Berlin Meine neuen Nachbarn

Kurz vor dem Kollaps ist es am schönsten: Kreuzberg bereichern neuerdings Prolltouristen und Anzugträger.

Der Autor (links) mit Vertretern des neuen Kreuzbergs in Berlin: Flasche Bier und Rollkoffer.

Der Autor (links) mit Vertretern des neuen Kreuzbergs in Berlin: Flasche Bier und Rollkoffer.

Es gibt Dinge, die man als Kreuzberger noch immer früher mitbekommt als der Rest der Republik. Dass mit der Integration beispielsweise etwas schiefläuft, wurde mir bereits Mitte der Neunziger bewusst. Stell dir vor, es ist Samstagnachmittag, Freizeitfußballzeit, eine buntscheckige Truppe purzelt querfeldein durch den Park, und plötzlich kommt der frisch hinzugekommene Flügelstürmer, den du nach seinem Namen gefragt hast, weil Fußball doch so multikulti ist, mit der Antwort heraus: »Sag einfach Türke zu mir.« In solchen Momenten fühlt man sich als Kreuzberger persönlich beleidigt.

Erwähnt sein will dies deshalb, weil der Zeitgeist sich in Berlins bekanntestem Bezirk über zwei Jahrzehnte hinweg eher sporadisch zeigte: Die entscheidenden Epiphanien der erwachenden Hauptstadt spielten allesamt anderswo. Wer dem Bär beim Toben zusehen wollte, ging nach Mitte. Wer Gefallen am Genuss viel zu bunter Cocktails fand, machte rüber nach Friedrichshain. Wer garantiert türkenfrei wohnen wollte, floh schon früh, auch der Kinder wegen, nach Prenzlauer Berg. Als Kreuzberger war man, je nach Perspektive, Teil eines abgehängten Milieus oder aber gehörte zu den Glücklichen, an denen die Karawane vorüberzog. Bis auch hier die Kiezdämmerung anbrach.

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Schwer zu sagen, wann genau es losging. Vielleicht, als die ersten Alurollkoffer übers Kopfsteinpflaster schepperten. Oder als Döhnert’s Dampfbäckerei – mit falschem Genitivapostroph, wie es sich gehört – plötzlich »back.art« hieß und statt traditionell minderer Berliner Teigwaren duftende, bundesweiten Standards genügende Erzeugnisse anzubieten begann. Für meine Person war ein kritischer Punkt erreicht, als ich eines Abends beim Inder am Schlesischen Tor mit »very cheap« -Animationen zum Verweilen bewegt werden sollte. Animationskultur, das ist etwas für die Koberer auf St. Pauli, aber nicht Kreuzberg-Style.

Es ist ein komplett neuer Stadtteil, der sich im Laufe weniger Sommer aus dem tendenziell lichtabgewandten, nach einer 66 Meter hohen Erhebung benannten früheren Zonenrandbezirk herausgemendelt hat. Von der Anmutung her handelt es sich um eine überdimensionierte Lounging-Area, wo der Strand über dem Pflaster liegt und das Publikum, wenn es nicht gerade mit Bierflaschen in der Hand um die Häuser zieht, in Decken gewickelt der Sonne entgegenblinzelt, als befände es sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Ökonomisch gesehen ist der Dienstleistungssektor erblüht, mit Rock-’n’-Roll-Friseuren, Trendtätowierern und anderen jungen Kreativbetrieblern. In geografischer Perspektive ist ein Expansionsprozess zu beobachten: Kreuzberg hat sich relauncht und heißt dort, wo es früher auf seine Antithese Neukölln stieß, östlich des Kottbusser Damms nämlich, jetzt Kreuzkölln.

