Geschichte der Radioaktivität Ein GAU pro Jahr schadet nicht
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Die Menschheit begreift nur langsam, dass diese Bombe "anders" ist

Die »Mutter« des Radiums, das Uran-Atom, fasziniert indes nach wie vor die Forschung. Kann man die Urkraft, die seinen Kern zusammenhält, überlisten, kann man den Tiger aus dem Käfig lassen? Der amerikanische Physiker Enrico Fermi beschießt 1934 Uran-Atome mit Neutronen. Aber erst Lise Meitner und Otto Hahn vom Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin gelingt es, die Kernspaltung nachzuweisen – ein neues Zeitalter beginnt.

Bei der Spaltung setzt das Uran-Atom Energie frei, zugleich werden weitere Neutronen aus dem Atomgerüst herausgeschlagen, die wieder andere Kerne spalten. Dies kann eine Kettenreaktion auslösen, die eine gewaltige Kraft entfesselt – idealer Stoff für eine Superbombe! Im Oktober 1941, wenige Wochen vor dem Angriff der Japaner auf die USA und der Kriegserklärung von Nazi-Deutschland, gibt US-Präsident Franklin D. Roosevelt den Auftrag, die »Atombombe« zu bauen. Es beginnt, unter der Leitung des Physikers J. Robert Oppenheimer, das zweieinhalb Milliarden Dollar teure Manhattan Project, das bis dahin größte Industrie- und Wissenschaftsprojekt der Welt.

Am 16. Juli 1945 explodiert in der Wüste des Bundesstaats New Mexico die erste Atombombe, und kurz darauf kommen die ersten dieser Bomben zum Einsatz: Als Japan sich weigert, zu kapitulieren, werfen amerikanische Piloten am 6. und 9. August 1945 jeweils eine Bombe auf Hiroshima und Nagasaki. 200.000 Menschen sterben im atomaren Feuer, weitere 100000 in den Folgejahren. Bis zum Verbot der oberirdischen Atomtests, das erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg, am 10. Oktober 1963, in Kraft tritt, zünden die Atommächte 500 nukleare Bomben. Ihr Höllenfeuer wird zum Dauer-Atomunfall, der die Erde mit einem gewaltigen Fallout verseucht, darunter allein 27 Milliarden Curie Jod-131 und 34 Milliarden Curie Cäsium-137.

Die Menschheit begreift nur langsam, dass diese Bombe »anders« ist. Die Überlebenden in Hiroshima waren bestürzt, schreibt die kanadische Strahlenforscherin Rosalie Bertell 1985 in ihrem Buch Keine akute Gefahr? . »Menschen, die nicht sichtbar verletzt worden sind, sterben plötzlich. Zuvor gehen ihnen büschelweise die Haare aus, schwarze Flecken übersäen die Haut, Äderchen platzen, Muskeln ziehen sich zusammen und deformieren die Hände.«

Doch die verheerenden Folgen werden in den USA hartnäckig bestritten. Für Präsident Harry S. Truman ist die Atombombe nur eine »andere Waffe der Artillerie«, die durch Hitze und Druckwellen tötet. »Wir haben uns die Urkraft des Universums dienstbar gemacht«, zitiert ihn Time am 13. August 1945. Dagegen warnt der Wissenschaftler Harold Jacobson von der Columbia-Universität, der selbst am Manhattan Project mitgearbeitet hat, schon zwei Tage nach der Bombardierung Hiroshimas vor der tödlichen Radioaktivität: Die Stadt werde »ein Vierteljahrhundert lang verwüstetes Gebiet« sein.

Schon gleich nachdem Radio Tokyo über mysteriöse Todesfälle in Hiroshima und Nagasaki berichtete, schicken die US-Militärs – Japan hat inzwischen kapituliert – am 19. September 1945 ein Untersuchungsteam los, um den Gerüchten ein Ende zu machen. »Unsere Mission bestand darin, nachzuweisen, dass es keine Radioaktivität gab«, beschrieb General Thomas Farrell seinen Job. Die Berichte der Atomic Bomb Casualty Commission (ABCC) bleiben bis April 1952 unter Verschluss. Als im selben Jahr der Arzt Fumio Shingeto auf einem Kongress japanischer Hämatologen über eine auffällige Häufung von Leukämien als mögliche Folge der Atombombe spricht, wird er von der ABCC scharf kritisiert. Aber auch andere japanische Ärzte und Wissenschaftler sammeln trotz Verbots Daten und klinische Verläufe. Sie dokumentieren – bis heute – die Folgen und Spätfolgen der Bombenabwürfe: all die Zigtausenden Krebsfälle, vielgestaltigen Krankheitsbilder, mit Missbildungen und genetischen Schäden bei nachfolgenden Generationen.

