Finnland Die finnischsten FinnenSeite 2/2

Herr Soini, was machen Sie, wenn Sie in der Regierung sind? Die Kreditzahlungen zurücknehmen? »Der EU-Vertrag verbietet, dass Euro-Länder einander helfen«, antwortet er.

Die anderen Parteien sagen aber, sie werden Sie nur in der Regierung akzeptieren, wenn Sie dem Euro-Reformpaket zustimmen.

»Ja, aber wenn wir ein gutes Resultat bekommen, ändern sich die politischen Muster. In Deutschland gibt es auch immer größere Zweifel und sogar Verfassungsklagen gegen die Hilfe.«

Zweifel darf man aber vor allem daran haben, ob die Rigorosität von Soini und seinen Basisfinnen eine Regierungsbeteiligung überlebt. Wahrscheinlich, sagen Beobachter, werde es zu einem Kompromiss kommen, wie ihn die finnischen Grünen in der Atomfrage eingegangen seien: Offiziell sind sie für einen Ausstieg. Gleichwohl gehören sie einer Regierung an, die einen Ausbau der Atomenergie beschlossen hat. So könnten es auch die Basisfinnen halten: Im Programm Nein sagen zu EU-Hilfen, in der Praxis Ja.

Außenminister Stubb schließt deshalb keineswegs aus, eine Koalition mit den Basisfinnen zu bilden. »Timo Soini und ich sind gute Freunde«, sagt er, »wir haben großen Respekt voreinander.« Auch mit den Basisfinnen im Kabinett, versichert Stubb, werde sich Finnland »auf keinen Fall« in eine nordische Slowakei verwandeln, die die Rettungszahlungen für Euro-Partner verweigere. »Das Schöne ist doch: Regierungsbeteiligung schafft Verantwortung. Verantwortung schafft rationales Denken. Und rationales Denken schafft gute Ergebnisse.« Im Falle der griechischen Hilfsdarlehen hießen die, dass Finnland bisher schon zehn Millionen Euro Zinszahlungen aus Athen bekommen habe. »Wir haben also gar nichts verloren!« Sei dieser Gedanke, fragt Stubb mit leichter Besorgnis, eigentlich so schon in Deutschland angekommen?

 
Leser-Kommentare
  1. Schon interessant, dass eine Partei gleich "populistisch" ist, wenn sie sich gegen eine Daueralimentierung von EU Staaten und Banken wehrt. Anstatt täglich über die rechtswidrigen Griechenland-, Irland- Portugalhilfen und den Rettungsschirm zu berichten, versuchen die Medien jeden der sich diesem Wahnsinn entgegenstellt zu diskreditieren.
    Schäuble und Merkel führen Deutschland mit ihrer Europolitik mittelfristig in den Bankrott und die ZEIT schweigt dazu. Aber hauptsache man kann sich über eine finnische Partei echauffieren. Durch solche Artikel dürfte das Niveau der Zeit auf dem Tiefpunkt angekommen sein.

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    vorbehaltlos unterstreichen ...

    • joG
    • 15.04.2011 um 15:46 Uhr

    ....nicht gegen die EU.

    @ JoG: Wo erkennen Sie "Hetze" in diesem kurzen, sachlichen und wahren Kommentar?

    vorbehaltlos unterstreichen ...

    • joG
    • 15.04.2011 um 15:46 Uhr

    ....nicht gegen die EU.

    @ JoG: Wo erkennen Sie "Hetze" in diesem kurzen, sachlichen und wahren Kommentar?

  2. vorbehaltlos unterstreichen ...

    20 Leser-Empfehlungen
  3. Und wie hoch sind die Finanzierungskosten, für den gegebenen Kredit, für Finnland? Ich kenne nämlich kein Land was diese Summen in Bar vorrätig hatten.

    Ich würde solche Parteien auch nicht einfach so abtun. Überall in Europa wächst die Skepsis gegenüber dem was aus Brüssel kommt. Die Menschen fühlen sich ohnmächtig.

    Und zum Schluss hätte ich noch eine Frage an den Autor. Welche Antworten geben den die etablierten Parteien? Ich höre immer nur ALTERNATIVLOS. Das ist mir zu wenig als Antwort!