Wer hätte das gedacht! Das frühere Schmuddelkind ist auf seine alten Tage noch einmal schick geworden. Schnucklige Bars haben sich in ehemaligen Kohlekellern eingenistet. Auf der Admiralbrücke, die den Landwehrkanal überspannt, versammeln sich an schönen Abenden junge Menschen zum Sonne-untergehen-Gucken, während mitgebrachte Gitarren für Stimmung sorgen wie einst in Woodstock. Rund um die Oberbaumbrücke, wo an der Mauer die Welt einmal unwiderruflich zu Ende war, ist an Samstagabenden kein Durchkommen mehr, so naturgewaltengleich ziehen die Ströme von Amüsierwilligen ins angrenzende Friedrichshain und zurück. Von der Babymützchenboutique bis hin zum Ökoweinshop: Der Kiez boomt. Die Bürgerinitiativen und Aktivistengrüppchen aber, die sich in einem kreuzbergtypischen Abwehrreflex gebildet haben, machen die Gegenrechnung auf: steigende Mietpreise, Immobilienspekulation, soziale Entmischung.

Auch wenn vieles davon vorerst übertrieben wirkt – das Gentrifizierungskarussell, das sich zwei Jahrzehnte eifrig anderswo drehte, hat Kreuzberg erfasst und den üblichen Strukturwandel nach sich gezogen: Den Künstlern als Pionieren der Zwischennutzung billigen Wohnraums – die Zwischennutzung ist das Trockenwohnen der Gentrifizierung – folgten die Junggastronomen. Dann zogen die zahlungskräftigen Mittelschichten nach, denen es im verkehrsberuhigten Suburbia zu öde wurde. Am Ende der Kette stehen die Touristen, die mit Easyjet billig eingeflogen kommen, um einen Geist zu erspüren, der sich vor zu vielen Touristen verflüchtigt hat.

Nicht dass alles schlecht wäre. Seit Geld im Kiez zirkuliert, hat sich die Versorgungssituation, was Restaurants, Cafés und Imbisse anbelangt, dramatisch verbessert. Unsere türkischen Mitbürger, dem Kreuzberger Schlendrian lange in einer Art Mimikry verbunden, wurden entweder in die Außenbezirke abgedrängt oder aber betreiben kühl gestylte Döner-Stationen. Wo bis weit in die Neunziger hinein Kundenfreundlichkeit ein Fremdwort war, dominiert jetzt der Servicegedanke. Dabei fast gänzlich auf der Strecke geblieben ist der lokale Umgangston, das berüchtigte Kreuzberger Nölen. »Haste-mal-’ne-Mark« war gestern. Heute haben sich selbst die Obdachlosen in nomadisierende Dienstleister verwandelt, deren permanenter Singsang einen in der U-Bahn darauf hinweist, dass, wenn der Kauf einer Straßenzeitung schon nicht drin ist, die ein oder andere Anschubfinanzierung hilfreich wäre.

Ebenfalls einen erfreulichen Aufschwung genommen hat das Nachtleben. Im Betongrau der Sozialbauten am Kottbusser Tor leuchten nachts hell die Fenster der Clubs, und alleine nach Hause wanken muss auch niemand mehr: Bis in die Morgenstunden hinein begleiten einen auf Schritt und Tritt die glockenhellen Stimmen junger Slackertypen. In der Trendgaststätte Freies Neukölln, vor Kurzem noch der äußerste Vorposten der Boheme in Richtung Osten, fühlt man sich inzwischen zu Gast bei Freunden aus aller Welt: Spanier, Amerikaner, kunstsinnige Skandinavierinnen – you name it! Man lese nur einen der zahlreichen Reiseblogs: »Kreuzberg offers a lot at still moderate prices, check this out!« So mobil, partyesk und polyglott ist es zwischen Wrangelkiez und Hasenheide nie zugegangen. Wir alteingesessenen Zugereisten aber fragen uns, was die Republikflucht aus dem Westen damals gebracht hat, wenn auf eine neue Art und Weise doch wieder alles wie überall aussieht.

