Atomenenergieagentur Atomare Missionare

Seit 1957 propagiert die IAEA den Nutzen der Kernenergie. Ein Gespräch über die Geschichte einer unbeirrbaren Organisation mit dem Politikwissenschaftler Lutz Mez.

Yukio Amano, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) auf einer Pressekonferenz in Wien, dem Sitz der Organisation

Yukio Amano, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) auf einer Pressekonferenz in Wien, dem Sitz der Organisation

DIE ZEIT: Herr Mez, die IAEA, die Internationale Atomenergie-Organisation in Wien mit ihren 2300 Mitarbeitern wird gern eine Behörde genannt. Ist sie das?

Lutz Mez: Nein. Viele Leute halten die IAEA für die oberste Atomaufsicht, für so eine Art Verfassungsgericht in Atomfragen. Das ist natürlich falsch. Die IAEA nennt sich zwar International Atomic Energy Agency, sie ist aber eine autonome wissenschaftlich-technische Organisation. Sie ist auch keine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, sondern hat mit diesen lediglich ein Abkommen, nach dem sie die UN beraten soll. Das englische »Agency« muss hier ganz wörtlich mit »Agentur« übersetzt werden.

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ZEIT: Was war die Idee hinter der Gründung 1957? Auf wessen Idee geht sie zurück?

Lutz Mez
Lutz Mez

Lutz Mez ist Mitbegründer des Forschungszentrums für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin.

Mez: Es war die Zeit der großen Atombegeisterung. Nachdem man 1945 die militärische Seite der Kernenergie und ihre Schrecken kennengelernt hatte, wollte man jetzt ihre friedliche Nutzung forcieren: zur Stromgewinnung, in der Medizin und in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in der Landwirtschaft – denken Sie an das Bestrahlen von Lebensmitteln zur Konservierung. Das alles zu fördern war und ist die Aufgabe der IAEA. Ursprünglich sollte sie die weltweiten Vorräte an Uran und anderem spaltbaren Material verwalten. Die Idee wird dem amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower und seiner »Atoms for Peace«-Rede von 1953 sowie der 1. Genfer Atomkonferenz von 1955 zugeschrieben. Eisenhower plante, die Agentur den UN zu unterstellen.

ZEIT: War die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags die Voraussetzung für die Mitgliedschaft?

Mez: Nein, den Atomwaffensperrvertrag gab es ja damals noch gar nicht. Er wurde erst 1968 von den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnet und trat zwei Jahre später in Kraft. Die IAEA bekam dann den Auftrag, die Einhaltung zu kontrollieren. Die Inspektionen am Ort müssen aber angemeldet werden und finden nur in Atomanlagen statt, welche die Vertragsstaaten dazu angeboten haben. Daher kann die IAEA Vertragsverstöße kaum aufdecken.

Szenarien für Fukushima
Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?

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ZEIT: Wie hat die Organisation in der Vergangenheit die Atomenergie gefördert?

Mez: Mit Geld, Know-how, politischer Beratung. Atomstrom galt ja mal als Lösung aller Menschheitsfragen. Atomic energy, too cheap to meter – »Atomstrom, zu billig, um den Verbrauch zu messen«, so lautete die Parole. Und alle Welt glaubte das. Kritische Stimmen gab es in den fünfziger und sechziger Jahren nur sehr vereinzelt.

ZEIT: Woher kam und kommt das Geld?

Mez: Die IAEA hat heute über 150 Mitglieder, Mitgliedsstaaten, und diese zahlen Beiträge. Im Jahr 2009 verfügte sie über ein reguläres Budget von etwa 294 Millionen Dollar. Zusätzlich werden freiwillige Beiträge in zweistelliger Millionenhöhe gezahlt – 2008 waren es 80 Millionen. Das macht in summa fast 400 Millionen Dollar im Jahr, die bereitstehen, um weltweit die Atomenergie zu protegieren.

