Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen. © Julika Altmann

Seit Tagen entweichen immer wieder radioaktive Partikel aus dem Unglücks-AKW Fukushima-1 in Japan. Feuerwehrmänner, Techniker und Arbeiter versuchen seit dem Beben vom 11. März und dem verheerenden Tsunami die Kühlung der insgesamt sechs Reaktoren wiederherzustellen.

Mittlerweile wurden zeitweise erhöhte Strahlenwerte rund um Fukushima-1 sowie bis nach Tokyo gemessen. Auch Lebensmittel sind über den Grenzwerten kontaminiert und mussten aus dem Verkehr gezogen werden. 

Das Heimtückische an radioaktiver Strahlung: Sie ist geruchlos, unsichtbar und man kann sie nicht schmecken. Zudem können wir uns nur begrenzt vor ihr schützen.

Die Infografik zeigt, was man über Radioaktivität wissen sollte .

So wirkt die Strahlung

Strahlung von aussen und von innen Wird der Körper direkter Strahlung ausgesetzt, reagiert zuerst die Haut mit Verbrennungen, es folgen Übelkeit und Erbrechen. Bei höheren, eventuell tödlichen Strahlendosen lassen Immunsystem und Blutbildung nach. Menschen, die keine direkte Strahlung abbekommen, sind gefährdet, wenn sie über die Atemluft oder die Nahrung radioaktive Partikel aufnehmen, die noch nicht zerfallen sind. Beim Zerfall im Körper können diese das Erbgut schädigen oder Krebs auslösen

Unser Leben mit der Radioaktivität Wir sind ständig radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Sie kommt aus dem Weltraum, aus Gestein oder der Nahrung. In Deutschland beträgt die natürliche Dosis 2,1 mSv (Millisievert) pro Jahr, im Gebirge ist sie höher als auf dem flachen Land. Noch einmal so viel bekommen wir im Schnitt bei medizinischen Untersuchungen und Therapien ab. Vielflieger und Raucher sind einer weiteren Extradosis ausgesetzt. 100 mSv gelten als diejenige Dosis, ab der mit einem erhöhten Krebsrisiko zu rechnen ist – so viel Strahlung bekamen AKW-Arbeiter in Fukushima vergangene Woche an nur einem Tag ab

So kann man sich schützen

Die folgenden Maßnahmen gelten ausschließlich für Menschen, die unmittelbar verstrahlt wurden oder mit radioaktivem Material in Berührung gekommen sind. In Deutschland sind bisher keine Vorsichtsmaßnahmen aufgrund des japanischen Reaktorunfalls nötig

Abstand halten Je weiter man sich von der radioaktiven Strahlung entfernt, desto schwächer ist sie. Erste Schutzmaßnahme gegen radioaktive Partikel bei einem Fallout: Man sollte in geschlossenen Räumen bleiben

Wie sind die Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima-1 aufgebaut, wie sieht das Gelände aus? © Golden Section Graphics

Schilddrüse schützen Der Körper baut radioaktive Elemente in die inneren Organe ein. Wenigstens die Schilddrüse kann man schützen, indem man sie mit Jod aus Tabletten "blockiert" – es drohen aber Nebenwirkungen!

Sauber atmen Schutzkleidung hält radioaktive Partikel von Haut und Lunge fern. Sie schirmt auch Alpha- und einen Teil der Betastrahlung ab, nicht aber Gammastrahlen. Der Mundschutz schützt nicht vor Gasen

Richtig waschen Menschen, die beruflich mit radioaktiven Substanzen arbeiten, werden nach dem Kontakt mit strahlenden Stoffen dekontaminiert. Der Schutzanzug kommt in den Müll, der Körper wird abgewaschen