Atomkraftwerke: Heikler Brennstoff
In Mischoxid-Elementen, wie sie in Fukushima und auch in deutschen Reaktoren verfeuert werden, steckt Plutonium. Das zeigt, wie verquickt Atomkraft und -waffen sind.
- Datum: 07.04.2011 - 11:27 Uhr
© Anne-Christine Poujoulat/Getty Images

Forscher bei der Analyse radioaktiver Brennstoffe
Drei Buchstaben stehen für ein ganz spezielles Risiko unter all den Unwägbarkeiten von Fukushima : MOX, kurz für Mischoxid. Aus einer solchen Stoffmixtur bestehen 32 Brennstäbe im dritten der vier havarierten Reaktoren – sie enthalten neben Uran auch Plutonium. Einen Bombenstoff.
Diese Form von nuklearem Brennstoff ist seit Jahrzehnten äußerst umstritten – und auch in der deutschen Ausstiegsdiskussion dürfte MOX noch für Streit sorgen: Würden die sieben durch das Moratorium der Bundesregierung abgeschalteten alten Reaktoren und das pannengeplagte Atomkraftwerk Krümmel definitiv stillgelegt, dann würden in Deutschland nur noch Meiler laufen, die mit MOX-Brennelementen befeuert werden. Schon jetzt warnen Atomkritiker davor, Reststrommengen etwa der alten Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel auf das modernere AKW Brokdorf zu übertragen. Denn dieses läuft mit MOX.

Wie viele Menschen in Deutschland leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen
Ein brisanter Brennstoff also. Warum geht man weltweit dennoch dieses Risiko ein? Eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle versprachen sich Ingenieure und Politiker vom Plutonium. Sie träumten von einer nuklearen Kreislauf-Wirtschaft: Schnelle Brutreaktoren produzieren aus reichlich vorhandenem Abfall (nicht spaltbarem Uran 238) ständig neues Plutonium. Das Element mit dem chemischen Kürzel Pu wird dann in Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA) extrahiert und als Brennstoff mit spaltbarem Uran 235 kombiniert, fertig sind die Mischoxid-Brennelemente (MOX-BE). Bis heute prägt die Vision des atomaren Recyclings die Energiepolitik etwa in Russland, China oder Frankreich.
- Pu - begehrtes Teufelszeug
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Seine Entdeckung durch den US-Amerikaner Glenn Seaborg 1940 wurde geheim gehalten, weil sich rasch die militärische Brisanz des neuen Elements herausstellte. Wie seine beiden Nachbarn im Periodensystem, Uran und Neptunium, wurde es nach einem Planeten benannt, daher Pluto-nium. Als Kürzel wählte Seaborg spöttisch »Pu« – in Anspielung auf das englische Kinderwort für Fäkalien. Namenspatron Pluto, der Gott der Unterwelt, erwies sich im Nachhinein als höllisch passender Pate.
Pu sendet vor allem Alphastrahlung aus, die sich schon mit einem Blatt Papier abschirmen lässt. Doch mit einer Halbwertszeit von 24000 Jahren ist es sehr langlebig. Es ist wie alle Schwermetalle giftig, löst sich aber fast nicht in Wasser. Plutonium zu verschlucken wäre daher weniger gefährlich, als es einzuatmen. Seine Radioaktivität schädigt die Lunge. In Majak (ehemalige Sowjetunion) beobachtete man eine Häufung von Lungenkrebs nach der Explosion einer Plutoniumfabrik 1957.
Auch das rohstoffarme und energiesüchtige Japan baute zwei Schnelle Brüter, gerade entsteht die zweite WAA des Landes. Und im vergangenen Herbst schließlich begann der Test von MOX-BE im nunmehr zerstörten Reaktor 3 von Fukushima. Es sollte ein weiterer Schritt in die Plutonium-Wirtschaft sein.
Perfekt ins Bild passt auch die geradezu horrende Ansammlung von mehr als 14.000 Brennelementen in Fukushima . Überwiegend kühlen sie abgebrannt in den Abklingbecken und Zwischenlagern ab. Die insgesamt in Fukushima gehortete Radioaktivität entspricht dem Inhalt von 25 Reaktorkernen. In den Augen vieler Japaner – zumindest bis zum verheerenden Beben – war dies ein wahrer Energieschatz.

