik

    wo kann man die grafik finden, aufwelche auf seite 2 verwiesen wird?

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    Das habe ich mich auch gefragt. Wenn mich nicht alles taeuscht, muesste es die hier sein:
    http://www.grundschulverb...

    Das habe ich mich auch gefragt. Wenn mich nicht alles taeuscht, muesste es die hier sein:
    http://www.grundschulverb...

  2. Einer der grundsätzlichen Probleme der heutigen Schule ist das dauernde Ausprobieren an den Schülern.

    Hintergrund dürfte sein, daß gewisse Lehrer nach Möglichkeiten suchen, ihre Tätigkeit zu erleichtern; was zu Lasten der Schüler geht.

    Aber vielleicht verstehen sie es auch nicht besser; was wiederum Fragen nach der Qualität eines Teils unserer Lehrerschaft aufkommen läßt.

    Und anschließend will man nicht in die Verantwortung genommen werden für das verheerende Ergebnis: Generation doof, die Zweite!

    Gratulation, liebe Lehrer!

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    "Einer der grundsätzlichen Probleme der heutigen Schule ist das dauernde Ausprobieren an den Schülern."

    ...das grundsätzliche Problem ist, das exekutieren didaktischer Regeln aus dem Mittelalter.

    "Einer der grundsätzlichen Probleme der heutigen Schule ist das dauernde Ausprobieren an den Schülern."

    ...das grundsätzliche Problem ist, das exekutieren didaktischer Regeln aus dem Mittelalter.

  3. Mit Beginn der Klasse fünf bin ich in meinen privaten Aufzeichnungen zur Druckschrift übergegangen - das ging nicht nur schneller, sondern sah auch wesentlich besser und lesbarer aus.

    Nur in den Klassenarbeiten im Fach Deutsch bis hin zum ABI habe ich die Schreibschrift verwendet - ansonsten nur die Druckschrift und vor allem dann, wenn ich mit Gliederungspunkten, Tabellen oder Stichpunkten gearbeitet habe.

    Die Druckschrift passt auch besser in das Gesamtbild bei mathematisch - wissenschatlichen Arbeiten; gerade in einer Zeit, wo es damals noch keine Computer gab und im Osten die Schreibmaschinen auch Mangelware waren!

    Hier zahlte sich die Druckschrift für mich aus.

    Wer Probleme mit der Feinmotorik hat, der ist mit der Druckschrift besser beraten als mit der schnörkeligen Schreibschrift!

    Eine Leser-Empfehlung
    • cygne
    • 28.03.2011 um 18:46 Uhr

    Ich denke auch dass es heutzutage wichtiger ist, eine Handschrift zu haben die einfach nur auf gut leserlichen Druckbuchstaben beruht, als eine schöne Schreibschrift - insofern finde ich die Idee, diese Schrift für Kinder zur Hauptschrift zu machen, gar nicht so schlecht.

    Aber ich glaube, dass es schon auch einige Vorteile für die Feinmotorik hat, wenn man in der Grundschule irgendeine (oder mehrere) Schreibschriften lernt. Ich glaube, dass das die Geschicklichkeit mit den Händen sehr fördert, ähnlich wie ein Musikinstrument etc. Und man kann die Schreibschrift ja auch später noch für zahlreiche Anlässe verwenden, beispielsweise um wirklich individuelle (Einladungs-)karten etc. zu schreiben. Ich schreibe heute bspw. Notizen oder alltägliche Dinge auch mit Druckschrift, aber wenn es schön aussehen soll und etwas persönlicher sein soll, greife ich immer noch gerne auf die ansehnliche Schreibschrift zurück, die ich in der Grundschule gelernt habe.

    Man könnte doch also in der Grundschule beispielsweise mit den Druckbuchstaben anfangen und von den Kindern diese Schrift auch in Aufsätzen fordern, damit sie sich zur gut lesbaren Hauptschrift entwickelt, aber gleichzeitig im Kunstunterricht eine oder zwei Schreibschriftarten beibringen (ab der 2. oder 3. Klasse), später vlt auch etwas Kalligrafie.

    Das würde aus meiner Sicht die an sich richtige Grundidee verwirklichen, aber dennoch einige Vorteile die das Beibringen der Schreibschrift vlt hat beibehalten.

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    Ich denke, es ist eine gute Idee nur Druckschrift zu unterrichten und vielleicht später im Nachmittagsunterricht Schreibschrift. Also ich hab weder in Druck- noch in Schreibschrift eine schöne Handschrift, obwohl ich eine Frau bin ;) Ich weiß noch, dass es sogar eine Vorschrift gab, wie man den Füller halten sollte. Ich habe von dieser Haltung aber immer Schmerzen bekommen und halte Stifte seit dem anders als andere und werd oft gefragt "Wie hälst du denn den Stift?" Na ja- schreiben kann ich trotzdem- egal wie ich den Stift halte und egal, ob in Druck- oder Schreibschrift.

    Ich denke, es ist eine gute Idee nur Druckschrift zu unterrichten und vielleicht später im Nachmittagsunterricht Schreibschrift. Also ich hab weder in Druck- noch in Schreibschrift eine schöne Handschrift, obwohl ich eine Frau bin ;) Ich weiß noch, dass es sogar eine Vorschrift gab, wie man den Füller halten sollte. Ich habe von dieser Haltung aber immer Schmerzen bekommen und halte Stifte seit dem anders als andere und werd oft gefragt "Wie hälst du denn den Stift?" Na ja- schreiben kann ich trotzdem- egal wie ich den Stift halte und egal, ob in Druck- oder Schreibschrift.

  4. Es werden sich sicher ein Paar beamtete Esel finden , die daür sind, den armen Kindern das Schreiben ganz zu ersparen.
    Im Zeitalter des Computers ein überflüssiges Relikt aus der erzieherischen Steinzeit.
    Mit solchem pädagogischen Unsinn sollten sie sich wirklich nicht befassen und wertvolle Seiten opfern.-

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    ...kann man argumentieren, das wäre besser als zu polemisieren.

    Ich selbst benötige Handschrift im Wesentlichen nur noch für den Einkaufszettel und kleinere Notizen. In dem Bereich möchte ich jedoch nicht darauf verzichten. Ich schätze vielen geht es ähnlich. Außerdem wäre ich froh, flüssig Druckschrift schreiben zu können, denn meine Schreibschrift sieht irgendwie immer noch so peinlich schulmässig aus und ist ziemlich unleserlich.

    Mit gleicher Logik kann man fordern, Kindern nicht mehr rechnen beizubringen, schließlich gibt es Taschenrechner.
    Dass aber frühe Handschriftlichkeit ebenso wie Rechnen eine Basisfähigkeit ist, die für andere Fähigkeiten schult, wird einfach vergessen.
    Wenn man schon das Erlernen auf eine Schrift reduzieren möchte, sollte man es die Schreibschrift wählen. Und das darf dann gerne die Schulausgangsschrift sein, nicht die Lateinische mit ihren Vor- und Rückkreiseln.
    Kinder, die erste Wörter mit einer flüssigen, zusammengesetzten Schrift schreiben lernen, fließt die Rechtschreibung auch Jahre später viel besser aus der Hand.
    Und Druckschrift liest man, wieso sollte man sie schreiben?

    ...kann man argumentieren, das wäre besser als zu polemisieren.

    Ich selbst benötige Handschrift im Wesentlichen nur noch für den Einkaufszettel und kleinere Notizen. In dem Bereich möchte ich jedoch nicht darauf verzichten. Ich schätze vielen geht es ähnlich. Außerdem wäre ich froh, flüssig Druckschrift schreiben zu können, denn meine Schreibschrift sieht irgendwie immer noch so peinlich schulmässig aus und ist ziemlich unleserlich.

    Mit gleicher Logik kann man fordern, Kindern nicht mehr rechnen beizubringen, schließlich gibt es Taschenrechner.
    Dass aber frühe Handschriftlichkeit ebenso wie Rechnen eine Basisfähigkeit ist, die für andere Fähigkeiten schult, wird einfach vergessen.
    Wenn man schon das Erlernen auf eine Schrift reduzieren möchte, sollte man es die Schreibschrift wählen. Und das darf dann gerne die Schulausgangsschrift sein, nicht die Lateinische mit ihren Vor- und Rückkreiseln.
    Kinder, die erste Wörter mit einer flüssigen, zusammengesetzten Schrift schreiben lernen, fließt die Rechtschreibung auch Jahre später viel besser aus der Hand.
    Und Druckschrift liest man, wieso sollte man sie schreiben?

    • mark13
    • 28.03.2011 um 19:03 Uhr

    Schreibschrift ist nicht flüssig, wenn, dann höchstens in dem Sinne, daß man mit dem Füller einige Stellen doppelt näßt, weil man stoppen(!) muß und dann den gleichen Weg wieder zurückgeht. Irgendwann habe ich nur noch in Druckschrift geschrieben, das ging schneller.

    Allerdings fände ich es auch nicht schlecht, die Kindern stattdessen z.B. japanische, chinesische und arabische Schriftzeichen lernen zu lassen. Das stellt noch einmal ganz andere Anforderungen an die Motorik und den Geist. Besonders wenn man es mit dem Pinsel macht.