Es ist eine Identitätskrise, in die das neue Kreuzberg das alte Kreuzberg gestürzt hat, mit allem, was an Befürchtungs- und Widerstandsszenarios dazugehört. Gerade die Eingliederung weiter Teile Neuköllns in einen neu entstandenen Superszenestadtteil stellt einen aus Kreuzberger Sicht unerhörten Vorgang dar, galt Neukölln doch lange als uneinnehmbares Terrain, eine Vorhölle des Restberlinertums, in der die Hundehaufen zum Himmel stanken, arabische Jugendgangs dem Bohemien die Oberhoheit über die Straße streitig machten und Rentner in Feinrippunterhemden ihr Lungenkrebssputum auf die Straße husteten. Heute gilt es nicht nur zu begreifen, dass man über die innig gepflegte Abneigung hinweg einen gemeinsamen Abwehrkampf führte, sondern auch, dass die Zeichen der Zeit selbst an einem gallischen Dorf wie Kreuzberg nicht spurlos vorübergehen. Im Verschwinden zeigt sich noch einmal, was den Stadtteil so besonders machte: die Armut.

Wenn ich an meine ersten Jahre in Westberlin zurückdenke, kommen mir Bilder in den Sinn, die aus einem fernen Jahrhundert zu stammen scheinen: die Brachen, die Brandmauern. Das aus der Zeit Gefallene in Stil und Sitten. Was heute als lokaler Vintage-Poverty-Style hoch gehandelt wird, war bis in die Nachwendejahre hinein trister Alltag: viel Ballonseide, Altkleidersammlung, Kurt-Krömer-Krawatten. Berlin war eine Stadt, in der die Läden Punkt 18 Uhr schlossen, was insbesondere dann, wenn man noch Arbeit hatte, misslich war, und überall: keine Bankautomaten. Das heißt: Am Hermannplatz, dessen Hässlichkeit bis dato allen Aufhübschungsversuchungen trotzt, gab es irgendwann zwei davon, ins Mauerwerk gebrochene Vorboten des Kommenden, vor denen sich lange Schlangen bildeten, bis die Meldung kam: für heute leider Reserven erschöpft. Ein Kapitalismus, dem das Geld ausgeht – in Berlin konnte man zumindest davon träumen.

Die Gründe dafür sind bekannt: Westberlin war unproduktiv, ein Parasit des reichen Westdeutschland, der aus Gründen der Systemkonkurrenz miternährt wurde, was in den repräsentativen Gegenden, mit dem Ku’damm als hoch subventionierter Provinzausgabe eines Prachtboulevards, leidlich gelang. Wer das Kreuzberg der Siebziger und Achtziger erlebt hat, weiß aber auch, dass keine Finanzspritze kräftig genug sein konnte, um in die hintersten Winkel des Gebildes vorzudringen. Zur paradoxen Lage des Bezirks gehört, dass die Mauer nirgends so deutlich spürbar war wie hier, wo man alle paar Meter darauf stieß, aber auch nirgends so überflüssig wirkte, denn auf der Ostseite sah es nicht viel anders aus. Kalt, rußig, ungemütlich, das sind die einschlägigen Attribute. Umgekehrt produzierte gerade die Hässlichkeit Heimeligkeit. Kein Ort der alten Bundesrepublik ist dem Sozialismus je so nahegekommen.

Die mangelnde Produktivität als Nährboden einer utopischen Verlotterung lässt sich in sämtlichen Zeugnissen Kreuzberger Lebensart nachweisen, im Kreuzberger Aktivismus, der bei aller Neigung zum Verbalradikalen immer eher auf die Erhaltung von Freiräumen ausgerichtet war, im Selbstbestimmungsanspruch autonomer Revolutionsfolklore, besonders deutlich im Kreuzberger Liedgut. Die entscheidenden Manifeste – Rio Reisers Rauch-Haus-Song etwa, mit der legendär herausgerotzten Zeile »Das! ist! unser Haus!!!!« – waren Gegenentwürfe zur Kälte technologischer Rationalität, sie erzählten auf eine hochromantische, oft wunderbar verblasene Weise von Landnahmen und anderen Akten zivilen Ungehorsams. Allerdings muss man im Rückblick zugestehen, dass die Wurzel des Utopischen unautonomer Natur war. Stagnation als Standortvorteil: Die Unterkapitalisierung des Stadtraums produzierte, quasi als Nebenprodukt, das gute Leben.

