Fachkräfte»Mir werden häufig Stellen angeboten«

Sie sind gefragte Fachkräfte: Eine Social-Media-Beraterin, ein Ingenieur und eine IT-Expertin berichten, wie Unternehmen um sie buhlen. Drei Protokolle vom Arbeitsmarkt von 

Anika Geisel, 27, Social Media Managerin:

»Momentan kommen viele Kunden auf uns zu, und wir müssen zusehen, dass wir die Anfragen zeitnah bewältigen können. Bei Eck Kommunikation berate ich Unternehmen, wie sie soziale Netzwerke für sich nützen können. Inzwischen haben die meisten erkannt, dass sie Facebook, Blogs und Ähnliches als Kommunikationskanäle nicht ignorieren können. Aber die Unsicherheit ist noch sehr groß: Welche Chancen gibt es, und was sind die Risiken? Hier entwickeln wir Strategien, Prozesse, Social Media Policies und Konzepte. Dafür gibt es erst wenige Experten, weil das Berufsfeld neu ist und die Ausbildung noch nicht standardisiert ist.

Ich selbst habe Medien und Kommunikation studiert und danach ein PR-Volontariat bei IBM gemacht. Viel Wissen habe ich aber auch in meiner Freizeit erworben – mit meinem Smartphone bin ich überall online, verfolge neue Trends im Netz, und wenn ich ein Thema spannend finde, blogge ich auch am Wochenende. Natürlich bekomme ich mit, dass viele Unternehmen momentan nach kompetenten Mitarbeitern suchen, die ihre Social-Media-Aktivitäten steuern. Mir werden häufig Stellen angeboten. Aber in unserer Unternehmensberatung habe ich viel Verantwortung und kann meine Leidenschaft fürs Internet besser ausleben.«

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Georg Grüneißl, 27,Maschinenbau-Ingenieur:

»Eigentlich wollte ich mir erst im Oktober vergangenen Jahres über die Jobsuche Gedanken machen. Als ich aber im Juni eine Kontaktmesse an meiner Uni besuchte, wurden mir meine Lebenslauf-Dokumente geradezu aus der Hand gerissen. Ich hatte sogar ein spontanes Vorstellungsgespräch . Da wurde mir klar, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetzen muss – auch, um mich nicht mit der erstbesten Stelle zufriedenzugeben. Das Gehalt stand dabei für mich nicht an oberster Stelle; es ging mir darum, dass der Job zu mir passt.

Ich habe Maschinenbau und Management an der TU München studiert, in meiner Freizeit trainiere ich eine Handballmannschaft. Mir war es wichtig, interdisziplinär arbeiten zu können und auch einmal ins Ausland zu gehen. Diese Wünsche kann ich als Trainee bei MAN Truck and Bus verwirklichen, da ich dort erst einmal verschiedene Stationen kennenlerne.

Dass es nicht alle Absolventen so einfach haben, weiß ich von einer Freundin, die nach ihrem Medienstudium noch ein unbezahltes Praktikum gemacht hat. Ich hingegen konnte es mir leisten, die ein oder andere Anfrage abzulehnen und auch Bewerbungsprozesse nicht bis zum Ende zu verfolgen, wenn ich etwa im Gespräch gemerkt habe, es passt nicht. Dass ich hier in einer glücklichen Lage bin, ist mir durchaus bewusst.«

Leserkommentare
  1. Oder wie war das noch mit der Theorie von der Überzeugung?
    Aber zwei Artikel an einem Tag, das muss ziemlich dringend sein...
    Achja, vor 2 Tagen war der 1. Mai, an dem unsere Arbeitnehmerrechte wieder einmal durch die Ost-Freigabe weiter aufgegeben wurden nicht?

  2. Zu Thema Fachkräftemangel in Deutschland setze ich einfach mal meine persönliche Situation nach einem Jahr vergeblicher Stellensuche als Promovierter Physiker entgegen. Aus diesem Grund lebe ich auch nun in einem Land, in dem wirklicher Fachkräftemangel herrscht und nicht nur ein Heißluftgebläse von Lobbyisten.

