Revolutionen in Arabien Und die Demokraten?
Josef Joffe: Der Libyenkrieg lenkt ab vom friedlichen "arabischen Frühling".
© Aris Messinis/AFP/Getty

Ein libyscher Regime-Gegner ruht sich an einem Kontrollpunkt nahe der Stadt Aschdabija aus.
Der Krieg in Libyen verstellt den Blick auf den friedlichen »arabischen Frühling«. Angesichts der Horrormeldungen aus Gadhafi-Land muss man den Tunesiern und Ägyptern abermals gratulieren. Denn nur in diesen beiden Ländern sind die Despoten (fast) ohne Blutvergießen abgetreten.
Geschossen wird dagegen in Bahrain, Syrien, Jemen. Anderswo – in Marokko – stehen die Sicherheitskräfte Gewehr bei Fuß. In Bahrain haben die Saudis und die Emirate mit 2000 Soldaten eingegriffen, um das Regime zu verteidigen. In Jemen hat Präsident Saleh gerade den Abgang angeboten. Also ein halber Sieg für das Volk? Diese Revolte kann sich als Klassiker arabischer Machtpolitik entpuppen, wo hinter dem Volksaufstand der Putsch lauert.
Denn der eine Teil der Armee steht gegen den anderen, und einer der Befehlshaber, General al-Ahmar, hat sich gerade auf die Seite der Demonstranten geschlagen. Reiner Zufall ist der Sinneswandel nicht, ist der General doch ein alter Rivale des strauchelnden Präsidenten – und kein Liberaler, sondern Salafist, also ein islamischer Hardliner.
Umso ermutigender sind die Aussichten in Ägypten. Dort hat eine Dreiviertelmehrheit am Wochenende für die Übergangsverfassung gestimmt – in der ersten freien Wahl überhaupt. Warum waren die Jungen, die Städter und Säkularen dagegen? Warum schreibt Hani Shukrallah, ein Aktivist einer neuen liberalen Partei in Ahram Online: »Das ist sehr, sehr enttäuschend«?
Weil dieses Übergangsgesetz zwar manche Machtmechanismen des alten Regimes aushebelt, aber zugleich einen Fahrplan aufstellt – mit Parlamentswahlen schon im September –, der den neuen Parteien kaum Zeit lässt, sich zu organisieren. »Vom Ja«, erklärt ein anderer Reformer, »profitiert allein die Muslimbruderschaft.« Denn sie ist neben dem Militär die einzig effektive organisierte Kraft im Lande. Auch die Armee schätzt die Dreiviertelmehrheit, verkündet sie doch, dass die Protestbewegung nunmehr isoliert sei.
In Tunesien hat eine sanfte Revolution eine gemäßigte Diktatur gestürzt – fast wie in Osteuropa. Auch hier ein Überfluss an neuen Parteien, aber ein Defizit an den anderen Fundamenten der Demokratie. »Wir könnten unsere Freiheit verlieren, weil wir besoffen von ihr sind«, befürchtet Yadh Ben Achour, der die »Oberkommission für politische Reform« leitet. Er warnt vor »Anarchie«. Die Demonstrationen halten an, die Polizei hat sich praktisch aufgelöst, die korrupte Justiz bleibt, der Regierungsapparat in der Provinz verkommt.
- Datum 26.03.2011 - 12:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.3.2011 Nr. 13
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allerdings finde ich die Rechnung mit den Milliarden und Libyen etwas schwierig. Denn in Libyen stellt sich die Frage, ob Freiheit überhaupt eine Chance hat, während es in Ägypten und Tunesien "nur" um die Frage geht, wie steinig der Weg ist. Die Tür in Libyen nicht aufzureißen, würde Menschenleben kosten - dann lieber das Geld.
Stellen wir uns deshalb lieber vor was wäre, wenn Mubaraks und Gadhafis zig Milliarden Euro den Menschen zugute kommen würde!
Ganz richtig, Herr Joffe.
Wir müssen auf jeden Fall Ägypten und Tunesien und besonders die Reformkräfte unterstützen.
Unsere Medien müssen sich viel mehr auf diese Länder konzentrieren anstatt nur den "großen", "schrecklichen" Bildern hinterherzuhecheln.
Ich hoffe natürlich sehr, dass der Nachteil, den die Reformkräfte in Ägypten durch den Wahltermin erleiden irgendwie möglichst gemildert wird. Hoffentlich bildet sich eine möglichst große Koalition (und keine zersplitterte Parteienlandschaft). Oder baldige Neuwahlen nach Formierung der Opposition.
