GehaltsverhandlungZehn Argumente für mehr Geld

Wie man den Aufschwung für sich nützt und seinen Chef überzeugt von 

1. Ihr Chef sagt: »Worum geht es?«

Sprechen Sie bloß nicht von einer »Gehaltserhöhung« , das triebe Ihren Chef in die Abwehr. Besser stellen Sie in den Mittelpunkt, was für Ihre Firma wirklich zählt – Ihre Leistung. Gute Antwort: »Ich möchte mit Ihnen über meine Leistung sprechen und über meine Perspektiven, auch in finanzieller Hinsicht.«

2. Ihr Chef sagt: »Warum gerade jetzt?«

Die gesamtwirtschaftliche Lage entwickelt sich positiv, klar. Aber der ideale Zeitpunkt muss weitere Bedingungen erfüllen: Erstens haben Sie Ihre Leistung seit der letzten Erhöhung ausgebaut. Zweitens fordern Sie früh im Jahr – nicht im Herbst, wenn es alle tun. Drittens suchen Sie eine Tageszeit aus, zu der Ihr Chef erfahrungsgemäß gute Laune hat. Und viertens: Hängen Sie Ihr Ansinnen an einem aktuellen Erfolg auf.

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3. Ihr Chef sagt: »Aus welchem Grund sollte ich Ihr Gehalt erhöhen?«

Stellen Sie sich Ihre Leistung und Ihr Gehalt wie zwei Gewichte auf einer Waage vor: Erst wenn Sie bei der Leistung nachgelegt haben, gerät die Waage ins Ungleichgewicht. Führen Sie den Nachweis! Bringen Sie eine Leistungsmappe mit, in der Sie Ihre Erfolge der letzten zwölf Monate auflisten. Wer mehr als der Durchschnitt leistet, muss auch mehr verdienen.

4. Ihr Chef sagt: »Muss es unbedingt das Grundgehalt sein?«

Nein, interessant ist auch die leistungsabhängige Prämie. Schlagen Sie Stufenziele vor, damit Sie auch bei Teilerfolgen auf jeden Fall eine Prämie bekommen. Beispiel: 3000 Euro bei einer Reduzierung der Kundenbeschwerden um 5 Prozent; 2000 Euro bei 4 Prozent; 1000 Euro bei 3 Prozent.

5. Ihr Chef sagt: »Wir müssen leider sparen!«

Ihr Chef leistet Widerstand. Das ist sein Job. Doch damit fängt die Verhandlung erst an ! Wenn Sie Geld sparen, zusätzliche Einnahmen bringen oder neue Geschäftsfelder erschließen, sind Sie bei Sparkurs wertvoller als je zuvor. Überzeugen Sie Ihren Chef, dass sich die Investition in Sie gerade jetzt lohnt.

Leserkommentare
    • W4YN3
    • 04. Mai 2011 8:51 Uhr

    In dem ganzen Artikel ist nur ein einziges Argument genannt: Juhu, ich leiste mehr, also soll ich mehr verdienen. Was ist das denn für ein blödes Argument in unserer heutigen Diskussion um Niedriglöhne, 1-Euro-Jobs?
    Diese Gehaltsklassen haben eine Lohnerhöhung verdient, weil ihr Arbeitnehmer sie bisher ausnutzt. Die müssen sich nicht vorher noch tiefer in den Dreck bücken, um dann mit einer Leitungsmappe beim Chef um 5% mehr Geld zu betteln. Der absolute Hohn zum Schluss: Falls der Chef blockiert soll man eine Zielvereinbarung machen und noch mehr leisten - na super!!
    Die Überschrift sollte geändert werden in "10 Tricks für eventuell mehr Geld", das wird dem Artikel eher gerecht.

    4 Leserempfehlungen
    • afalfa
    • 04. Mai 2011 9:26 Uhr

    "Nehmen wir an, wir sitzen in einem Jahr zusammen – was müsste ich bis dahin geleistet haben, damit Sie dann erhöhen?"

    Hahaha ...

    Alternative: Nicht lange bitten, betteln und diskutieren.
    Zum Chef reingehen und sagen, dass man sich begründet eine Gehaltsvorstellung wünscht. Dezent durchblicken lassen dass man die nicht nur wünscht, sondern erwartet. Bei Ablehnung eine neue Stelle suchen. Oder die Leistung (z.B. Überstunden) runterfahren, ist im Prinzip das gleiche wie eine Gehaltserhöhung.

    3 Leserempfehlungen
  1. "Streben Sie Erhöhungen von mindestens fünf Prozent an. Und fordern Sie das Eineinhalbfache, damit Verhandlungsspielraum entsteht."

    Hier bei der Zeit muss man in einer anderen Welt leben. Was ist denn, wenn alle die gleiche Arbeit leisten und den gleichen Lohn bekommen und sich daran nichts ändert selbst wenn morgen die Welt unterginge. Da kann man machen was man will. Gibt es eigentlich auch ein Argument dagegen, wenn sich ein niederer Chef bei einem höheren Chef angesetzten Mitarbeitergespräch einem Feedback verweigert und keinen Ton rausbringt mit Verweis auf eine Schulung in kürze, die von einem dritten gemacht wird, der von alledem wieder keine Ahnung haben wird wo sich dann alles angeblich wie von selbst klären soll?

    • 42317
    • 04. Mai 2011 10:01 Uhr

    Was hier präsentiert wird, sind keine zehn Argumente, sondern ein Argument, das in zehn Dialogoptionen ausgearbeitet wird, wobei die Qualität der einzelnen Vorschläge schwankt. Es ist natürlich sinnvoll, festzuhalten, was man geleistet gat, um Argumente zu haben, aber die Art und Weise, wie ich den Chef rhetorisch angehe, ist ganz und gar von der individuellen Situation abhängig, und lässt sich keinesfalls nach einen Strickmuster trainieren.

    Eine Leserempfehlung
  2. "Lieber Herr Blaumann, Sie sind schon seit sehr vielen Jahren in unserer Firma und haben sich bestens bei uns bewährt.
    Was halten Sie davon, wenn sie eine Auszeit nehmen und sich weiter qualifizieren?
    Sehen Sie, lieber Herr B., in den letzten Jahren sind sehr viele Neuerungen in unserem Betrieb eingetreten und wir wollen weiterhin mit der Konkurrenz aus dem Osten Schritt halten.
    Das erfordert von uns die Modernisierung einiger Bereiche und damit verbunden natürlich auch die Schaffung höher qualifizierter Stellen und da denke ich an Sie:
    Gerade in Ihrem Fall sehe ich jetzt die Möglichkeit, dass Sie sich im Interesse der Firma mit Ihrer ganzen Persönlichkeit dafür einsetzen, oder möchten Sie das nicht?"

    "Ja, Chef, natürlich bin ich im Interesse der Firma bereit, mich für die Zukunft fit zu machen", sagte Herr B. voller Zuversicht und unterzeichnete sogleich die gegenseitige Vereinbarung, die Ihm der Chef über den Tisch schob.
    Dumm gelaufen, weil Herr Blaumann auf die "weisen Ratschläge" der Presse vertraute und so vertraute er auch seinem Chef - die Qualifikationsvereinbarung war ein Aufhebungsvertrag.

    Nun steht Herr B. in der ARGE, bekommt eine Sperrfrist und wenn er dann in H-IV rutscht, dann bekommt er wenigstens eine Weiterbildung, mit der er sich den Hintern wischen kann, aber aus der Statistik fällt.

    Gerade eben stellte der Chef neue qualifizierte Leute ein - aus Osteuropa - , der Personalkosten wegen. Die warteten schon seit dem 1. Mai auf "grünes Licht" vorm Tor!

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    ... ist es auch so wichtig, dass vorher die Leistung stimmt. Erst wenn der Chef einen nur unter Schmerzen gehen lassen würde (kann man vorher in Erfahrung bringen), rein in die Gehaltsverhandlung.

    Der Artikel ist definitiv auf diejneigen abgeschnitten, die auch eine starke überdurchschnittliche Leistung zeigen und viele Vorteile bringen. Solche Mitarbeiter schmeißt man gerade nicht für Billigkräfte aus Osteuropa raus.

  3. "Ihr Chef sagt: Danke für das Gespräch - Sie können die Tür offenlassen."

    Es kommt natürlich auf die Branche an, aber bei mir würde ein Kandidat, der mit dieser Argumentation auftritt, höflich rausgeworfen. Und dann würde ich mir ein paar Gedanken machen.

    "...wenn Du mir mehr Kohle rüberschiebst, dann gebe ich mir ein bisschen Mühe und verprelle nicht mehr soviele Kunden." Tolles Argument.

  4. Sie bringen eine eigene Leistungsbilanz zu einem Gehaltsgespräch mit, um eine Erhöhung zu begründen ? So einen Quatsch habe ich noch nicht gehört !
    "Sie haben ihren Job gemacht und wurden dafür bezahlt ! War noch was ?"
    Und schon sind diese "Argumente" Asche !! Und wenn sie auf einen erneuten Termin drängen, werden sie ihn auch bekommen, nachdem sie ihren Nachfolger eingearbeitet haben !
    Wer solche Tips gibt, ist brandgefährlich und sollte nicht auch noch von der ZEIT publiziert werden !

    Eine Leserempfehlung
  5. 8. LOOOL

    Zitat:
    "Wer mehr als der Durchschnitt leistet, muss auch mehr verdienen."
    Zitat Ende.

    HaHa - Dieses Argument stimmt heutzutage nicht mehr - es ist ein Totschlag-Argument.
    Siehe Politiker, u.a. auch Chefs und Bank-Manager, die leisten weniger aber verdienen das Zehnfache oder Hundertfache eines Gehalts als der Fabrik-Arbeitnehmer oder Krankenschwester.

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  • Schlagworte Geld | Chef | Euro | Gehalt | Gehaltsverhandlung
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