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    Die EU sollte vielleicht einmal in China anfragen - soweit ich weiß hat China mehr Geld als es ausgeben kann.

    Aber was könnte Europa denn China dafür bieten? (denn die Chinesen würden wenn, uns das Geld bestimmt nicht schenken)

    Die Alternative zu "alternativlos" ist die neue Partei "Die Freiheit" - Diese wird auch als "poulistisch" gehandelt, wenn man sich aber das Parteiprogramm ansieht, hat das mit Populismus nichts zu tun - das ist alternative Politik - und viele Ländern in Europa sprechen immer mehr solchen "Alternativen" zu.

    Sie machen einen wichtigen Punkt.

    Doch selbst wenn Länder wie Finnland oder Deutschland auf den Hilfskrediten einen "Gewinn" machen, dann ist das noch lange keine hinreichende Begründung für die Vergabe der Hilfskredite.

    1) Private Sparer verlangen auf den gleichen Krediten einen ungleich höheren Zins. Sie verlangen einen Risikozuschlag. Für dieses Risiko werden die Kreditgeber nicht entschädigt. Deutschland, Finnland und ähnliche Nettozahler machen also im Gegenteil ein Verlustgeschäft, weil sie die Kredite zu billig anbieten.

    2) Nach der gleichen Logik müssten die Kreditgeberländer massiv in die Finanzmärkte investieren. Es würde noch eine höhere Rendite aufwerfen. Wolfgang Schäuble würde zum obersten Portfoliomanager der Republik. Dass es unsinnig ist, dass der Staat seinen Bürgern Geld wegnimmt, um es selbst zu investieren ist klar. Warum sollte der Staat besser investieren können als die 10% Reichsten in D, die 50% oder so der Steuereinnahmen aufbringen? Der Staat müsste nach dieser Logik den gesamten Bundeshaushalt den Griechen zur Verfügung stellen. Was sind schon Rentenzahlungen, Kitas, die Bundeswehr, F&E gegen die sonnige Rendite aus Griechenland?

    Die EU sollte vielleicht einmal in China anfragen - soweit ich weiß hat China mehr Geld als es ausgeben kann.

    Aber was könnte Europa denn China dafür bieten? (denn die Chinesen würden wenn, uns das Geld bestimmt nicht schenken)

    Die Alternative zu "alternativlos" ist die neue Partei "Die Freiheit" - Diese wird auch als "poulistisch" gehandelt, wenn man sich aber das Parteiprogramm ansieht, hat das mit Populismus nichts zu tun - das ist alternative Politik - und viele Ländern in Europa sprechen immer mehr solchen "Alternativen" zu.

    Sie machen einen wichtigen Punkt.

    Doch selbst wenn Länder wie Finnland oder Deutschland auf den Hilfskrediten einen "Gewinn" machen, dann ist das noch lange keine hinreichende Begründung für die Vergabe der Hilfskredite.

    1) Private Sparer verlangen auf den gleichen Krediten einen ungleich höheren Zins. Sie verlangen einen Risikozuschlag. Für dieses Risiko werden die Kreditgeber nicht entschädigt. Deutschland, Finnland und ähnliche Nettozahler machen also im Gegenteil ein Verlustgeschäft, weil sie die Kredite zu billig anbieten.

    2) Nach der gleichen Logik müssten die Kreditgeberländer massiv in die Finanzmärkte investieren. Es würde noch eine höhere Rendite aufwerfen. Wolfgang Schäuble würde zum obersten Portfoliomanager der Republik. Dass es unsinnig ist, dass der Staat seinen Bürgern Geld wegnimmt, um es selbst zu investieren ist klar. Warum sollte der Staat besser investieren können als die 10% Reichsten in D, die 50% oder so der Steuereinnahmen aufbringen? Der Staat müsste nach dieser Logik den gesamten Bundeshaushalt den Griechen zur Verfügung stellen. Was sind schon Rentenzahlungen, Kitas, die Bundeswehr, F&E gegen die sonnige Rendite aus Griechenland?

