Eine Garderobe »Hang it all« von Eames für Vitra

Der erste unserer 100 Einrichtungsgegenstände: Diese Garderobe haben Charles und Ray Eames 1953 für ihre Kinder entworfen – aber natürlich, um Kleider dran aufzuhängen. Bunt und immer noch schön

Ein Buch Gesammelte Werke von Shakespeare

Zwar gibt es heute alles Wissen im Internet. Trotzdem sollte jeder ein Buch besitzen, in dem er schmökern kann, wenn der Computer mal aus ist. Tatsächlich gibt es ein Buch, das ausreicht, den Menschen bis ans Ende seiner Tage zu erheitern, zu erschüttern, zu beglücken: William Shakespeares gesammelte Werke. Wer sich einlässt auf Shakespeares Komödien, Dramen, Sonette, wird mit Erlebnissen belohnt, die man nicht googeln kann.

Eine Pendelleuchte für das Wohnzimmer »E27 Socket Lamp« von Muuto

Dass die einfachsten Dinge immer die schwersten sind, erkennt man auch daran, wie lange man auf eine so schöne, schlichte Lampe warten musste. Endlich ist sie da – ausgerechnet jetzt, da es mit der Glühbirne zu Ende geht. Diese Pendelleuchte ist im Prinzip nichts anderes als ein Lob des reinen Glühfadens. Sie ist die erste von vier Lampen in dieser Strecke, denn eine Wohnung ist ja groß.

Die Pendelleuchte will vor allem eines: Licht ins Dunkel bringen, was sie auf ziemlich unaufgeregte Weise tut, indem sie an das Provisorische der ersten Nacht nach einem Umzug erinnert. Ausgedacht hat sich die Leuchte der schwedische Designer Mattias Stahlbom, ein Mitglied jener Kreativen, die man New Nordic nennt und die die große Tradition des skandinavischen Designs weiterführen.

Aber Tradition hin oder her: Wer es doch ein bisschen crazy haben möchte, der kann bei Fassung und Kabel dieser Leuchte zwischen allen möglichen Farben wählen: Gelb, Grün, Violett, Grau, Blau, Schwarz, Weiß. Das Kabel ist übrigens vier Meter lang.

Eine Tubenseife »Nummer 18« von San Floriano

Diese Seife duftet nach Jasmin, Rosengeranie und erdigen Hölzern und enthält Olivenöl und Kakaobutter. Weder Tenside noch Konservierungsstoffe verstecken sich in dieser Mischung. Sie verbreitet Freude bis zum letzten Tropfen. Oder bis man die Seifentube mal mit der Zahnpastatube verwechselt.

Ein Bett »Mo« von Philipp Mainzer für e15

Im Bett verbringen wir mehr Zeit als an jedem anderen Ort der Welt. Im Bett wollen wir uns sicher fühlen und nicht von der Apokalypse träumen. Deshalb sollte man sich ein Modell wählen, das nie den Eindruck macht, dem Zusammenbruch nahe zu sein. Das »Mo« von e15 ist aus massiver Kerneiche, extrem stabil – und sieht auch nach 20 Jahren nicht abgegriffener aus als man selber.

Ein Messbecher »Rosti« von Mepal

Ohne Messbecher ist man beim Kochen verloren. Wer einen guten Messbecher hat, kann an ihm nicht nur ablesen, wie viel ein halber Liter ist, sondern hat auch allerlei andere Schöpfmaße für Grundnahrungsmittel wie Mehl und Zucker. Wer den besten aller Messbecher hat, kann von ihm lernen, dass Mehl auf Italienisch »farina« heißt.

Zwei Handtücher »Grace« von Luiz

Wer aus der Dusche steigt, ist einen Moment lang ganz allein mit sich und seinem alternden Körper: mit Falten, Orangenhaut oder Stellen, wo keine Haare mehr wachsen. Dann möchte man getröstet werden, aber leider ist nicht immer jemand da, der das übernehmen würde. Helfen kann da ein großes, sehr weiches Handtuch wie das Grace von Luiz. Sobald man sich, umschmiegt von diesem Riesenhandtuch, im Spiegel erblickt, findet man sich gleich wieder viel schöner.

Eine Waschmaschine Miele ECO W 5000 WPS

Waschmaschinen sahen noch nie gut aus. Der erste Vollautomat von Miele 1956 war ein weißer Kasten mit Loch im Bauch – und so ist es auch heute noch. Doch die Schönheit einer Maschine erklärt sich von innen heraus. Und wenn man Waschmaschinenreparateure nach den inneren Werten einer Miele-Maschine fragt, wird ihre Stimme weich wie Wasser nach der Beigabe von Calgon: Die Waschmaschinen-Männer erzählen dann, wie viel schönes, schweres Metall die Apparate im Bauch haben und wie logisch alles angeordnet ist. Sie schwärmen davon, dass die ganze Konstruktion auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ausgelegt sei. Eine Waschmaschine, die verspricht, dass man sich lange Zeit keine Gedanken mehr über Waschmaschinen machen muss. Miele-Waschautomaten kommen aus Gütersloh, der unaufregendsten Stadt Deutschlands. Wer sich einen kauft, holt sich ein kleines bisschen Gütersloh ins Haus. Mehr will niemand im Leben haben, aber weniger auch nicht.

