Atompolitik: Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem ...
Die Bundeskanzlerin hat eine dramatische Kehrtwende in der Atompolitik vollzogen. Doch eine Zäsur hat sie schon einmal versprochen.
Wofür steht Angela Merkel? In der Umweltpolitik gehört diese zu den ungelösten Masterfragen. Als zuständige Ministerin war sie angeblich für die Ökosteuer, sagte es aber nicht laut, weil Helmut Kohl das nicht wollte. Sie forderte die Besteuerung von Flugbenzin und verwarf das wieder, als der Kanzler sie zurückpfiff, kurz vor einer Landtagswahl in Hessen. Sie schrieb ein Buch mit kernigen Sätzen, das Fachleute ziemlich dünn fanden, aber ihrer späteren Karriere als Klimakanzlerin tat das keinen Abbruch – ihre Partei hatte sie ja nicht als wissenschaftliche Hilfskraft eingestellt. Nur eines war stets über jeden Zweifel erhaben: Angela Merkels Bekenntnis zur Atomkraft. Im Bergbau habe es mehr Tote gegeben als bei der Kernenergie, pflegte sie zu sagen.
Für Atomkraft zu sein, das war für die Anhänger der Union immer mehr als eine x-beliebige Sachfrage. Für Atomkraft zu sein, das hieß, recht zu haben. Auf der Seite der Wirklichkeit zu sein. Bei den Realisten. Aus Merkels Sicht bedeutete es, die Normalität gegen die Spinner zu verteidigen.
Dann kam Fukushima.
Seither ist ein Teil der Welt im Ausnahmezustand, und die deutsche Regierung kämpft um ihre Glaubwürdigkeit. Eine Kanzlerin, die immer stolz auf ihren nüchternen Pragmatismus war und darauf, Naturwissenschaftlerin zu sein, bestaunt nun, dass das Mögliche tatsächlich eingetreten ist. CDU/CSU und FDP, die noch vor einem halben Jahr eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke als epochalen Beschluss verkauften, werfen nun der Opposition vor, sie behindere den Ausbau der erneuerbaren Energien. Aus der »Brückentechnologie« Kernkraft ist im Zeitraffer eine »Risikotechnologie« geworden, aus Atom-Anhängern sind Ausstiegs-Spontis geworden und aus dem »Restrisiko« jene unverantwortliche Gefährdung für Leib und Leben, die Rote und Grüne schon lange in der Atompolitik sahen. Von einer »Zäsur« ist die Rede, von einer »neuen Lage«, und über allem schwebt die böse Frage, ob die Zäsur nur bis zum kommenden Sonntag währt, wenn in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gewählt wird.
Die Kehrtwende in der Atompolitik erwischt vor allem die Union an ihrem empfindlichsten Punkt: dem Selbstverständnis als natürliche Regierungspartei, die in allen historischen Fragen richtig lag und liegt. Merkels Botschaft lautet: Wir machen zwar jetzt das, was vorher die anderen gemacht haben – aber wir haben immer noch recht. Darin, nicht im Kurswechsel selbst, liegt das Unverschämte ihrer Position. Glaubwürdigkeit gewinnt man so nicht.
Samstag vergangene Woche, die Grindehalle in Obersasbach. 250 Stühle, 350 Menschen, Schwarzwaldidylle vor der Mehrzweckhallentür. An einem Tisch sitzen sieben Nonnen, mit CDU-Schal um den Hals. Als der Ministerpräsident kommt, singen sie das Badnerlied, stehend, wie die Nationalhymne. Ein Heimspiel.
Noch vor Kurzem füllte Stefan Mappus die Leerstelle »konservativ« in der Union vor allem dadurch, dass er sich als entschiedener Befürworter der Laufzeitverlängerung gab, als Sturmgeschütz der Atomindustrie. Auf dem Weg in die Schlagzeilen schreckte Baden-Württembergs Ministerpräsident vor wenig zurück, auch nicht vor einer Rücktrittsforderung an den Parteifreund Röttgen.
Neue Lage, neuer Mappus? Wenn man beide im Wahlkampf beobachtet, die neue Lage und den neuen Mappus, erinnert man sich an die Mangalores, eine Gruppe von Außerirdischen aus Luc Bessons Science-Fiction-Oper Das fünfte Element. Die Mangalores können ihre Gestalt wandeln. Da ihre Natur aber stärker ist, fallen sie zur Unzeit wieder in ihr wahres Ich zurück. So wie Mappus. Im Schwarzwald tritt er zunächst als der Nachdenkliche auf, als jemand, der kapiert hat. Er müsse seine Position überdenken, sagt er. Dann aber bricht der alte Mappus wieder auf: Die Versorgungssicherheit müsse gewährleistet bleiben! Der Strompreis bezahlbar! Es könne nicht sein, dass moderne deutsche Kernkraftwerke vom Netz gingen und Atomstrom aus Frankreich käme. »Verantwortungsvolle Politik«, ruft Mappus, »heißt nicht: jetzt alles abschalten!«





Frau Merkel betreibt Politik für Ihren eigenen Machterhalt. Das berühmte Fähnchen im Winde. Jetzt hat sich Ihr geschicktes Taktieren, lass die anderen reden, abgenutzt und Sie steht zunehmend panisch in selbst verursachter Isolation.