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Denn auch jedes zunächst aus reinem Uran bestehende Brennelement enthält bald Plutonium, weil dieses bei der Kettenreaktion als Nebenprodukt entsteht. Aus Uranoxid wird so Plutoniumoxid – im Betrieb mutiert jedes Brennelement zu MOX-BE! Nach etwa dreijähriger Laufzeit enthält es ein Prozent Pu. Der überwiegende Teil aber wird, kaum gebildet, gleich wieder gespalten. Schon in jedem konventionell beladenen Reaktor geht rund ein Drittel der Stromproduktion auf die Spaltung von Pu zurück. Das macht das Schwermetall für Stromerzeuger so attraktiv.
Deutschland hatte zwar nie Kernwaffen, ein Plutonium-Erbe besitzt es trotzdem
Und genau deshalb harrten in Fukushima so enorm viele abgebrannte Brennstäbe der Wiederaufarbeitung. Die als besonders gefährlich erachteten 32 MOX-Elemente des Reaktors 3 dürften nur etwa ein Hundertstel des gesamten Plutoniums von Fukushima enthalten. Die Menge, die im Abklingbecken des Reaktors 4 liegt, ist um ein Vielfaches höher. Seit die teilweise Auflösung der Brennstäbe eine gewaltige Explosion verursacht hat, dampfen sie unter freiem Himmel. Von dort dürften auch die Plutoniumspuren stammen, die man auf dem Gelände entdeckt hat.
- Lage in Fukushima-1
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BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4 Abschaltung nach Beben, Explosion am 12.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 15.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 14. und 16.03.2011 Abgeschaltet vor Beben, Brände und Explosion am 15.03.2011 Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Abgeschaltet und auch vor dem Beben nicht in Betrieb Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter und Reaktordruckbehälter beschädigt, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude leicht beschädigt, Außenhülle löchrig, Leck im Sicherheitsbehälter vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter beschädigt, Leck vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Wasserstoff aus Block 3 sprengte das Dach, keine Brennelemente im Kern Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 400 Brennelemente, Zustand der 292 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen, Zustand der 587 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen beschädigt, Schäden an den 514 Brennelemente im Abklingbecken vermutet (Wasser wird eingespeist) keine Brennelemente im Reaktorkern, die meisten der 1331 Brennelementen im Abklingbecken sind vermutlich nicht beschädigt (Wasser wird eingespeist) Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes. Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Kunststoffzelt über dem Reaktorblock zur Abschirmung austretender Strahlung fertiggestellt kein Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung geplant Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4
Quellen (u.a.): GRS, JAIF, Stand: März 2012 - Blöcke 5 und 6
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BLOCK 5 BLOCK 6 Abgeschaltet vor Beben Abgeschaltet vor Beben Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt 548 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 946 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt 764 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 876 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Keine Informationen über austretende Radioaktivität Keine Informationen über austretende Radioaktivität - AKW-Übersicht
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© ZEIT ONLINE
Die sechs Reaktoren von Fukushima-Daiichi liegen direkt an der Küste im Osten Japans. Ihr Zustand kann auf noch unabsehbare Zeit kritisch bleiben. Die japanische Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage der Anlage mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.
- Evakuierungszone
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© ZEIT ONLINE
Ende September wurde die Sperrzone auf Gebiete in einem Umkreis von 20 Kilometern reduziert. Einige Städte außerhalb dieses Bereichs, wie etwa Iitate, die sehr stark durch radioaktiven Fallout belastet worden sind, bleiben jedoch vorerst gesperrt.
Im Gegensatz zu Jod 131 und Cäsium 137, die bereits in großen Mengen freigesetzt wurden und deren Radioaktivität akut lebensgefährlich ist, kann Plutonium nicht als Gas entweichen. Und weil es steinhart ist wie Keramik und elfmal schwerer als Wasser, erwartet man , dass es sich im Fall einer Reaktorexplosion hauptsächlich im nahen Umkreis niederschlägt. Jedenfalls war das in Tschernobyl so.

