KreuzfahrtLa Paloma, Gourmet

Die Buffetschlachten auf Kreuzfahrtschiffen sind passé. Mit Sushi-Lollis, Gänseleber-Pralinen und Gastspielen prominenter Köche werben die Reedereien um Feinschmecker. Ein Blick in die Speisekarten

Die Queen Mary 2 verlässt Fremantle Harbour in Fremantle, Australien.

Die Queen Mary 2 verlässt Fremantle Harbour in Fremantle, Australien.

Crystal Cruises

Der Beitrag der US-Reederei zum kulinarischen Wettkampf auf hoher See heißt Nobuyuki Matsuhisa. Der japanische Koch eröffnete 1994 in New York das erste seiner Nobu-Restaurants, in denen japanische und peruanische Küche eine delikate Verbindung eingehen. Inzwischen gibt es weltweit rund 20 davon. Jetzt hat Matsuhisa auf der Crystal Serenity (bis zu 1070 Gäste) und der Crystal Symphony (922 Gäste) die Restaurants Silk Road und Sushi Bar eröffnet – ein Beleg für den Trend, auf Luxuslinern eine asiatisch inspirierte Sterneküche anzubieten. Eine Zuzahlung müssen die Gäste dafür nicht entrichten. Zwar ist Matsuhisa nicht persönlich an Bord, aber einer seiner Köche achtet darauf, dass die Direktiven des Meisters umgesetzt werden. Für die Schiffe wurden zwei spezielle Kühlaggregate angeschafft, in denen der Thun bei exakt minus 55 Grad gelagert wird.

www.vistatravel.de

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»MS Europa«, Hapag-Lloyd

»Nachdem ich an Land alles erreicht habe, möchte ich noch einiges auf dem Wasser bewegen«, kündigt Dieter Müller an, einer der besten Köche der Nation. Im September 2010 eröffnete er sein Restaurant auf der Europa, 70 Tage im Jahr will er an Bord sein. Das Flaggschiff der Hamburger Hapag-Flotte nimmt höchstens 408 Gäste auf, für den Komfort sorgen 285 Crewmitglieder. Müllers Restaurant bietet nur 26 Gästen Platz, und das Sechs-Gänge-Menü muss vorab reserviert werden. Aber dafür ist keine Zuzahlung fällig für Praline und Crème brulée von der Gänseleber mit Rosmarinbrioche oder Wildgarnele in Cappuccino von Curry und Zitronengras. Die anderen Gäste werden in drei weiteren Restaurants bekocht. Es soll niemand am Buffet rangeln müssen.

www.hlkf.de

»Queen Mary 2«, Cunard Line

Um den Komfort auf den Schiffen der britischen Cunard Line ranken sich Legenden: Klapperschlangen-Ragout sollen übermütige Millionäre mitten auf dem Atlantik bestellt haben, die Kellner servierten Irish Stew und tanzten klappernd um den Tisch. Die Queen Mary 2 verköstigt ihre bis zu 2680 Passagiere in acht Restaurants. Im Britannia Restaurant können 1248 Gäste gleichzeitig essen. Das Lotus bietet anspruchsvolle asiatische Küche, das La Piazza italienische Spezialitäten, ohne Preisaufschlag. Gourmets speisen im Princess Grill Restaurant (178 Plätze), im Queens Grill Restaurant (204 Plätze) oder im Todd-English-Restaurant (116 Gäste), wo nach den Rezepten des amerikanischen Starkochs leicht und mediterran gekocht wird. Das Angebot dort war zunächst kostenlos, der Andrang dann aber so groß, dass die Gäste nun 20 US-Dollar am Mittag bezahlen, abends 30 Dollar.

www.cunard.de

Leserkommentare
  1. Ganz und gar unberücksichtigt ist in diesem Artikel das lecker schmecker Essen auf den Star Clipper Clippern.

    Auf dem Royal Clipper beispielsweise kann man sechs mal am Tag voll Cousine der Spritenclasse abgreifen. Man hat den Eindruck an einem "Mast Programm" von Sterne Köchen teilzu nehmen!

    Im übrigen kann man auch noch ökologisch- und voll Klimaschutmäßig mit 1000qm Segelfläche die Welt retten, was den "Ökos" unter uns wohl das Herz erwärmt.
    Zwischen den Mahlzeiten kann man auch noch den Vorträgen des schiffseigenen! Ökos Mariano lauschen, seines Zeichens Biologe.

  2. Diese Schiffe sind bestimmt die größen Lebensmittelvernichter der Welt! Wieviel von den mitgenommenen und zubereiteten Tonnen wird dort wirklich gegessen und wieviel davon landen im Müll? Aber für diese Klientel ist das sicher normal!

  3. Foie de gras, Thunfisch und Teakholzböden. Ein Traum.

    Man kann ja unter Umweltschutzgesichtspunkten von Kreuzfahrten halten, was man will, wem's Spaß macht, dem sei es gegönnt. Und ich bin wirklich kein Genussfeind. Nur: Ein bisschen Nachdenken vorher wäre wirklich mal schön.

    Schön ist in dem Zusammenhang auch dieser Hauch von Ironie, der dem Ganzen unterliegt, wenn man bedenkt, dass Sie im Ressort Reisen den Beitrag "Urlaub ist keine Entwicklungshilfe" mit "Wie viel Spaß dürfen Fernreisen machen?" untertiteln.

    Das nur am Rande.

  4. Foie gras, pardon)

  5. Wer 'kreuzfahren' will, soll's gerne tun, aber sich bitte nichts in die Tasche lügen!
    Kreuzfahrtschiffe sind Ressourcenverschwender und Umweltverschmutzer. Alle Kreuzfahrtschiffe, auch die, die Segel führen, benutzen als Hauptantrieb ihre Maschinen und die laufen mit Schweröl, einem der größten Umweltverschmutzer überhaupt. Reine Segler ohne Maschine sind für Passagiere nicht zugelassen und die Schiffe müssen ihre Fahrpläne einhalten.
    Was die sinnlose Verschwendung von Lebensmitteln angeht, ist den Ausführungen der vorherigen Kommentatoren nichts hinzuzufügen.

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