AutotestSchmutzfänger

Marc Brost fährt den Toyota Land Cruiser V8.

Der Toyota Land Cruiser V8 hat einen 286 PS starken Dieselmotor unter der Haube

Der Toyota Land Cruiser V8 hat einen 286 PS starken Dieselmotor unter der Haube

Zwanzig Sekunden nachdem ich losgefahren bin, fragt mich das Auto, ob ich gesoffen habe. Auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole blinkt die Warnung: Manövriersicherheit prüfen! Man muss dazu wissen, dass die Tiefgarage der ZEIT in Berlin sehr eng und das Auto sehr breit ist. Und ja, ich bin schnell unterwegs. Aber alles läuft ohne Schrammen und Kratzer ab. Und getrunken habe ich auch nichts. Es fängt einfach nicht gut an mit dem Land Cruiser und mir.

Ohnehin beginnt dieser Test mit einem Missverständnis. Man hatte mir einen Land Rover versprochen – zumindest hatte ich das so verstanden. Ich hatte mir eine Barbourjacke geborgt, einen Picknickkorb mit Champagnerflaschen gefüllt und die Fährverbindungen nach England herausgesucht. Ich wollte den Wagen dort testen, wo man solche Wagen fährt: in Cornwall. Im Rosamunde-Pilcher-Land. Dann stand der Land Cruiser in der Garage. Nix Barbourjacke. Nix Cornwall. Statt zum nächsten Fährhafen begebe ich mich in die Einsamkeit Mecklenburg-Vorpommerns: ein tiefes Schlammloch suchen.

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Der Land Cruiser ist ein richtiger Wühler. Mit einem unscheinbaren Knopf am Lenkrad kann man einstellen, auf welchem Untergrund man gerade unterwegs ist – Matsch, Geröll oder Stein – und je nach Einstellung reagieren dann Motor, Bremse und Getriebe. Rundherum eingebaute Kameras helfen beim Rangieren. Oder beim Wenden, wenn man sich auf der Suche nach einem Schlammloch verfahren hat.

Die riesige, in der Mittelkonsole eingebaute Kühlbox fasst mindestens sechs Literflaschen Mineralwasser. Man läuft also nicht Gefahr, zu verdursten, wenn man den Wagen aus einem Schlammloch frei schaufeln muss.

Und die Seitenspiegel des Land Cruiser sind so groß, dass man hinterher, beim Waschen des verdreckten Gesichts, sich garantiert von jedem Spritzer reinigen kann.

Ich bin also vorbereitet. Allein: Es regnet nicht. Vierzehn frustrierende Tage lang sind alle Schlammlöcher Mecklenburgs so trocken, als habe man sie mit Löschpapier ausgelegt. Ich wähle die Untergrundeinstellung »Schlamm«, fahre in eine Waschanlage und fühle mich verwegen.

Am letzten Tag, wieder zurück in Berlin, steht ein Land Rover neben mir an der Ampel. Der Fahrer trägt ein Flanellsakko und raucht Zigarillo. Wir blicken uns kurz an. Sein Wagen ist schlammbespritzt.

Technische Daten

Motorbauart: 8-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 210 kW (286 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,2 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
CO2-Emission: 270 g/km
Durchschnittsverbrauch: 10,2 Liter
Basispreis: 87.000 Euro

Marc Brost ist Leiter des Hauptstadtbüros der ZEIT

 
Leserkommentare
  1. Warum werden hier überwiegend große, teure und spritschluckende Autos präsentiert? Weil der Chefredakteur selber eine Vorliebe (und das Gehalt) dafür hat? Weil die Leser der Zeit überdurchschnittlich verdienen und grün wählen und Land Rover fahren ohne Gewissensbisse kombinieren können? (der Joffe wählt natürlich nicht Grün und unterstützt sicher ganz bewust die deutsche Luxuswagenindustrie)

    Wie wärs mal mit der Regel das keine Wagen über 5 l/100km (Benzin bei Diesel nur 4 l/100km) getestet werden?

