Outplacement Anstoß für Entlassene
Wie er gekündigte Führungskräfte in eine neue Position bringt, erklärt der Outplacement-Berater Norbert Roseneck
© Oli Scarff/Getty Images

Der Schatten eines Mannes
DIE ZEIT: Herr Roseneck, haben Sie Up in the Air gesehen?
Norbert Roseneck: War das nicht dieser Film mit George Clooney?
ZEIT: Genau. Er spielt einen Outplacement-Berater, der von Firmen angeheuert wird, um Mitarbeiter zu entlassen. Wie viel hat das mit Ihrem Berufsalltag als Outplacement-Berater zu tun?
Roseneck: Der Film ist Unterhaltungskunst – eine Überspitzung, die nicht mit der Realität verwechselt werden darf. Die Aufgabe eines Outplacement-Beraters muss meines Erachtens heute darin bestehen, Menschen, die entlassen wurden, in eine neue Funktion zu bringen.
ZEIT: Deswegen nennt sich Ihre Firma auch Newplacement AG?
Roseneck: In der Bezeichnung Outplacement schwingt historisch bedingt eine starke Kümmererfunktion für Verunglückte mit. Outplacement-Beratung kommt aus den USA, wo es ursprünglich darum ging, Soldaten nach zehn und mehr Jahren Kriegsdienst wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Natürlich muss man den Schock der Entlassung erst einmal verarbeiten, aber uns geht es nicht vordringlich um psychotherapeutisches Aufbauen, sondern um die Zukunft unserer Klienten, und das wollen wir deutlich machen.
ZEIT: Sie werden vor allem von Firmen gebucht, um deren entlassene Führungskräfte zu beraten.
Roseneck: Entlassungen im Management sind keine Seltenheit mehr, dafür gibt es verschiedene Gründe. Ein Unternehmen verändert sich, stellt den Bereich A ein – dann braucht es auch den Vertriebsleiter A nicht mehr. Es kann passieren, dass ein Chef sich mit einer Führungskraft nicht versteht. Oder ein Manager ist den neuen Anforderungen an seine Position nicht gewachsen. In solchen Fällen ist es oft sinnvoller, man trennt sich.
ZEIT: Was bringt es einem Unternehmen, Sie für die Beratung eines Mitarbeiters zu bezahlen, der ausscheidet? Immerhin verlangen Sie 22 Prozent des Jahresgehaltes, das sind bei einer Führungskraft mindestens 17.000 Euro.

Norbert Roseneck arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Berater und Coach tätig und hat sich auf Outplacement für Führungskräfte spezialisiert.
Roseneck: Die genaue Kalkulation orientiert sich immer am Einzelfall. Zunächst einmal übernimmt das Unternehmen damit soziale Verantwortung.
ZEIT: Die vor einigen Jahrzehnten noch darin bestand, den Mitarbeiter zu behalten.
Roseneck: Richtig, und danach kam die Phase, in der sich die Unternehmen von der Verantwortung mit hohen Abfindungen freikauften. Heute hat sich die Sichtweise durchgesetzt, dass Geld allein nicht weiterhilft. Deswegen wird dem Entlassenen ein Coach an die Seite gestellt. Das hat auch ganz praktische Gründe. Eine Trennung, die durch ein Coaching begleitet wird, endet seltener vor dem Arbeitsgericht, weil durch die Beratung die Zukunft des Arbeitnehmers gesichert wird. Zudem dauert die Freistellung eines Mitarbeiters oft lange. Mit der Hilfe eines Coachs kann er oft in kürzerer Zeit eine neue Stelle antreten, der ehemalige Arbeitgeber spart sich gegebenenfalls mehrere Monatsgehälter.
ZEIT: Und die Entlassenen können sich nicht einfach selbst helfen?
Roseneck: Viele unserer Klienten waren schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind innerhalb ihrer Firma aufgestiegen und dachten, es gehe bis zur Rente so weiter. Stattdessen werden sie plötzlich mit Anfang 50 entlassen und fallen aus allen Wolken. Sie sind es nicht gewöhnt, sich kritisch mit ihren Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und daraus Tätigkeitsfelder abzuleiten, in denen sie sich bewerben können.
ZEIT: Was ist der erste Schritt, den man tun sollte, wenn man plötzlich ohne Job dasteht?
Roseneck: Wir beginnen mit einer biografischen Analyse, um herauszufinden, was diese Menschen geprägt hat.
- Datum 09.04.2011 - 09:40 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 7.4.2011 Nr. 15
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dass bisher schon Privilegierte auch nach der "Freisetzung" weiterhin privilegiert bleiben, kennen wir schon lange.
Mein Mitleid mit den entlassenen "Führungskräften" hält sich in Grenzen... diese haben kein existenzielles Problem, sie haben ein Luxusproblem.
Es ist schon auffällig mit welchem Selbstverständnis Outplacement nur für sog. Führungskräfte betrieben wird. Weder der Interviewte, noch der Interviewer kommen auf den Gedanken das es auch bei den "normalen" Beschäftigten viele gibt, die nach 30 Jahren in einer Firma, mit 50 Jahren entlassen werden, weil es den "Bereich A" nicht mehr gibt, oder der Chef nicht mit ihnen kann, oder lieber einen jüngeren haben will. Solche Arbeitnehmer erleben gleich einen doppelten Schock, erst die Entlassung und dann die harte Hartz IV Realität. Ubernahme "sozialer Verantwortung" durch das Unternehmen - Fehlanzeige.
Natürlich kann so etwas auch das Fußvolk treffen.
Aber... ich habe jetzt zwei Fusionen bei uns mitgemacht.
Da war es schon so: Die "normalen Mitabeiter" behalten ihren Job oder es wird zumindest im Unternehmen eine alternative Beschäftigung gesucht und wer bereit ist, sich auf die "neue Welt" einzustellen, hat auch weiter einen guten Job.
Ein guter Teil der Führungskräfte muss jedoch gehen.
Die Verkäufer von Bereich A werden auf die Bereiche B und C verteilt, auf die sich das Geschäft ja jetzt konzentrieren soll. Einen Verkaufsleiter für Bereich A braucht es aber nicht mehr.
Also:
Es gibt Firmen, die sich um "ihre Leute" kümmern (ja die gibt es wirklich, ich arbeite in so einer) und es gibt Firmen, denen ist alles egal. Die werden in der Regel auch ihre Führungskräfte einfach so vor die Tür setzen.
Natürlich kann so etwas auch das Fußvolk treffen.
Aber... ich habe jetzt zwei Fusionen bei uns mitgemacht.
Da war es schon so: Die "normalen Mitabeiter" behalten ihren Job oder es wird zumindest im Unternehmen eine alternative Beschäftigung gesucht und wer bereit ist, sich auf die "neue Welt" einzustellen, hat auch weiter einen guten Job.
Ein guter Teil der Führungskräfte muss jedoch gehen.
Die Verkäufer von Bereich A werden auf die Bereiche B und C verteilt, auf die sich das Geschäft ja jetzt konzentrieren soll. Einen Verkaufsleiter für Bereich A braucht es aber nicht mehr.
Also:
Es gibt Firmen, die sich um "ihre Leute" kümmern (ja die gibt es wirklich, ich arbeite in so einer) und es gibt Firmen, denen ist alles egal. Die werden in der Regel auch ihre Führungskräfte einfach so vor die Tür setzen.
"Viele unserer Klienten waren schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt. ...Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und daraus Tätigkeitsfelder abzuleiten, ...." Insbesondere diese Aussage finde ich witzig, da man ja leider gleiches ueber Mitarbeiter der Arbeitsaemter sagen muss. Die meisten waren einmal in ihrem Leben am Arbeitsmarkt aktiv und danach nie wieder. Vieleicht ssollte man darueber mal nachdenken, denn das bestaetigt meine persoenlichen Erfahrungen mit dem Arbeitsamt. Und offensichtlich scheinen Unternehmen hinsichtlich ihrer besser bezahlten Kraefte aehnlich zu denken und packen nochmal richtig Geld an, frei nach dem Motto, wer hat, dem soll gegeben werden.
"Viele unserer Klienten waren schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt. ...Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und daraus Tätigkeitsfelder abzuleiten, ...."