(oder schaffen wollen) politische Prozesse angemessen objektiv zu betrachten und die ideologische Brille abzulegen.Dieses Schicksal teilt er zwar mit vielen seiner Landsleute aber in der Position des Journalisten kann man aber als Leser wohl mehr erwarten.Und hier zieht auch nicht mehr das Argument,dass Herr Joffe provozieren will.Schlimmer ist aber noch glaube ich,dass Herr Joffe überhaupt nichts gelernt hat,wie sonst lässt sich der Ausdruck einer "gemäßigten tunesischen Diktatur" rechtfertigen? Vielleicht hätte er den kurzen aber vielsagen Zusatz "aus westlicher Sicht" hinzufügen sollen.
Die Dämonisierung der MB ist falsch und speist sich auch aus westlicher Selbstüberschätzung,dabei konnten wir doch live miterleben,wie ohnmächtig die USA die Ereignisse in Ägypten begleitet haben,teilweise die Neuigkeiten trotz eines riesenhaften Nachrichtendienstes aus dem Fernsehen erfahren mussten.Also der Einfluss wird so oder so eng begrenzt bleiben.
Meine persönliche Meinung für die Zukun ftist,dass für den islamischen Raum Ansätze wie Säkularismus oder gar Laizismus ungeeignet sind und nicht die "Heart und Minds der Menschen" repräsentieren.Das ist objektiv gemeint und auf keinste Weise urteilend.
Sollen die Ägypter (und die Tunesier) doch zusehen,wie sie glücklich werden!
Das dabei Sachen entstehen,die dem Westen widersprechen liegt wohl in der Natur der Sache.
Aber was wäre denn zb wenn Deutschland sich finanziell an der Demokratisierung beteiligen würde? Würden wir nicht Beeinflussen können, wohin die Reise geht? Wäre dies nicht in unserem Interesse?
"Die Dämonisierung der MB ist falsch und speist sich auch aus westlicher Selbstüberschätzung"
Wenn die Leute in Ägypten merken, dass Demokratie zwar schön und gut ist, aber auch nicht automatisch für Jobs und Wohlstand sorgt (woher auch?), werden die Rattenfänger, die "den Westen" für die andauernde Misere verantwortlich machen, große Zustimmung finden.
Schwarzmalerei? Ja, sicher, aber sehen Sie sich doch mal die wirtschaftliche Lage in den muslimischen Staaten an, wenn sie nicht gerade mit Öl und Gas gesegnet sind...
Aber was wäre denn zb wenn Deutschland sich finanziell an der Demokratisierung beteiligen würde? Würden wir nicht Beeinflussen können, wohin die Reise geht? Wäre dies nicht in unserem Interesse?
"Die Dämonisierung der MB ist falsch und speist sich auch aus westlicher Selbstüberschätzung"
Wenn die Leute in Ägypten merken, dass Demokratie zwar schön und gut ist, aber auch nicht automatisch für Jobs und Wohlstand sorgt (woher auch?), werden die Rattenfänger, die "den Westen" für die andauernde Misere verantwortlich machen, große Zustimmung finden.
Schwarzmalerei? Ja, sicher, aber sehen Sie sich doch mal die wirtschaftliche Lage in den muslimischen Staaten an, wenn sie nicht gerade mit Öl und Gas gesegnet sind...
Der Artikel ist kurzsichtig und beruht auf wirklichkeitsfremden Annahmen: Ägypten und Tunesien haben vor allem durch ihre Hinwendung zum Westen in den vergangenen Jahren ein beachtliches Wirtschaftswachstum hingelegt. Beide Länder hatten Diktaturen, die im arabischen Vergleich als gemäßigt gelten konnten. Im Fall von Ägypten sogar mit einer Pressefreiheit, die sich mancher osteuropäischen Staat zum Vorbild nehmen könnte. Trotzdem hat die Unzufriedenheit der vielen Jungen zu einem Umbruch geführt. Woher nehmen Sie, Herr Joffe, die Zuversicht, dass diese jungen Menschen ein Mehr an Demokratie wollen, wenn die Öffnung zum Westen hin bisher eben nicht ihre persönliche Situation verbessert hat. Die jungen Männer wollen heiraten und einen Platz in der Gesellschaft. Ob der Überbau Demokratie heißt oder nicht, ist denen relativ wurscht. Deshalb ist der "arabische Frühling" nichts weiter als ein verfrühter Krokus. Wenn mit der neuen Freiheit nicht zügig auch der gewünschte Wohlstand eintritt, knallt es auch in Tunesien und Ägypten richtig. Das Dumme ist: Es gibt nur äußerst wenig Grund zur Annahme, dass Demokratie und Wirtschaftswachstum Hand in Hand gehen. Was passiert, wenn die vielen jungen Revolutionäre merken, dass Freiheit eben auch nicht an die Fleischtöpfe führt? Dann werden wir feststellen, dass wir mit einer verschwurbelten Sicht auf die Welt, für die Sie beispielhaft für viele andere Kommentatoren stehen, die falschen politischen Entscheidungen getroffen haben.