Eine Geldbörse »Two-Sided Zip Wallet« von Comme des Garçons

Hat man kein Geld, sinkt die Laune, hat man sehr viel davon, macht man sich auch Sorgen. Es kommt auf das richtige Mittelmaß an. Vielleicht sollte man immer gerade so viel besitzen, wie in die Reißverschluss-Geldbörse von Comme des Garçons hineinpasst: ein paar Münzen, ein paar Scheine und eine Kreditkarte. Wenn die Stimmung trotzdem aus Geldmangel düster ist, helfen vielleicht die vielen Farben, in denen das Portemonnaie erhältlich ist. Jede Saison kommen neue Varianten dazu. Und weil es für einen Comme-des-Garçons-Artikel mit rund 60 Euro sehr günstig ist, kann man sich öfter mal ein neues leisten.

Eine Tischlampe »Falling Star« von Tobias Grau

Eine kleine Leuchte braucht der Mensch auf dem Tisch, mehr nicht. Nur das Buch soll ausgeleuchtet werden, das man gerade liest. Der Lichtkegel soll genauso auf das Wesentliche konzentriert sein wie man selbst. Entsprechend reduziert ist diese Tischleuchte von Tobias Grau. Eine Linse bündelt das LED-Licht, das einen angenehm warmen Ton hat. Normalerweise machen LED-Leuchten wenig Freude, weil ihre Lichtleistung im Vergleich zur klassischen Glühbirne oder zur Halogenleuchte gering ist. Die »Falling Star«-Tischleuchte nimmt sich aber nicht mehr vor, als sie zu leisten imstande ist. Sie ist sofort hell – anders als die verbreiteten Energiesparlampen. Sie brennt nie durch, und sie macht keinen Kummer, wenn Nachtfalter gegen ihren Leuchtkopf fliegen. Am fallenden Stern kann sich kein Falter verbrennen: Poetischer als diese Lampe kann kein Buch sein.

Ein Kochlöffel »Nummer 621« von Scanwood

Ein Hund kam in die Küche / und stahl dem Koch ein Ei / da nahm der Koch den Löffel / und schlug den Hund zu Brei: Aus diesem brutalen Kinderlied lässt sich ersehen, dass Hunde nicht immer überall willkommen waren – und auch welche Stabilitätsanforderungen einst an Kochlöffel gestellt wurden. Heute sollten Löffel einzig zum Traktieren von Eintöpfen verwendet werden. Kaputt gehen dürfen sie trotzdem ein Leben lang nicht. So wie dieser Löffel aus Olivenholz.

Eine Gesichtscreme »Quitte« von Dr. Hauschka

Soll man doch im Ausland darüber lachen, dass wir Deutschen nicht verstehen, warum man einen Doktortitel nicht auf eine Visitenkarte drucken sollte. Oder auf eine Cremetube. Dr. Hauschka ist inzwischen auch in New York eine Autorität. Naturkosmetik aus Eckwälden bei Esslingen, das klingt auf der ganzen Welt exotisch. Nur nicht in Deutschland. Uns verführt die Schlichtheit dieser Creme. Riecht gut, macht weiche Haut.

Ein Fußabtreter »Chunky Bouclé« von Habitat

Fußmatten tragen heute Aufdrucke wie: »Oh, nein, Du schon wieder«, »Meine Geräte sind angemeldet« oder »Bier steht im Kühlschrank«. Damit sagen sie mehr über ihren Besitzer, als dem recht sein kann. Diese Matte hält den Dreck ab. Auch verbalen.

Ein Bücherregal »Billy« von Ikea

»Wer ein anderes Bücherregal kauft als Billy, ist ein Idiot«, hat Florian Hufnagl, der Hüter einer der größten Designsammlungen, gesagt. Billy wurde 1979 von Ikea auf den Markt gebarcht – als Abbild des Systemregals »T550«, das Bruno Paul 1908 entworfen hatte. Es wurde nie mehr ein besseres und billigeres Bücherregal erfunden. Die Vernünftigen freuen sich darüber, kaufen Billy und widmen sich wichtigeren Fragen. Etwa dem Aufbau.

Ein Beistelltisch »FAT« von Patricia Urquiola für B&B Italia

Der Couchtisch ist dem Menschen nützlich, während sich dieser auf dem Sofa fläzt. Das führt dazu, dass er im Grunde wenig beachtet wird, denn die meiste Zeit des Lebens verbringt man nicht auf dem Sofa. Allerdings fällt einem sofort auf, wenn er fehlt. Wer, auf dem Sofa sitzend, die Teetasse auf den Fußboden stellen muss, ist gezwungen, sich ungemütlich vorzubeugen. Und stößt er die Tasse mit dem Fuß um, der Tee fließt über den Teppich: Gemütlichkeit ade. Dann besser einen kleinen Tisch, am besten den hier von der Spanierin Patricia Uriqiola.