Infografik Grundkurs Radioaktivität
Was im Atomreaktor passiert, warum Strahlung für uns gefährlich ist – und wie man sich im Ernstfall schützen kann.
Seit Tagen entweichen immer wieder radioaktive Partikel aus dem Unglücks-AKW Fukushima-1 in Japan. Feuerwehrmänner, Techniker und Arbeiter versuchen seit dem Beben vom 11. März und dem verheerenden Tsunami die Kühlung der insgesamt sechs Reaktoren wiederherzustellen.
Mittlerweile wurden zeitweise erhöhte Strahlenwerte rund um Fukushima-1 sowie bis nach Tokyo gemessen. Auch Lebensmittel sind über den Grenzwerten kontaminiert und mussten aus dem Verkehr gezogen werden.
Das Heimtückische an radioaktiver Strahlung: Sie ist geruchlos, unsichtbar und man kann sie nicht schmecken. Zudem können wir uns nur begrenzt vor ihr schützen.
Die Infografik zeigt, was man über Radioaktivität wissen sollte.

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?
So wirkt die Strahlung
Strahlung von aussen und von innen Wird der Körper direkter Strahlung ausgesetzt, reagiert zuerst die Haut mit Verbrennungen, es folgen Übelkeit und Erbrechen. Bei höheren, eventuell tödlichen Strahlendosen lassen Immunsystem und Blutbildung nach. Menschen, die keine direkte Strahlung abbekommen, sind gefährdet, wenn sie über die Atemluft oder die Nahrung radioaktive Partikel aufnehmen, die noch nicht zerfallen sind. Beim Zerfall im Körper können diese das Erbgut schädigen oder Krebs auslösen
Unser Leben mit der Radioaktivität Wir sind ständig radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Sie kommt aus dem Weltraum, aus Gestein oder der Nahrung. In Deutschland beträgt die natürliche Dosis 2,1 mSv (Millisievert) pro Jahr, im Gebirge ist sie höher als auf dem flachen Land. Noch einmal so viel bekommen wir im Schnitt bei medizinischen Untersuchungen und Therapien ab. Vielflieger und Raucher sind einer weiteren Extradosis ausgesetzt. 100 mSv gelten als diejenige Dosis, ab der mit einem erhöhten Krebsrisiko zu rechnen ist – so viel Strahlung bekamen AKW-Arbeiter in Fukushima vergangene Woche an nur einem Tag ab
So kann man sich schützen
Die folgenden Maßnahmen gelten ausschließlich für Menschen, die unmittelbar verstrahlt wurden oder mit radioaktivem Material in Berührung gekommen sind. In Deutschland sind bisher keine Vorsichtsmaßnahmen aufgrund des japanischen Reaktorunfalls nötig
Abstand halten Je weiter man sich von der radioaktiven Strahlung entfernt, desto schwächer ist sie. Erste Schutzmaßnahme gegen radioaktive Partikel bei einem Fallout: Man sollte in geschlossenen Räumen bleiben

Wie sind die Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima-1 aufgebaut, wie sieht das Gelände aus?
Schilddrüse schützen Der Körper baut radioaktive Elemente in die inneren Organe ein. Wenigstens die Schilddrüse kann man schützen, indem man sie mit Jod aus Tabletten »blockiert« – es drohen aber Nebenwirkungen!
