Weblogs Weiblich, muslimisch, Bloggerin

Nicht nur in Arabien bringt das Internet neue Freiheiten: Ein Gespräch mit der Ägypterin Noha Atef und der Deutsch-Türkin Kübra Gümüsay.

Berlin, Friedrichstadtpalast, vergangene Woche: Im Foyer programmieren die Gäste auf ihren Laptops, im Theatersaal laufen Vorträge zur digitalen Gesellschaft. Die meisten der 3000 Besucher auf der Internetkonferenz Re:publica sind männlich, jung und leicht zerzaust. Zwei Frauen stechen heraus: die Ägypterin Noha Atef, 26, und die Deutsch-Türkin Kübra Gümüsay, 22.

DIE ZEIT: Es wirkt überraschend, hier zwei junge Frauen mit Kopftuch zu treffen.

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Kübra Gümüsay: Ich weiß. Ich wurde dauernd fotografiert, weil es hier fast keine muslimischen Blogger gibt. Zur Re:publica kommen ja vor allem Leute, die sich mit Netzpolitik beschäftigen.

Noha Atef: Ich arbeite gern mit Technikfans zusammen: Sie kennen sich mit Software aus, ich nutze sie für mein Blog über Folter in Ägypten.

ZEIT: Wie reagieren andere, wenn sie Sie treffen?

Atef: Die meisten sind überrascht, dass eine einzelen Person dahintersteckt und keine Menschenrechtsorganisation. Und dann bin ich auch noch eine Frau, die den Hijab-Schleier trägt!

Gümüsay: Bei mir wundern sich manche, dass ich überhaupt Deutsch spreche.

ZEIT: Frau Atef, warum bloggen Sie?

Atef: Vor vier Jahren habe ich einen Bericht über Folter in Polizeistationen gelesen, der mich sehr schockiert hat. Die großen Medien haben darüber aber nicht berichtet. Also bin ich direkt zu NGOs gegangen, um sie um Informationen für mein neues Blog zu bitten. Damals wusste aber niemand, was das ist, und das Internet in Ägypten stand noch am Anfang. »Glaubst du wirklich, dass du Folter stoppen kannst, wenn du darüber im Internet schreibst?«, haben sie mich gefragt.

ZEIT: Was haben Sie geantwortet?

Atef: Ich habe gesagt: »Warum nicht? Ich stehe hier, weil ich über Folter gelesen habe. Vielleicht wird jemand anderes mein Blog lesen und etwas Größeres dagegen tun.« In Ägypten hatten sich manche mit Folter einfach abgefunden.

ZEIT: Konnten Sie daran etwas ändern?

Atef: Ja, schon. Die großen Medien haben meine Themen aufgegriffen, inzwischen kontaktieren mich Folteropfer selber. Einige Gefangene wurden sogar freigelassen, nachdem ich die Namen und Fotos von gewalttätigen Polizisten gepostet hatte.

ZEIT: Unter Mubarak wurden viele Blogger verfolgt und verhaftet. Wurden Sie auch bedroht?

Atef: Als ich mit dem Bloggen anfing, wurde ich gefeuert; ich war Redakteurin bei einer europäischen Nachrichtenagentur. Dann hat die Staatssicherheit meiner Familie immer wieder gedroht, dass ich vergewaltigt oder verhaftet werden würde. Mein Vater hat mich deshalb mehrmals gebeten, eine Weile mit dem Bloggen aufzuhören. Aber mit der Zeit wurde mein Blog so groß, dass es mich beschützt hat. Vor allem wurde die Staatssicherheit nach der Revolution aufgelöst.

ZEIT: Wie steht es jetzt um Ägypten? Das Militär hat kürzlich den Blogger Maikel Nabil verurteilt.

Atef: Unsere Revolution war kein Event, sie ist ein Zustand. Das Militär regiert erst seit zwei Monaten, natürlich werden Fehler gemacht. Die Verhaftung sollte uns nicht entmutigen.

ZEIT: Frau Gümüsay, wie haben Sie den ägyptischen Umsturz von Deutschland aus verfolgt?

Gümüsay: Ich habe viel im Netz darüber gelesen. Die Revolution hat mich als deutsche Muslimin sehr bewegt, weil sie einmal mehr bewiesen hat, dass auch Muslime für die Demokratie kämpfen. Meine Freunde in Ägypten haben auf Facebook und Twitter geschrieben, was sie erlebt haben, dadurch habe ich mich mit den Menschen dort verbunden gefühlt. Normalerweise sieht man bei Revolutionen Bilder von Massenprotesten, diesmal konnte man einzelne Stimmen hören.

ZEIT: Frau Atef, bilden die jungen, vernetzten Ägypter eine neue politische Klasse?

Atef: Meine Generation hat die Revolution vorangetrieben, auch durchs Internet. Aber auch ältere Menschen, die nicht online sind, wollen von ihren Söhnen und Töchtern wissen, was sie im Netz gesehen haben. Immer mehr melden sich selber an, weil sie gesehen haben, dass sie sich auf die offiziellen Medien nicht verlassen können.

Gümüsay: In Deutschland passiert gerade etwas Ähnliches mit der muslimischen Gemeinde. Sie vernetzen sich bei Facebook und über Blogs, weil viele von den großen Medien enttäuscht sind. Wir wollen nicht länger diese negativen Vorurteile über uns lesen, wir wollen unsere eigene Realität abbilden! Die sozialen Medien geben uns die Chance, unsere Identität auszudrücken und miteinander zu teilen. Der Einzelne sieht, dass er mit seinen Erfahrungen nicht allein ist. Und wird zur Stimme.

Leser-Kommentare
    • Gaius
    • 21.04.2011 um 7:28 Uhr

    Glückwunsch Frau Gümüsay und Frau Atef,
    Sie widerlegen einmal mehr das in Deutschland vorherrschende Bild von der "armen", unterdrückten Ausländerfrau. Bürgergesellschaftliches Engagement und Kopftuch schließen sich wohl doch nicht aus. Ich hoffe, dass zu den vielen Fotos, die von Ihnen gefertigt wurden, auch entsprechende Artikel verfasst werden. Nicht über zwei Frauen, die zwischen zwei Welten wandeln, sondern über zwei Frauen, die ihre Identität gefunden haben!

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    Frau Gümüsay und Ihre Kolumnen und Blogs. Ich wundere mich und staune immer wieder, dass jetzt auch bei der Zeit, bislang nur bei TAZ und Migazin, dieser Dame die Möglichkeit gegeben wird, Ihre "umfangreichen" Erfahrungen, welche Sie sich mit Ihren 22 Lebensjahren "erquält" hat, einem staunenden Publikum kundzutun. Sie schreibt die Deutschen glauben, sie denken, sie tun ..... und vergißt dabei, dass der mündige Bürger sein eigenes Wirklichkeitsempfinden hat und nicht angewiesen ist auf [...] Erklärungen, wie, was die "Deutschen" glauben oder denken! "Sie ermutigt mit Ihrem "Blog" ander Muslimas zum Studium!!" Dann würde mich interessieren was diese vom Studium abhält? Der deutsche Staat, die Familie, der Ehemann oder wer oder was sonst. Und welche "kübrischen" Ratschläge "bestärken" diese Muslimas zum studieren? Der Kontext von Frau Kübras Aussagen sind immer der gleiche. Die Deutschen müssen toleranter werden und Muslime besser verstehen. Ein Argument von ihr ist immer wieder, dass jeder denkt sie spricht nicht Deutsch! Warum, eigentlich? Sie fordert eine differenzierte Betrachtund der Muslime und verallgemeinert selbst in jeder Hinsicht "die Deutschen". Um sich ein Bild Ihrer Denkweise zu machen muss man Ihre "Kolumnen" kennen. [...] Man muß anscheinend Kopftuch tragen und Deutsch reden, damit man in Deutschland soviel mediale Aufmerksamkeit bekommt!!
    Teile entfernt. Bitte äußern Sie Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

    Frau Gümüsay und Ihre Kolumnen und Blogs. Ich wundere mich und staune immer wieder, dass jetzt auch bei der Zeit, bislang nur bei TAZ und Migazin, dieser Dame die Möglichkeit gegeben wird, Ihre "umfangreichen" Erfahrungen, welche Sie sich mit Ihren 22 Lebensjahren "erquält" hat, einem staunenden Publikum kundzutun. Sie schreibt die Deutschen glauben, sie denken, sie tun ..... und vergißt dabei, dass der mündige Bürger sein eigenes Wirklichkeitsempfinden hat und nicht angewiesen ist auf [...] Erklärungen, wie, was die "Deutschen" glauben oder denken! "Sie ermutigt mit Ihrem "Blog" ander Muslimas zum Studium!!" Dann würde mich interessieren was diese vom Studium abhält? Der deutsche Staat, die Familie, der Ehemann oder wer oder was sonst. Und welche "kübrischen" Ratschläge "bestärken" diese Muslimas zum studieren? Der Kontext von Frau Kübras Aussagen sind immer der gleiche. Die Deutschen müssen toleranter werden und Muslime besser verstehen. Ein Argument von ihr ist immer wieder, dass jeder denkt sie spricht nicht Deutsch! Warum, eigentlich? Sie fordert eine differenzierte Betrachtund der Muslime und verallgemeinert selbst in jeder Hinsicht "die Deutschen". Um sich ein Bild Ihrer Denkweise zu machen muss man Ihre "Kolumnen" kennen. [...] Man muß anscheinend Kopftuch tragen und Deutsch reden, damit man in Deutschland soviel mediale Aufmerksamkeit bekommt!!
    Teile entfernt. Bitte äußern Sie Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

