Weltwirtschaft Auf der Kippe
Erstmals seit Jahrzehnten sind Staatspleiten wieder wahrscheinlich – eine neue Gefahr für die Weltwirtschaft.
© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Ein Demonstrant mit weißer Maske steht vor dem griechischen Parlament in Athen.
Carlo Cottarelli hat in seinem Berufsleben schon viele Papiere verfasst: Berichte über den britischen Staatshaushalt, Analysen der russischen Wirtschaft, Stellungnahmen zur türkischen Finanzlage. Im September des vergangenen Jahres veröffentlichte Cottarelli, der als Leiter der Abteilung für Finanzpolitik beim Internationalen Währungsfonds (IWF) arbeitet, eine kleine Studie. Sie machte in Fachkreisen schnell die Runde. Titel: »Zahlungsausfälle in entwickelten Volkswirtschaften – Unnötig, unerwünscht und unwahrscheinlich«. These: Die Angst vor Staatspleiten ist unbegründet.
So kann man sich irren. Kein halbes Jahr später bereitet sich Europa auf einen Bankrott Griechenlands vor – und Börsianer spekulieren bereits darüber, wer als Nächstes an der Reihe sein könnte. Portugal? Spanien? Großbritannien? Japan? Die USA? Kenneth Rogoff, Professor für Volkswirtschaft an der Harvard-Universität und Krisenexperte, hält ein ganzes »Bündel« von Staatspleiten für wahrscheinlich. Anleger flüchten aus Angst vor dem großen Crash in Gold und Silber.
Als die führenden Wirtschaftsnationen der G20 im Herbst 2008 beschlossen, die Weltmärkte mit milliardenschweren kreditfinanzierten Rettungspaketen zu stützen, waren sie davon überzeugt, dass sich die Schulden schnell wieder abtragen lassen. Am Freitag kommt die G20 wieder zusammen – und von der alten Zuversicht ist wenig übrig.
Für die globale Konjunktur, die sich gerade aus der Krise kämpft, bedeutet das Alarmstufe Rot. Die Welt hat kaum Erfahrungen mit Staatspleiten. Sie galten in der westlichen Hemisphäre als praktisch ausgerottet. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Industriestaaten ihre Schulden immer pünktlich bedient, nur einige Schwellen- und Entwicklungsländer gerieten in Zahlungsnöte.
Jean-Claude Trichet tut alles, damit das auch so bleibt. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) war in den achtziger Jahren für das französische Finanzministerium selbst an einer Reihe von Umschuldungen in der Dritten Welt beteiligt. Er fürchtet, dass ein Bankrott in Europa für Chaos an den Märkten sorgt: dass Banken und Versicherungen zusammenbrechen, die den Staaten das Geld geliehen haben, dass Investoren in Panik geraten und ihr Geld aus ganz Europa abziehen, dass Anleger einen Teil ihres Ersparten verlieren.
Seit Wochen blockt Trichet alle Umschuldungspläne hartnäckig ab. Selbst über die maroden Banken halten die Notenbanker ihre schützende Hand. Auf Drängen der EZB verzichtete die irische Regierung weitgehend darauf, private Gläubiger an der Sanierung der Geldhäuser zu beteiligen. Für die Währungshüter ist klar: Nicht der Offenbarungseid, sondern eisernes Sparen führt aus der Schuldenspirale.
Doch so sehr die Krisenländer auch kürzen, die Schulden steigen weiter. Beispiel Griechenland. Bis ins Detail ist geregelt, wo das Land den Rotstift ansetzen muss. Eine »umfassende Rentenreform« müssen die Griechen umsetzen, die Löhne im öffentlichen Dienst kürzen, die Steuern anheben und Staatsunternehmen privatisieren. Alle drei Monate reist ein Inspektionsteam nach Athen und überprüft die Fortschritte. Die Regierung müht sich, trotzdem verfehlt sie die Vorgaben. Ende Februar lagen die Steuereinnahmen schon eine knappe Milliarde Euro unter Plan. Mit ähnlichen Problemen haben Irland und Portugal zu kämpfen. Die jüngste Zinserhöhung der EZB macht den Krisenstaaten zusätzlich zu schaffen.