So enden diese Art Politiker alle.
http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews[tt_news]=4165&cHash=6cafa8665dadc54229b1b87343892555
Am 28.Mai 1986 sagte Erwin Teufel in seiner Funktion als damaliger CDU-Fraktionsvorsitzender in der Stuttgarter Landtagsdebatte über die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl:
"Die Weichen für Alternativen zur Kernkraft müssen heute gestellt werden und nicht erst im Jahr 2000. (...) Jetzt muss erforscht und entwickelt werden, was später in Serie genutzt werden soll. Die Zukunft gehört nicht der Kernkraft, weil kein Mensch mit so großen Risiken leben will, wenn es risikoärmere, gefahrlosere Arten der Energieerzeugung gibt."
Danach wurde von der CDU jedes einzelne Windrad bekämpft. In BW gibts nicht mehr als 24 Stück. Schlusslicht in Deutschland.
Und jetzt kommen Merkel, Röttgen und Mappus nach ihrer Zäsurerscheinung - entweder sind und waren unsere AKWs sicher oder sie sind es nicht, dann waren sie es noch nie - daher und weinen Krokodilstränen.
Röttgen, Merkel, Mappus und ihre CDU sind das Wolfsrudel im Schafspelz!
Das Lügen geht weiter.
Industriefreund Brüderle allen erklärt.
Es ist müßig, über eventuelle Motive der Kanzlerin zu spekulieren. Das Motiv ist doch klar, sie will die Landtagswahlen gewinnen und danach geht es weiter mit der Laufzeitverlängerung.
Sie war unglaubwürdig, sie ist unglaubwürdig und sie wird unglaubwürdig sein, weil sie sich immer wieder unglaubwürdig verhält.
[...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
zu erwarten gibt, keine Erwartungen mehr erfüllt werden, und man auch nicht mehr erwartet, dass sich daran etwas ändert, spätestens dann, ist es Zeit sich zu trennen.
Das System Merkel funktioniert nicht mehr. Es hätte vielleicht noch gereicht, wäre aber nicht der Umstand entstanden, dass sich die Bürger aus vielschichtigen Gründen plötzlich interessieren.
Plötzlicher Opportunismus hat noch nie funktioniert.
Als ich sie da im Bundestag sitzen sah, im Stuhl eingesunken und dem Blick eines Ertappten, da konnte man die Erkenntnis quasi greifen.
Sie steht nur für sich und ihren eigenen Machtanspruch.
Geht die Wahl in B-W in die Hose, dann werden sich nicht nur ihre politischen Gegner freuen, sondern auch all jene DDR-Bürger, die vor der Wende auch einmal ihren Mund aufgemacht haben und das mit ihrer Karriere bezahlen mussten und danach nicht wie eine "linientreue Pfarrerstochter" vom SED-Regime behandelt wurden.
Irgendwann verheddert sich jeder Opportunist in seinem eigenen Netz aus Versprechen und Versprechern, Wahrheiten und Halbwahrheiten, Arroganz und Ignoranz.
Die deutsche Geschichte in Ost und West und vor 1945 kennt genügend Beispiele dafür und "Angie" wird sich mit Sicherheit auch dort wiederfinden!
Eines wird sie uns aber hinterlassen:
Noch nie hat sich ein deutscher Politiker - in ihrem Fall eine deutsche Politikerin - so erfolgreich und aalglatt durch die politischen Prozesse geschlichen wie Frau Merkel.
Alle Achtung für solch ein Verhalten - als Arbeitnehmerin wäre sie damit "als nicht teamfähig" bei jedem seriösen Unternehmen raus geflogen oder von den Kollegen raus gemobbt worden.
Nur hat sie es recht gut verstanden, mit den Größen aus Politik und Wirtschaft zu kokettieren und "nach dem Munde" dieser Klientel zu agieren.
Na, selbst wenn sie bei den nächsten Bundestagswahlen verliert - ihre Pensionsansprüche sind ihr sicher!
Dafür lohnt es sich doch zu kämpfen, oder?
>>Ohne Atomkraft würden die CO₂-Emissionen steigen, heißt es. Der schnelle Atomausstieg wäre Gift fürs Klima. Tatsächlich ist der CO₂-Ausstoß durch europaweite Vereinbarungen gedeckelt.<<
Und weil es europaweit erlaubt ist, wachsen die Emissionen nicht an? Eine erlaubte Zunahme an CO2-Ausstoß ist keine Zunahme an CO2-Ausstoß?? Sorry, die Logik kapiere ich nicht...
»Das Thema hatte symbolischen Wert, es stand für einen grundsätzlich unterschiedlichen Lebens- und Denkansatz« [Jarzombek]
Es steht nach wie vor für ein Bündel von Vorurteilen, die in Gestalt der berühmten diffusen Ängste daherkommen: "Ungewaschene Kiffer wollen einen Kommunismus nach nordkoreanischem Vorbild". Das haben die so gelernt, das wurde ihnen eingeimpft. Fairerweise muss gesagt werden, dass Vorurteile auch auf der Gegenseite reichlich vorhanden sind: "Ungeküsste Streber rächen sich für erlittene Hänseleien".
Es war nie leicht, ein Christdemokrat zu sein. Die Anfeindung von außen, das Ringen des inneren Schweinehundes mit den 10 Geboten, dazu die existenzielle Angst vor der Enteignung. In diesem Lichte ;-) wachsen Verständnis und Nachsicht, wenn die Quadratur des Kreises mal wieder nicht gelingt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren