Deutschlandkarte Wie Öko ist unser Strom?
Obwohl Ökostrom einfach zu haben ist, beziehen ihn nur wenige Haushalte. Die Deutschlandkarte zeigt, wo er am weitesten verbreitet ist - vor den Ereignissen in Japan.
Viel spricht dafür, dass diese Karte schon bald etwas anders aussehen wird – grüner. Denn dieser Tage melden die Ökostromfirmen täglich Hunderte neuer Kunden.
Unsere Karte (bitte hier klicken, um sie zu vergrößern) zeigt den Stand der Dinge vor der Havarie in Japan. All jene, die schon immer gegen Atomkraft waren, sollten sie sich einmal genau anschauen. Im Saarland ist noch nicht mal jeder fünfzigste Haushalt mit Ökostrom versorgt – Grün gewählt haben dort dreimal mehr.
Irgendetwas hat die Deutschen daran gehindert, zum Ökostrom zu wechseln. Vielleicht war es das mulmige Gefühl, Ökostrom würde den Backofen nicht heiß genug werden lassen für eine Tiefkühlpizza, vielleicht einfach nur der Papierkram. Man geht ja auch nicht gern zur Kariesprophylaxe.
In den Großstädten, im linksliberalen Milieu, war der soziale Druck wohl ein bisschen größer. In Berlin und Hamburg hat der Marktführer, Lichtblick, besonders viel Reklame gemacht. Wenn man dauernd an den Zahnarzt erinnert wird, geht man eben doch mal hin. Oder wenn plötzlich eine Plombe havariert.
- Datum 23.03.2011 - 10:42 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle ZEITmagazin, 24.3.2011 Nr. 13
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Ökostrom ist eine Mogelpackung. Wer den Markt kennt weiß das. Die echte Förderung regenerativer Energien ist minimal, egal welcher Anbieter oder welches Siegel. Liegt es an den Anzeigenkunden, dass das hier nicht deutlich gesagt wird?
Der Verbraucher zahlt 1-2 Cent pro KWh mehr. Was passiert mit dem Geld? Im besten Fall investiert dies der Anbieter in den Bau neuer umweltfreundlicher Kraftwerke. Die werfen dank Erneuerbarer Energien Gesetz gute Gewinne ab. Sollte man dafür den Investor sein Geld schenken? In der Regel ist es einfach nur zusätzlicher Gewinn! Wenn 17% unseres Stroms regenerativ erzeugt wird und 7% als Ökostrom verkauft wird, bleibt da noch viel Luft nach oben, bevor wirklich zusätzlicher Ökostrom für die gutgläubigen Ökostrom Kunden erzeugt werden muss. Und dann bleibt da noch das Ausland. Selbst Greenpeace Energy bezieht 100% aus Österreich.
Wer wirklich Geld über hat und erneuerbare Energien fördern will, sollte Anteile an Ökokraftwerken kaufen. Da fließt wirklich alles in den ökologischen Umbau unserer Stromversorgung und einen Gewinn gibt es auch noch.
Also:
Die Mogelpackung Ökostrom wieder abmelden und das gesparte Geld direkt investieren. Das ist gut für den die Umwelt und Geldbeutel!
Ein interessanter Vorschlag: Lieber nicht den Betreiber wechseln, sondern gleich Anteile an einem Ökokraftwerk kaufen. Das wäre so, als würde man Eier aus Käfighaltung kaufen, um das gesparte Geld in einen Bio-Bauernhof zu investieren. Eine Milchmädchenrechnung, wenn Du mich fragst! Du magst recht haben, nicht jeder Cent aus Deiner Ökostromrechnung wird in neue Kraftwerke erneuerbarer Energien investiert. Allerdings wird auch kein einziger Cent in den Betrieb von alten Kernkraftwerken oder den Neubau von Kohlekraftwerken gesteckt, wie das bei konventionellen Energieversorgern der Fall ist.
Was ist falsch an Ökostrom aus Österreich?
Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass Strom nur da erzeugt werden kann, wo Energie vorhanden ist. Also Wind weht am strärkstens an der Küste und im Flachland, Sonne scheint am häufigsten im Süden und Wasser staut in den Bergen. Für mich spielt es keine Rolle, ob der Strom, der in den Wasserkraftwerken der Alpen gewonnen wird, auf deutscher oder österreichischer Seite produziert wird.
Ökostrom ist keine Mogelpackung, denn man erhält Strom aus 100% erneuerbaren Energien. Der Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter ist die einzige Möglichkeit für den Verbraucher, die Atomenergie selbst abzuschaffen ohne auf den nächsten Regierungswechsel warten zu müssen.
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