Es ist das notorisch Klamme, das Kreuzbergs Boheme mit ihrem östlichen Spiegelbild verband und den bis nach Westdeutschland strahlenden Mythos einer freien Republik begründete. In seiner intellektuell fortgeschrittensten Form wurde daraus der Entwurf einer den Gesetzen des Marktes enthobenen, ihrem innersten Wesen nach tauschähnlichen »Berliner Ökonomie«, in der das Durchwurschteln oberstes Lebensprinzip ist, weil das Paradies im Grunde bereits erreicht ist und alles andere Energieverschwendung wäre. Ein Fortschritt im Sinne des Systems lässt sich so freilich nicht erzielen. Einfallspinsel = Ausfallspinsel, das ist der Nenner, auf den der Berliner Heimatdichter Thomas Kapielski das Schaffen der lokalen Intelligenzija gebracht hat, was die Vorstellung miteinschließt, dass im Schatten der Mauer vielleicht keine große Kunst entstand. Wohl aber ein Lebensstil, der, was das gut gelaunte Verschwenden der Jugend anbelangt, Maßstäbe setzte.

Wer heute an einem sonnigen Tag die Oranienstraße in Richtung Heinrichplatz entlangschlendert, die Hände hinter dem Rücken verschränkt wie ein türkischer Familienvater, der mal eben nach dem Rechten sieht, könnte auf die Idee kommen, dass sich so viel gar nicht verändert hat. Noch immer sitzen Scharen bohemistisch gekleideter Twentysomethings vor den Läden und Lokalen und lassen den Herrgott einen guten Mann sein, mit dem einzigen Unterschied, dass alles ein bisschen schöner, informierter, eleganter geworden ist. Doch das sind nur oberflächliche Übereinstimmungen. Während der Lebenskünstler alten Schlags zu nichts wirklich zu gebrauchen war, oft nicht einmal für sein persönliches Fortkommen, ist die Neo-Boheme ins Blickfeld der Stadtplaner gerückt: ohne schöne Menschen kein Stadtmarketing. Und nicht nur das. Die Erlebenden sind mittlerweile selbst Produzenten: als Imagelieferanten, Kunstgewerbler oder Dienstleister.

Ironie der Geschichte: Der Bohemien hat nicht nur einen gar nicht einmal so langen Weg vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zurückgelegt, er ist zum Mitspieler bei der Entwicklung einer neuen, auf Kreativleistungen gegründeten Ökonomie geworden. Ohne aktive Beteiligung der »kreativen Klasse« keine Modemesse, kein Poetry-Slam, keine Kunstbiennale. Die Avantgarde der Bewegung ist, ähnlich wie vor einem Jahrzehnt in Mitte, ins Segment der Edelgastronomie vorgedrungen, mit dem Effekt, dass Spitzenpolitiker, die sich vor Jahren nur unter Polizeischutz nach Kreuzberg gewagt hätten, inzwischen ein Gläschen in bunter Gesellschaft zu schätzen wissen – stell dir vor, du drehst dich um und schaust in das Gesicht Frank-Walter Steinmeiers. Vor den wenigen Läden, in denen sich ein Rest original Kreuzberger Absturzatmo erhalten hat, sitzt indessen die alt gewordene Tresenmannschaft vor einem Glas Weizenbier und schaut traurig in die Gegend.

