Motivation: Am Ende nur noch zynisch
Die Leidenschaft für eine berufliche Aufgabe verschwindet meist schleichend – aber sie lässt sich zurückholen
Es gab diesen Moment, in dem Marita bewusst wurde, dass sie sich verändert hatte. Ein neuer Praktikant war in der Abteilung, er machte sich gut und sollte übernommen werden. Vielleicht fühlte er sich deshalb berufen, die Arbeitseinstellung seiner künftigen Kollegin zu kritisieren. »Es bringt doch nichts, ständig nur rumzumosern«, sagte er in Maritas Richtung. Der Seitenhieb kam unerwartet. »I ch bin doch niemand, der rummosert «, dachte Marita. Oder doch?
Auf einmal fielen ihr die kleinen Sätze ein, die sich in ihre Arbeit als Art-Direktorin in einer Werbeagentur eingeschlichen hatten. »Wenn ich einen Auftrag bekommen habe, habe ich immer einen Kommentar hinzugefügt. Von wegen: Ja klar, dann kann ich noch die Geburtstagskarte von der Großmutter von dem Freund des Kunden gestalten.« Das abwertend gemeinte »ja klar«, die vermeintliche Bestätigung und die zeitgleiche Distanzierung von einer Sache begleiteten sie durch ihren Alltag. Mit 27, fünf Jahre nach ihrem Einstieg ins Arbeitsleben, war sie seltsam verhärtet.
Helen Heinemann kennt viele solcher Geschichten, wie Marita sie erzählt, deren Name auf ihren Wunsch hin geändert wurde. Heinemann ist Psychotherapeutin und leitet das Institut für Burn-out-Prävention in Hamburg. Zynismus und Burn-out hängen eng zusammen – Zynismus ist die erste Reaktion, wenn eine Situation im Beruf entsteht, aus der sich ein Burn-out entwickeln kann. Er entsteht unter anderem, wenn Ansprüche enttäuscht werden, wenn der eigene Idealismus und das eigene Engagement keinen Widerhall finden und dann die Resignation zum ersten Mal an die Bürotür klopft.
Helen Heinemann glaubt, dass Zynismus eine Form von Selbstschutz ist. »Die Leute, die zynisch sind, sind meist sehr empfindsame und einfühlsame Menschen, die sich sehr engagieren und die sich schwertun, brüsk zu sein«, sagt sie. »Die können nicht sagen: ›Es nervt‹, wenn ihnen alles zu viel wird.« Der Zynismus werde dann zu einem Werkzeug, das dazu diene, die eigenen Gefühle abzuschirmen. »Die Betroffenen wollen nicht noch mehr von den Reaktionen auf ihre Arbeit berührt werden. Deshalb werten sie irgendwann alles ab, was sie erreicht.« An dem Punkt, sagt Heinemann, begännen die Dinge jedoch gefährlich zu werden. »Wenn ich dauerhaft eine emotionale Distanz zu allen Ereignissen, auch zu einem schönen Film, zu einer liebevollen Begegnung habe und alles zynisch kommentiere, dann verliere ich den Kontakt zu meinen Emotionen. Dann besteht die Gefahr der Depersonalisierung.«
Heinemann erzählt von einem Mann, der nach der Wende in den Osten Deutschlands ging. »Er wollte etwas bewegen – und stieß auf eine beamtenmäßige Haltung seiner Mitarbeiter, die immer um Punkt drei Uhr ihren Arbeitsplatz verlassen haben, selbst wenn noch jede Menge Arbeit zu erledigen war.« Dem Engagement des Mannes wurde nichts entgegnet. Die Dinge wurden ihm egal, und er wurde zum Zyniker.