@cd1001: "dass Freiheit eben auch nicht an die Fleischtöpfe führt".
Diese negative Korrelation sollten Sie uns allen mal erklären! Was führt denn an die Fleischtöpfe? Etwa ein Führer, der das Wachstum plant und es unter das Volk bringt? Vielleicht haben Sie auch historische Belege dafür?
Sie scheinen sich mit Wachstumsmodellen auszukennen, deshalb eine zusätzliche Frage an Sie: Korreliert das Wachstum in einer Dienstleistungsgesellschaft mit ihrem Ideenreichtum (samt dazugehöriger kultureller Predisposition) oder eher mit den Ressourcen, auf denen sie sitzt?
......der Araber. Nur eines zu Ihrem Kommentar. In Tunesien, Ägypten, erst recht nicht in Lybien, fehlen nicht die Fleischtöpfe, es fehlt "die Luft zum atmen". Sie wollen Freiheit schnuppern, wie alle die Klugen im Westen auch. Sie wollen sie nach ihren Vorstellungen, unter dem Motto, jeder nach seinem Plaisir. Nicht mehr und nicht weniger. Aber der Westen weiß immer, was los ist. Da tun sich alle Westler gleich, erst recht die, die "ihn" so gerne selbstherrlich kritisieren.
@cd:
Es hätte Ihnen zur Ehre gereicht, wenn Sie denn nur die Bedenken, d.h. die möglichen negativen Szenarien dargestellt hätten.
Ich hätte Ihnen gerne bestätigt, dass man dies auch bedenken muss:
- sicher haben wir nicht so ganz sichere Erkenntnisse über die möglichen Präferenzen der Bevölkerungen in EGY/TUN im Ganzen. Wir haben eine Ahnung von der Zusammensetzung der Demonstrationen in den Großstädten.
Wir wissen nicht wie die Unterschichten und die ländliche Bevölkerung wählen wird.
- sicher muss man leider annehmen, dass in jungen demokratischen (oder demokratieähnlichen) Strukturen im Falle von wirtschaftlicher Malaise die Gefahr der Radikalisierung besteht.
Nur, CD, wie kommen Sie zu einer Einschätzung der Motive, die so entgegengesetzt zu einer Vielzahl von expliziten Aussagen der Demonstranten und vieler intellektueller und politischer Führer der Aufstände in Ägypten steht?
Es ist im Moment exakt die Debatte, die in Ägypten vor sich geht, dass diese Opposition sich von den MB abgrenzt, dass sie sich selber formieren will, ohne von anderen vereinnahmt zu werden.
Wollen Sie die absichtlich übersehen, nur damit Ihr Weltbild nicht ins Schwanken kommt (Araber = generell entwicklungsunfähig??).
Ich denke, die Milliarden-Reichtümer der gestürzten Herrscher zeigen schon, dass es den Ländern nicht unbedingt an Wohlstand fehlte, sonder die Verteilung des Wohlstands sehr ungleichmäßig war/ist. Demokratie ist grundsätzlich schon geeignet Wohlstand gleichmäßiger zu verteilen.
Wir können aber an Ländern wie den USA oder auch Deutschland sehen, dass eine Demokratie nicht Garant für eine zufriedenstellende Wohlstandsverteilung sein muss, wenn sich Geldadel bildet, sich Politik und die Elite vereinnahmen lässt und gegen die Interessen der Allgemeinheit handelt.
@cd1001: "dass Freiheit eben auch nicht an die Fleischtöpfe führt".
Diese negative Korrelation sollten Sie uns allen mal erklären! Was führt denn an die Fleischtöpfe? Etwa ein Führer, der das Wachstum plant und es unter das Volk bringt? Vielleicht haben Sie auch historische Belege dafür?