  4. Zumal ein Bruch unserer Verfasssung im Raum steht, wie unlängst der Spiegel berichtete. Das setzt dem Ganzen die Krone auf.

    Zerohedge berichtete vorhin:

    Greek 10 Year-Bund spreads just passed 1,000 for the first time ever and were last trading north. Following this statement from Germany's Hoyer, it seems all hell is about to break loose for peripheral spreads.

    * *GERMANY WOULD BACK VOLUNTARY GREEK RESTRUCTURING, HOYER SAYS
    * *GREEK DEFICIT CUTTING MAY NOT BE ENOUGH, HOYER SAYS
    * *GERMANY ‘WORRIED’ ABOUT GREEK FISCAL DEVELOPMENTS, HOYER SAYS
    * *GREEK DEBT RESTRUCTURING `WOULD NOT BE A DISASTER,' HOYER SAYS
    * *GERMAN EUROPE MINISTER HOYER SPEAKS IN INTERVIEW IN BERLIN

  5. 5. China

    Die EU sollte vielleicht einmal in China anfragen - soweit ich weiß hat China mehr Geld als es ausgeben kann.

    Aber was könnte Europa denn China dafür bieten? (denn die Chinesen würden wenn, uns das Geld bestimmt nicht schenken)

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf " 10 Millionen Zinsen"
    • EricB.
    • 15.04.2011 um 15:04 Uhr

    Ein "Nein" aus Helsinki wäre eine bizarre Ironie der Geschichte. Schließlich ist ja nicht nur ein Großteil der Finnen, sondern auch die Mehrheit der Portugiesen gegen die geplante EU-Hilfe. Das Hilfsgesuch war Portugal von der EU und der Europäischen Zentralbank mit allerlei Tricks aufgezwungen worden. Auch die Hilfskonditionen - ein nochmals verschärfter Sparkurs und massive Privatisierungen - werden aus Brüssel diktiert. Wenn es nun in Helsinki schiefgeht, könnte dies konservative Finnen und zornige Portugiesen erfreuen - aber auch eine Kettenreaktion auslösen...

    mehr auf: http://lostineurope.poste...

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    die vormals bettelarmen portugiesen haben eben vergessen, dass ihr reichtum der letzten jahren nicht auf eigenem mist gewachsen ist, sondern auf dem des transfersystems EU. das ganze konstrukt bricht aber zusammen, wenn das land in eine staatspleite schlittert. von bruessel verordnetes "gürtel-enger-schnallen" macht jede nation wieder zu einzelgaengern. ohne EU-gelder wuerden viele laender aber nicht mal mehr hosen tragen.

    die vormals bettelarmen portugiesen haben eben vergessen, dass ihr reichtum der letzten jahren nicht auf eigenem mist gewachsen ist, sondern auf dem des transfersystems EU. das ganze konstrukt bricht aber zusammen, wenn das land in eine staatspleite schlittert. von bruessel verordnetes "gürtel-enger-schnallen" macht jede nation wieder zu einzelgaengern. ohne EU-gelder wuerden viele laender aber nicht mal mehr hosen tragen.

  6. Die Alternative zu "alternativlos" ist die neue Partei "Die Freiheit" - Diese wird auch als "poulistisch" gehandelt, wenn man sich aber das Parteiprogramm ansieht, hat das mit Populismus nichts zu tun - das ist alternative Politik - und viele Ländern in Europa sprechen immer mehr solchen "Alternativen" zu.

    Antwort auf " 10 Millionen Zinsen"
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    dann benötigen wir auch keine Legislative mehr. Dann brauchen wir nur Terminatoren. Ein sehr mechanistisches Weltbild. Wenn die Merkeltruppe wenigstens die Konsequenzen aus ihrem alternativlosen Dasein zöge und die Nerven des strapazierten Publikums schonte.

    "Die Alternative zu "alternativlos" ist die neue Partei "Die Freiheit" - Diese wird auch als "poulistisch" gehandelt, wenn man sich aber das Parteiprogramm ansieht, hat das mit Populismus nichts zu tun - das ist alternative Politik - und viele Ländern in Europa sprechen immer mehr solchen "Alternativen" zu."