Sauber atmen Schutzkleidung hält radioaktive Partikel von Haut und Lunge fern. Sie schirmt auch Alpha- und einen Teil der Betastrahlung ab, nicht aber Gammastrahlen. Der Mundschutz schützt nicht vor Gasen
Richtig waschen Menschen, die beruflich mit radioaktiven Substanzen arbeiten, werden nach dem Kontakt mit strahlenden Stoffen dekontaminiert. Der Schutzanzug kommt in den Müll, der Körper wird abgewaschen
- Datum 23.03.2011 - 15:02 Uhr
- Serie Wissen in Bildern
- Quelle DIE ZEIT, 24.3.2011 Nr. 13
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Fette Zwischenüberschrift "So kann man sich schützen", dann "Die folgenden Maßnahmen gelten ausschließlich für Menschen, die unmittelbar verstrahlt wurden oder mit radioaktivem Material in Berührung gekommen sind." um ganz am Ende hinzuzufügen, dass in Deutschland "bisher" keine Vorsichtsmaßnahmen aufgrund des japanischen Reaktorunfalls nötig sind. - In Deutschland werden deswegen wohl auch in Zukunft keine Vorsichtsmaßnahmen nötig sein... Aber das verkauft sich natürlich nicht so gut in einem Artikel. Der Hinweis, dass man sich ordentlich waschen soll ist immerhin gut. Hygiene schadet auch hierzulande nicht, egal aus welchem Grund. So, aber ich gehe jetzt lieber gleich zur Bild um dort weiterzulesen... Oder vielleicht doch lieber zur BBC, die können offenbar noch sachlich informieren: http://www.bbc.co.uk/news...
@Peter_H
Habe genau das Gegenteil gedacht. Angenehm kurzer Artikel zum schnell mal reingucken und informieren. Das in Deutschland die Maßnahmen nicht nötig sind steht deutlich im Text und man kann sich gut vorstellen, welche Maßnahmen für die Japaner momentan aktuell sind.
Nun ja, so können sich die Auffassungen unterscheiden...
@juvadi - Zum Einen implizhiert das Wörtchen "noch" nicht, dass beim nächsten Ostwind auch wir in Deutschland uns Sorgen machen müssen, was Panikmache ist. Zum Anderen müssen auch die Japaner (bis auf ein paar Dutzend Arbeiter direkt in Fukushima vielleicht) nicht im Schutzanzug rumlaufen, d.h. wenn Sie sich vorstellen, dass dies Maßnahmen sind, die für "die" Japaner (= Allgemeinheit) momentan aktuell sind, dann ist das auch falsch... Für besorge Mitbürger wäre es wichtier zu erklären, wieviel das Mehr an Strahlung wirklich bedeutet. (Und hier finde ich u.a. den BBC-Beitrag ganz interessant...) Wenn ich statt einem Mon-Cherie zwei esse sterbe ich auch nicht gleich an Leberzirrhose, weil sich mein Alkoholkonsum plötzlich verdoppelt(!) hat. (Relative Aussagen ohne Referenz sind wenig hilfreich.)
Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/se
... sind auch eine relevante Quelle für Strahlenbelastung.
Selbst wenn ein CT von der Kasse bezahlt wird. bekommt der Mensch eine Strahlenbelastung von ca 10 mSv.
Dazu kommt natürliche Radioaktivität die besonders erhöht ist in Gegenden wie dem gesunden Schwarzwald und Thüringen. Natürlich auch in anderen Gegenden auf dieser Erde. In Brasilien soll es fast gefährliche strahlende Gegenden geben.
Was allerdings an den radioaktiven "Heilquellen" mancher Bäder dran ist, .... ist mir ein Rätsel. Ob es da wirklich medizinische Erfolge gibt?
Das ist ja auch Bio-Strahlung.
Das ist ja auch Bio-Strahlung.
Es taucht in vielen Foren auf: Menschen fühlen sich durch Berichte zum Thema Radioaktiviät scheinbar negativ berührt und beklagen aich vehement über die "Hysterie" in der Berichterstattung. Kann es sein, dass unter den "Verharmlosern" und angeblich harten Realisten in Wirklichkeit die grössten Angsthasen und Verdränger sitzen, die mit der faktischen Realität zum Thema Strahlenbelastung nichts zu tun haben wollen und die "harten" Fakten seelisch einfach nicht verkraften können? Nicht alle Menschen gelingt es den unabänderlichen Dingen ruhig ins Auge zu sehen. Wissen und Einsicht belastet eben.
Entfernt. Bitte nutzen Sie Kommentarbereich um sich konstruktiv mit dem Artikel zu beschäftigen. Danke. Die Redaktion/se
Den werden wir bestimmt noch brauchen.
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