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?
Plutonium reichert sich weder in der Nahrungskette noch im Körper an. Zudem sendet es überwiegend Alphastrahlen aus, die sich relativ leicht abschirmen lassen – man könnte Pu für eine untergeordnete Gefahr halten. Wäre es nicht auch ein mörderischer Bombenstoff. In Nagasaki tötete er Zehntausende Zivilisten auf einen Schlag. Und jede Terrorgruppe, die reines Plutonium 239 hat, kann eine Kernwaffe bauen, wenn auch mit hohem Aufwand. Umgekehrt fällt bei jedem demontierten Atomsprengkopf Pu an, gleichsam secondhand.
Und genau das ist der Grund, warum sogar die US-Amerikaner, lange Skeptiker einer nuklearen Kreislaufwirtschaft, seit der Jahrtausendwende in Savannah River eine neue Fabrik für MOX-BE bauen: Sie soll bei der mit Russland vereinbarten Abrüstung Tausender Kernwaffen helfen. Dutzende Tonnen Waffenplutonium gilt es zu entsorgen. Damit dieses Material keinem Terroristen oder Potentaten in die Hände fällt, wurde anfangs erwogen, es mit hoch radioaktiven Abfällen in Glas zu verschmelzen und einzulagern. Doch man besann sich auf das alte Leitmotiv der Friedensbewegung: »Schwerter zu Pflugscharen«, respektive Bombenstoff zu MOX-BE.

Nicht nur deren tödliche Strahlung soll Terroristen abschrecken. Nach dem zivilen Gebrauch ist das ursprünglich relativ reine Waffenplutonium 239 auch stark verunreinigt durch mehrere eng verwandte Plutoniumsorten (etwa Pu 238, Pu 240, Pu 241). Diese Isotope erschweren einen Bombenbau enorm, denn sie würden die nukleare Kettenreaktion bereits vor der eigentlichen Explosion auslösen. Ein Sprengsatz würde also zur Verpuffung neigen. Zusätzlich strahlen die schmutzigen Pu-Sorten gefährlicher als Waffenplutonium selbst. Bombenbastler (auch solche, die nur eine »schmutzige Bombe« und keine hochbrisante Kernwaffe anstreben) würden also selbst dann noch ihr Leben riskieren, wenn sie allen Waffenstoff aus alten Brennstäben herausgelöst hätten.
Deshalb wurden MOX-BE international als der sicherere Weg zur Entsorgung von Plutonium betrachtet – sicherer als eine direkte Endlagerung. Dass bisher noch keine aufstrebende Atommacht versucht hat, über MOX-BE an die Bombe zu gelangen, wird als Beleg dafür gewertet, dass zivile Nutzung den Waffenstoff tatsächlich »entschärft«. Doch nun erfahren die bisherigen Sicherheitsabwägungen und Verfahrensweisen – wie so vieles andere – ein Update durch die Realität.
In Deutschland hat der Streit um den MOX-Einsatz längst begonnen. Obwohl sich die Bundesrepublik unter politischen Wehen von der Wiederaufarbeitung (Wackersdorf), vom schnellen Brüter (Kalkar) und von einer großen Fabrik für MOX-BE (Hanau) verabschiedet hat und obwohl sie nie Kernwaffen besaß, muss auch sie ein heikles Erbe entsorgen: Aus alten, längst gestoppten Verträgen mit den Wiederaufarbeitungsanlagen im französischen La Hague und dem britischen Sellafield sind über 60 Tonnen deutschen Plutoniums angefallen.









>>Sie träumten von einer nuklearen Kreislauf-Wirtschaft: Schnelle Brutreaktoren produzieren aus reichlich vorhandenem Abfall (nicht spaltbarem Uran 238) ständig neues Plutonium. Das Element mit dem chemischen Kürzel Pu wird dann in Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA) extrahiert und als Brennstoff mit spaltbarem Uran 235 kombiniert, fertig sind die Mischoxid-Brennelemente (MOX-BE).<<
Kurz und Knapp: Man versucht wieder einmal die Entwicklung eines Perpetuum mobile... soviel zur Lernfähigkeit.