    Ich bin ja sonst ganz undogmatisch aber bei teuren umweltverpestenden Blechkisten ist Intolleranz durchaus angebracht.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Also ich bin gegenüber solchen Autos sehr tolerant. Trotzdem ein paar Anmerkungen:

    Wo ist denn die Elektronik eingebaut ? So ab 30-40cm Wassertiefe säuft die ab und ist unwiderruflich hinüber. Schlamm dringt ja nicht so schnell in den Innenraum, aber Wasser bei einer Flußdurchquerung ? Und dann mitten im Fluß stehen bleiben ? Gaaanz toll !

    Die Lackierung (am Besten metallic !) ist auch nicht so unbedingt für eine Schlammschlacht geeignet, aber man kann es sich ja leisten *neu spritzen), oder nach 2 Jahren kommt ein Neuer.

    Kameras (Wasserdicht ?)! wow, professionell ist das nicht ! oder ist die Karre soo unübersichtlich ?

    Was machen Sie denn, wenn Ihnen zwischen Ulan Uhde und Ulan Bator das Vorgelege (hat der sowas ?, von mir aus das Getriebe) verreckt ? Den ADAC rufen ?

    Insofern gebe Ich Ihnen recht, verehrter Pickelface, rational ist das Betreiben eines solch großen Spielzeugs nicht (big Boys, big toys).

    • Folko
    • 07.04.2011 um 16:48 Uhr

    Das wirkliche Problem sind doch nicht die paar Liter Sprit.
    In Wirklichkeit bräuchten wir weniger Kinder, hier sollte der Umweltschutz ansetzen. 6 Milliarden sind einfach zu viele und bei unserer horrenden Pro-Kopf-Verschmutzung in den Industrieländer müssten gerade wir mit Steuererleichterung usw. eine Ein-Kind-Politik betreiben.
    Stattdessen wird die Bevölkerung aufgefordert mehr Kinder zu zeugen...dann kann ich auch nur 1 Kind zeugen (0.5 pro Ehepartner), dazu ein 20l/100km Auto fahren und bin damit in der Endabrechnung viel umweltfreundlicher als ein "ökologisch bewusst" lebender mit 2 Kindern.

    Also ich bin gegenüber solchen Autos sehr tolerant. Trotzdem ein paar Anmerkungen:

    Wo ist denn die Elektronik eingebaut ? So ab 30-40cm Wassertiefe säuft die ab und ist unwiderruflich hinüber. Schlamm dringt ja nicht so schnell in den Innenraum, aber Wasser bei einer Flußdurchquerung ? Und dann mitten im Fluß stehen bleiben ? Gaaanz toll !

    Die Lackierung (am Besten metallic !) ist auch nicht so unbedingt für eine Schlammschlacht geeignet, aber man kann es sich ja leisten *neu spritzen), oder nach 2 Jahren kommt ein Neuer.

    Kameras (Wasserdicht ?)! wow, professionell ist das nicht ! oder ist die Karre soo unübersichtlich ?

    Was machen Sie denn, wenn Ihnen zwischen Ulan Uhde und Ulan Bator das Vorgelege (hat der sowas ?, von mir aus das Getriebe) verreckt ? Den ADAC rufen ?

    Insofern gebe Ich Ihnen recht, verehrter Pickelface, rational ist das Betreiben eines solch großen Spielzeugs nicht (big Boys, big toys).

    • Folko
    • 07.04.2011 um 16:48 Uhr

    Das wirkliche Problem sind doch nicht die paar Liter Sprit.
    In Wirklichkeit bräuchten wir weniger Kinder, hier sollte der Umweltschutz ansetzen. 6 Milliarden sind einfach zu viele und bei unserer horrenden Pro-Kopf-Verschmutzung in den Industrieländer müssten gerade wir mit Steuererleichterung usw. eine Ein-Kind-Politik betreiben.
    Stattdessen wird die Bevölkerung aufgefordert mehr Kinder zu zeugen...dann kann ich auch nur 1 Kind zeugen (0.5 pro Ehepartner), dazu ein 20l/100km Auto fahren und bin damit in der Endabrechnung viel umweltfreundlicher als ein "ökologisch bewusst" lebender mit 2 Kindern.