Auch Marita hatte voller Enthusiasmus in der Agentur angefangen. »Ich hatte mich gerade von meinem Freund getrennt, war von zu Hause ausgezogen, ich war bereit für den Neuanfang. Ich hatte große Lust, alle Energie in die Arbeit zu stecken.« Das durfte sie dann auch. Marita arbeitete bald 80 Stunden die Woche, arbeitete fast immer auch samstags und sonntags. Weil man in der Werbung hart zu sich ist, gab es allerdings nirgends ein Schulterklopfen. »Niemand war da, der sagte: Deine Arbeit ist super, vielen Dank. Es wurde immer mehr gefordert, man konnte nie gut genug sein. So bin ich abgestumpft. Ich habe angefangen, Witze über die Arbeit zu machen.« Marita schüttelt den Kopf. »Schlimm war, dass mich selbst die tollen Jobs nicht mehr gefreut haben. Mich haben die Dinge komplett unberührt gelassen.« Auf ihre zynische Phase folgte der Zusammenbruch.






Wenn man von Deutschen Unternehmen nur verarscht wird, ist dies die Folge.
Fachkräftemangel? - Ja, aber nur für Zeitarbeit und befristete Verträge
Arbeitszeit? - Eventuelle Überstunden werden erwartet
Bewerbung? - Wenn die Unternehmen doch nur ansatzweise die Professionalität zeigen würden, die sie von Bewerbern erwarten
.....
Ich habe in meinem BWL-Aufbaustudium an der Fernuni Hagen das Fach Personalführung belegt. Das Skript war eine Häufung von Wunschvorstellungen, die von der Realität in Deutschen Unternehmen weit entfernt waren.
Bitte achten sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
Ehrlich gesagt denke ich, dass Unternehmen natürlich immer das maximale aus ihren Mitarbeitern herausholen wollen. Das Problem ist aber aus meiner Sicht auch deshalb vorhanden, weil es schlicht und einfach Menschen gibt, die alles mit sich machen lassen, aus Egoismus.
Warum Egoismus? Sie hoffen auf einen persönlichen Vorteil, auf mehr Lob wie die anderen und merken nicht einmal, wie sie ausgenutzt werden.
Auch wenn es vielleicht hart sein mag, Leute wie die hier genannte Marika tragen aus meiner Sicht erheblich dazu bei, dass in Unternehmen das von Ihnen beschriebene Klima herrscht.
Denn mit ihrem fehlenden Privatleben und dem daraus resultierenden zwanghaften Geltungsdrang werden die Kollegen, die wirklich effektiv und lautlos ihrer Arbeit nachgehen, als "demotivierte Routinearbeiter" gebrandmarkt. Nur weil sie sich nicht ständig in den Vordergrund schieben.
Ich würde mir auch wünschen die ZEIT hätte ihre Zensurredaktion nicht nach China ausgelagert.
Es wird hier einfach zuviel zensiert obwohl es doch die Ansichten der Leser sind und einfach mal auf deutsch schreiben was sie denken.
Leben wir nicht angeblich in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit?!
nicht sollten Sie sich in abwertender Symbolik gegenüber der Lifestyle-Unternehmerseite in der ZEITonline auslassen;
seien Sie bitte immer für ALLES aufgeschlossen,
und niemals gegenüber irgendetwas skeptisch eingestellt.
GLAUBEN SIE AN SICH, GLAUBEN SIE AN DIE FÜHRUNG UNSERER
WIRTSCHAFTSELITE, die wissen, was sie tun; alles geschieht
zum Wohle des Ganzen; übergeben Sie Ihre Sicht der Perspektive Ihres jeweiligen Arbeitgebers, seien Sie loyal
in Ihrem intellektuellen Anspruch zur Heilen Welt,
Ihr Arbeitgeber ist das Heil für Sie.
Das SurvivalEstablishmentt des 'Managermagazines' der ZEITonline arbeitet für Sie, Ihre Karriere,
nicht gegen SIE, seien Sie dankbar der Message's
derer Sie hier teilhaftig werden dürfen.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Verrichtung Ihrer loyalen Karriere.