- Datum 14.04.2011 - 09:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.4.2011 Nr. 16
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http://www.youtube.com/wa...
sehr interresante interview..uber die krise..die ursachen..und die möglichen 'ergebnisse' der krise..
Gutes Interview: zumindest mal die richtigen Fragen gestellt.
Vor allem der Punkt, dass Deutschland aus dem Euro raus soll. Eine Variante, die etwas besser klar macht, wer beim Anwachsen der Überschuldung einiger Euro-Länder den aktiven Part hatte und wer es sich nur gefallen lies.
Der Anti-Griechen-Furor des Boulevards will davon aber sicherlich wenig wissen. Da heißt's dann wieder: Wieso sollen wir aus dem Euro raus, wenn die anderen Schulden machen!?
Gutes Interview: zumindest mal die richtigen Fragen gestellt.
Vor allem der Punkt, dass Deutschland aus dem Euro raus soll. Eine Variante, die etwas besser klar macht, wer beim Anwachsen der Überschuldung einiger Euro-Länder den aktiven Part hatte und wer es sich nur gefallen lies.
Der Anti-Griechen-Furor des Boulevards will davon aber sicherlich wenig wissen. Da heißt's dann wieder: Wieso sollen wir aus dem Euro raus, wenn die anderen Schulden machen!?
Macht sich irgendwer überhaupt Gedanken darüber, wer die USA im Falle eines Staatsbankrotts und einer Implosion abrüstet? Ich weiss nicht, was schlimmer ist: atomare, biologische und chemischen Waffen in den Händen christlicher (USA) oder islamistischer (Pakistan) Fundamentalisten. Diese Gefahr scheint zur Zeit offensichtlich niemand zu sehen...
Mich irritieren und frustrieren solche Überschriften...
"Erstmals seit Jahrzehnten sind Staatspleiten wieder wahrscheinlich – eine neue Gefahr für die Weltwirtschaft."
Geht es denn nur um eine Gefahr für die Wirtschaft? Auch bei Staatspleiten wird hier und im folgenden Text wie von einem Unternehmen gesprochen, ganz vergleichbar mit einem "Muss Arcandor Insolvenz anmelden?". Der jeweilige Staat erscheint wie ein anonymes Etwas, abstrahiert von allen Realitäten, notiert wie im Börsenhandel.
Die Frustration darüber erwächst nicht nur aus dem Missachten der Menschen, ob sie nun in diesen Staaten leben oder anderswo durch Folgen betroffen sind. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass diese Sprache, dieses Denken die größere Gefahr war und ist. Wenn man Staaten zu Objekten jenseits ihrer jeweiligen Gesellschaften erhebt und sie wie Spielbälle einer an anderen Dingen interessierten Weltwirtschaft abstrahiert, dann kann das nicht gut sein,
Es ist genau so, wie Sie es beschrieben haben.
Verrohung finden wir nicht nur bei den Jugendgangs in Neukölln, sondern auch in den Elfenbeintürmen der Finanzwirtschaft, der Industrie und der Regierungen.
Wirtschaft ist immer und überall ein Teilaspekt jeder Gesellschaft. Es gibt keine Gesellschaft, in der nicht auch gewirtschaftet wird. Das gilt für Unternehmen, Betriebe ebenso wie für Arbeitende, Arbeitslose, Rentner und Kinder.
Die Menschen einer Gesellschaft haben die Verantwortung für das Wirtschaften in einigen Bereichen an den Staat mit seinen Einrichtungen und Akteuren abgegeben. Wenn nun von den Verantwortlichen gravierende Fehler gemacht werden, müssen alle Mitglieder der Gesellschaft das ausbaden, mindestens soweit es das Wirtschaften betrifft. Und es keine völlig isolierten Staaten gibt, werden u. U. auch andere Länder und Gesellschaften unter den Fehlern leiden. Die Aussage stimmt schon, es besteht Gefahr für alle.
Es ist genau so, wie Sie es beschrieben haben.
Verrohung finden wir nicht nur bei den Jugendgangs in Neukölln, sondern auch in den Elfenbeintürmen der Finanzwirtschaft, der Industrie und der Regierungen.