  5. Ich bin 1982 eingschult worden. Meine Klassenlehrerin war die einzige in der ganzen Schule, die darauf bestanden hat, uns das Schreiben und Lesen zuerst mit Schreibschrift beizubringen und danach erst mit der Drukschrift anzufangen. Als wir dann in der fuenften Klasse in neue Klassen aufgeteilt wurden, stellte unsere Lehrerin fest, dass alle Kinder, die aus meiner Klasse kamen durchweg ein schoeneres, fluessigeres und besser lesbares Schriftbild hatten, als die Kinder, die zuerst Druckschrift gelernt hatten. Vielleicht ist es mehr Aufwand und Arbeit, Schreibschrift zu lehren, aber ich glaube der Aufwand lohnt sich.

    14 Leser-Empfehlungen
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    "stellte unsere Lehrerin fest, dass alle Kinder, die aus meiner Klasse kamen durchweg ein schoeneres, fluessigeres und besser lesbares Schriftbild hatten"

    Was das dieselbe, die euch so unkonventionell gelehrt hatte (Selbstbeweihräucherung)?

    Das lesen in Schreibschrift zu lernen finde ich generell kontraproduktiv, da man damit nichts anfangen kann, wenn alle Welt nur Druckbuchstaben benutzt.

    Ich war ganz wild darauf endlich all die Schilder entziffern zu können und Bücher zu lesen. Schrift ist doch letztlich nur ein Hilfsmittel um an Informationen zu gelangen.

    Wer ästhetisches schreiben mag, kann das ja gerne in einer Vertiefung lernen, ich fand all die Schönschreibeübungen äußerst lästig und wurde auch nie richtig gut darin. Im Ggt. sie haben mir die Zensuren und den Spaß in den ersten Schuljahren gründlich vergällt.

    "stellte unsere Lehrerin fest, dass alle Kinder, die aus meiner Klasse kamen durchweg ein schoeneres, fluessigeres und besser lesbares Schriftbild hatten"

    Was das dieselbe, die euch so unkonventionell gelehrt hatte (Selbstbeweihräucherung)?

    Das lesen in Schreibschrift zu lernen finde ich generell kontraproduktiv, da man damit nichts anfangen kann, wenn alle Welt nur Druckbuchstaben benutzt.

    Ich war ganz wild darauf endlich all die Schilder entziffern zu können und Bücher zu lesen. Schrift ist doch letztlich nur ein Hilfsmittel um an Informationen zu gelangen.

    Wer ästhetisches schreiben mag, kann das ja gerne in einer Vertiefung lernen, ich fand all die Schönschreibeübungen äußerst lästig und wurde auch nie richtig gut darin. Im Ggt. sie haben mir die Zensuren und den Spaß in den ersten Schuljahren gründlich vergällt.

  6. Ich finde, es ist Kindesverdummung. Resultat daraus, dass Kinder Schwierigkeiten mit etwas haben, was jahrhundertelang selbstverständlich war (eben das Lernen zweier Schriften), kann doch nicht sein, unsere tägliche Kultur ärmer zu machen, indem man es einfacher macht, sondern man muss es ihnen beibringen. Kinder brauchen Herausforderung. Natürlich ist es zeitaufwändig, zwei Schriften zu lernen. Natürlich ist es schwierig. Aber sollen wir den Kindern jetzt alles ersparen, was schweirig ist, und ihnen damit die Möglichkeit rauben, ihr Potential zu entwickeln und Feinmotorik zu erlernen. Manche mögen später die eine, andere die andere schrift lieber. Ein Grund mehr, am Anfang beide zu lernen. Den Kindern von vorn herein Wissen und Fähigkeiten vorzuenthalten und sie so künstlich zu verdummen, halte ich aber für den falschen Weg.

    19 Leser-Empfehlungen
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    ...nicht. Nur weil man es immer gemacht hat, muss man es nicht in Zukunft auch immer tun. Die Lehrpläne wurden allenthalben abgespeckt, zu recht. Niemand braucht heute noch einen Rechenschieber oder die altdeutsche Schrift. Was hat das mit Verdummung zu tun? NICHTS! Das Wissen und Verhalten ändert sich und die Bildung muss sich dem anpassen um nicht überflüssig zu werden.

    Ich bin stattdessen dafür, sinnvolle Sachen beizubringen. An den heutigen Bedürfnissen gemessen, ist dies das flüssige Schreiben auf verschiedensten Tastaturen. Bisher imho vernachlässigt und bitte, das ist auch eine Herausforderung und zwar eine sinnvolle. Nichts demotiviert Kinder mehr, als das erlernen vollkommen nutzlosen Wissens... zumindest war das bei mir immer so.