In der Wüste von Nevada gehen die Tests unterdessen weiter. Hunderttausende Soldaten sollen Erfahrungen mit dem Fallout machen und ihre Kampfbereitschaft für einen Atomkrieg erproben. Oft stehen sie ungeschützt nur wenige Meilen vom Explosionsort ground zero entfernt und müssen den Hals recken, um den aufsteigenden Atompilz zu beobachten. 6000 Veteranen verklagen die USA später wegen schwerer Strahlenschäden. 5956 Fälle werden abgewiesen.

Strahlendosis

Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).

Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.

Natürliche Quellen

Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.

Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.

Andere Einheiten

Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.

Ganz andere Menschenversuche unternimmt in Los Alamos der spätere Präsident der Health Physics Society, Wright H. Langham. Zwischen 1945 und 1947 injiziert er todkranken Patienten, auch Kindern, kleine Dosen eines neuen radioaktiven Spaltprodukts: Plutonium. Langham will herausfinden, wie sich das in der Natur unbekannte Radionuklid im Organismus verteilt. Plutonium entsteht bei der nuklearen Kernspaltung und ist extrem krebserregend. Bei Versuchstieren reicht die kleinste überhaupt messbare eingeatmete Menge, um Lungenkrebs auszulösen. Plutonium ist zugleich ein heiß begehrter bombentauglicher Rohstoff – und eine weitere radioaktive Substanz, deren Gefahrenpotenzial über Jahrzehnte dramatisch unterschätzt wird.

Für den Strahlenschutz ist inzwischen eine Organisation zuständig, die bis heute als die wichtigste Autorität auf diesem Feld gilt: die International Commission on Radiological Protection (ICRP) in Ottawa. Traditionell stellen Physiker, Radiologen und Atomforscher die 13 Mitglieder des Gremiums – ein »gewisses Maß an Inzest« sei unvermeidlich, erklärte das britische ICRP-Mitglied John Dunster Ende der fünfziger Jahre. Unnötig, zu erwähnen, dass in der Kommission ausschließlich Männer sitzen. Die von der ICRP verabschiedeten Grenzwerte und Toleranzdosen für Atomarbeiter und die Bevölkerung werden umstandslos von den Regierungen der Welt in nationale Gesetze gegossen.

Die ICRP gibt es seit 1928. Sie hieß zunächst Internationales Komitee zum Schutz vor Röntgenstrahlung und Radium. Schon in der Frühzeit dominierten moderate Empfehlungen, die den Radiologen die Arbeit erleichterten. 1950 nimmt die ICRP ihre Arbeit unter neuem Namen auf und gewinnt schnell an Einfluss. Der aufstrebenden Atomwirtschaft, die ihre ersten Kernkraftwerke baut, spendet sie ihren wissenschaftlichen Segen und versorgt sie mit großzügigen Grenzwerten. Sie hat weder eine demokratische Legitimation, noch ist sie Bestandteil der UN oder anderer Organisationen.

Den Leitwolf gibt über viele Jahre Lauriston Taylor aus Brooklyn, der zunächst Röntgenlabore entwickelt hat. Seine Philosophie als ICRP-Chef: Wissenschaftliche Unsicherheit dürfe aufstrebende Industrien nicht behindern. »Wir akzeptieren, dass es Opfer bedarf, um unsichere Betriebsbedingungen zu erkennen. Das scheint nicht fair, aber es gibt keine Alternative. [...] Ich denke, dass man von einem Nukleararbeiter erwarten darf, dass er seinen Anteil am Risiko akzeptiert.«

Leser-Kommentare
  1. Die Folgen der Radioaktivität wurden ständig verdrängt , verheimlicht.
    Es gibt auf Youtube viele Videos dazu. Empfehlung: nach "Holger Strohm" suchen. Da hört man, wie man ab den 70iger mit Kritk und Wahrheiten umging.