ZEIT: Hat die IAEA unter dem Eindruck der Unglücksfälle von Harrisburg 1979 und Tschernobyl 1986 ihre Politik modifiziert?

Mez: Wer überzeugt davon ist, dass die Atomtechnik ein Segen ist und ihre Risiken zu beherrschen sind, der ändert seine Haltung wohl kaum. Das Hauptziel der IAEA lautet nach wie vor, den Beitrag der Atomenergie zu »Frieden, Gesundheit und Wohlstand« zu befördern und zu vergrößern, nicht zuletzt in der sogenannten Dritten Welt.

ZEIT: Es heißt, die IAEA habe den Reaktortyp von Tschernobyl auch nach 1986 noch propagiert...

Mez: Na ja, Sie dürfen nicht vergessen: Bis zur Katastrophe in Tschernobyl galt der Druckröhrenreaktor bei den Ingenieuren in Ost und West als ausgesprochen robust und sicher und wurde nicht nur von der IAEA entsprechend eingestuft. Noch heute kann man eine sehr positive Expertise zum Tschernobyl-Reaktor aus dem Jahr 1980 auf der IAEA-Website finden. Aber das ist wohl mehr eine historische Reminiszenz. Ich glaube nicht, dass die IAEA diesen Meilertyp noch immer propagiert.

ZEIT: Hat die Organisation überhaupt schon einmal eingegriffen, weil ihr ein AKW zu gefährlich erschien?

Mez: Seit dem Jahr 1982 gibt es die Osart-Missionen. Das Kürzel steht für Operational Safety Assessment Review Team. Wien entsendet diese Kontrollteams zur Bewertung der Betriebssicherheit. Die Berichte fallen manchmal relativ kritisch aus, und bei Nachkontrollen wird überprüft, ob die Vorschläge und Empfehlungen umgesetzt worden sind. Aber vor ein paar Jahren erzielte ausgerechnet das jetzt gerade stillgelegte AKW in Neckarwestheim das beste Ergebnis in der Geschichte der Osart-Missionen: Das Sicherheitsniveau von Neckarwestheim überbiete selbst die Standards, die von der IAEA für neue Anlagen gefordert werden. Was soll man da sagen?

ZEIT: Nicht nur die Sicherheitskriterien der IAEA sind umstritten, auch ihre Empfehlungen zur Atommüllentsorgung.

Mez: Von Anfang an hat sich die IAEA darum gekümmert. Viele der Vorschläge klingen heute bizarr, wie Atommüll im Meer zu verklappen beziehungsweise zu versenken.

Grafik: Radioaktivität
Was im Atomreaktor passiert, warum Strahlung für uns gefährlich ist – und wie man sich im Ernstfall schützen kann

Was im Atomreaktor passiert, warum Strahlung für uns gefährlich ist – und wie man sich im Ernstfall schützen kann

ZEIT: Dieser Leichtsinn gehörte damals zur großen Utopie.

Mez: In der Tat, das war in den sechziger, siebziger Jahren Praxis. Heute sind die Vorstellungen strenger. So wurde im September 1997 unter IAEA-Schirmherrschaft ein »Gemeinsames Übereinkommen über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter Brennelemente und über die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle« geschlossen. Das liest sich gut – da es aber keine Sanktionen gibt, wenn die Standards nicht eingehalten werden, bietet dieses Übereinkommen null Garantie für ein einheitliches Vorgehen der Staaten. Und was die Sicherheitskriterien in den Werken selbst anbetrifft, so erinnere ich daran, dass die Wiener Organisation im Jahr zuvor ihre Basic Safety Standards zur Strahlensicherheit beschloss. Das sollten internationale Standards werden, mit weltweiter Geltung. Dabei setzte die IAEA wie selbstverständlich voraus, dass alle Staaten über entsprechende Kontrolleinrichtungen verfügen, also zum Beispiel über nationale Aufsichtsbehörden.