    • Varech
    • 28.03.2011 um 22:27 Uhr

    Ich stimme Ihnen Ihnen ganz und gar zu. Nur, der "falsche Weg" ist die neueste Reform-Schnapsidee sicher nicht, wenn das Ziel Verdummung ist.

    Verschiedene Schriften zu lernen, ist für Kinder eine Kleinigkeit. Oder war es das? Bevor ihnen die Welt mit Bildschirmen verstellt wurde? Bevor alle Neugier abgetötet war?

    Druckschrift zu entziffern, lernen (oder lernten?) viele Kinder schon vor der Einschulung, Schreibschrift war kein Problem, die "Klaue" der Erwachsenen war eine Herausforderung (inklusive Omas Sütterlinschrift). Ich selber habe dann bald kyrillisch gelernt. Es war lustig, dass die Grossen das nicht lesen konnten. Und man stelle sich vor: Bevor die Schulen reformiert geworden sind, war sogar Griechisch kein Problem.

    Ich hatte gedacht (naiv, nicht?), dass die Rechtschreibreform allen eine Lehre gewesen sein sollte.
    Und jetzt geht es schon wieder los. Reformieren scheint deutlich einfacher zu sein als den Kindern das Lesen und das Schreiben beizubringen.

    Kann Ihnen nur zustimmen. Hier kriecht Faulheit und Phantasielosigkeit des Schulsystems vor sich selber zu Kreuze. Von flüssiger Schreibschrift und nüchterner Blockschrift zu einer persönlichen Handschrift zu gelangen, dürfte kein wirkliches Problem darstellen. Schreiben und Zeichnen parallel erlernt, und schon hat es das Kind weitere Mittel, seine Umwelt zu begreifen und erfassen und sich in ihr zu bewegen.

    ...nicht. Nur weil man es immer gemacht hat, muss man es nicht in Zukunft auch immer tun. Die Lehrpläne wurden allenthalben abgespeckt, zu recht. Niemand braucht heute noch einen Rechenschieber oder die altdeutsche Schrift. Was hat das mit Verdummung zu tun? NICHTS! Das Wissen und Verhalten ändert sich und die Bildung muss sich dem anpassen um nicht überflüssig zu werden.

    Ich bin stattdessen dafür, sinnvolle Sachen beizubringen. An den heutigen Bedürfnissen gemessen, ist dies das flüssige Schreiben auf verschiedensten Tastaturen. Bisher imho vernachlässigt und bitte, das ist auch eine Herausforderung und zwar eine sinnvolle. Nichts demotiviert Kinder mehr, als das erlernen vollkommen nutzlosen Wissens... zumindest war das bei mir immer so.

    • Varech
    • 28.03.2011 um 22:27 Uhr

    Ich stimme Ihnen Ihnen ganz und gar zu. Nur, der "falsche Weg" ist die neueste Reform-Schnapsidee sicher nicht, wenn das Ziel Verdummung ist.

    Verschiedene Schriften zu lernen, ist für Kinder eine Kleinigkeit. Oder war es das? Bevor ihnen die Welt mit Bildschirmen verstellt wurde? Bevor alle Neugier abgetötet war?

    Druckschrift zu entziffern, lernen (oder lernten?) viele Kinder schon vor der Einschulung, Schreibschrift war kein Problem, die "Klaue" der Erwachsenen war eine Herausforderung (inklusive Omas Sütterlinschrift). Ich selber habe dann bald kyrillisch gelernt. Es war lustig, dass die Grossen das nicht lesen konnten. Und man stelle sich vor: Bevor die Schulen reformiert geworden sind, war sogar Griechisch kein Problem.

    Ich hatte gedacht (naiv, nicht?), dass die Rechtschreibreform allen eine Lehre gewesen sein sollte.
    Und jetzt geht es schon wieder los. Reformieren scheint deutlich einfacher zu sein als den Kindern das Lesen und das Schreiben beizubringen.

    Kann Ihnen nur zustimmen. Hier kriecht Faulheit und Phantasielosigkeit des Schulsystems vor sich selber zu Kreuze. Von flüssiger Schreibschrift und nüchterner Blockschrift zu einer persönlichen Handschrift zu gelangen, dürfte kein wirkliches Problem darstellen. Schreiben und Zeichnen parallel erlernt, und schon hat es das Kind weitere Mittel, seine Umwelt zu begreifen und erfassen und sich in ihr zu bewegen.

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