  1. Kann die ZEIT endlich mal aufhören den Eindruck zu erwecken, als wären muslimische Frauen im Allgemeinen nur Kopftuch tragende, unpolitische Dummchen? Dass es die Ausnahme wäre, wenn muslimische Frauen ihre Meinung lautstärk und auch öffentlich kundtun?
    Diese Klischees sind der Skandal! In Syrien treiben Frauen den Protest voran, so schreibt die ZEIT selbst (http://www.zeit.de/politi...).

    Oh, aber Sensation, eine Deutsch-Türkin bloggt und lässt sich in Berlin blicken. Na das ist doch eine Meldung wert! Morgen kann die ZEIT dann die Welt mit der Sensationsmeldung beglücken, dass auch Hindus gerne Klopapier verwenden. Und das, obwohl es ja allgemein bekannt ist, dass Inder nie mit der linken Hand essen...

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    Ich denke, ja ! Ihr Spott ist berechtigt. Aber über längere Zeiträume gesehen, erkennt man bei der ZEIT die volkspädagogische Absicht. Schlagen Sie bitte in Gedanken die Brücke zur Sarazin-Debatte. Dann wird es noch deutlicher.

    Ich denke, ja ! Ihr Spott ist berechtigt. Aber über längere Zeiträume gesehen, erkennt man bei der ZEIT die volkspädagogische Absicht. Schlagen Sie bitte in Gedanken die Brücke zur Sarazin-Debatte. Dann wird es noch deutlicher.

  2. Ich denke, ja ! Ihr Spott ist berechtigt. Aber über längere Zeiträume gesehen, erkennt man bei der ZEIT die volkspädagogische Absicht. Schlagen Sie bitte in Gedanken die Brücke zur Sarazin-Debatte. Dann wird es noch deutlicher.

    • remail
    • 21.04.2011 um 8:10 Uhr

    Ich versuche es mit ganz viel Sensibilität, da entsteht eine Welt von neuen Möglichkeiten, die mir nicht nur ein Haar aufstellt. Was ich an Aktionen von ausländischen Frauen mitbekommen habe, erweckt langsam den Eindruck in mir: es gibt massive Unterschiede zwischen den Kulturen und diese wollen gelebt werden. Die Frauen die uns bereichernd informieren sind nicht in der Mehrheit.

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    Zähle ich die Berichte dazu, die hier nie erscheinen, dann steht meine Einschätzung fest: Ein geschöntes Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit soll wenigstens noch für den eigenen, schrumpfenden Kreis aufrecht erhalten werden.

    Zähle ich die Berichte dazu, die hier nie erscheinen, dann steht meine Einschätzung fest: Ein geschöntes Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit soll wenigstens noch für den eigenen, schrumpfenden Kreis aufrecht erhalten werden.

  3. Frauen mit Kopftuch ist die Zwangsjacke des muslimischen Glaubens und dient der Männerwelt als Käfig für das weibliche Geschlecht.
    Alles andere ist nur um den heißen Brei herumreden.
    Moderne Moslemas haben das schon lange bemerkt.
    Für mich bedeutet das Kopftuch in unseren westlichen Welten eine schleichende Islamisierung,

    10 Leser-Empfehlungen
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    • remail
    • 21.04.2011 um 8:15 Uhr

    ...eine junge Muslimin gezeichnet das Kopftuch als ein Symbol ihrer Nähe zu Gott.

    Wo her kommt in Deutschland der Wunsch alles zu homogenisieren. Meine Frau sollte bitte kein Kopftuch tragen, wenn aber andere Frauen das freiwillig tun, sollten es tun.

