Geschichte der RadioaktivitätEin GAU pro Jahr schadet nicht
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Auch auf der Berliner Pfaueninsel soll ein AKW entstehen

Auch auf der Berliner Pfaueninsel soll ein AKW entstehen

Natürlich dämmert auch den ICRP-Mitgliedern, dass es keinen ungefährlichen Schwellen- oder Grenzwert für Strahlung gibt, weil jeder noch so kleine Strahlenbeschuss zu Schäden führen kann. Ihr Job ist es, "Grenzwerte und Standards danach auszuwählen, was die Industrie mit vertretbarem Aufwand erreichen kann. Die wissenschaftlichen Beweise für die Gefahren waren gegen die Erfordernisse der jungen Nuklearindustrie abzuwägen", sagt der ICRP-kritische Münsteraner Strahlenbiologe und frühere Chef der Deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, Wolfgang Köhnlein. Bei strengen Grenzwerten wären der Betrieb von AKWs oder Wiederaufarbeitungsanlagen und vor allem der Uranabbau im Bergwerk unmöglich gewesen. Also werden Atomarbeitern höhere Belastungen zugemutet als der Allgemeinbevölkerung, und für Störfälle gelten Ausnahmeregeln.

Direkte Strahlenschäden

Die Strahlenschutzexperten unterscheiden zwischen deterministischen und stochastischen Strahlenschäden. Mit dem ersten sind Symptome gemeint, die unmittelbar nach einer Strahlenexposition auftreten, wie Übelkeit und verbrennungsartige Hautrötungen. Solche Schäden treten fast immer nur dann auf, wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wurde, wenn zu viele Zellen eines Gewebes beschädigt worden sind. Experten sprechen von einer Schwellendosis, die im schlimmsten Fall zum Tode führen kann.

Indirekte

Durch die Nahrung kann eine solch lebensgefährliche Schwelle kaum überschritten werden. Essen wir radioaktiv belastetes Gemüse, wird das eher später nach Jahren oder Jahrzehnten negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben – wenn überhaupt.

Diese Strahlenschäden lassen sich nur in Wahrscheinlichkeiten ausdrücken: Wie wahrscheinlich ist es nach einer Strahlenexposition X im Zeitraum Y an der Krankheit Z zu erkranken? Zu den möglichen Symptomen zählen etwa Unfruchtbarkeit, Trübungen der Augenlinsen oder Krebs, die auch erst Jahre nach einer erhöhten Belastung auftreten können. Auch Schäden an Neugeborgenen fallen darunter.

Wie schädlich eine Strahlung ist, lässt sich also nicht genau festlegen: Person A hat im März 2011 die Strahlendosis B abbekommen und wird im Jahr C an Krebs erkranken – solche Aussagen sind unmöglich! Es gibt keine Regel anhand der sich sagen lässt, ab welcher Dosis eine Person erkrankt und ob das überhaupt jemals der Fall sein wird.

Erbgut

Die Strahlen, die von radioaktiven Stoffen ausgehen, können direkt bestimmte Zellbestandteile verändern oder indirekt freie Radikale aus dem Wasser in der Zelle bilden, die dann das Gewebe beschädigen können. Am empfindlichsten ist das Erbgut (DNA). Die Strahlung kann etwa die DNA-Kette brechen oder den Code verändern. Nicht immer ist Radioaktivität Schuld an solchen Mutationen, auch Hitze, mechanische Kräfte oder chemische Stoffe können sie auslösen. Das körpereigene Reparatursystem des Menschen behebt jeden Tag zig Billionen Erbgutschädigungen.

Gelingt eine Reparatur nicht, kann der Körper immer noch die Möglichkeit ergreifen, die betroffene Zelle vom Zellverbund auszuschließen. Schließt ein Organismus die beschädigte Zelle nicht aus, kann das bei den folgenden Zellteilungen schwerwiegende Folgen haben, da sich die Mutation auf die Nachkommen dieser Zelle übertragen. Krebs ist eine mögliche Spätfolge davon.