Wirtschaft ist immer und überall ein Teilaspekt jeder Gesellschaft. Es gibt keine Gesellschaft, in der nicht auch gewirtschaftet wird. Das gilt für Unternehmen, Betriebe ebenso wie für Arbeitende, Arbeitslose, Rentner und Kinder.
Die Menschen einer Gesellschaft haben die Verantwortung für das Wirtschaften in einigen Bereichen an den Staat mit seinen Einrichtungen und Akteuren abgegeben. Wenn nun von den Verantwortlichen gravierende Fehler gemacht werden, müssen alle Mitglieder der Gesellschaft das ausbaden, mindestens soweit es das Wirtschaften betrifft. Und es keine völlig isolierten Staaten gibt, werden u. U. auch andere Länder und Gesellschaften unter den Fehlern leiden. Die Aussage stimmt schon, es besteht Gefahr für alle.
...wäre schon geholfen wenn man die Zinsen streichen würde.
Damit wäre allen geholfen, denn niemand verliert Geld, man verdient halt nichts daran, und die EZB kann die Inflation bekämpfen soviel sie will, die Anleger würden sich freuen.
... der Sichtweise. In der Betriebswirtschaft zählt Zinsverzicht unter "Opportunitätskosten".
http://de.wikipedia.org/w...
Auch die Inflation nicht zu vergessen.
Natürlich hast du im Prinzip recht, allerdings werden dann die Deutschen fragen: "warum zahlen wir Zinsen, obwohl wir *besser* gewirtschaftet haben"? Da liegt der Knackpunkt.
... der Sichtweise. In der Betriebswirtschaft zählt Zinsverzicht unter "Opportunitätskosten".
http://de.wikipedia.org/w...
Auch die Inflation nicht zu vergessen.
Natürlich hast du im Prinzip recht, allerdings werden dann die Deutschen fragen: "warum zahlen wir Zinsen, obwohl wir *besser* gewirtschaftet haben"? Da liegt der Knackpunkt.
...was soll denn z.B. mit Portugal schon passieren ? Sie fliegen aus dem Währungsverbund raus (oh Schreck!)und wenn sie schon dabei sind, sollten sie gleich aus der EG austreten ! Keine obtruhierte Verwaltung mehr, sie können wieder den Peso oder wie die Währung noch mal hiess, einführen und ein nettes Billiglohnland ohne Eurobürokratie werden. Geld von Aussen kommt dann ganz von alleine ! Die Ratingagenturen würde ich an deren Stelle ganz ignorieren !
Was Sie in der Zeit-Redaktion so nonchalant übergehen ist die Entwicklung Deutschlands in Richtung Staatsbankrott. Zu verdanken haben wir das übrigens zum großen Teil dem Euro. Schauen Sie sich doch an, wie sich die Schulden Deutschlands entwickeln - und vor allem: rechnen Sie die Schattenhaushalte, die Sondervermögen, etc. dazu. Der ESF ist ein Fass ohne Boden. Die Bevölkerung weiß das längst, nur die Staatsmedien sind merkwürdigerweise alle gleichgeschaltet.
Deutschland müsste einen Großteil der Schulden der anderen Euroländer übernehmen und zudem diese Länder dauerhaft alimentieren, da dort die strukturellen Defizite nicht gelöst sind - daran wird Deutschland zerbrechen. Kein Wunder, dass die EM-Preise steigen und steigen...
Naja, ich würde sagen, dass das Ansichtssache ist, gel? Es ist natürlich einfach, Kräfte von "außen" zur Krisenbeschreibung heranzuziehen, um von eigenen Fehlern abzulenken. Und das fällt den Leuten leichter, als etwas 'längst zu wissen'.
Es erstaunt mich immer wieder, mit welcher Selbstsicherheit die Foristen hier die wechselseitigen Beziehungen der Wirtschaftsakteure ausblenden. Natürlich hat der Euro den Nachteil, dass Privatabschreibungen plötzlich staatliche Abschreibungen werden. Aber damit es zum Verlust kommt, steht am Anfang wohl auch ein Nachfrageausfall. Und da können Sie wettern wie Sie wollen, auch die "wissenden Deutschen" haben jetzt 20 Jahre blind die Politik der "inneren Entwertung", Lohnspreizung, permanente Steuersenkungen und ergo Sozialstaatsabbau beklatscht. Oder es hat sie zumindest nicht interessiert.
