Der konservative Radio- und Fernsehkommentator Glenn Beck im August 2010 vor dem Lincoln Memorial in Washington. © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Dingdong – der große Verschwörungstheoretiker ist weg! Glenn Beck verlässt Rupert Murdochs Fox News , nach einem unvergleichlichen Aufstieg vom Alkoholiker zu einem der bestbezahlten TV-Showmaster der USA. Beck umstritten zu nennen wäre schwer untertrieben. Mit großer Geste weinte und wisperte der Weltuntergangsimpresario in seiner Sendung und warnte vor dem »Rassisten« Obama , vor den Rockefellers und ihrer neuen Weltordnung, vor der Unterwanderung Amerikas durch Muslime, vor vermeintlichen Kommunisten und Nazis .

Zuletzt vertrat er die Ansicht, Gott bestrafe die Japaner mit dem Tsunami und der Aufstand in Ägypten gehe auf eine Verschwörung der US-Linken zurück. Vor allem aber warnte das menschliche Megafon der Tea Party vor dem Banker und »Drahtzieher« George Soros, der als 14-Jähriger Juden in die Todeslager geführt habe und der nun eine geheime Weltregierung plane und eine »Weimar-artige« Inflation auslösen wolle , um »obszöne Profite« zu machen und »Amerika in die Knie zu zwingen«. Das Gegenrezept: Amerikaner sollten Goldmünzen kaufen, für die in Becks Sendung auch gleich geworben wurde.

Warum muss Beck nun gehen? Seine Fans glauben: Er kam der Wahrheit zu nahe. Deshalb hätten die konspirativen Zirkel, vor denen er immer warnte, ihn mundtot gemacht. Oder wollten die Amerikaner am Ende doch keine Kryptoapokalyptiker im Fernsehen erdulden? Beck verlor im vergangenen Jahr ein Drittel seiner drei Millionen Zuschauer und Hunderte von Werbekunden. Und ist die Linke nun zufrieden? Mitnichten. Jon Stewart, selbst den Tränen nahe, legte in der Daily Show seine letzte hinreißende Beck-Parodie hin, mit Brille, schwarzer Schiefertafel, Flüstern und Schreien. Oh, er wird uns fehlen!