ZEIT: Auch die Entwicklungsländer?

Mez: In der Tat. Absurd. Sie musste das dann selbst feststellen, als ihre Radiation Protection Advisory Teams die Länder besuchten. Über 110 der Mitgliedsstaaten haben gar keine Institutionen, gar keine Infrastruktur, um Sicherheitsstandards durchzusetzen und zu kontrollieren.

ZEIT: Immer wieder gab die IAEA Prognosen zum Ausbau der Kernenergie ab. Lag sie richtig?

Mez: Nein. Diese »Prognosen« waren Schätzungen, die immer viel zu hoch griffen. So verkündete 1962 der damalige Generalsekretär der IAEA, Sigvard Arne Eklund, bis 1980 würde die Hälfte des Zuwachses der Stromerzeugung aus Kernenergie stammen. Atomkraftwerke stehen heute aber bloß in 30 Ländern, und drei Viertel des Atomstroms werden in nur sechs Ländern erzeugt. In den letzten 20 Jahren betrug der Anteil der Atommeiler an der neu installierten Kraftwerksleistung bestenfalls 2 Prozent. Der Atomstromanteil an der weltweiten Stromerzeugung liegt bei 13,5 Prozent, mit fallender Tendenz. Eine weitere Schätzung der IAEA – aus dem Jahr 2004 – besagt, der Anteil der Atomenergie an der globalen Stromversorgung liege 2030 bei 27 Prozent, 2050 gar bei über 50 Prozent. Das ist völlig unrealistisch und übersieht all die Probleme, mit denen die Atomwirtschaft seit Jahren zu kämpfen hat – zeigt aber sehr schön die utopistische Mentalität der IAEA.

ZEIT: Seit 40 Jahren überwacht die Agentur die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags. Dafür erhielt sie 2005 den Friedensnobelpreis. Die Verleihung löste heftige Proteste aus. Warum?

Mez: Die IAEA soll die Atomwaffen kontrollieren – und propagiert gleichzeitig die Atomenergie. Kernkraft bleibt aber eine janusköpfige Technik, weil die militärische und die zivile Nutzung nicht voneinander zu trennen sind. Es haben immer mehr Staaten als nur die fünf offiziellen Nuklearmächte Zugang zu Atomwaffen und Kernsprengstoffen, und die Gefahr der sogenannten Proliferation – also der Verbreitung von Wissen, Know-how und waffenfähigem Material – wird immer größer, je mehr Staaten es gibt, die Atomkraftwerke bauen. Die Problematik zeigt sich jetzt in Iran. Hier hat die IAEA für einen Stopp des Atomprogramms plädiert.

ZEIT: Hat die IAEA nach Fukushima noch eine Perspektive?

Mez: Solange es Atomkraftwerke und solange es Atomwaffen gibt, wird es auch die IAEA geben. In ihrer Online-Datenbank Pris sind die Reaktoren von Fukushima übrigens noch als voll funktionsfähig gelistet. Die IAEA ist eben ein echter Zukunftsverein. Da dauert es immer ein bisschen, bis man von der Gegenwart eingeholt wird.

Die Fragen stellte Benedikt Erenz.

 
Leser-Kommentare
  1. Und die Atmolobby auch. Über gewisse Dinge zu diskutieren macht einfach keinen Sinn.

  2. Und um's moeglich zu machen gibt's vom Staat die unglaublichsten Profite fuer die Betreiber, die mitmachen.

    Forschung wird bezahlt, unzerstoerbarer ewiger Abfall wird dankend in Empfang genommen, unentgeltlich, Sicherheitskosten werden uebernommen und die Bevoelkerung so lange weichgekocht, bis sie tatsaechlich glaubt, diese Bombentechnik sei die neue Art Tee zu kochen!