Die ersten AKWs sind eh nur zur Gewinnung des Bombenstoffes errichtet worden, Stromerzeugung stand ursprünglich gar nicht auf der Agenda.
Und den ganzen kleinen Gerne-groß-Staaten, die meinen sie müssten unbedingt ein AKW bauen, geht es genau um diesen einen Aspekt, um nichts anderes. Dabei vergessen sie aber, dass sie sich damit eine passive Bombe ins Nest legen. Drei, vier der gerade eben bei Gaddafi geklauten panzerbrechenden Munition machen dann sehr schnell aus einem gerne-groß-Staat einen halb-tot-Staat.
Aber ich nehme an, es ist sinnlos bei solchen Überlegungen an die Intelligenz zu appellieren....
sondern die Streckung der Vorräte um zwei Größenordnungen ist das Ziel. (Dass MOX Brennelemente für Terroristen nicht taugen, ist im Artikel erwähnt. Und dass ein Containment so leicht nicht zerstörbar ist, haben wir in Fukushima gesehen.)
Die ganzen kleinen Gerne-groß-Staaten, die meinen sie müssten unbedingt ein AKW bauen, geht es genau um diesen einen Aspekt, um nichts anderes. Dazu gehen sie den Weg über die Urananreicherung und spezielle nicht für die Stromerzeugung optimierte Reaktoren.
Herzlichst Crest
sondern die Streckung der Vorräte um zwei Größenordnungen ist das Ziel. (Dass MOX Brennelemente für Terroristen nicht taugen, ist im Artikel erwähnt. Und dass ein Containment so leicht nicht zerstörbar ist, haben wir in Fukushima gesehen.)
Die ganzen kleinen Gerne-groß-Staaten, die meinen sie müssten unbedingt ein AKW bauen, geht es genau um diesen einen Aspekt, um nichts anderes. Dazu gehen sie den Weg über die Urananreicherung und spezielle nicht für die Stromerzeugung optimierte Reaktoren.
Herzlichst Crest
Na endlich mal ein wirklich fundierter Wissenschaftsbeitrag, aus dem sogar ich noch etwas erfahren kann. Allein die Ausarbeitung des Problematischen bleibt ein wenig auf der Strecke, ist allerdings ohnehin nachgeordnet und könnte hiernach erst beginnen.
Hier sehe ich jedoch wenig wirkliche Probleme. Eine Welt, die jahrzehntelang Kernkraft nutzte, ohne zu wissen, was sie mit dem anfallenden Müll machen soll, und die fast ebenso lang ein Machtspielchen mittels Atombomben trieb, begegnet durch das Plutonium keiner neuen Qualität. Die Vor- und Nachteile heben sich quasi auf, so dass die Diskussion wieder auf die Debatte über die Nutzung von Kernkraft allgemein zurück geführt wird.
Allein die Gefahr radioaktiven Staubs, in dem auch Plutonium enthalten sein könnte, sollte nicht unterschätzt werden. Zwar kann man sich durch die Eigenschaften des Stoffes besser dagegen schützen, doch verherrend ist die Wirkung - gerade weil es ein alpha-Strahler ist - falls es in den Körper gelangt.
War es nicht so, dass gerade das waffenfähige Pu die längste Halbwertszeit aufweist?
Der Argumentationsschritt von Fukushima zum Kernwaffenbau von Terroristen ist mir nicht klar.
Was ist die Aussage?
Kein Terrorist der Welt wird im Umkreis von Fukushima versuchen, Plutonium aus dem Niederschlag im Umkreis der Anlage isolieren zu wollen. Ebenfalls waere es momentan nicht sehr klug (und gesund) Pu aus den freiliegenden Abklingbecken stehlen zu wollen.
Und wo ist das Problem, mit Mischoxidreaktoren "altes" Plutonium in einen Zustand zu bringen, bei dem erst wieder muehsam und unter Nutzung einer Menge teuerer Technik angereichertes Plutonium zu gewinnen waere?
