Mineralölindustrie Deutsches Öl
Vor Friedrichskoog operiert die einzige Bohrinsel hierzulande. Der Betreiber RWE Dea verdient gut daran – noch.
Wäre die Mittelplate ein Land, sie stünde unter den Erdöllieferanten der Bundesrepublik an zehnter Stelle, etwa gleichauf mit Iran und weit vor Saudi-Arabien. Knapp 1,4 Millionen Tonnen Öl pumpten die einzige deutsche Bohrinsel und ihre Landstation 2010 aus dem Grund unter dem Wattenmeer nördlich von Cuxhaven – so viel wie keine andere deutsche Förderstätte.
Zwar wird damit nur wenig mehr als ein Prozent des deutschen Jahresbedarfs an Öl gedeckt, aber es lohnt sich: Am Mittwoch konnte der Betreiber RWE Dea für 2010 eine Verdopplung des Gewinns auf nun 108 Millionen Euro verkünden. Wie viel davon auf den Verkauf des immer teurer werdenden Nordsee-Öls entfällt, sagte die Firma, die das Projekt zu gleichen Teilen gemeinsam mit Wintershall unterhält, operativ aber die Federführung hat, zwar nicht. Aber »es ist ein erheblicher Ergebnisbeitrag«, verrät Vorstandsmitglied Ralf to Baben.
In Sichtweite der Dithmarscher Küste hockt die Bohrinsel flach und fest verankert im Schlick und ähnelt eher einer weit überdimensionierten Badewanne als einem der Bohrriesen draußen im Meer. Nur der 70 Meter aufragende Bohrturm deutet darauf hin, was hier geschieht. Rundum trennen hohe Stahl- und Betonwände das Bauwerk und die sie umgebende Natur.
Die Mittelplate sitzt mitten im Nationalpark Wattenmeer, der in den achtziger Jahren fast zeitgleich gegründet wurde und seit 2009 auch zum Weltnaturerbe der Unesco zählt; kaum einen halben Kilometer entfernt liegt die Vogelschutzinsel Trischen. Umstritten war die Bohrinsel von Beginn an, Umweltschützer fordern ein Ende der Ölförderung – vor allem seit RWE begonnen hat, einen Priel, der die Plattform zu unterspülen droht, mit Steinen und Mörtel in seine Schranken zu weisen.
Immerhin hat es in den 23 Jahren, in denen der schmierige Rohstoff gefördert wird, noch keinen nennenswerten Zwischenfall gegeben. Ein Düsenjäger könne auf die Plattform stürzen, »mehr als drei Eimer Öl würden dabei nicht verschüttet«, sagt der Bohrinsel-Chef Dirk Jalas etwas vollmundig. Seit 2005 wird das Öl über eine im Schlick vergrabene Pipeline zur Weiterverarbeitung an die Landstation Dieksand transportiert, von dort geht es in die Raffinerien und die Anlagen der chemischen Industrie in Heide und Brunsbüttel. Rund 1000 Menschen gibt der Rohstoff Arbeit, fast eine Viertelmillion Haushalte bekommen jährlich Heizöl aus der Mittelplate. Zudem ist die Plattform für RWE Dea zum Vorzeigeprojekt für Anlagen in ökologisch sensiblen Fördergebieten geworden, etwa im Kaspischen Meer, wo das Unternehmen kürzlich eine Explorationslizenz bekam.
Auch technisch wird im Wattenmeer »auf höchstem Niveau« gearbeitet, sagt Bohrmeister Hartmut Mahn. Zuletzt wurde eine Multilateralbohrung begonnen, bei der von der Hauptbohrung wie ein Ast ein zweiter Bohrstrang abzweigt. 60 Millionen Euro kostet das. Schon seit Langem geht es von der Bohrinsel aus zunächst senkrecht, dann aber auch horizontal in den Untergrund, um an das in 2000 bis 3000 Meter Tiefe lagernde Öl heranzukommen. Selbst von der Förderstation an Land fräst sich der Bohrmeißel waagerecht an die Vorkommen heran, teilweise auf fast zehn Kilometer Länge.