    Die Zeiten aendern sich, die Menschen gehen aus ihrer selbst verschuldeten (und staatlich gewollten) Unmuendigkeit heraus, decken die Luegen und Gefahren auf und sind nicht mehr bereit die Folgen zu tragen und ihren Kindeskindern zuzumuten.

    Die Zeit der alten Maenner und alten Hasstechnologien sind vorbei.

    11 Leser-Empfehlungen
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    ... ist noch lange nciht vorbei. nur weil man vielleicht ein paar akws abschaltet, heisst das noch lange nicht, dass man nachhaltig zu wirtschaften/leben anfängt. allein die hysterie der bevölkerung (ob gerechtfertig oder nicht) bringt das hervor - NICHT die möglichkeit, dass grosse teile japans vielleicht unbewohnbar werden.

    ... ist noch lange nciht vorbei. nur weil man vielleicht ein paar akws abschaltet, heisst das noch lange nicht, dass man nachhaltig zu wirtschaften/leben anfängt. allein die hysterie der bevölkerung (ob gerechtfertig oder nicht) bringt das hervor - NICHT die möglichkeit, dass grosse teile japans vielleicht unbewohnbar werden.

  3. die Information. Ist ja wirklich interessant, was man so alles erfährt. Wir haben hier also eine Organisation, die sich FÜR die Nutzung der Kernkraft einsetzt, ihre eigenen uralten Aussagen nicht überprüft und offensichtlich nach 14 ! Tagen noch nicht einmal ihre Datenbank aktualisiert hat.
    Zu fordern ist doch, daß tatsächlich mal eine unabhängige Organisation geschaffen wird, die sich mit der Kernkraft auseinandersetzt; besetzt sowohl mit Befürwortern als auch Gegnern. Dann sähen vermutlich auch die Informationen, die man sich im Moment aus dem Internet zusammensuchen muß, anders aus. Zudem muß diese Organisation die Möglichkeit haben, eine tatsächliche Kontrolle auszuüben und nicht auf die freiwillige ! Zusammenarbeit der verschiedenen Staaten angewiesen zu sein. Es ist ja klar, daß Länder, die an der Nutzung der Kernenergie interessiert sind, bzw. auch Konzerne mit dem gleichen Interesse, wohl kaum zugeben, wie unsicher und gefahrenbehaftet ihre AKWs sind, entweder weil sie es nicht wollen oder nicht können (die Entwicklungsländer, wie o.a.).
    Hat nicht schon die Geschichte gezeigt, wie oft und aus welchen simplen Ursachen technische Unfälle passiert sind? Ich weise auf den Bericht zur Challengerkatastrophe hin, der passenderweise direkt hier unten steht.

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    Stellen sie sich vor sie haben eine unabhängige Kommission.
    Was braucht die dann diese unabhängige Kommission?
    Genau, Geld!
    Wer wird ihr dieses Geld geben?
    Genau, die Atomlobby!
    Wie unabhängig ist diese Kommission dann?
    gar nicht!

    Das ist das Problem, abschalten ist die einzige und richtige Lösung.

    Stellen sie sich vor sie haben eine unabhängige Kommission.
    Was braucht die dann diese unabhängige Kommission?
    Genau, Geld!
    Wer wird ihr dieses Geld geben?
    Genau, die Atomlobby!
    Wie unabhängig ist diese Kommission dann?
    gar nicht!

    Das ist das Problem, abschalten ist die einzige und richtige Lösung.

  4. Ich schlage vor, dass man sämtliche ewiggestrigen und lernresistenten Befürworter nach Japan karrt, damit sich auch noch der Letzte ein Bild vom sog. Restrisiko machen kann.
    Wie kann man nur so borniert sein?