239-Pu hat eine Halbwertszeit von etwa 24000 Jahren, das ist gegenueber den Isotopen 244-Pu (ca. 80 Mio. Jahre) und 242-Pu (ca. 375000 Jahre) gering, anderen Isotope haben Halbwertszeiten in der Groessenordnung von Stunden/Tagen (237-Pu, 243-Pu), Jahren (236-Pu, 238-Pu, 241-Pu) und 1000 Jahren (240-Pu). Allerdings ist die Halbwertszeit von Plutonium nur die halbe Wahrheit, die Halbwertszeiten der Zerfallsprodukte (Uran- & Thoriumisotope) sind auch lang und bis zum endgueltigen Zerfall in stabile Kerne mit zu beruecksichtigen.
Ja, genau das wurde mir aus dem Artikel auch nicht klar.
Ja, genau das wurde mir aus dem Artikel auch nicht klar.
Ja, genau das wurde mir aus dem Artikel auch nicht klar.
dass die Autoren entweder keine Ahnung von der Materie haben oder den üblichen irreführenden Anti-Atom-Sermon von Stapel lassen.
1. Nicht alles Plutonium aus Leichtwasser-Reaktoren ist Kernwaffenfähig.
2. Kernwaffen kann man genausogut mit angereichertem Uran bauen.
3. Ginge es um die Erbrütung von Kernwaffen-Plutonium, so würde man ganz andere Reaktoren wählen als die kommerziellen Leichtwasser-Reaktoren
4. (klar wg 3.) sind die militärischen Nuklearprogramme von den zivilien historisch und technisch klar differenzierbar. Da könnte man ebensogut die Gründung von VW als Kriegsvorbereitung bezeichnen, weil Autos und Panzer beide Verbrennungsmotoren besitzen...
Nun ja,
1. wurde schon im Artikel gestreift,
2. ja, allerdings in anderem, nicht unbedingt effektiveren Design. Urananreicherung wird ja auch gemacht; ist ja kein grosses Geheimnis.
Plutonium, was schon vglw. rein vorliegt (aus ausrangierten Gefechtskoepfen), besitzt, wenn man den Aufwand mit Neutronenreflektoren u.v.a.m scheut (also Terroristen ohne grosstechnische Experimentieranlagen), eine kleinere kritsche Masse, waeren naiv betrachtet also erst einmal einfacher in eine gleichzeitig kompaktere Bombe zu integrieren.
Ganz so einfach ist es dann natuerlich doch nicht...
Aber selbst wenn man spaltbares Material hat, der Waffenbau erfordert noch grosse Anstrengungen in geometrischer Anordnung u.v.a.m... Expertise, die jedes Land fuer sich erwerben muss...
3. Ja, die "guten" alten graphitmoderierten Druckroehrenreaktoren eignen sich dafuer hervorragend...
4. Das stimmt leider nicht so ganz, der erste grosse Schwung Kernkraftwerke in den USA, der Sowjetunion, GB und Frankreich hatten vor allem die Waffenisotopenproduktion als vorrangiges Ziel (sieht man an vorrangig benutzten Reaktortypen), die gleichzeitige Stromerzeugung war nur brauchbarer und der Bevoelkerung gut verkaufbarer Nebeneffekt. In der Fruehzeit der Kernkraftwerkstechnik war die Differenzierung weit weniger stark als heute.
Und die Dual-Use-Problematik ist ein weit groesseres und verzwickteres Feld als "nur" die Kerntechnik...
Nun ja,
1. wurde schon im Artikel gestreift,
2. ja, allerdings in anderem, nicht unbedingt effektiveren Design. Urananreicherung wird ja auch gemacht; ist ja kein grosses Geheimnis.
Plutonium, was schon vglw. rein vorliegt (aus ausrangierten Gefechtskoepfen), besitzt, wenn man den Aufwand mit Neutronenreflektoren u.v.a.m scheut (also Terroristen ohne grosstechnische Experimentieranlagen), eine kleinere kritsche Masse, waeren naiv betrachtet also erst einmal einfacher in eine gleichzeitig kompaktere Bombe zu integrieren.
Ganz so einfach ist es dann natuerlich doch nicht...
Aber selbst wenn man spaltbares Material hat, der Waffenbau erfordert noch grosse Anstrengungen in geometrischer Anordnung u.v.a.m... Expertise, die jedes Land fuer sich erwerben muss...
3. Ja, die "guten" alten graphitmoderierten Druckroehrenreaktoren eignen sich dafuer hervorragend...
4. Das stimmt leider nicht so ganz, der erste grosse Schwung Kernkraftwerke in den USA, der Sowjetunion, GB und Frankreich hatten vor allem die Waffenisotopenproduktion als vorrangiges Ziel (sieht man an vorrangig benutzten Reaktortypen), die gleichzeitige Stromerzeugung war nur brauchbarer und der Bevoelkerung gut verkaufbarer Nebeneffekt. In der Fruehzeit der Kernkraftwerkstechnik war die Differenzierung weit weniger stark als heute.
Und die Dual-Use-Problematik ist ein weit groesseres und verzwickteres Feld als "nur" die Kerntechnik...
Nun ja,
1. wurde schon im Artikel gestreift,
2. ja, allerdings in anderem, nicht unbedingt effektiveren Design. Urananreicherung wird ja auch gemacht; ist ja kein grosses Geheimnis.
Plutonium, was schon vglw. rein vorliegt (aus ausrangierten Gefechtskoepfen), besitzt, wenn man den Aufwand mit Neutronenreflektoren u.v.a.m scheut (also Terroristen ohne grosstechnische Experimentieranlagen), eine kleinere kritsche Masse, waeren naiv betrachtet also erst einmal einfacher in eine gleichzeitig kompaktere Bombe zu integrieren.
Ganz so einfach ist es dann natuerlich doch nicht...
Aber selbst wenn man spaltbares Material hat, der Waffenbau erfordert noch grosse Anstrengungen in geometrischer Anordnung u.v.a.m... Expertise, die jedes Land fuer sich erwerben muss...
3. Ja, die "guten" alten graphitmoderierten Druckroehrenreaktoren eignen sich dafuer hervorragend...
4. Das stimmt leider nicht so ganz, der erste grosse Schwung Kernkraftwerke in den USA, der Sowjetunion, GB und Frankreich hatten vor allem die Waffenisotopenproduktion als vorrangiges Ziel (sieht man an vorrangig benutzten Reaktortypen), die gleichzeitige Stromerzeugung war nur brauchbarer und der Bevoelkerung gut verkaufbarer Nebeneffekt. In der Fruehzeit der Kernkraftwerkstechnik war die Differenzierung weit weniger stark als heute.
Und die Dual-Use-Problematik ist ein weit groesseres und verzwickteres Feld als "nur" die Kerntechnik...
aber in Punkt 4. meinte ich auch das, was Sie erwidern: Erst kamen (natürlich) die Waffenprogramme, und danach die zivilen. In der Frühphase wurde natürlich viel Pionierarbeit geleistet (dual use), klar.
aber in Punkt 4. meinte ich auch das, was Sie erwidern: Erst kamen (natürlich) die Waffenprogramme, und danach die zivilen. In der Frühphase wurde natürlich viel Pionierarbeit geleistet (dual use), klar.
aber in Punkt 4. meinte ich auch das, was Sie erwidern: Erst kamen (natürlich) die Waffenprogramme, und danach die zivilen. In der Frühphase wurde natürlich viel Pionierarbeit geleistet (dual use), klar.
sondern die Streckung der Vorräte um zwei Größenordnungen ist das Ziel. (Dass MOX Brennelemente für Terroristen nicht taugen, ist im Artikel erwähnt. Und dass ein Containment so leicht nicht zerstörbar ist, haben wir in Fukushima gesehen.)
Die ganzen kleinen Gerne-groß-Staaten, die meinen sie müssten unbedingt ein AKW bauen, geht es genau um diesen einen Aspekt, um nichts anderes. Dazu gehen sie den Weg über die Urananreicherung und spezielle nicht für die Stromerzeugung optimierte Reaktoren.
Herzlichst Crest
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