Autotest Parken und wegrennen
Matthias Kalle fährt den Chrysler Grand Voyager 2.8 CRD
©Chrysler

Chrysler Grand Voyager 2.8 CRD
Ich habe mich einmal gesellschaftlich unmöglich gemacht, als ich mein Desinteresse gegenüber der Berlinale damit begründete, dass da für meinen Geschmack zu wenige Filme aus den USA, dafür aber zu viele Filme aus Aserbajdschan gezeigt würden. Seitdem gelte ich beim Thema Antiantiamerikanismus als Stimmungskanone, deshalb wohl auch bekam ich den Chrysler Grand Voyager.
Nach zwei Wochen weiß ich: Das Auto ist nicht gut. Obwohl – vielleicht ist es ganz gut, wenn man damit in Minnesota eine komplette Footballausrüstung transportieren oder Goldbarren klauen will. Sagen wir also lieber: Das Auto ergibt keinen Sinn, nicht hier, nicht für mich – dabei hatte ich mit dem Wagen einiges vor. Ich informierte mich im Vorfeld über den Chrysler im Internet, ich dachte: Tolles Auto! Genau richtig, um damit für ein paar Tage an die Ostsee zu fahren, ohne sich beim Packen Sorgen machen zu müssen. In diesem Wagen hat ja jeder und alles seinen Platz.
Der Testwagen wurde dann später geliefert, und ich kam anders an die Ostsee. Ging auch. Heute weiß ich: Ging besser, denn reisen möchte man nicht mit dem Grand Voyager. Man möchte ihn eigentlich nur unfallfrei irgendwo parken und dann ganz schnell aussteigen und wegrennen. Denn das Auto ist böse, es will seinem Fahrer schaden. Ich bin noch nie in meinem Leben einen Panzer gefahren, aber nach nur wenigen Metern im Grand Voyager glaube ich, dass ich auch das könnte – so schwerfällig, so monströs ist dieser Chrysler. Das Auto verlangt Kraft, denn egal wo man langfährt: Man spürt seine Größe, sein Gewicht. Und wer allen Ernstes der Meinung ist, der Grand Voyager sei doch ein super Familienwagen, dessen Bild von Familie müsste dringend untersucht werden. Als ich das kleine Extra entdeckte, dass man die Fußpedale näher zu sich ranzoomen kann, musste ich an kleine, dicke, glatzköpfige Männer denken, die sich diesen Wagen vielleicht auch deshalb kaufen, weil man damit wenigstens mal den Blick von oben hat.
Aber dass aus einem Land, aus dem gerade die neuen Erzählungen von Tobias Wolff kommen, immer noch das Magazin New Yorker und die Band Fleet Foxes – dass also ausgerechnet aus so einem Land so ein Auto kommt, das ist dann fast eine Sensation. Und spricht schon wieder für die USA.
Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 120 kW (163 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 12,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
CO2-Emission: 233 g/km
Durchschnittsverbrauch: 8,8 Liter
Basispreis: 35290 Euro
Matthias Kalle ist Berater des ZEITmagazins
- Datum 06.05.2011 - 12:36 Uhr
- Serie Autotest
- Quelle ZEITmagazin, 5.5.2011 Nr. 19
- Kommentare 17
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Der Autor schreibt, dass das Auto Kraft verlangt. Aber wobei verlangt der Wagen Kraft? Beim Lenken? Haben die Pedale zu viel Widerstand?
Die Fahrberichte hier auf zeit.de sind wenig brauchbar, um sich ein Bild einem Auto zu machen. So kann man vielleicht bei einem Traumwagen berichten, abre doch nicht bei Testbericht zu einem Van, der wahrscheinlich bei einer potentiellen Google-Suche auftaucht....
Als Fuhrparkleiter bin ich immer auf der Suche nach (in Österreich sehr restriktiv gewährten) Vorsteuerabzugsfähigen PKWs.
Als vor ein paar Jahren dieses Auto kam: Ich war entsetzt.
Da war glaube ich Daimler gerade heraussen aus dem Konzern und der Hedgefond hatte die Mehrheit.
Und dann ein Nachfolger des Voyagers, der technisch stehengeblieben wirkt, er erinnert mich geistig an dunkles Absteigen in neoliberalen Kapitalismus, geboren für Menschen die der Matrix entsteigen.