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  2. Mit anderen Worten: Unsere Risikophilosophie (betreffend Kernspaltung) beruht hauptsächlich auf den Ergebnissen unserer "Feldforschung".

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  3. Die GAUs und Super-GAUs in Windscale/Sellafield 1957, Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986 und Fukushima verwandelten alle Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Risikostudien in Schutt und radioaktive Asche.

    In einer 1980 von einem deutschen Institut publizierten Studie wurde das Risiko eines 'large scale meltdowns' bei 25 deutschen Reaktoren pro Jahr auf 1 zu 400 geschätzt. Setzt man diese Zahl ein und rechnet dies auf die über die nun fast 70 Jahre andauernde Entwicklung und die in dieser Zeit durchschnittlich auf der Welt existierenden Kraftwerke an, so ergibt sich für 4-5 solcher Kernschmelzen (würde man z.B. noch Luzern zu den oben genannten hinzuzählen) in diesem Zeitraum eine Wahrscheinlichkeit von etwa 55-70%. Dies mag für einige noch zu wenig erscheinen, aber dieser Richtwert gibt unter der Betrachtung, dass die Sicherheitsstandards zeitlich und geographisch veränderlich sind, zumindest eine einigermaßen realistische Zahl an.

    Natürlich dämmert auch den ICRP-Mitgliedern, dass es keinen ungefährlichen Schwellen- oder Grenzwert für Strahlung gibt, weil jeder noch so kleine Strahlenbeschuss zu Schäden führen kann.

    Hier herrscht immer noch Bedarf an Studien, die Strahlungslokalisierung, Menge und Zeitraum in einen vernünftigen Zusammenhang setzen können.

    Dem Durchschnittsbürger bleibt leider nicht viel mehr, als zwischen den beiden kontrastierenden Desinformationspolitiken weiter im Trüben zu fischen.

    4 Leser-Empfehlungen
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    Kleiner Zahlendreher, die Wahrscheinlichkeiten bewegen sich im Bereich von 30-45%.

    Kleiner Zahlendreher, die Wahrscheinlichkeiten bewegen sich im Bereich von 30-45%.

  4. Kleiner Zahlendreher, die Wahrscheinlichkeiten bewegen sich im Bereich von 30-45%.

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  5. bei Giften hat es jahrhundertelang gedauert, bis man diese nachweisen konnte. Dazu gibt es spannende Geschichten in diversen Sachbüchern oder Romanen, auch Filme darüber ziehen die Menschen noch heute an. Ich erinnere an die "berühmten Kriminalfälle", die noch vor ein paar Jahren in der ARD gezeigt wurden, darunter auch einige Giftfälle.
    Es zeigt sich, daß erst nach einiger Zeit die Wissenschaft begreift, wie wichtig die Entdeckungen der Nebenwirkungen z.B. von verschiedenen Medikamenten oder Arzneien sind.
    Nun ist allerdings bei Radioaktivität hinreichend belegt, wie negativ sich diese auswirken kann, und das schon in geringsten Mengen. Es ist auch bekannt, wie lange die Halbwertszeiten von radioaktiven Elementen sind.
    "Doch selbst das wird die Atomgemeinde nicht beeindrucken. Wie sagte der ehemalige Präsident der Wiener Atompropagandaorganisation IAEA, Hans Blix: »Angesichts der Wichtigkeit der Kernenergie könnte die Welt einen Unfall vom Ausmaß Tschernobyl pro Jahr ertragen.«"

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    • self22
    • 17.04.2011 um 23:12 Uhr

    Das hat der doch nicht wirklich gesagt, oder?

    • self22
    • 17.04.2011 um 23:12 Uhr

    Das hat der doch nicht wirklich gesagt, oder?