Wenn Deutschland bald pleite ist, dann nicht nur, weil wir jetzt Opfer der globalen Finanzverschwörung sind, sondern auch, weil unser eigener Binnenmarkt ruiniert ist.
Bloß in einer Sache gebe ich Ihnen recht: die Medien sind tatsächlich gleichgeschaltet. Aber nicht dahin gehend, dass sie entweder die Anti-Euro-Litanei singen oder eine Nachfragepolitik propagieren. Meist steht nichts Informatives zur Debatte, wohlweislich, dass unsere Medien keine echte Debatte wünschen, denn nichts ist gefährlicher für die öffentliche Ordnung als eine aufgeklärte Öffentlichkeit.
Solange Deutschland eine wettbewerbsfähige Wirtschaft hat, solange sprudelt genug Geld, um Zinsen und Tilgung zu bedienen. Sagt man so!
Das dicke Risiko kommt aus der Exportabhängigkeit. Analysiert man die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten wie den USA, England, Frankreich, Spanien und Italien, dann erkennt schnell, welche Gefahren auf uns zukommen.
Der Export dürfte stocken und damit am Standort BRD eine Abwärtsspirale bei Einkommen und Steuereinnahmen einleiten. Und dann? Das Rennpferd Deutschland muss dann hungern und wird zum Klepper. Fies!
Naja, ich würde sagen, dass das Ansichtssache ist, gel? Es ist natürlich einfach, Kräfte von "außen" zur Krisenbeschreibung heranzuziehen, um von eigenen Fehlern abzulenken. Und das fällt den Leuten leichter, als etwas 'längst zu wissen'.
Es erstaunt mich immer wieder, mit welcher Selbstsicherheit die Foristen hier die wechselseitigen Beziehungen der Wirtschaftsakteure ausblenden. Natürlich hat der Euro den Nachteil, dass Privatabschreibungen plötzlich staatliche Abschreibungen werden. Aber damit es zum Verlust kommt, steht am Anfang wohl auch ein Nachfrageausfall. Und da können Sie wettern wie Sie wollen, auch die "wissenden Deutschen" haben jetzt 20 Jahre blind die Politik der "inneren Entwertung", Lohnspreizung, permanente Steuersenkungen und ergo Sozialstaatsabbau beklatscht. Oder es hat sie zumindest nicht interessiert.
Wenn Deutschland bald pleite ist, dann nicht nur, weil wir jetzt Opfer der globalen Finanzverschwörung sind, sondern auch, weil unser eigener Binnenmarkt ruiniert ist.
Bloß in einer Sache gebe ich Ihnen recht: die Medien sind tatsächlich gleichgeschaltet. Aber nicht dahin gehend, dass sie entweder die Anti-Euro-Litanei singen oder eine Nachfragepolitik propagieren. Meist steht nichts Informatives zur Debatte, wohlweislich, dass unsere Medien keine echte Debatte wünschen, denn nichts ist gefährlicher für die öffentliche Ordnung als eine aufgeklärte Öffentlichkeit.
Solange Deutschland eine wettbewerbsfähige Wirtschaft hat, solange sprudelt genug Geld, um Zinsen und Tilgung zu bedienen. Sagt man so!
Das dicke Risiko kommt aus der Exportabhängigkeit. Analysiert man die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten wie den USA, England, Frankreich, Spanien und Italien, dann erkennt schnell, welche Gefahren auf uns zukommen.
Der Export dürfte stocken und damit am Standort BRD eine Abwärtsspirale bei Einkommen und Steuereinnahmen einleiten. Und dann? Das Rennpferd Deutschland muss dann hungern und wird zum Klepper. Fies!
Es ist genau so, wie Sie es beschrieben haben.
Verrohung finden wir nicht nur bei den Jugendgangs in Neukölln, sondern auch in den Elfenbeintürmen der Finanzwirtschaft, der Industrie und der Regierungen.