Der zunehmende Einsatz hochwertiger Technik zeigt, dass die Tage des leichten Förderns vorbei sind. Peak oil – der Zeitpunkt der höchsten Förderung – wurde im Wattenmeer schon Mitte des vergangenen Jahrzehnts überschritten, als die Ausbeute noch bei mehr als zwei Millionen Tonnen lag. So ist es auch im Rest der Republik: Die Produktion und die Erdölreserven Deutschlands gehen ständig zurück, allein 2010 um mehr als zwölf Prozent.
Bislang hat die Mittelplate rund 26 Millionen Tonnen des wertvollen Rohstoffs geliefert. 20 bis 25 Millionen Tonnen relativ leicht zu förderndes Öl sollen sich noch in den Sandsteinschichten unter dem Wattenmeer verbergen, an weitere vielleicht 50 Millionen Tonnen kommt man derzeit nicht zu akzeptablen Kosten heran. Dirk Jalas hofft, dass die Plattform »noch mindestens 10, vielleicht auch 15 weitere Jahre Öl produziert«. Sicherheitshalber erforscht RWE Dea andere Lagerstätten. Zwischen Kiel und Plön gab es erste seismologische Untersuchungen, Probebohrungen werden möglicherweise folgen.
- Datum 11.04.2011 - 07:12 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 7.4.2011 Nr. 15
- Kommentare 8
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positiven Aspekte der deutschen Ölförderung.
Langsam aber sicher setzt sich bei den "Fachleuten" die Erkenntnis durch, daß es genug Erdöl auf dieser Erde für alle gibt. Es ist nur eine Frage der Bohrtechnik und der Bohrtiefe.
Im Gegensatz zur öffentlich gepflegten Meinung entsteht Erdöl nämlich nicht aus organischer, abgestorbener Masse, sondern abiotisch in Tiefen bis zu 10km unter der Erdoberfläche (z.B. im Golf von Mexiko). Es gibt auch Erdölfunde unter gewachsenem Feld wo sich niemals biologisches Material befunden haben kann. Und dazu eine Nachricht aus der Berliner Morgenpost vom 16.03.2009:
"Radarmessungen der Raumsonde Cassini belegen, daß der Saturnmond Titan Hunderte Male mehr flüssige Kraftstoffe als alle Öl- und Gasreserven der Erde zusammen besitzt!"
Und 2004 wurde im Labor der Iniana University von Henry Scott im Labor die Entstehung von Kohlenwasserstoffen unter den Bedingungen, wie sie im Erdinnern herrschen, nachgewiesen.
In großen Tiefen entstehen also unter Druck und Hitze aus vorhandenen Materialen wie Eisenoxid, Kalkspat und Wasser Kohlenwasserstoffe. Das bedeutet, daß wir auf dieser Erde über genug Kohlenwasserstoffe als Energieträger verfügen. Es muß nur gefördert werden. Möglicherweise liegt unter Deutschland auch genug Erdöl,um uns unabhängig zu machen??
Schön wer so träumen kann. Leben findet jedoch im realen Bereich statt. Und da sieht die Welt etwas anders aus. Ich würde Ihren Beitrag lieber in einer Erzählung wie "Das Märchen vom Goldesel" einordnen.
Viele Grüsse aus der Wirklichkeit.
Nun ich würde diesen Beitrag nicht direkt als Märchenstunde einschätzen. Die Abiotische Theorie ist eine absolute Nischentheorie, deren Beleg wie es scheint noch aussteht.