Ehrlich gesagt denke ich, dass Unternehmen natürlich immer das maximale aus ihren Mitarbeitern herausholen wollen. Das Problem ist aber aus meiner Sicht auch deshalb vorhanden, weil es schlicht und einfach Menschen gibt, die alles mit sich machen lassen, aus Egoismus.
Warum Egoismus? Sie hoffen auf einen persönlichen Vorteil, auf mehr Lob wie die anderen und merken nicht einmal, wie sie ausgenutzt werden.
Auch wenn es vielleicht hart sein mag, Leute wie die hier genannte Marika tragen aus meiner Sicht erheblich dazu bei, dass in Unternehmen das von Ihnen beschriebene Klima herrscht.
Denn mit ihrem fehlenden Privatleben und dem daraus resultierenden zwanghaften Geltungsdrang werden die Kollegen, die wirklich effektiv und lautlos ihrer Arbeit nachgehen, als "demotivierte Routinearbeiter" gebrandmarkt. Nur weil sie sich nicht ständig in den Vordergrund schieben.
Ich würde mir auch wünschen die ZEIT hätte ihre Zensurredaktion nicht nach China ausgelagert.
Es wird hier einfach zuviel zensiert obwohl es doch die Ansichten der Leser sind und einfach mal auf deutsch schreiben was sie denken.
Leben wir nicht angeblich in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit?!
nicht sollten Sie sich in abwertender Symbolik gegenüber der Lifestyle-Unternehmerseite in der ZEITonline auslassen;
seien Sie bitte immer für ALLES aufgeschlossen,
und niemals gegenüber irgendetwas skeptisch eingestellt.
GLAUBEN SIE AN SICH, GLAUBEN SIE AN DIE FÜHRUNG UNSERER
WIRTSCHAFTSELITE, die wissen, was sie tun; alles geschieht
zum Wohle des Ganzen; übergeben Sie Ihre Sicht der Perspektive Ihres jeweiligen Arbeitgebers, seien Sie loyal
in Ihrem intellektuellen Anspruch zur Heilen Welt,
Ihr Arbeitgeber ist das Heil für Sie.
Das SurvivalEstablishmentt des 'Managermagazines' der ZEITonline arbeitet für Sie, Ihre Karriere,
nicht gegen SIE, seien Sie dankbar der Message's
derer Sie hier teilhaftig werden dürfen.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Verrichtung Ihrer loyalen Karriere.
Den Führungsetagen der Wirtschaft scheinen das Bewusstsein verloren gegangen zu sein, dass sie auch Verantwortung für Menschen übernehmen müssen. Wenn der Profit das alleinige Ziel bleibt, wird die Nicht-Wertschätzung der Mitarbeiter zwar zuerst die "niederen" Arbeitnehmer treffen, sie wird aber beständig um sich greifen und letztlich alle, auch die Führungsebenen erreichen.
Dabei ist längst bekannt, dass motivierte Mitarbeiter ein Vielfaches mehr leisten können und wollen. Wieso ist es dann insbesondere für kapitalgesteuerte Unternehmen so schwer, diese Erkenntnis umzusetzen und nicht nur als Lippenbekenntnis in ihrem Leitbild aufzuzählen?
Ist eigentlich ganz einfach: Da sich die modernen Wirtschaftswissenschaften als einzige exakte Sozialwissenschaft ansehen, versuchen sie alles berechenbar zu machen und alles was sie nicht berechnen kann- das ist das absurde- wird außen vor gelassen.
Und hier passiert zweierlei:
In die Berechnung der Arbeitsleistung und der Faktoren die zu ihrer Steigerung führen fließen nur die Varialblen ein die auch berechenbar gemacht werden können.
Daher fallen die weichen Faktoren raus, wie Motivation und Gefühle. Sie werden natürlich in internen Rundschreiben angesprochen, aber alle Mitarbeiter wissen um den Zynismus dieser E-Mails.