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    daß sie wissen, was sie tun; die Vorteile werden hochgerechnet und die Nachteile (das "Restrisiko") werden heruntergerechnet. Was tut man nicht alles für den Profit? Wenn ich mir die Zahlen anschaue, die der Spiegel ausgerechnet hat (Einkommensverluste bei den AKW-Betreibern allein während des dreimonatigen Moratoriums von 500 Millionen Euro) und dies dann auf die ursprünglich geplante Laufzeitverlängerung von 10 - 15 Jahren hochrechne, so geht das in die Milliarden. Dafür lohnt es sich schon, a: ein paar Millionen in die PR zu stecken, und b: das Risiko über Jahre hinweg schönzureden.
    Und nicht zu vergessen: die künftigen Gewinne durch Wind-, Wasser- und Sonnenenergie werden andere machen, da die AKW-Betreiber ja nie wirklich eine Umstellung auf alternative Energien angestrebt haben. Sie versuchen zwar, teilzuhaben, wissen aber vermutlich, daß ihre künftigen Profite deutlich niedriger ausfallen, wenn nicht sogar komplett am Boden dümpeln.

    daß sie wissen, was sie tun; die Vorteile werden hochgerechnet und die Nachteile (das "Restrisiko") werden heruntergerechnet. Was tut man nicht alles für den Profit? Wenn ich mir die Zahlen anschaue, die der Spiegel ausgerechnet hat (Einkommensverluste bei den AKW-Betreibern allein während des dreimonatigen Moratoriums von 500 Millionen Euro) und dies dann auf die ursprünglich geplante Laufzeitverlängerung von 10 - 15 Jahren hochrechne, so geht das in die Milliarden. Dafür lohnt es sich schon, a: ein paar Millionen in die PR zu stecken, und b: das Risiko über Jahre hinweg schönzureden.
    Und nicht zu vergessen: die künftigen Gewinne durch Wind-, Wasser- und Sonnenenergie werden andere machen, da die AKW-Betreiber ja nie wirklich eine Umstellung auf alternative Energien angestrebt haben. Sie versuchen zwar, teilzuhaben, wissen aber vermutlich, daß ihre künftigen Profite deutlich niedriger ausfallen, wenn nicht sogar komplett am Boden dümpeln.

  5. je nach dem was man darunter versteht. Selbstverständlich ist auch Tschernobyl letztlich beherrscht worden, indem man es unter einem Sarkophag begrub; auch ersteckte sich die nennenswerte radioaktive Kontamination ja nur auf Europa. Und auch Japan zeigt, dass mit Improvisation trotz allem offenkundigen, selbst für den technischen Laien einsehbaren Dilettantismus die Lage immer noch irgendwie begrenzt ist, also auch per definitionem irgendwie beherrschbar bleibt, gleich was noch geschehen wird.

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    Sie das beherrschbar nennen? Das sieht meiner Meinung nach anders aus. Zum einen zeigen die verzweifelten Versuche in Japan gerade, daß nur noch versucht werden kann, eine weitere Ausbreitung der Katastrophe zu verhindern (weitere Freisetzung von Strahlung, u.a. auch des Plutoniums in Reaktor 3), zum anderen kann man erkennen, daß wie so oft, die Verantwortlichen in relativer Sicherheit sitzen, während "Wegwerfarbeiter" die Lage vor Ort entschärfen (dürfen). Offensichtlich hat es Tepco nicht einmal fertiggebracht, alle Arbeiter dort mit Gummistiefeln zu versorgen bzw. darauf zu achten, daß diese auch getragen werden. Zum anderen wird darauf hingewiesen - seitens der japanischen Regierung - daß die Menschen im weiteren Umkreis von Fukushima (außerhalb der 20-km-Zone) nach Möglichkeit in eine andere Gegend gehen sollen. Und wie beherrschbar ist Ihrer Meinung nach die Radioaktivität?
    http://de.wikipedia.org/w...
    Allein durch das Cäsium wird es 30 Jahre dauern, bis auch nur die Hälfte der Radioaktivität abgeklungen ist. Nach Aussagen von Strahlenexperten sollten 10 Generationen vergehen, bis es wieder völlig unbedenklich ist, Nahrungsmittel aus diesem Gebiet zu sich zu nehmen. Wären 30x30=900 Jahre.
    Sollten noch andere radioaktive Stoffe ausgetreten sein, würde sich dieser Zeitraum entsprechend ihrer HWZ vervielfältigen.