    • TDU
    • 07.04.2011 um 13:52 Uhr

    Habe leider kein Solardach. Deswegen kann ich mir den Wagen nicht leisten. Und das Gelände wird im Zuge der wachsenden Anzahl Windräder vermutlich auch immer schwieriger.

    Eine Leserempfehlung
  2. Also ich bin gegenüber solchen Autos sehr tolerant. Trotzdem ein paar Anmerkungen:

    Wo ist denn die Elektronik eingebaut ? So ab 30-40cm Wassertiefe säuft die ab und ist unwiderruflich hinüber. Schlamm dringt ja nicht so schnell in den Innenraum, aber Wasser bei einer Flußdurchquerung ? Und dann mitten im Fluß stehen bleiben ? Gaaanz toll !

    Die Lackierung (am Besten metallic !) ist auch nicht so unbedingt für eine Schlammschlacht geeignet, aber man kann es sich ja leisten *neu spritzen), oder nach 2 Jahren kommt ein Neuer.

    Kameras (Wasserdicht ?)! wow, professionell ist das nicht ! oder ist die Karre soo unübersichtlich ?

    Was machen Sie denn, wenn Ihnen zwischen Ulan Uhde und Ulan Bator das Vorgelege (hat der sowas ?, von mir aus das Getriebe) verreckt ? Den ADAC rufen ?

    Insofern gebe Ich Ihnen recht, verehrter Pickelface, rational ist das Betreiben eines solch großen Spielzeugs nicht (big Boys, big toys).

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    • jchey
    • 13.04.2011 um 23:01 Uhr

    Gute und zuverlässige Geländefahrzeuge werden nicht nur von Mercedes und Land Rover hergestellt.

    Daten zum aktuellen Land Cruiser im Vergleich zum G:
    Wattiefe: 70 cm. G-Klasse: 50 cm.
    Steigfähigkeit 45 %. G-Klasse: 80%.
    Kippwinkel: 44 °. G-Klasse: 38 °.
    Bodenfreiheit: 225 mm. G-Klasse: 217 mm.
    Wendekreis: 11,9 m. G-Klasse 12,9 m.

    Man kann übrigens auch 50 Jahre alte Land Cruiser auf den Straßen dieser Welt fahren sehen, also sogar durchhalten tun die Dinger, die sind unzerstörbar. Schon mal nach "Top Gear Hilux" gegoogelt... Da versuchen die durchgeknallten Briten das Schwestermodell Hilux zu zerstören und schaffen es einfach nicht... He he he!

    • jchey
    • 13.04.2011 um 23:01 Uhr

    Gute und zuverlässige Geländefahrzeuge werden nicht nur von Mercedes und Land Rover hergestellt.

    Daten zum aktuellen Land Cruiser im Vergleich zum G:
    Wattiefe: 70 cm. G-Klasse: 50 cm.
    Steigfähigkeit 45 %. G-Klasse: 80%.
    Kippwinkel: 44 °. G-Klasse: 38 °.
    Bodenfreiheit: 225 mm. G-Klasse: 217 mm.
    Wendekreis: 11,9 m. G-Klasse 12,9 m.

    Man kann übrigens auch 50 Jahre alte Land Cruiser auf den Straßen dieser Welt fahren sehen, also sogar durchhalten tun die Dinger, die sind unzerstörbar. Schon mal nach "Top Gear Hilux" gegoogelt... Da versuchen die durchgeknallten Briten das Schwestermodell Hilux zu zerstören und schaffen es einfach nicht... He he he!

    • oleg89
    • 07.04.2011 um 15:22 Uhr

    Die Zeit geht hier mit schlechtem Beispiel voran. Wir wohnen schließlich nicht in der Pampa, sondern im infrastrukturell ausgebautem Deutschland. Ich sehe jeden Tag wie hunderte solcher Autos durch die flachen Asphaltstraßen Münchens trödeln. Jetzt mal ehrlich, wann waren sie zum letzen Mal Autofahren im schwierigen Gelände? Ja, genau! Aber trotzdem glauben alle, sie müssen unbedingt so ein Auto besitzen. Je dicker und lauter, desto cooler. Und Artikel wie diese fördern das noch zusätzlich.