Manchmal gehe ich auf ein spätes Bier ins Manouche. Von der Einrichtung her wirkt das Lokal, als wäre es von einem exzentrischen Innenarchitekten aus verschiedenen Orten und Epochen zusammengesampelt worden, ein bisschen Montmartre, ein bisschen Greenwich Village, eine Prise Existenzialismus, diverse Spurenelemente Punk und Warhol, ein Hauch Barcelona, wie man es aus den Songs des vagabundierenden Protestbarden Manu Chao kennt, und eine Extraportion Kreuzberg, alles in jenem improvisierten Sperrmüll-Look, mit dem Berlin sich erfolgreich von westdeutschen Städten wie München abgrenzt, was diverse aus Karrieregründen zugereiste Münchner bis heute nicht verwunden haben. Die eigentliche Attraktion des Hauses aber sind französische Crêpes. In diversen Geschmacksrichtungen werden sie live hinter dem gut einsehbaren Tresen hergestellt.

Die zwei Herdplatten wirken wie ein DJ-Set, an dem ein dunkelhäutiger Zeremonienmeister Botschaften in den Teig scratcht, während die weiße Bedienung Bestellungen entgegennimmt und ein undefinierbarer Nerd mit Wollmütze einfach nur kreatives Chaos bereitet. Was mich am Manouche fasziniert, ist der Umstand, dass hier die wesentlichen Momente der Stadtentwicklung spielerisch zusammenkommen: der Trend zur Eventgastronomie, die Nivellierung der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, die Aufwertung des Viertels durch gekonnt dargestellte Hipness, aber auch der Wunsch, an vorhergegangene Ästhetiken des guten Lebens anzuknüpfen. Das Manouche ist alles zugleich: Erlebnisort, Ramschladen, Museum, Zukunftslabor und, besonders am Wochenende, ein bisschen auch Touristenfalle. Besuchen Sie Kreuzberg, solange es noch steht!

Es ist die Vision einer Stadt als Themenpark, die uns Alteinwohnern in gewissen Momenten ein subtiles Gruseln verschafft: Noch mehr Provinzjugend, die sich mit Pete-Doherty-Hütchen und Motto-T-Shirts auf pub crawl begibt, und die Sache kippt. Und obwohl wir selbst irgendwann aus der Provinz zugereist sind, glauben wir, uns dies leisten zu können, weil der Mythos von der befreiten Zone nachwirkt. Die in Kreuzberg beheimatete Songwriterin und Desillusionskünstlerin Christiane Rösinger hat die – inzwischen die ganze Stadt betreffende – Stimmung auf den Vers gebracht: »Wenn die Autofahrer / kurz am Amok streifen / und die Hostelhorden durch die Straßen geifern / wenn die Gullis stinken / und die Pärchen winken / ja dann sind wir wieder in Berlin«.

So negativ muss man freilich nicht denken. Von Boris Groys stammt der Gedanke, Berlin sei ein Film, der von den Hinterlassenschaften des realen Sozialismus erzählt: dem Leben auf Pump in der wärmenden Nische. Was wir im Moment erleben, wäre die Postproduction des Sozialismus: Die entscheidenden Szenen sind abgedreht, doch noch immer entfalten die Bilder ihre Wirkung. Die Leute strömen ins Kino, weil sie einen Rest der Handlung mitbekommen wollen. Last Exit Boheme: Wer früher rausgeht, könnte das Beste verpassen. Ein bisschen allerdings leben wir schon jetzt in Kulissen.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Irrtum

    Sozialismus bedeutet als erstes Arbeit. Dann Arbeit. Und dann wieder Arbeit. Kein Ort in der alten Bundesrepublik war davon soweit entfernt wie Kreuzberg.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    [...] Der Vergleich mit dem Sozialismus, der ist ja wohl voll daneben: Im Sozialismus konnte ich meine Wohnungstür den ganzen Tag unverschlossen oder offen stehen lassen, ohne dass mein Hausrat sich in Wohlgefallen auflöste. Im Sozialismus konnte ich nach der Mai-Demo meine Bockwurst essen und mir den [...] voll laufen lassen, ohne in irgendwelche Krawalle militanter "Revolutionäre" zu geraten. [...]

    Wenn im Sozialismus auch der Rechtsstaat in seiner heutigen Form zu wünschen übrig ließ - Ordnung und Disziplin, die eigentlich auch in einen Rechtsstaat gehören, waren jedenfalls ausgeprägter als in diesem Kreuzberger "Kiez"!

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Darstellungen. Danke. Die Redaktion/wg

    [...] Der Vergleich mit dem Sozialismus, der ist ja wohl voll daneben: Im Sozialismus konnte ich meine Wohnungstür den ganzen Tag unverschlossen oder offen stehen lassen, ohne dass mein Hausrat sich in Wohlgefallen auflöste. Im Sozialismus konnte ich nach der Mai-Demo meine Bockwurst essen und mir den [...] voll laufen lassen, ohne in irgendwelche Krawalle militanter "Revolutionäre" zu geraten. [...]

    Wenn im Sozialismus auch der Rechtsstaat in seiner heutigen Form zu wünschen übrig ließ - Ordnung und Disziplin, die eigentlich auch in einen Rechtsstaat gehören, waren jedenfalls ausgeprägter als in diesem Kreuzberger "Kiez"!

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Darstellungen. Danke. Die Redaktion/wg

    • anyweb
    • 29.04.2011 um 15:12 Uhr

    lieber autor, sie haben da einen wirklich schönen artikel geschrieben. trotzdem kann ich dazu nur sagen, alles geht weiter und verändert sich. das ist auch gut so. der sozialismus ist vorbei. das habe nicht ich mir ausgedacht, sondern das sind die zeichen des momentanen zeitgeistes.
    aber hey, good news, wedding kommt!
    ich weiß, dass das schon seit 20 jahren behauptet wird, aber es ist wirklich soweit. da gibts jede menge schöner, abgeranzter westkiezecken ohne jegliche ironie und mehr ballonseide als ihnen lieb ist.

  2. ist der Stadtteil schon wieder out. Sorry Redaktion, ihr habt's verschlafen :P

  3. Ich kenne mich in Berlin nicht sehr gut aus, deswegen kann ich den Artikel inhaltlich nicht beurteilen. Aber eines ist er: sehr schön geschrieben!

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  4. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/wg

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  5. Also wenn die Zeit mich jetzt auch schon vollberlint, respektive kreuzbergt, dann ist wohl echt die Luft raus.

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  6. Ich finde das immer wieder amüsant,wenn Menschen über Orte philosophieren von denen sie keine Ahnung haben und an denen sie auch nicht leben(müssen).
    Pervers den täglichen Überlebenskampf vieler Kiezbewohner romantisieren und selber,ohne dickes Bankkonto, wahrscheinlich nicht einen einzigen Tag überleben würden.

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    Gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie nicht vom täglichen Struggle des Designstudenten reden, der sich jeden Tag aufs neue überlegen muss ob man noch Hornbrille vom Flohmarkt kaufen kann oder das schon overhipstert ist? Von Studentenarmut im Kiez durch zu "intensives Networking" bei Bierlaune mal abgesehn. ;))

    Gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie nicht vom täglichen Struggle des Designstudenten reden, der sich jeden Tag aufs neue überlegen muss ob man noch Hornbrille vom Flohmarkt kaufen kann oder das schon overhipstert ist? Von Studentenarmut im Kiez durch zu "intensives Networking" bei Bierlaune mal abgesehn. ;))

    • AWWWWA
    • 29.04.2011 um 16:48 Uhr

    "Samstagnachmittag, Freizeitfußballzeit,"

    Wie soll das gehen ? Das ist ( gerade damals ) beste Bundesligazeit, wo alle vorm Radio / Fernseher hocken.

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