    Vorher in Deutschland: 66.500 € Jahresbrutto mit 47% Steuern und Abgaben.
    Jetzt in der Schweiz: umgerechnet 82.000 € mit 30% Steuern und Abgaben.

    Manchmal wird man eben durch die asoziale und kurzsichite Personalpolitik Deutscher Unternehmen ins Paradies vertrieben.

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    • lepkeb
    • 03. Mai 2011 23:54 Uhr

    und vielleicht berichtet man in fünf oder zehn Jahren mal drüber, was aus den ersten beiden geworden ist. Ob alles so gekommen ist oder ob sie einen Realitätscheck bekommen haben.

    Wünsche den ersten beiden Glück, dass sie nicht verheizt werden und auch noch in zehn Jahren einen Job haben, besonders der Maschinenbauing. der hoffentlich nicht mit 40 auf der Straße liegt, weil zu alt. Zur letzten Dame. die wird nicht umworben, sondern ist selbstständig und die Frage warum sie das ist, wird nicht mal angerissen, denn wenn sie umworben werden würde sie in einem geregelten Arbeitsverhältnis stehen.

    Und was wie immer fehlt, wieviel verdienen denn die Drei so im Jahr.

    Ich glaube es reicht heutzutage nicht mehr promovierter Physiker zu sein. viele Unternehmen achten auch auf andere Fähigkeiten des Bewerbers. Ich würde z.B. keinen Rassisten einstellen, wenn ich internationales Team habe und international operiere, egal wie qualifiziert der Bewerber ist.
    Ein suma cum lauda, wie von Herren Gutenberg vorgeführt, kann sich auch gelegentlich in Schall und Rauch auflösen.

  3. "Medien und Kommunikation studiert
    verfolge neue Trends im Netz"

    Die Männer haben Mathematik, Maschinenbau oder Elektrotechnik studiert und schreiben Software, bauen Autos und Kraftwerke.

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    Was genau wollen Sie damit sagen?

    Mit Sicherheit tun das auch nicht alle Männer (Und auch nicht alle Männer, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.). Ebenso gibt es auch die ein oder andere Frau, die die von Ihnen beschriebenen Tätigkeiten ausführt.
    Solch ein Kommentar trägt doch gar nicht zum Thema des Artikels bei, sondern fängt bloss wieder mit dem üblichen Kindergartengeheul "Du bist ne Frau aber bringst es doch nicht - ätsch" (kann man auch umgekehrt von Frauen auf Männer bezogen ummünzen). An solchen Punkten frage ich mich immer wieder, ob einige Kommentatoren hier nicht vielleicht extrem frustriert und verbittert mit/von sich selbst und dem Leben sind....

    • lepkeb
    • 03. Mai 2011 23:54 Uhr

    und vielleicht berichtet man in fünf oder zehn Jahren mal drüber, was aus den ersten beiden geworden ist. Ob alles so gekommen ist oder ob sie einen Realitätscheck bekommen haben.

    Wünsche den ersten beiden Glück, dass sie nicht verheizt werden und auch noch in zehn Jahren einen Job haben, besonders der Maschinenbauing. der hoffentlich nicht mit 40 auf der Straße liegt, weil zu alt. Zur letzten Dame. die wird nicht umworben, sondern ist selbstständig und die Frage warum sie das ist, wird nicht mal angerissen, denn wenn sie umworben werden würde sie in einem geregelten Arbeitsverhältnis stehen.

    Und was wie immer fehlt, wieviel verdienen denn die Drei so im Jahr.

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    Ganz richtig, ohne die Aussage wie viel die Drei denn verdienen, ist alles andere nutzlos. Es macht ja keinen Sinn zu erzählen: Studiert Beruf A, da werdet ihr umworben, wenn man in Beruf B unumworben doppelt so viel verdient. Halbiert Anwärter auf Beruf B seine Forderungen ist er natürlich auch umworben.

    das Gehalt war ihm nicht so wichtig, sondern daß der Job zu ihm paßt - wuhahaha.

  4. 5. Bitte?

    Was genau wollen Sie damit sagen?

  5. 6. .....

    Ganz richtig, ohne die Aussage wie viel die Drei denn verdienen, ist alles andere nutzlos. Es macht ja keinen Sinn zu erzählen: Studiert Beruf A, da werdet ihr umworben, wenn man in Beruf B unumworben doppelt so viel verdient. Halbiert Anwärter auf Beruf B seine Forderungen ist er natürlich auch umworben.

  6. Mit Sicherheit tun das auch nicht alle Männer (Und auch nicht alle Männer, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.). Ebenso gibt es auch die ein oder andere Frau, die die von Ihnen beschriebenen Tätigkeiten ausführt.
    Solch ein Kommentar trägt doch gar nicht zum Thema des Artikels bei, sondern fängt bloss wieder mit dem üblichen Kindergartengeheul "Du bist ne Frau aber bringst es doch nicht - ätsch" (kann man auch umgekehrt von Frauen auf Männer bezogen ummünzen). An solchen Punkten frage ich mich immer wieder, ob einige Kommentatoren hier nicht vielleicht extrem frustriert und verbittert mit/von sich selbst und dem Leben sind....

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    "An solchen Punkten frage ich mich immer wieder, ob einige Kommentatoren hier nicht vielleicht extrem frustriert und verbittert mit/von sich selbst und dem Leben sind...."

    Das frage ich mich hier auch regelmäßig. Die Frustratiosquote bei einigen scheint derart hoch, dass man meinen könnte, in Deutschland herrscht Sklaverei, Armut und die Leute leben von der Hand in den Mund. Nun mögen die Betroffenen jubeln und sagen, "Genau, so ist es!". Ich sehe das eher anders. Die Frustrierten schreien meist am lautesten, die Zufriedenen und Glücklichen haben gar keine Zeit, sich in schöner Regelmäßigkeit auszukotzen, da sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen, die Chancen sehen und nach Lösungen suchen und nicht nach Problemen.

    Ist in unserer Firma übrigens genauso. Ein paar Wenige sind dauernd am rumnölen und wenn man ihnen zuhört, möchte man sich bei nächster Gelegenheit aus dem Fenster schmeißen, da man innerhalb weniger Sekunden von einem Optimisten zu einem Schwerstdepressiven vollgeblubbert wird. Ich entziehe mich solchen "Diskussionen" inzwischen. Sie ziehen mich nur runter.

  7. Schon seit Jahren werde ich heftigst umworben, vor allem Pizzadienste und Versandunternehmen terrorisieren mich regelrecht. Musste bereits einen zweiten Briefkasten installieren, hin und wieder kollabiert auch der Briefträger.

    In meinem Beruf gibt es allerdings noch nicht viele Experten, doch da ich auch in meiner Freizeit einkaufe, mitunter gar am Wochenende, bin ich immer am Puls des Marktes. Als Singletrademanager (ganz früher Einzelhandelskunde genannt) erkläre ich Unternehmen, dass bspw. ein Schild "Tomaten 5€" total viel Umsatz bringt. Und wenn man das noch im Internet kommuniziert, dann wissen das auch potenzielle Kunden auf dem Mond oder dem Mars.

    Die kaufen natürlich nie im Supermarkt von Kleckersdorf, weil sie da nicht wohnen. Aber ich krieg Geld, damit ich niemandem erzähle, wie viel Geld die Unternehmen für sinnlose Werbung in sozialen Netzwerken rausgeblasen haben.

    Ich finds aber total supi und kann den ganzen Tag Internet gucken. Muss mir nur noch nen besseren Namen guttenbergen, die Idee mit social media manager ist gar nicht schlecht. Ich werde mich wohl social media2.0 supergigamanager nennen, um meinen Premiumkunden einen Mehrwert bieten zu können, mit dem sie sich von den Konkurrenten abheben können.

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