Sie scheinen sich mit Wachstumsmodellen auszukennen, deshalb eine zusätzliche Frage an Sie: Korreliert das Wachstum in einer Dienstleistungsgesellschaft mit ihrem Ideenreichtum (samt dazugehöriger kultureller Predisposition) oder eher mit den Ressourcen, auf denen sie sitzt?
......der Araber. Nur eines zu Ihrem Kommentar. In Tunesien, Ägypten, erst recht nicht in Lybien, fehlen nicht die Fleischtöpfe, es fehlt "die Luft zum atmen". Sie wollen Freiheit schnuppern, wie alle die Klugen im Westen auch. Sie wollen sie nach ihren Vorstellungen, unter dem Motto, jeder nach seinem Plaisir. Nicht mehr und nicht weniger. Aber der Westen weiß immer, was los ist. Da tun sich alle Westler gleich, erst recht die, die "ihn" so gerne selbstherrlich kritisieren.
@cd:
Es hätte Ihnen zur Ehre gereicht, wenn Sie denn nur die Bedenken, d.h. die möglichen negativen Szenarien dargestellt hätten.
Ich hätte Ihnen gerne bestätigt, dass man dies auch bedenken muss:
- sicher haben wir nicht so ganz sichere Erkenntnisse über die möglichen Präferenzen der Bevölkerungen in EGY/TUN im Ganzen. Wir haben eine Ahnung von der Zusammensetzung der Demonstrationen in den Großstädten.
Wir wissen nicht wie die Unterschichten und die ländliche Bevölkerung wählen wird.
- sicher muss man leider annehmen, dass in jungen demokratischen (oder demokratieähnlichen) Strukturen im Falle von wirtschaftlicher Malaise die Gefahr der Radikalisierung besteht.
Nur, CD, wie kommen Sie zu einer Einschätzung der Motive, die so entgegengesetzt zu einer Vielzahl von expliziten Aussagen der Demonstranten und vieler intellektueller und politischer Führer der Aufstände in Ägypten steht?
Es ist im Moment exakt die Debatte, die in Ägypten vor sich geht, dass diese Opposition sich von den MB abgrenzt, dass sie sich selber formieren will, ohne von anderen vereinnahmt zu werden.
Wollen Sie die absichtlich übersehen, nur damit Ihr Weltbild nicht ins Schwanken kommt (Araber = generell entwicklungsunfähig??).
Ich denke, die Milliarden-Reichtümer der gestürzten Herrscher zeigen schon, dass es den Ländern nicht unbedingt an Wohlstand fehlte, sonder die Verteilung des Wohlstands sehr ungleichmäßig war/ist. Demokratie ist grundsätzlich schon geeignet Wohlstand gleichmäßiger zu verteilen.
Wir können aber an Ländern wie den USA oder auch Deutschland sehen, dass eine Demokratie nicht Garant für eine zufriedenstellende Wohlstandsverteilung sein muss, wenn sich Geldadel bildet, sich Politik und die Elite vereinnahmen lässt und gegen die Interessen der Allgemeinheit handelt.
Hatten viele zunächst für Ägypten gemeint, dort würde eine Entwicklung wie im Gaza-Streifen oder wie im Iran einkehren, durfte man sich jetzt freuen, sich geirrt zu haben. Die Armee war pro-amerikanisch, was den Wechsel erleichterte.
Die vertikale und horizontale Analyse besagt, dass der (heutige) arabisierte Raum über Jahrtausende die Quelle der menschlichen Zivilisation war. Noch zu Zeiten der Kreuzritter wurden die Menschen dort ca. 20 Jahre älter als in Zentraleuropa. Das lässt hoffen.
Zwar sind die bisherigen Emanzipationsversuche in den islamischen Ländern auch schon im letzten und im vorletzten Jahrhundert gescheitert. Deshalb aber sollte das Ziel der Demokratisierung nicht aus den Augen verloren werden.
Männer und Frauen dürfen dort in den gleichen Umfängen geboren sein. Auf jeden Pott passt auch der richtige Deckel. Auch ohne Haremswirtschaft.
@cd1001: "dass Freiheit eben auch nicht an die Fleischtöpfe führt".
Diese negative Korrelation sollten Sie uns allen mal erklären! Was führt denn an die Fleischtöpfe? Etwa ein Führer, der das Wachstum plant und es unter das Volk bringt? Vielleicht haben Sie auch historische Belege dafür?