  6. Diese Aussage ist einfach nur dumm und töricht. Wie Fukushima jetzt zeigt, könnte es nach Tschernobyl wieder dazu kommen, daß im Umkreis von 30 km (der sich durchaus noch erhöhen könnte) das Gebiet langfristig unbewohnbar wird. Tausende von Menschen leben jetzt in Notunterkünften, abermals Tausende werden in den nächsten Wochen und Monaten noch dazukommen. Nahrungsmittel aus diesem Gebiet werden nicht mehr verzehrt werden können. Durch die Einleitung radioaktiven Wassers in den Pazifik wird die Nahrungskette mit Radioaktivität belastet, zudem wird sich die Radioaktivität über den Wasserkreislauf weltweit verbreiten.

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    Sorry, aber Sie scheinen dem Trugschluss aufzusitzen, dass Radioaktivität in der Natur nicht frei vorkomme. Das ist Unsinn. Erkundigen Sie sich doch einmal wie hoch die Strahlenbelastung durch einen Vulkanausbruch ist. Auch scheinen Sie mir keine rechte Vorstellung von der Größe der Weltmeere zu haben.

    Sorry, aber Sie scheinen dem Trugschluss aufzusitzen, dass Radioaktivität in der Natur nicht frei vorkomme. Das ist Unsinn. Erkundigen Sie sich doch einmal wie hoch die Strahlenbelastung durch einen Vulkanausbruch ist. Auch scheinen Sie mir keine rechte Vorstellung von der Größe der Weltmeere zu haben.

  7. Daß die frühen Wissenschaftler darüber nichts wußten und ungeniert mit radioaktiven Stoffen hantierten, denen sie selber zum Opfer fielen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Menschheit es hier mit Substanzen zu tun hat, deren Freisetzung höchst gefährlich sein ist. In Fukushima ist schon Plutonium gefunden worden, glücklicherweise nur kleinste Spuren, wenn man den Messungen trauen darf. Bei einer Halbwertszeit von 24000 Jahren wäre ein damit verseuchtes Gebiet nach menschlichem Ermessen auf Ewigkeiten unbewohnbar http://de.wikipedia.org/w....
    Ein Unfall in einem Kernkraftwerk ist also nicht zu vergleichen beispielsweise mit dem Bruch eines Staudamms, der zwar auch katastrophale Auswirkungen haben könnte, aber keine auf tausende von Jahren ausgeweitete Wirkung. Auch in Japan machen ja nicht die Folgen des Erdbebens und des Tsunamis eine Rückkehr in die Gebiete rund um Fukushima unmöglich, sondern die drohende Verstrahlung. Ansonsten könnte man dort unbedenklich aufräumen und neu bauen.
    Aus diesem Grund sollte man grundsätzlich von der Atomkraft als Energieträger absehen - mag selbst die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls äußerst gering sein, so hat er doch solche Schadensfolgen, daß die Menschheit diese nicht wirklich beherrscht, vor allem langfristig.

    7 Leser-Empfehlungen
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    ein kleiner Nachtrag: da es bis jetzt keine wirkliche Behörde gibt, die sich mit der Sicherheit der Kernkraftwerke weltweit beschäftigt (die IAEA ist ja eine Lobby zur Verbreitung von Atomkraft), wird es dringend Zeit, daß die internationale Gemeinschaft hier handelt.
    Weltweit existieren 212 Kernkraftwerke mit 442 Reaktorblöcken http://de.wikipedia.org/w....
    Wenn es im jetzigen Tempo mit den Unfällen in Atomkraftwerken weitergeht, ist absehbar, wann der größte Teil der Welt so verstrahlt ist, daß der Menschheit tatsächlich nur übrigbleibt, zuzusehen, wie die genetischen Auswirkungen der Strahlung sich bei ihren Nachkommen bemerkbar machen.

    ein kleiner Nachtrag: da es bis jetzt keine wirkliche Behörde gibt, die sich mit der Sicherheit der Kernkraftwerke weltweit beschäftigt (die IAEA ist ja eine Lobby zur Verbreitung von Atomkraft), wird es dringend Zeit, daß die internationale Gemeinschaft hier handelt.
    Weltweit existieren 212 Kernkraftwerke mit 442 Reaktorblöcken http://de.wikipedia.org/w....
    Wenn es im jetzigen Tempo mit den Unfällen in Atomkraftwerken weitergeht, ist absehbar, wann der größte Teil der Welt so verstrahlt ist, daß der Menschheit tatsächlich nur übrigbleibt, zuzusehen, wie die genetischen Auswirkungen der Strahlung sich bei ihren Nachkommen bemerkbar machen.