Viel entscheidender aber... Selbst wenn Sie stimmen sollte.. zu einemgewissen grad, bleibt sie für uns absolut Irrelevant. Warum ? Weil von den größten 850 Ölfeldern der Welt bereits 550 über den Peak sind mit einem durchschnittlichen Nachlassen der Förderrate von 5,6 Prozent Jährlich ! Es scheint so oder so also nichts oder zu wenig Nachzufließen aus den erträumten tiefen schichten. Und Wenn doch.. wird es Technisch und Wirtschaftlich kaum möglich sein diese Tiefen schichten anzubohren, sonst wäre es sicher längst geschehen. Und auch dann würden kaum so wenige Felder oder Staaten sinkende Fördermengen haben.
Also .. auch wenn es stimmt, es scheint für die Praxis irrelevant.
Peak-Oil ist Jetzt..
Schön wer so träumen kann. Leben findet jedoch im realen Bereich statt. Und da sieht die Welt etwas anders aus. Ich würde Ihren Beitrag lieber in einer Erzählung wie "Das Märchen vom Goldesel" einordnen.
Viele Grüsse aus der Wirklichkeit.
Nun ich würde diesen Beitrag nicht direkt als Märchenstunde einschätzen. Die Abiotische Theorie ist eine absolute Nischentheorie, deren Beleg wie es scheint noch aussteht.
Viel entscheidender aber... Selbst wenn Sie stimmen sollte.. zu einemgewissen grad, bleibt sie für uns absolut Irrelevant. Warum ? Weil von den größten 850 Ölfeldern der Welt bereits 550 über den Peak sind mit einem durchschnittlichen Nachlassen der Förderrate von 5,6 Prozent Jährlich ! Es scheint so oder so also nichts oder zu wenig Nachzufließen aus den erträumten tiefen schichten. Und Wenn doch.. wird es Technisch und Wirtschaftlich kaum möglich sein diese Tiefen schichten anzubohren, sonst wäre es sicher längst geschehen. Und auch dann würden kaum so wenige Felder oder Staaten sinkende Fördermengen haben.
Also .. auch wenn es stimmt, es scheint für die Praxis irrelevant.
Peak-Oil ist Jetzt..
Schön wer so träumen kann. Leben findet jedoch im realen Bereich statt. Und da sieht die Welt etwas anders aus. Ich würde Ihren Beitrag lieber in einer Erzählung wie "Das Märchen vom Goldesel" einordnen.
Viele Grüsse aus der Wirklichkeit.
Große Mengen "Schiefergas" werden in Deutschland für
förderwürdig gehalten. Polen legt bereits los mit der
Förderung. Bitte bei Googel ein bißchen herumbohren.
Es ist schon erstaunlich, daß unser Energieminister
Brüderle von diesem "Goldesel" nichts berichtet. Er will
jetzt als FDPÖkoOpa seinen Posten retten. Wer rettet
die Republik. Deutschland Vorreiter im Bürgerbelasten.
Immer drauf auf die Kleinen. Mehr Öko vom Netto. FDP.
Auch die Grünen sind schon überall wieder am bremsen.Schiefergas darf nicht gefördert werden.
Deutschland darf keine Energiehoffnung haben, sonst geht
den Ökoinstituten und den evangelischen Bußpredigern der
Angstschleim aus.
Beim Cracking haben sie auch Probleme - unter anderem weil giftige Chemikalien, zum Beispiel Benzol, genutzt werden.
Des weiteren spült das benutzte Wasser radioaktive Elemente aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche.
Mit der heutigen Technik ist Schiefergas eine noch etwas ökologisch bedenkliche Quelle.
Einen kurzen Artikel gibt es hier, aber ursprünglich hatte ich einen längeren gelesen:
https://www.nytimes.com/2...
Vielleicht wenn sich die Fördermethoden verbessern, ließe sich Schiefergas ökologisch unproblematisch fördern, aber noch ist dies nicht der Fall.
Es ist wirklich erstaunlich ....
Beim Cracking haben sie auch Probleme - unter anderem weil giftige Chemikalien, zum Beispiel Benzol, genutzt werden.
Des weiteren spült das benutzte Wasser radioaktive Elemente aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche.
Mit der heutigen Technik ist Schiefergas eine noch etwas ökologisch bedenkliche Quelle.