Für die Mediziner ist es im Nachhinein aber kaum möglich, zu rekonstruieren, ob der Auslöser für eine Tumorerkrankung eine erhöhte Strahlenbelastung oder ein sonstiger Faktor ist.

Medizin

Radioaktivität wird nur selten mit Gesundheit in Verbindung gebracht. Und doch nutzt die Medizin sie vielfach. Die Strahlung von Radionukliden wird etwa eingesetzt, um das Wachstum von Tumoren zu hemmen oder um die Durchblutung von Gewebe sichtbar zu machen.

In der Geschichte finden sich auch einige Negativbeispiele zur medizinischen Anwendung von radioaktiven Stoffen, die es so heute sicher nicht mehr geben würde: So sollten etwa Hüftgürtel mit Radium gegen Rheuma helfen, eine Zahnpasta mit dem Element sollte für gesundes Zahnfleisch sorgen, radioaktive Einlegesohlen sollten die Füße pflegen und ein radiumhaltiges Haarwasser gegen Haarausfall vorbeugen. (ska)

Die Kritik an dem allzu lässigen Umgang mit den Risiken nimmt allerdings zu. John Gofman, Karl Morgan, Ernest Sternglass, Irwin Bross, Alice Stewart, allesamt angesehene Fachleute, führen die Riege der Gegner an. Morgans Wort hat besonderes Gewicht, weil er Kernkraftwerke befürwortet und 14 Jahre lang Vorsitzender im ICRP-Ausschuss für inkorporierte Strahlung gewesen ist. Und doch weist man ihre Warnungen ab. Morgan sei "durchgedreht", erklären ICRP-Mitglieder Mitte der siebziger Jahre und verweigern sich seiner Forderung, Grenzwerte und Toleranzdosen zu halbieren. Andere Kritiker werden als "wissenschaftliche Landstreicher", als "Spinner" und "Werkzeuge der Atomgegner" verhöhnt.

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Als immer mehr Meiler ans Netz gehen, nimmt die Sicherheitsdebatte eine Wende. Jetzt rückt die Unfallwahrscheinlichkeit in den Mittelpunkt der Diskussion. Schon in den sechziger Jahren geistert der größte anzunehmende Unfall (GAU) durch die Fachgremien. Doch noch bis 1965 glaubt man, dass zumindest eine teilweise Kernschmelze toleriert werden kann. Der GAU war damals eher eine "bürokratische Fiktion", schrieb der Bielefelder Historiker Joachim Radkau 1983, richtig ernst nahm man das nicht. Allerdings: "Großstadtnahe Kernkraftwerke", die will man nun auch wieder nicht. Als in West-Berlin, auf der Pfaueninsel in der Havel, ein Kernkraftwerk gebaut werden soll, lehnt die Bundesregierung dies Anfang 1962 ab.

Gesundheitsfolgen nach Tschernobyl

In Tschernobyl starben infolge des Reaktorunfalls unmittelbar 28 Menschen nach einer erhöhten Strahlenbelastung. 19 weitere Menschen starben zwischen 1986 und 2005 nachweislich an den gesundheitlichen Auswirkungen der Katastrophe. Das ist das Ergebnis eines Berichtes der Vereinten Nationen, der zuletzt Ende Februar aktualisiert worden ist. Insgesamt könnten langfristig bis zu 4000 Menschen an der Radioaktivität sterben, die durch die Explosion des Reaktors freigesetzt wurde, schätzt das internationale Wissenschaftskonsortium. Die meisten von ihnen gehören zu den rund 500.000 Arbeitern, die an den Rettungsmaßnahmen zwischen 1986 und 1987 auf dem Gelände beteiligt waren.