Da haben Menschen jahrelang eine Tätigkeit ausgeübt und viele Erfahrungen gesammelt, und dann wird einfach behauptet, dass dies nichts wert sein soll. Stattdessen wird wieder dieses ekelhafte Persönlichkeitsgetue ausgebreitet, weil die Personaler bei ihren Fangfragen nur ihre widerlichen Spielchen treiben wollen, statt die wirklichen Qualifikationen zu prüfen. Mir graust es dabei, wie die Firmen auf dem Arbeitsmarkt mit Bewerbern umgehen. Kein Wunder, dass din Deutschland Fachkräftemanel herrscht. Vernünftige Leute gehen ins Ausland und zeigen derart arroganten Firmen eine lange Nase.
"Viele unserer Klienten waren schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt. ...Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und daraus Tätigkeitsfelder abzuleiten, ...."
Da haben Menschen jahrelang eine Tätigkeit ausgeübt und viele Erfahrungen gesammelt, und dann wird einfach behauptet, dass dies nichts wert sein soll. Stattdessen wird wieder dieses ekelhafte Persönlichkeitsgetue ausgebreitet, weil die Personaler bei ihren Fangfragen nur ihre widerlichen Spielchen treiben wollen, statt die wirklichen Qualifikationen zu prüfen. Mir graust es dabei, wie die Firmen auf dem Arbeitsmarkt mit Bewerbern umgehen. Kein Wunder, dass din Deutschland Fachkräftemanel herrscht. Vernünftige Leute gehen ins Ausland und zeigen derart arroganten Firmen eine lange Nase.
Natürlich kann so etwas auch das Fußvolk treffen.
Aber... ich habe jetzt zwei Fusionen bei uns mitgemacht.
Da war es schon so: Die "normalen Mitabeiter" behalten ihren Job oder es wird zumindest im Unternehmen eine alternative Beschäftigung gesucht und wer bereit ist, sich auf die "neue Welt" einzustellen, hat auch weiter einen guten Job.
Ein guter Teil der Führungskräfte muss jedoch gehen.
Die Verkäufer von Bereich A werden auf die Bereiche B und C verteilt, auf die sich das Geschäft ja jetzt konzentrieren soll. Einen Verkaufsleiter für Bereich A braucht es aber nicht mehr.
Also:
Es gibt Firmen, die sich um "ihre Leute" kümmern (ja die gibt es wirklich, ich arbeite in so einer) und es gibt Firmen, denen ist alles egal. Die werden in der Regel auch ihre Führungskräfte einfach so vor die Tür setzen.
"Viele unserer Klienten waren schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt. ...Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und daraus Tätigkeitsfelder abzuleiten, ...."
Da haben Menschen jahrelang eine Tätigkeit ausgeübt und viele Erfahrungen gesammelt, und dann wird einfach behauptet, dass dies nichts wert sein soll. Stattdessen wird wieder dieses ekelhafte Persönlichkeitsgetue ausgebreitet, weil die Personaler bei ihren Fangfragen nur ihre widerlichen Spielchen treiben wollen, statt die wirklichen Qualifikationen zu prüfen. Mir graust es dabei, wie die Firmen auf dem Arbeitsmarkt mit Bewerbern umgehen. Kein Wunder, dass din Deutschland Fachkräftemanel herrscht. Vernünftige Leute gehen ins Ausland und zeigen derart arroganten Firmen eine lange Nase.
Ich habe einige Fälle von Outplacement im früheren Kollegenkreis verfolgt und festgestellt, dass es sich dabei um einen Blankoscheck handelt. Die Outplacement-Firma versucht lediglich den Anschein zu erwecken, sie würde sich allen Ernstes um die Findung des optimalen neuen Arbeitsplatzes bemühen. In Wirklichkeit geht es um einen Persilschein, den der Outplacer der auftraggebenden Firma erstellt. Goodwill, nicht Ergebnisgarantie! Wenn es schief geht, wenn der Bewerber die Probezeit "nicht besteht" (gelegentlich flüstert die alte Firma der neuen einige geflügelten Worte zu ...), dann sind alle fein raus, der outplacer bleibt angestellt, der Personalmensch bei der alten Firma auch, der blauäugige Entlassene bekommt nicht einmal Hartz IV (in der Regel hat eine Führungskraft zuviel Eigenmittel) und darf seine private Krankenversicherung bei Null Einklommen selbst bezahlen. Betrug!
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