  8. Wen es interessiert: ich habe am Freitag, 15. April, 19.06 Uhr im Radiosender Ö1 im Wissenschaftsmagazin "Dimensionen" einen Beitrag zu dauernder niedriger Radioaktivität gehört, den ich hier empfehlen möchte: Nachzuhören bis kommenden Freitag unter Ö1, "7 Tage Ö1", Programm unter http://oe1.orf.at/program...

    Der Beitrag ergänzt diesen Artikel bzw. bestätigt, dass auch niedrige Radioaktivität gefährlich ist.

    5 Leser-Empfehlungen
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    Eine interessante, wenn auch sehr einseitige Berichterstattung mit vielen Mängeln:

    - In dem gesamten Bericht wurde keinerlei Zeitangabe gemacht, sondern nur absolute Strahlendosen genannt. Diese sind in diesem Rahmen nahezu unverwertbar.
    - Bei der Errechnung der 'gesundheitlich unbedenklichen Schwelle' von radioaktiven Materialien, sprich nach 10 bzw. 13 Halbwertszeiten, wurde die Menge des vorhandenen Materials total außer Acht gelassen. Hier kommt es vielmehr darauf an, wie viel % des Materials abgebaut werden müssen bis diese zusätzliche Strahlenbelastung nicht mehr als schädlich für den Menschen gilt.
    - Die weitergegebenen erblichen Fehler können durch eine hohe Kurzzeitdosis hervorgerufen werden. Hier muss man die Testsubjekte über den gesamten Zeitraum in einer Niedrigstrahlungsumgebung ohne Initialmutationen beobachten.
    - Bei der Studie der vermehrten männlichen Geburten um KKWs fehlt der Nachweis einer erhöhten Strahlung in eben jenen Gebieten. Wenn sich die Strahlenbelastung das ganze Jahr über in einem normalen Bereich bewegt, so muss man diese Ursachenquelle ausschließen
    - Der Einfluss der Lokalisation, des Zeitraumes und der Menge der Strahlenexposition wurde richtig erkannt. Hierbei gibt es mittlerweile Studien aus Gebieten mit sehr hoher jährlicher Hintergrundstrahlung (Ramsar etc.), die keinerlei schädliche (oder sogar positive) Wirkungen aufzeigen.

    Eine interessante, wenn auch sehr einseitige Berichterstattung mit vielen Mängeln:

    - In dem gesamten Bericht wurde keinerlei Zeitangabe gemacht, sondern nur absolute Strahlendosen genannt. Diese sind in diesem Rahmen nahezu unverwertbar.
    - Bei der Errechnung der 'gesundheitlich unbedenklichen Schwelle' von radioaktiven Materialien, sprich nach 10 bzw. 13 Halbwertszeiten, wurde die Menge des vorhandenen Materials total außer Acht gelassen. Hier kommt es vielmehr darauf an, wie viel % des Materials abgebaut werden müssen bis diese zusätzliche Strahlenbelastung nicht mehr als schädlich für den Menschen gilt.
    - Die weitergegebenen erblichen Fehler können durch eine hohe Kurzzeitdosis hervorgerufen werden. Hier muss man die Testsubjekte über den gesamten Zeitraum in einer Niedrigstrahlungsumgebung ohne Initialmutationen beobachten.
    - Bei der Studie der vermehrten männlichen Geburten um KKWs fehlt der Nachweis einer erhöhten Strahlung in eben jenen Gebieten. Wenn sich die Strahlenbelastung das ganze Jahr über in einem normalen Bereich bewegt, so muss man diese Ursachenquelle ausschließen
    - Der Einfluss der Lokalisation, des Zeitraumes und der Menge der Strahlenexposition wurde richtig erkannt. Hierbei gibt es mittlerweile Studien aus Gebieten mit sehr hoher jährlicher Hintergrundstrahlung (Ramsar etc.), die keinerlei schädliche (oder sogar positive) Wirkungen aufzeigen.

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