"Für die Währungshüter ist klar: Nicht der Offenbarungseid, sondern eisernes Sparen führt aus der Schuldenspirale."
Hätten sie mal Keynes gelesen. Die Politiker alter Schule hatten das, deshalb gabs auch keine Staatspleiten mehr. Erst mit der neoklassischen/neoliberalen Heilslehre ala Reagan/Thatcher ist das ganze umgekippt. Sparen, sparen, sparen und am Ende ist man noch viel ärmer als am Anfang.
Kann man gerade schön an Griechenland und Portugal beobachten, beide sind in die Rezession gerutscht, natürlich mit fatalen Auswirkungen auf die Steuereinnahmen.
Es hat den Neoklassikern nicht gereicht die westliche Wirtschaft nachhaltig zu ruinieren, sie müssen es immer noch weiter treiben. Und niemand stoppt sie und ihre falschen Rezepte.
Im Zweifelsfall hat niemand etwas geahnt, nichts gewusst, es so nicht gewollt etc..
Piet Klocke hat es ganz treffend einmal in "Neues aus der Anstalt" beschrieben:
http://www.youtube.com/wa...
Die Schulden des einen sind das Vermögen des anderen! Die leistungslosen Einkommen aus Zins und Zinseszins haben den Effekt, das über diese Pseudowerte alle realen Werte nach und nach in die gleichen Hände geraten, solange dieser Mechanismus läuft.
Die Bankenpleiten (dies hätte die Schulden und Vermögen neu gestartet) wurden verhindert. Das Versäumnis, strukturelle Änderungen durchzusetzen, hat den Krisenmechanismus ungebremst weiter laufen lassen. Er läuft wieder auf Hochtouren.
Fazit: Die Schulden wurden auf die Staaten verlagert. Wieso irgendjemand glaubt, das dies eine Lösung sein soll, entzieht sich meinem Verständnis - es sei denn, das Ziel war, große Vermögen zu erhalten.
Die Krise ist eine Verteilungskrise. Der Staat kann sie nicht durch Sparen lösen, da das eingesparte Volumen inzwischen mit den angehäuften Schulden und dem Zinseszinseffekt nicht Schritt halten kann.
Der Staat kann dies aber sehr leicht durch effektive Steuern auf Finanztransaktionen lösen. Es ist dann egal, wie groß die Geldmengen sind - das Geld ist nur ein Indikator für Vermögensverflechtungen. Hauptsache, die Verteilungsstruktur gibt dem Staat Handlungsspielraum.
Im Zweifelsfall hat niemand etwas geahnt, nichts gewusst, es so nicht gewollt etc..
Piet Klocke hat es ganz treffend einmal in "Neues aus der Anstalt" beschrieben:
http://www.youtube.com/wa...
Die Schulden des einen sind das Vermögen des anderen! Die leistungslosen Einkommen aus Zins und Zinseszins haben den Effekt, das über diese Pseudowerte alle realen Werte nach und nach in die gleichen Hände geraten, solange dieser Mechanismus läuft.
Die Bankenpleiten (dies hätte die Schulden und Vermögen neu gestartet) wurden verhindert. Das Versäumnis, strukturelle Änderungen durchzusetzen, hat den Krisenmechanismus ungebremst weiter laufen lassen. Er läuft wieder auf Hochtouren.
Fazit: Die Schulden wurden auf die Staaten verlagert. Wieso irgendjemand glaubt, das dies eine Lösung sein soll, entzieht sich meinem Verständnis - es sei denn, das Ziel war, große Vermögen zu erhalten.
Die Krise ist eine Verteilungskrise. Der Staat kann sie nicht durch Sparen lösen, da das eingesparte Volumen inzwischen mit den angehäuften Schulden und dem Zinseszinseffekt nicht Schritt halten kann.
Der Staat kann dies aber sehr leicht durch effektive Steuern auf Finanztransaktionen lösen. Es ist dann egal, wie groß die Geldmengen sind - das Geld ist nur ein Indikator für Vermögensverflechtungen. Hauptsache, die Verteilungsstruktur gibt dem Staat Handlungsspielraum.
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