    • remail
    • 21.04.2011 um 8:15 Uhr

    ...eine junge Muslimin gezeichnet das Kopftuch als ein Symbol ihrer Nähe zu Gott.

    Wo her kommt in Deutschland der Wunsch alles zu homogenisieren. Meine Frau sollte bitte kein Kopftuch tragen, wenn aber andere Frauen das freiwillig tun, sollten es tun.

    • remail
    • 21.04.2011 um 8:15 Uhr

    ...eine junge Muslimin gezeichnet das Kopftuch als ein Symbol ihrer Nähe zu Gott.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Was ist das für ein Gott, der von den Frauen verlangt, sowohl im Sommer als auch im Winter ständig, die Haare zu verdecken? Was ist der höhere Sinn dieser Kleiderordnung? Das sollen diese Frauen uns anderen Frauen ohne Kopftuch einmal erklären. Kein Wind in den Haaren zu spüren...
    Bitte nicht schon wieder mit den Nonnen kommen. Die tragen im sozialen Dienst auch Zivilkleidung. Außerdem haben sich sich einer sozialen Aufgabe verschrieben, was man von den islam Kopftuchträgerinnen nicht sagen kann... Und wieviel Nonnen sehen wir auf der Straße im Gegensatz zu...?

    Der wahre Gottglauben geschieht nicht durch Lautsprecherstärke. Er wirkt unaufdringlich so wie der Frühling in sanften Schritten kommt. Jedermann kann sich erfeuen. Kopftücher sind nur hinderlich.

    • neu2
    • 21.04.2011 um 8:47 Uhr

    könnte/kann ich nur akzeptieren, wenn gleichzeitig hinzugefügt wird, dass eine Muslima ohne Kopftuch sich nicht weiter weg "von ihrem Gott befindet" und nicht weniger "ihre Rolle und Idendität in der Gesellschaft gefunden hat" (so ein Kommmentator oben).

    Wenn das Kopftuch Tragen freiwillig ist und bleibt, und es vor allem keine Rückfallsperren gibt, wonach der (spätere) Verzicht auf das Kopftuch mit einer angeblich distanzierteren Haltung zur Religion gleichzusetzen sei, und von der alarmierten Männerwelt dann im heimischen Kontext entsprechend geahndet wird.

    Gut, dass die beiden Frauen gegen Folter und Gewalt vorgehen.

    Schön wäre es, wenn gläubige Muslima auch thematisieren, inwieweit Frauen aufgrund ihrer Rolle als Mütter in den islamischen Gesellschaften die Möglichkeit haben, speziell ihren Söhnen humanistische Werte nahezubringen, um sicherzustellen, dass die Kaste folternder Männer nicht um eine weitere Generation ergänzt wird.

    Das wäre als Beitrag zum "gelebten Glauben" sicherlich noch um vieles wirksamer als Äusserlichkeiten wie Kopftücher oder andere religiöse Symbole.

    Man muss die akzeptieren, wie man auch die Menschen mit dem ‚Wachturm‘ tolerieren muss, mögen muss man sie nicht.
    Viele fromme Reaktionäre nutzen die kulturelle Ignoranz und historische Unkenntnis in westlichen Gesellschaften geschickt aus.

    Ja, was ist denn an bloggenden Muslimas so emanzipatorisch? Sowohl die Türkei als auch Pakistan hatten sogar vor Deutschland weibliche Regierungschefs (die letzere wurde ja dann auch von reaktionären Kreisen ermordet). Gegen die Folter des Schah-Regimes kämpfte auch die religiöse Opposition im Iran vor 1979. Die Folter ist dort aber bekanntlich auch nach der Revolution nicht abgeschafft worden…
    Natürlich passen Demokratie und Islam zusammen – die türkische Republik wurde schon 1923 gegründet und sie ist nicht so katastrophal untergegangen wie die ‚Weimarer Republik‘. Dass Demokratie nicht mit dem Allmachtsanspruch religiöser Kreise harmoniert, zeigt aber nicht nur die Geschichte der islamischen Welt…

    Was ist das für ein Gott, der von den Frauen verlangt, sowohl im Sommer als auch im Winter ständig, die Haare zu verdecken? Was ist der höhere Sinn dieser Kleiderordnung? Das sollen diese Frauen uns anderen Frauen ohne Kopftuch einmal erklären. Kein Wind in den Haaren zu spüren...
    Bitte nicht schon wieder mit den Nonnen kommen. Die tragen im sozialen Dienst auch Zivilkleidung. Außerdem haben sich sich einer sozialen Aufgabe verschrieben, was man von den islam Kopftuchträgerinnen nicht sagen kann... Und wieviel Nonnen sehen wir auf der Straße im Gegensatz zu...?