Einen kurzen Artikel gibt es hier, aber ursprünglich hatte ich einen längeren gelesen:
https://www.nytimes.com/2...
Vielleicht wenn sich die Fördermethoden verbessern, ließe sich Schiefergas ökologisch unproblematisch fördern, aber noch ist dies nicht der Fall.
Es ist wirklich erstaunlich ....
Beim Cracking haben sie auch Probleme - unter anderem weil giftige Chemikalien, zum Beispiel Benzol, genutzt werden.
Des weiteren spült das benutzte Wasser radioaktive Elemente aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche.
Mit der heutigen Technik ist Schiefergas eine noch etwas ökologisch bedenkliche Quelle.
Einen kurzen Artikel gibt es hier, aber ursprünglich hatte ich einen längeren gelesen:
https://www.nytimes.com/2...
Vielleicht wenn sich die Fördermethoden verbessern, ließe sich Schiefergas ökologisch unproblematisch fördern, aber noch ist dies nicht der Fall.
Nun ich würde diesen Beitrag nicht direkt als Märchenstunde einschätzen. Die Abiotische Theorie ist eine absolute Nischentheorie, deren Beleg wie es scheint noch aussteht.
Viel entscheidender aber... Selbst wenn Sie stimmen sollte.. zu einemgewissen grad, bleibt sie für uns absolut Irrelevant. Warum ? Weil von den größten 850 Ölfeldern der Welt bereits 550 über den Peak sind mit einem durchschnittlichen Nachlassen der Förderrate von 5,6 Prozent Jährlich ! Es scheint so oder so also nichts oder zu wenig Nachzufließen aus den erträumten tiefen schichten. Und Wenn doch.. wird es Technisch und Wirtschaftlich kaum möglich sein diese Tiefen schichten anzubohren, sonst wäre es sicher längst geschehen. Und auch dann würden kaum so wenige Felder oder Staaten sinkende Fördermengen haben.
Also .. auch wenn es stimmt, es scheint für die Praxis irrelevant.
Peak-Oil ist Jetzt..
meine lieben Optimisten.
Selbst die sonst stockkonservative und sehr sehr sehr optimistische IEA, die Jahrelang meinte, der Peak Oil sein nur was für verspinnerte Doomsdaybeschwöhrer, datiert ... nur in einem kleinlauten Nebensatz, den Peak für leicht förderbares Öl auf 2006, und versucht im Rest des Berichtes die Hoffnung zu schüren, das schwer förderbare Öle, Schiefersande, Olsande usw. Irgendwie, bei optimaler Investition, und idealen Politischen Vorraussetzungen, den Peak bis 2020 hinauszögern könnte. Die hervorragende deutsche Energy Watch Group ist da realistischer. So wie zb. Collin Campbell und andere, wird der Peak auf jetzt bis 2015 geschätzt.
den Höhepunkt der Ölfunde Weltweit. Den Peak-Ölfunde, hatten wir 1965 seit dem stark fallend. von ca 100 Fördernationen sind 60 Über den Peak hinaus.
Die Prognosen für einen Peak Oil sind dutzendfach für Länder oder einzelne Förderregionen eingetroffen. Mustergültig natürlich in den USA 1974, oder in der Nordsee. Die Methoden sind seit dem verbessert, und verschiedene schätzungsmethoden kommen dabei zu ähnlichen Ergebnissen.
Ich versteh nicht was es da eigentlich noch zu deuten und zu leugnen gibt. Die daten sind absolut eindeutig. Nur Irreführende Daten bon BP oder den Opec Ländern sorgen bei unbbedarften beobachtern für Fehlurteile.
Die Politik hat auf ganzer Breite versagt. Denn wie es die vom Amerikanischen Energieministerium beauftragte "HIrschreport" sagt, hätten wir für eine Vorbereitung 20 Jahre gebraucht.
gruß
Es ist wirklich erstaunlich ....
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