    Wer solche Autos besitzt, sie aber nicht wirklich braucht, ist meiner Auffassung nach ein arroganter egozentrischer Spießer. Solchen Leuten haben wir es zu verdanken, dass die Industrie umweltfreundlichen Technologien den Rücken kehrt. Wir können die Autoindustrie beschimpfen, so oft wir wollen, denn solange wir deren Schrott kaufen, sind wir selbst an der Situation schuld.

    Eine Leserempfehlung
    • Folko
    • 07.04.2011 um 16:48 Uhr

    Das wirkliche Problem sind doch nicht die paar Liter Sprit.
    In Wirklichkeit bräuchten wir weniger Kinder, hier sollte der Umweltschutz ansetzen. 6 Milliarden sind einfach zu viele und bei unserer horrenden Pro-Kopf-Verschmutzung in den Industrieländer müssten gerade wir mit Steuererleichterung usw. eine Ein-Kind-Politik betreiben.
    Stattdessen wird die Bevölkerung aufgefordert mehr Kinder zu zeugen...dann kann ich auch nur 1 Kind zeugen (0.5 pro Ehepartner), dazu ein 20l/100km Auto fahren und bin damit in der Endabrechnung viel umweltfreundlicher als ein "ökologisch bewusst" lebender mit 2 Kindern.

  3. Absolut unsäglich...Fehlt nur noch der Besuch mit dem Allrad-Ungetüm bei MacDonalds; entsorgt wird dann auf dem Highway aus dem Seitenfenster...

    • 2eco
    • 07.04.2011 um 20:30 Uhr

    Schön, dass die gebildeten ZEIT-Leser genau wissen, was die 80 Mio. Bürger in Deutschland benötigen. Ich weiß nicht, wie man sich als Individuum das Recht herausnehmen kann zu entscheiden, was für andere Leute gut bzw. von Nutzen ist?

    Dieses Auto ist keineswegs irrational oder unnützlich! Und wer den Land-Cruiser als Spielzeug bezeichnet hat absolut keine Ahnung. Der Land-Cruiser ist übrigens die Fahrzeugwahl No. 1 der UN. Die fahren damit in allen Krisengebieten der Welt über Stock und Stein damit rum.

    Der Land-Cruiser ist schon immer ein waschechter und robuster Geländewagen gewesen. Wenn man von Geländewagen redet, dann erwähnt man dieses Auto in einem Atemzug mit dem Land Rover Defender und dem G-Modell von Mercedes. Mit diesem Auto kommt man überall hin!
    Und es gibt Leute, wenn auch wenige, die solche Fahrzeuge benötigen.

    PS: Kameras bei einem Geländewagen können im unübersichtlichen Gelände sehr nützlich sein.

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    Ohne Ihrem Bedürfnis nach urbaner mobiler Freiheit zu nahe treten zu wollen sind in Deutschland mehr als 99% der für die Allgemeinheit zugelassenen Straßen, Wege oder sonstige mit einem Fahrzeug erreichbare Untergründe bequem mit einer viertürigen Limusine zu befahren. Für das verbleibende Prozent bzw. nur mit Sondergenehmigung benutzbaren Pfade entscheiden sich begünstigte Fahrzeughalter meistens für spezielle, geländegängige Mittelklassefahrzeuge und nicht für geländetaugliche Luxusfahrzeuge mit dem Gewicht eines Kleinlasters.

    Ohne Ihrem Bedürfnis nach urbaner mobiler Freiheit zu nahe treten zu wollen sind in Deutschland mehr als 99% der für die Allgemeinheit zugelassenen Straßen, Wege oder sonstige mit einem Fahrzeug erreichbare Untergründe bequem mit einer viertürigen Limusine zu befahren. Für das verbleibende Prozent bzw. nur mit Sondergenehmigung benutzbaren Pfade entscheiden sich begünstigte Fahrzeughalter meistens für spezielle, geländegängige Mittelklassefahrzeuge und nicht für geländetaugliche Luxusfahrzeuge mit dem Gewicht eines Kleinlasters.

  4. Die Damen und Herren bei Die Zeit sind doch auch nur Menschen .

    Eine Leserempfehlung

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