    Der wahre Gottglauben geschieht nicht durch Lautsprecherstärke. Er wirkt unaufdringlich so wie der Frühling in sanften Schritten kommt. Jedermann kann sich erfeuen. Kopftücher sind nur hinderlich.

    • neu2
    • 21.04.2011 um 8:47 Uhr

    könnte/kann ich nur akzeptieren, wenn gleichzeitig hinzugefügt wird, dass eine Muslima ohne Kopftuch sich nicht weiter weg "von ihrem Gott befindet" und nicht weniger "ihre Rolle und Idendität in der Gesellschaft gefunden hat" (so ein Kommmentator oben).

    Wenn das Kopftuch Tragen freiwillig ist und bleibt, und es vor allem keine Rückfallsperren gibt, wonach der (spätere) Verzicht auf das Kopftuch mit einer angeblich distanzierteren Haltung zur Religion gleichzusetzen sei, und von der alarmierten Männerwelt dann im heimischen Kontext entsprechend geahndet wird.

    Gut, dass die beiden Frauen gegen Folter und Gewalt vorgehen.

    Schön wäre es, wenn gläubige Muslima auch thematisieren, inwieweit Frauen aufgrund ihrer Rolle als Mütter in den islamischen Gesellschaften die Möglichkeit haben, speziell ihren Söhnen humanistische Werte nahezubringen, um sicherzustellen, dass die Kaste folternder Männer nicht um eine weitere Generation ergänzt wird.

    Das wäre als Beitrag zum "gelebten Glauben" sicherlich noch um vieles wirksamer als Äusserlichkeiten wie Kopftücher oder andere religiöse Symbole.

    Man muss die akzeptieren, wie man auch die Menschen mit dem ‚Wachturm‘ tolerieren muss, mögen muss man sie nicht.
    Viele fromme Reaktionäre nutzen die kulturelle Ignoranz und historische Unkenntnis in westlichen Gesellschaften geschickt aus.

    Ja, was ist denn an bloggenden Muslimas so emanzipatorisch? Sowohl die Türkei als auch Pakistan hatten sogar vor Deutschland weibliche Regierungschefs (die letzere wurde ja dann auch von reaktionären Kreisen ermordet). Gegen die Folter des Schah-Regimes kämpfte auch die religiöse Opposition im Iran vor 1979. Die Folter ist dort aber bekanntlich auch nach der Revolution nicht abgeschafft worden…
    Natürlich passen Demokratie und Islam zusammen – die türkische Republik wurde schon 1923 gegründet und sie ist nicht so katastrophal untergegangen wie die ‚Weimarer Republik‘. Dass Demokratie nicht mit dem Allmachtsanspruch religiöser Kreise harmoniert, zeigt aber nicht nur die Geschichte der islamischen Welt…

  4. Zähle ich die Berichte dazu, die hier nie erscheinen, dann steht meine Einschätzung fest: Ein geschöntes Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit soll wenigstens noch für den eigenen, schrumpfenden Kreis aufrecht erhalten werden.

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    • remail
    • 21.04.2011 um 8:22 Uhr

    Nur die Gefahren bleiben, da hilft Schönreden kein Stück. Warum fällt ein Aufwachen an der richtigen Stelle nur so schwer?

    ...vor allem, wenn es um dummes rassistisches Zeug handelt, kann in diesem Forum erscheinen, ein Forum, dass nicht schrumpft, sondern mehr und mehr Zulauf bekommt. Wenn man aber unbedingt die andere Seite lesen will, dann braucht man nur kurz im Netz zu suchen.

    • remail
    • 21.04.2011 um 8:22 Uhr

    Nur die Gefahren bleiben, da hilft Schönreden kein Stück. Warum fällt ein Aufwachen an der richtigen Stelle nur so schwer?

    ...vor allem, wenn es um dummes rassistisches Zeug handelt, kann in diesem Forum erscheinen, ein Forum, dass nicht schrumpft, sondern mehr und mehr Zulauf bekommt. Wenn man aber unbedingt die andere Seite lesen will, dann braucht man nur kurz im Netz zu suchen.

    • remail
    • 21.04.2011 um 8:22 Uhr

    Nur die Gefahren bleiben, da hilft Schönreden kein Stück. Warum fällt ein Aufwachen an der richtigen Stelle nur so schwer?

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