    • BSiR
    • 25.03.2011 um 17:28 Uhr

    und das Maul offen ob dieses dämlichen Kommentars, begnüge ich mich auf diesen einen Satz.

    Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Sie das beherrschbar nennen? Das sieht meiner Meinung nach anders aus. Zum einen zeigen die verzweifelten Versuche in Japan gerade, daß nur noch versucht werden kann, eine weitere Ausbreitung der Katastrophe zu verhindern (weitere Freisetzung von Strahlung, u.a. auch des Plutoniums in Reaktor 3), zum anderen kann man erkennen, daß wie so oft, die Verantwortlichen in relativer Sicherheit sitzen, während "Wegwerfarbeiter" die Lage vor Ort entschärfen (dürfen). Offensichtlich hat es Tepco nicht einmal fertiggebracht, alle Arbeiter dort mit Gummistiefeln zu versorgen bzw. darauf zu achten, daß diese auch getragen werden. Zum anderen wird darauf hingewiesen - seitens der japanischen Regierung - daß die Menschen im weiteren Umkreis von Fukushima (außerhalb der 20-km-Zone) nach Möglichkeit in eine andere Gegend gehen sollen. Und wie beherrschbar ist Ihrer Meinung nach die Radioaktivität?
    http://de.wikipedia.org/w...
    Allein durch das Cäsium wird es 30 Jahre dauern, bis auch nur die Hälfte der Radioaktivität abgeklungen ist. Nach Aussagen von Strahlenexperten sollten 10 Generationen vergehen, bis es wieder völlig unbedenklich ist, Nahrungsmittel aus diesem Gebiet zu sich zu nehmen. Wären 30x30=900 Jahre.
    Sollten noch andere radioaktive Stoffe ausgetreten sein, würde sich dieser Zeitraum entsprechend ihrer HWZ vervielfältigen.

    • BSiR
    • 25.03.2011 um 17:28 Uhr

    und das Maul offen ob dieses dämlichen Kommentars, begnüge ich mich auf diesen einen Satz.

    Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

  6. daß sie wissen, was sie tun; die Vorteile werden hochgerechnet und die Nachteile (das "Restrisiko") werden heruntergerechnet. Was tut man nicht alles für den Profit? Wenn ich mir die Zahlen anschaue, die der Spiegel ausgerechnet hat (Einkommensverluste bei den AKW-Betreibern allein während des dreimonatigen Moratoriums von 500 Millionen Euro) und dies dann auf die ursprünglich geplante Laufzeitverlängerung von 10 - 15 Jahren hochrechne, so geht das in die Milliarden. Dafür lohnt es sich schon, a: ein paar Millionen in die PR zu stecken, und b: das Risiko über Jahre hinweg schönzureden.
    Und nicht zu vergessen: die künftigen Gewinne durch Wind-, Wasser- und Sonnenenergie werden andere machen, da die AKW-Betreiber ja nie wirklich eine Umstellung auf alternative Energien angestrebt haben. Sie versuchen zwar, teilzuhaben, wissen aber vermutlich, daß ihre künftigen Profite deutlich niedriger ausfallen, wenn nicht sogar komplett am Boden dümpeln.

  7. Diese Lobby verschlingt nur Geld ohne Maßen und bringt nichts als Probleme. Darüber weiter zu diskutieren wäre müßig.

    • IzZo
    • 25.03.2011 um 12:37 Uhr

    für dieses sehr interessante Interview. Schon erschreckend wie naiv mit diesem Thema auch heute noch umgegangen wird und wie lasch die Kontrollen sind.

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