Der neue VW Sharan war zwar vom design auch entäuschend, aber mit einer kleinen Zahl verrät er dass er der Höhe der Zeit entspricht:
5,4 statt 8,8 liter/100km Verbrauch
der Voyager konkurriert vom Platz her eher mit dem VW T5, der Sharan ist eine ganze Ecke enger, aber nunmehr mit Schiebetüren wenigstens nicht mehr technisch 10 Jahre hinterher.
Der Chrysler ist ebenfalls nichts für TDI-Raser, die Komfort-betonte Automatik läßt auch weit niedrigere Verbräuche zu - wenn man sich drauf einläßt.
... hier nach "Entscheidungshilfen" fahnden, haben Sie aber schon sehr viel Glück gehabt, Ihren Arbeitgeber von Ihrer Qualifikation zu überzeugen ...
der Voyager konkurriert vom Platz her eher mit dem VW T5, der Sharan ist eine ganze Ecke enger, aber nunmehr mit Schiebetüren wenigstens nicht mehr technisch 10 Jahre hinterher.
Der Chrysler ist ebenfalls nichts für TDI-Raser, die Komfort-betonte Automatik läßt auch weit niedrigere Verbräuche zu - wenn man sich drauf einläßt.
... hier nach "Entscheidungshilfen" fahnden, haben Sie aber schon sehr viel Glück gehabt, Ihren Arbeitgeber von Ihrer Qualifikation zu überzeugen ...
der Voyager konkurriert vom Platz her eher mit dem VW T5, der Sharan ist eine ganze Ecke enger, aber nunmehr mit Schiebetüren wenigstens nicht mehr technisch 10 Jahre hinterher.
Der Chrysler ist ebenfalls nichts für TDI-Raser, die Komfort-betonte Automatik läßt auch weit niedrigere Verbräuche zu - wenn man sich drauf einläßt.
Das soll ein Test sein? Keinerlei Begründung, was für und was gegen diese Auto spricht - außer den Daten, die nicht gerade berauschend sind. Also, was soll dies? - einfach überflüssig!
Entfernt. Bitte formulieren Sie einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv
... hier nach "Entscheidungshilfen" fahnden, haben Sie aber schon sehr viel Glück gehabt, Ihren Arbeitgeber von Ihrer Qualifikation zu überzeugen ...
ich weiß ja nicht was die leute suchen, die bei der zeit - egal ob in schriftlicher oder digitaler form - über die autotest herziehen! die zeit ist doch keine autozeitung und es wäre sogar schade, wenn diese art des autotests verloren gehen würde. ich lese sie gerne, sie haben etwas unterhaltsames... wenn man ausführliche und begründete tests lesen will, kann man sich ja autobild oder etwas in der richtung kaufen!
beste güße
Danke, deridex. Auch ich wundere mich über die immer gleichen Negativ-Kommentare unter den Autotests in der Zeit. Wer das übliche Blabla will, kauft Autozeitschriften, wer ernsthaft ein Auto anschaffen will, nutzt seinen eigenen Verstand und informiert sich über technische Angaben usw.; wer aber amüsante Alltagserfahrungsberichte über Autos aus dem Zeit-Milieu will, ja der liest eben hier nach und freut sich über die wirklich wichtigen Details beim Autofahren ;)
Danke, deridex. Auch ich wundere mich über die immer gleichen Negativ-Kommentare unter den Autotests in der Zeit. Wer das übliche Blabla will, kauft Autozeitschriften, wer ernsthaft ein Auto anschaffen will, nutzt seinen eigenen Verstand und informiert sich über technische Angaben usw.; wer aber amüsante Alltagserfahrungsberichte über Autos aus dem Zeit-Milieu will, ja der liest eben hier nach und freut sich über die wirklich wichtigen Details beim Autofahren ;)
Der Autor mag diesen Wagen nicht, vor allem auch die von ihm vermutete Käuferschaft. Eine Meinung, hätte ganz amüsant werden können, wenn der Bericht nicht so unvermittelt und mittendrin vorbei gewesen wäre.
Gerne lese ich solche Meinungen, aber es darf schon etwas mehr Fleisch dran sein.
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