Schilddrüsenkrebs

Für den überwiegenden Teil der Menschen ist das Unglück eher glimpflich verlaufen. 6000 Menschen sind in den zwei Jahrzehnten nach Tschernobyl an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Das ist der einzige Tumor, der sich empirisch eindeutig als Folge von Tschernobyl nachweisen lässt. Diese Art von Krebs gilt als gut behandelbar und verläuft in den allermeisten Fällen nicht tödlich. "Die Wahrscheinlichkeit mit der Diagnose die nächsten 20 Jahre zu überleben, liegt bei etwa 90 Prozent über alle Altersgruppen hinweg", sagt Christoph Reiners, der das WHO-Kollaborationszentrum für medizinische Vorsorge und Hilfe bei Strahlenunfällen leitet.

Das leichtflüchtige Jod kann über die Luft und die Nahrung aufgenommen werden. Das radioaktive Jod hat dieselben chemischen Eigenschaften wie sein stabiles und für die Gesundheit unbedenkliches Isotop. In der Schilddrüse strahlen die radioaktiven Teilchen und belasten das umliegende Gewebe. Besonders für Kinder kann das schwerwiegende Folgen haben, weshalb in diesem Fall die Einnahme von Jodtabletten empfohlen wird.

Der Blick in die Geschichte soll die Gefahr nicht kleinreden. Er soll nur deutlich machen, wie wichtig es ist, zwischen echter und unechter Bedrohung zu unterscheiden. (ska)

Die Sicherheitsphilosophie der Industrie aber blieb zumindest nach außen hin weiter der Hybris treu, dass Kernkraftwerke sicher und verantwortbar sind und die Wahrscheinlichkeit von Unfällen gering ist. In den sechziger Jahren wurde in der Bundesrepublik sogar ernsthaft erwogen, beim Bau auf die äußere Schutzhülle für den Reaktorkern zu verzichten. Der Geschäftsführer des bayerischen Kernkraftwerks Gundremmingen erklärte dies 1966 zum "erstrebenswerten Ziel", so "ketzerisch und utopisch" der Gedanke klinge.

Auch mit Berstschutz erteilte die Wirklichkeit den großen Experten vier erschütternde Lektionen: Die GAUs und Super-GAUs in Windscale/Sellafield 1957, Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986 und Fukushima verwandelten alle Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Risikostudien in Schutt und radioaktive Asche. Doch selbst das wird die Atomgemeinde nicht beeindrucken. Wie sagte der ehemalige Präsident der Wiener Atompropagandaorganisation IAEA, Hans Blix: "Angesichts der Wichtigkeit der Kernenergie könnte die Welt einen Unfall vom Ausmaß Tschernobyl pro Jahr ertragen."

Der Autor ist Journalist und einer der beiden Chefredakteure des Umweltmagazins "zeozwei"

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Leserkommentare
  1. Die Folgen der Radioaktivität wurden ständig verdrängt , verheimlicht.
    Es gibt auf Youtube viele Videos dazu. Empfehlung: nach "Holger Strohm" suchen. Da hört man, wie man ab den 70iger mit Kritk und Wahrheiten umging.

  2. Mit anderen Worten: Unsere Risikophilosophie (betreffend Kernspaltung) beruht hauptsächlich auf den Ergebnissen unserer "Feldforschung".

  3. <em>Die GAUs und Super-GAUs in Windscale/Sellafield 1957, Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986 und Fukushima verwandelten alle Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Risikostudien in Schutt und radioaktive Asche.</em>

    In einer 1980 von einem deutschen Institut publizierten Studie wurde das Risiko eines 'large scale meltdowns' bei 25 <em>deutschen</em> Reaktoren pro Jahr auf 1 zu 400 geschätzt. Setzt man diese Zahl ein und rechnet dies auf die über die nun fast 70 Jahre andauernde Entwicklung und die in dieser Zeit durchschnittlich auf der Welt existierenden Kraftwerke an, so ergibt sich für 4-5 solcher Kernschmelzen (würde man z.B. noch Luzern zu den oben genannten hinzuzählen) in diesem Zeitraum eine Wahrscheinlichkeit von etwa 55-70%. Dies mag für einige noch zu wenig erscheinen, aber dieser Richtwert gibt unter der Betrachtung, dass die Sicherheitsstandards zeitlich und geographisch veränderlich sind, zumindest eine einigermaßen realistische Zahl an.

    <em>Natürlich dämmert auch den ICRP-Mitgliedern, dass es keinen ungefährlichen Schwellen- oder Grenzwert für Strahlung gibt, weil jeder noch so kleine Strahlenbeschuss zu Schäden führen kann.</em>

    Hier herrscht immer noch Bedarf an Studien, die Strahlungslokalisierung, Menge und Zeitraum in einen vernünftigen Zusammenhang setzen können.

    Dem Durchschnittsbürger bleibt leider nicht viel mehr, als zwischen den beiden kontrastierenden Desinformationspolitiken weiter im Trüben zu fischen.

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    Kleiner Zahlendreher, die Wahrscheinlichkeiten bewegen sich im Bereich von 30-45%.

  4. Kleiner Zahlendreher, die Wahrscheinlichkeiten bewegen sich im Bereich von 30-45%.

  5. bei Giften hat es jahrhundertelang gedauert, bis man diese nachweisen konnte. Dazu gibt es spannende Geschichten in diversen Sachbüchern oder Romanen, auch Filme darüber ziehen die Menschen noch heute an. Ich erinnere an die "berühmten Kriminalfälle", die noch vor ein paar Jahren in der ARD gezeigt wurden, darunter auch einige Giftfälle.
    Es zeigt sich, daß erst nach einiger Zeit die Wissenschaft begreift, wie wichtig die Entdeckungen der Nebenwirkungen z.B. von verschiedenen Medikamenten oder Arzneien sind.
    Nun ist allerdings bei Radioaktivität hinreichend belegt, wie negativ sich diese auswirken kann, und das schon in geringsten Mengen. Es ist auch bekannt, wie lange die Halbwertszeiten von radioaktiven Elementen sind.
    "Doch selbst das wird die Atomgemeinde nicht beeindrucken. Wie sagte der ehemalige Präsident der Wiener Atompropagandaorganisation IAEA, Hans Blix: »Angesichts der Wichtigkeit der Kernenergie könnte die Welt einen Unfall vom Ausmaß Tschernobyl pro Jahr ertragen.«"

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    • self22
    • 17. April 2011 23:12 Uhr

    Das hat der doch nicht wirklich gesagt, oder?

  6. Diese Aussage ist einfach nur dumm und töricht. Wie Fukushima jetzt zeigt, könnte es nach Tschernobyl wieder dazu kommen, daß im Umkreis von 30 km (der sich durchaus noch erhöhen könnte) das Gebiet langfristig unbewohnbar wird. Tausende von Menschen leben jetzt in Notunterkünften, abermals Tausende werden in den nächsten Wochen und Monaten noch dazukommen. Nahrungsmittel aus diesem Gebiet werden nicht mehr verzehrt werden können. Durch die Einleitung radioaktiven Wassers in den Pazifik wird die Nahrungskette mit Radioaktivität belastet, zudem wird sich die Radioaktivität über den Wasserkreislauf weltweit verbreiten.

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    Sorry, aber Sie scheinen dem Trugschluss aufzusitzen, dass Radioaktivität in der Natur nicht frei vorkomme. Das ist Unsinn. Erkundigen Sie sich doch einmal wie hoch die Strahlenbelastung durch einen Vulkanausbruch ist. Auch scheinen Sie mir keine rechte Vorstellung von der Größe der Weltmeere zu haben.

  7. Daß die frühen Wissenschaftler darüber nichts wußten und ungeniert mit radioaktiven Stoffen hantierten, denen sie selber zum Opfer fielen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Menschheit es hier mit Substanzen zu tun hat, deren Freisetzung höchst gefährlich sein ist. In Fukushima ist schon Plutonium gefunden worden, glücklicherweise nur kleinste Spuren, wenn man den Messungen trauen darf. Bei einer Halbwertszeit von 24000 Jahren wäre ein damit verseuchtes Gebiet nach menschlichem Ermessen auf Ewigkeiten unbewohnbar http://de.wikipedia.org/wiki/Halbwertszeit#Radioaktive_Halbwertszeit.
    Ein Unfall in einem Kernkraftwerk ist also nicht zu vergleichen beispielsweise mit dem Bruch eines Staudamms, der zwar auch katastrophale Auswirkungen haben könnte, aber keine auf tausende von Jahren ausgeweitete Wirkung. Auch in Japan machen ja nicht die Folgen des Erdbebens und des Tsunamis eine Rückkehr in die Gebiete rund um Fukushima unmöglich, sondern die drohende Verstrahlung. Ansonsten könnte man dort unbedenklich aufräumen und neu bauen.
    Aus diesem Grund sollte man grundsätzlich von der Atomkraft als Energieträger absehen - mag selbst die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls äußerst gering sein, so hat er doch solche Schadensfolgen, daß die Menschheit diese nicht wirklich beherrscht, vor allem langfristig.

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    ein kleiner Nachtrag: da es bis jetzt keine wirkliche Behörde gibt, die sich mit der Sicherheit der Kernkraftwerke weltweit beschäftigt (die IAEA ist ja eine Lobby zur Verbreitung von Atomkraft), wird es dringend Zeit, daß die internationale Gemeinschaft hier handelt.
    Weltweit existieren 212 Kernkraftwerke mit 442 Reaktorblöcken http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:AKWs_Weltkarte.png&filet....
    Wenn es im jetzigen Tempo mit den Unfällen in Atomkraftwerken weitergeht, ist absehbar, wann der größte Teil der Welt so verstrahlt ist, daß der Menschheit tatsächlich nur übrigbleibt, zuzusehen, wie die genetischen Auswirkungen der Strahlung sich bei ihren Nachkommen bemerkbar machen.

  8. Wen es interessiert: ich habe am Freitag, 15. April, 19.06 Uhr im Radiosender Ö1 im Wissenschaftsmagazin "Dimensionen" einen Beitrag zu dauernder niedriger Radioaktivität gehört, den ich hier empfehlen möchte: Nachzuhören bis kommenden Freitag unter Ö1, "7 Tage Ö1", Programm unter http://oe1.orf.at/programm/tag/20110415#

    Der Beitrag ergänzt diesen Artikel bzw. bestätigt, dass auch niedrige Radioaktivität gefährlich ist.

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    Eine interessante, wenn auch sehr einseitige Berichterstattung mit vielen Mängeln:

    - In dem gesamten Bericht wurde keinerlei Zeitangabe gemacht, sondern nur absolute Strahlendosen genannt. Diese sind in diesem Rahmen nahezu unverwertbar.
    - Bei der Errechnung der 'gesundheitlich unbedenklichen Schwelle' von radioaktiven Materialien, sprich nach 10 bzw. 13 Halbwertszeiten, wurde die Menge des vorhandenen Materials total außer Acht gelassen. Hier kommt es vielmehr darauf an, wie viel % des Materials abgebaut werden müssen bis diese zusätzliche Strahlenbelastung nicht mehr als schädlich für den Menschen gilt.
    - Die weitergegebenen erblichen Fehler können durch eine hohe Kurzzeitdosis hervorgerufen werden. Hier muss man die Testsubjekte über den gesamten Zeitraum in einer Niedrigstrahlungsumgebung ohne Initialmutationen beobachten.
    - Bei der Studie der vermehrten männlichen Geburten um KKWs fehlt der Nachweis einer erhöhten Strahlung in eben jenen Gebieten. Wenn sich die Strahlenbelastung das ganze Jahr über in einem normalen Bereich bewegt, so muss man diese Ursachenquelle ausschließen
    - Der Einfluss der Lokalisation, des Zeitraumes und der Menge der Strahlenexposition wurde richtig erkannt. Hierbei gibt es mittlerweile Studien aus Gebieten mit sehr hoher jährlicher Hintergrundstrahlung (Ramsar etc.), die keinerlei schädliche (oder sogar positive) Wirkungen aufzeigen.

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