Des weiteren sieht die einzige exakte Sozialwissenschaft in dem Menschen eine Art Kosten-Nutzen-Rechenmaschine ohne störende- weil nicht berechenbare - Emotionen und diese Sichtweise führt zu einer enthumanisierung des Menschen, welche sich in dem Wort Humankapital manifestiert.
Die Folge: Hundertausende von Ökonomen strömen jedes Jahr aus den Universitäten in die Wirtschaft und versuchen ihr gelerntes Wissen in unserer Gesellschaft umzusetzten, sprich für sie zählen nur Zahlen und keine Menschen.
Dies führt natürlich dazu, dass die Menschen in den Unternehmen nur als Kostenfaktoren gesehen werden, die den größt möglichen Mehrwert erziehlen sollen. Und da Zwang den Kontrollfreaks schon seit jeher geeigneter vorkam als Motivation und Liebe zur Sache um Menschen dazu zu bringen was von ihnen verlangt wird, wird es eben über Zwang versucht!
MFG
Ist eigentlich ganz einfach: Da sich die modernen Wirtschaftswissenschaften als einzige exakte Sozialwissenschaft ansehen, versuchen sie alles berechenbar zu machen und alles was sie nicht berechnen kann- das ist das absurde- wird außen vor gelassen.
Und hier passiert zweierlei:
In die Berechnung der Arbeitsleistung und der Faktoren die zu ihrer Steigerung führen fließen nur die Varialblen ein die auch berechenbar gemacht werden können.
Daher fallen die weichen Faktoren raus, wie Motivation und Gefühle. Sie werden natürlich in internen Rundschreiben angesprochen, aber alle Mitarbeiter wissen um den Zynismus dieser E-Mails.
Des weiteren sieht die einzige exakte Sozialwissenschaft in dem Menschen eine Art Kosten-Nutzen-Rechenmaschine ohne störende- weil nicht berechenbare - Emotionen und diese Sichtweise führt zu einer enthumanisierung des Menschen, welche sich in dem Wort Humankapital manifestiert.
Die Folge: Hundertausende von Ökonomen strömen jedes Jahr aus den Universitäten in die Wirtschaft und versuchen ihr gelerntes Wissen in unserer Gesellschaft umzusetzten, sprich für sie zählen nur Zahlen und keine Menschen.
Dies führt natürlich dazu, dass die Menschen in den Unternehmen nur als Kostenfaktoren gesehen werden, die den größt möglichen Mehrwert erziehlen sollen. Und da Zwang den Kontrollfreaks schon seit jeher geeigneter vorkam als Motivation und Liebe zur Sache um Menschen dazu zu bringen was von ihnen verlangt wird, wird es eben über Zwang versucht!
MFG
der Human Resources Manager: Die Talentpipeline hat zwei Enden!
So lange am Anfang genug nach kommt, kann am Ende das verbrauchte nachwachsende Humankapital herausfallen.
Ist nur eine der vielen Folgen von ewigem Wachstum- Effizienzsteigerungen werden immer weiter verfolgt werden, egal wie viel Leistung der Einzelne bringt! Kann ja nur in einer psychisch kranken Gesellschaft enden, aber für was gibt es denn Ritalin und Konsorten?
Auf geht es in die moderne gedopte und abhängige Leistungskonsumgesellschaft, denn sozial ist was Wachstum schafft!
Hab mir mal in meinem Buch erlaubt die Arbeitswelt nach ökonomischen Kriterien bis ins Jahr 2167 zu optimieren, echt absurd was herauskam, wenn man nur Wachstum und steigende Profite verfolgt.
Jeder der sich für eine moderne Leistungsgesellschaft interessiert dem sei hier die Kapitel Humeconomics und flexibles, globales Humankapital nahegelegt.
Kapitel 2100-2110 Das Zeitalter des verrückten Rennens
http://planetofthecrazyap...
MFG
Ihre Buchempfehlung dieser LeistunsverweigerungsIntellektualität. Das ist ja gerade so,
als würde ich unser Alleinseligmachendes Wirtschaftssystem des dynamischen Ausleseverfahrens der Humanen Ressourcen irgendwie ablehnen, es kritisieren zu wollen.