Sie scheinen sich mit Wachstumsmodellen auszukennen, deshalb eine zusätzliche Frage an Sie: Korreliert das Wachstum in einer Dienstleistungsgesellschaft mit ihrem Ideenreichtum (samt dazugehöriger kultureller Predisposition) oder eher mit den Ressourcen, auf denen sie sitzt?
......der Araber. Nur eines zu Ihrem Kommentar. In Tunesien, Ägypten, erst recht nicht in Lybien, fehlen nicht die Fleischtöpfe, es fehlt "die Luft zum atmen". Sie wollen Freiheit schnuppern, wie alle die Klugen im Westen auch. Sie wollen sie nach ihren Vorstellungen, unter dem Motto, jeder nach seinem Plaisir. Nicht mehr und nicht weniger. Aber der Westen weiß immer, was los ist. Da tun sich alle Westler gleich, erst recht die, die "ihn" so gerne selbstherrlich kritisieren.
Es ist falsch, ökonomische Gründe als Ursache für die Revolution zu sehen. Sie sind nur Anlass, aber eben nicht Ursache. "dacapo" hat Recht. Junge Araber, für die das Internet als Informationsquelle und Plattform für den Meinungsaustausch sehr viel wichtiger ist als für die Jugend im Westen, möchten sich befreien. Ob heute oder morgen ... bestimmte Despoten und ihre Familien werden weder heute noch in Zukunft friedlich abtreten. Leider !Syrer, Algerier, Jemeniten und Libyer wissen, dass es Freiheit nicht frei gibt und dass sie Opfer kosten wird. Aber die einmalige Aussicht, endlich, endlich politisch mitbestimmen zu können, treibt sie an und auf die Straße ... Ich hoffe, sie werden erfolgreich sein. Ihre Wünsche und Hoffnungen unterscheiden sich in nichts von unseren. Der Westen hat fast schon verlernt, dass man für seine Träume kämpfen muss. Und manchmal gehen solche Übergänge eben nicht friedlich ... Europas Geschichte ist doch das beste Beispiel dafür
Es ist falsch, ökonomische Gründe als Ursache für die Revolution zu sehen. Sie sind nur Anlass, aber eben nicht Ursache. "dacapo" hat Recht. Junge Araber, für die das Internet als Informationsquelle und Plattform für den Meinungsaustausch sehr viel wichtiger ist als für die Jugend im Westen, möchten sich befreien. Ob heute oder morgen ... bestimmte Despoten und ihre Familien werden weder heute noch in Zukunft friedlich abtreten. Leider !Syrer, Algerier, Jemeniten und Libyer wissen, dass es Freiheit nicht frei gibt und dass sie Opfer kosten wird. Aber die einmalige Aussicht, endlich, endlich politisch mitbestimmen zu können, treibt sie an und auf die Straße ... Ich hoffe, sie werden erfolgreich sein. Ihre Wünsche und Hoffnungen unterscheiden sich in nichts von unseren. Der Westen hat fast schon verlernt, dass man für seine Träume kämpfen muss. Und manchmal gehen solche Übergänge eben nicht friedlich ... Europas Geschichte ist doch das beste Beispiel dafür
@cd:
Es hätte Ihnen zur Ehre gereicht, wenn Sie denn nur die Bedenken, d.h. die möglichen negativen Szenarien dargestellt hätten.
Ich hätte Ihnen gerne bestätigt, dass man dies auch bedenken muss:
- sicher haben wir nicht so ganz sichere Erkenntnisse über die möglichen Präferenzen der Bevölkerungen in EGY/TUN im Ganzen. Wir haben eine Ahnung von der Zusammensetzung der Demonstrationen in den Großstädten.
Wir wissen nicht wie die Unterschichten und die ländliche Bevölkerung wählen wird.
- sicher muss man leider annehmen, dass in jungen demokratischen (oder demokratieähnlichen) Strukturen im Falle von wirtschaftlicher Malaise die Gefahr der Radikalisierung besteht.
Nur, CD, wie kommen Sie zu einer Einschätzung der Motive, die so entgegengesetzt zu einer Vielzahl von expliziten Aussagen der Demonstranten und vieler intellektueller und politischer Führer der Aufstände in Ägypten steht?
Es ist im Moment exakt die Debatte, die in Ägypten vor sich geht, dass diese Opposition sich von den MB abgrenzt, dass sie sich selber formieren will, ohne von anderen vereinnahmt zu werden.
Wollen Sie die absichtlich übersehen, nur damit Ihr Weltbild nicht ins Schwanken kommt (Araber = generell entwicklungsunfähig??).
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