    Vielleicht sollte man sich in der nächsten Zeit verstärkt dieser Partei zuwenden. Allein deswegen, um den etablierten Parteien im Raumschiff Berliner Reichstag ein Zeichen zu geben, daß es so nicht mehr weitergeht. Die Programmatik der Partei "Die Freiheit" von Stadtkewitz ist jedenfalls alles andere als "populistisch" oder gar "rechtsextrem", sondern nur vernünftig.

    dann benötigen wir auch keine Legislative mehr. Dann brauchen wir nur Terminatoren. Ein sehr mechanistisches Weltbild. Wenn die Merkeltruppe wenigstens die Konsequenzen aus ihrem alternativlosen Dasein zöge und die Nerven des strapazierten Publikums schonte.

    "Die Alternative zu "alternativlos" ist die neue Partei "Die Freiheit" - Diese wird auch als "poulistisch" gehandelt, wenn man sich aber das Parteiprogramm ansieht, hat das mit Populismus nichts zu tun - das ist alternative Politik - und viele Ländern in Europa sprechen immer mehr solchen "Alternativen" zu."

    Vielleicht sollte man sich in der nächsten Zeit verstärkt dieser Partei zuwenden. Allein deswegen, um den etablierten Parteien im Raumschiff Berliner Reichstag ein Zeichen zu geben, daß es so nicht mehr weitergeht. Die Programmatik der Partei "Die Freiheit" von Stadtkewitz ist jedenfalls alles andere als "populistisch" oder gar "rechtsextrem", sondern nur vernünftig.

  7. Wollen Politiker im Sinne ihrer Bürger handeln, gelten sie heute als "populistisch". Liegt wohl daran, dass die Medien Milliardären gehören, die gut zugelegt haben in all den "Krisen", die nur für die 90 % der Bevölkerungen Krisen sind, denn sie dürfen für die Allmachtsträume und den Imperialismus ihrer Führer bezahlen. Die Entscheider zahlen nichts, sondern kassieren.

    So dumm kann man doch gar nicht sein, dass nicht zu verstehen. Warum sollten im 21. Jahrhundert Banken und deren Großkunden noch mehr gepäppelt werden, wenn es wieder Not gibt in ehemals reichen Ländern?

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    Not in reichen Ländern wird gerne abgestritten. Nein, so etwas gibt es doch nur in Afrika heißt es dann.

    Unlängst gab es, ich weiß nicht mehr ob im Telegraph oder im Guardian, einen Bericht darüber, wie sehr gerade alte Menschen in Großbritannien unter der Armutsgrenze leben.

    Ältere Damen, die nicht mehr ihre Wohnungen heizen; Senioren, die hungern müssen, weil sie sich keine Lebensmittel mehr leisten können, da die Inflation ihre Rente auffrisst.

    Solche Berichte machen mich persönlich sehr wütend.
    'Teeren und Federn' lautete in früheren Zeiten die Losung.

    Warum sitzt keiner der Betrüger im Gefängnis? Blankfein? Masters? Dimon? Ackermann? - Na, das würde unsere Schickeria empfindlich treffen. Kein Wunder, dass Fashion und Art boomen.

    Not in reichen Ländern wird gerne abgestritten. Nein, so etwas gibt es doch nur in Afrika heißt es dann.

    Unlängst gab es, ich weiß nicht mehr ob im Telegraph oder im Guardian, einen Bericht darüber, wie sehr gerade alte Menschen in Großbritannien unter der Armutsgrenze leben.

    Ältere Damen, die nicht mehr ihre Wohnungen heizen; Senioren, die hungern müssen, weil sie sich keine Lebensmittel mehr leisten können, da die Inflation ihre Rente auffrisst.

    Solche Berichte machen mich persönlich sehr wütend.
    'Teeren und Federn' lautete in früheren Zeiten die Losung.

    Warum sitzt keiner der Betrüger im Gefängnis? Blankfein? Masters? Dimon? Ackermann? - Na, das würde unsere Schickeria empfindlich treffen. Kein Wunder, dass Fashion und Art boomen.

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