Keinesfalls sollten wir uns dieser einengenden ÖkoReligion einer BegrenzungsVisualisierung unterwerfen, das Potential der Humanressource hat eine exponnentiell sich vervielfachende Omnipotenz; die menschliche Arbeitskraft ist durch eine ökonomisch intelligente Diversifikation dieser Kompensationsfähigheit der Survivalphänomenologie ohne Schranken der biologischen Voraussetzungen ausbaubar.
Ihre Buchempfehlung dieser LeistunsverweigerungsIntellektualität. Das ist ja gerade so,
als würde ich unser Alleinseligmachendes Wirtschaftssystem des dynamischen Ausleseverfahrens der Humanen Ressourcen irgendwie ablehnen, es kritisieren zu wollen.
Keinesfalls sollten wir uns dieser einengenden ÖkoReligion einer BegrenzungsVisualisierung unterwerfen, das Potential der Humanressource hat eine exponnentiell sich vervielfachende Omnipotenz; die menschliche Arbeitskraft ist durch eine ökonomisch intelligente Diversifikation dieser Kompensationsfähigheit der Survivalphänomenologie ohne Schranken der biologischen Voraussetzungen ausbaubar.
Ist eigentlich ganz einfach: Da sich die modernen Wirtschaftswissenschaften als einzige exakte Sozialwissenschaft ansehen, versuchen sie alles berechenbar zu machen und alles was sie nicht berechnen kann- das ist das absurde- wird außen vor gelassen.
Und hier passiert zweierlei:
In die Berechnung der Arbeitsleistung und der Faktoren die zu ihrer Steigerung führen fließen nur die Varialblen ein die auch berechenbar gemacht werden können.
Daher fallen die weichen Faktoren raus, wie Motivation und Gefühle. Sie werden natürlich in internen Rundschreiben angesprochen, aber alle Mitarbeiter wissen um den Zynismus dieser E-Mails.
Des weiteren sieht die einzige exakte Sozialwissenschaft in dem Menschen eine Art Kosten-Nutzen-Rechenmaschine ohne störende- weil nicht berechenbare - Emotionen und diese Sichtweise führt zu einer enthumanisierung des Menschen, welche sich in dem Wort Humankapital manifestiert.
Die Folge: Hundertausende von Ökonomen strömen jedes Jahr aus den Universitäten in die Wirtschaft und versuchen ihr gelerntes Wissen in unserer Gesellschaft umzusetzten, sprich für sie zählen nur Zahlen und keine Menschen.
Dies führt natürlich dazu, dass die Menschen in den Unternehmen nur als Kostenfaktoren gesehen werden, die den größt möglichen Mehrwert erziehlen sollen. Und da Zwang den Kontrollfreaks schon seit jeher geeigneter vorkam als Motivation und Liebe zur Sache um Menschen dazu zu bringen was von ihnen verlangt wird, wird es eben über Zwang versucht!
MFG
unserer einzigen exakten Sozialwissenschaft:
Die Angestellten wollen den Arbeitgeber prinzipiel betrügen.
Wird glaube ich Prinzipal Agent Theorie genannt und kommt aus der Transaktionskostenökonomik. (kann mich hier aber irren, der Ansatz existiert aber)
Na ja und wohin diese Erkenntnis führt kann sich wohl jeder denken!
MFG
Wenn man den Artikel bis zum Schluß liest, bekommt man nicht den Eindruck, dass die Arbeit Maritas echtes Problem war bzw. ist.
Vielmehr habe ich den Eindruck, dass ihr nur noch die Arbeit als Lebenssinn blieb und sie deshalb verzweifelt versuchte, sich in dieser selbst zu verwirklichen.
Und das Problem ist schlicht und einfach, dass man sich nie in der Arbeit verwirklichen kann, weder als Angestellter noch als Freiberufler oder Unternehmer. Man muss immer Kompromisse eingehen, sich mit Verwaltungskram oder absurden Wünschen von Kunden herumschlagen.
Deshalb kann man sich in der Arbeit nicht verwirklichen und wenn man dies zwanghaft versucht, zerstört man sich, langsam aber sicher. Deshalb braucht jeder Mensch einen Ausgleich, ein Privatleben, eine Familie mit der man auch etwas anderes sehen kann als die eigenen fixen Ideen, die mit der Zeit immer engstirniger werden, wenn man nicht von jemand anderem gebremst wird.
Das ist wie beim Autofahren, wenn man jeden Tag allein 100 km hin und 100 km zurück auf der gleichen Strecke fahren muss. Nach dem 3. Mal erfreut man sich nicht mehr an dem Auto, man rast nur noch und will ankommen, egal ob man in einem 1975er Polo oder einem Luxusklasseauto fährt.
Deshalb denke ich, dass Marikas Problem nicht mit der Arbeit angefangen hat. Es hat angefangen, als sie sich von ihrem Freund getrennt hat, keinen neuen gesucht sondern statt dessen all ihr Leben in den absurden Gedanken gesteckt hat, sich in der Arbeit selbst verwirklichen zu wollen.
Auf einen Einzelfall folgen 10 Theoretiker.
Und so ist das umso mehr in der Wirtschaft. Nicht mehr die Arbeit an sich sondern die Theoretiker werden weitaus mehr gewürdigt. Deswegen gibt es auch solche Fächer wie Sozialwissenschaften oder BWL deren einziges Ziel zu sein scheint Menschen in Theorien zu stigmatisieren.
Dasselbe etabliert sich immer mehr in der Führungsebene. Es folgen 10 Theorien über den Menschen, aber die simpelsten Erklärungen, nämlich schlichte Überarbeitung und unzumutbare Arbeitsbedingungen werden von der Führungsübene systematisch ausgeblendet.
Und da die Arbeitnehmer dann einen freien Willen haben und (qualifiziert zumindest) in Scharen auswandern, wird nach noch mehr Fachkräften geschrieen.
Dabei sind nicht die Fachkräfte das Problem sondern die absolut übersteigerten Erwartungen seitens der Unternehmer, Gewinne möglichst zu maximieren und Kosten zu minimieren, was dann zu Lasten der Arbeitnehmer geht.
Aber dann wird von einem eigentlichen systematischen Problem auf ein demographisches Problem hingewiesen welches doch erst aus dem Ersteren folgt.
Aber naja, offensichtlich hat man genug Gelder um anstatt einem Arbeiter lieber 10 Theoretiker und Agenturen einzustellen die die ganzen Etappen dann noch am liebsten weiter stigmatisieren.
Und da wundert es jemanden dass der tertiäre Sektor in Deutschland der größte Sektor ist? Der tertiäre Sektor ist der Erzfeind des sekundären Sektors!
Ehrlich gesagt denke ich, dass Unternehmen natürlich immer das maximale aus ihren Mitarbeitern herausholen wollen. Das Problem ist aber aus meiner Sicht auch deshalb vorhanden, weil es schlicht und einfach Menschen gibt, die alles mit sich machen lassen, aus Egoismus.
Warum Egoismus? Sie hoffen auf einen persönlichen Vorteil, auf mehr Lob wie die anderen und merken nicht einmal, wie sie ausgenutzt werden.
Auch wenn es vielleicht hart sein mag, Leute wie die hier genannte Marika tragen aus meiner Sicht erheblich dazu bei, dass in Unternehmen das von Ihnen beschriebene Klima herrscht.
Denn mit ihrem fehlenden Privatleben und dem daraus resultierenden zwanghaften Geltungsdrang werden die Kollegen, die wirklich effektiv und lautlos ihrer Arbeit nachgehen, als "demotivierte Routinearbeiter" gebrandmarkt. Nur weil sie sich nicht ständig in den Vordergrund schieben.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren