Zahnarzt im Ausland Ist da was faul?
Eine Klinik in Budapest bietet Kurzreisen mit Zahnkontrolle zum Schnäppchenpreis
Da stehe ich nun und warte. Aufgebrochen, um nach meinen Zähnen sehen zu lassen. Aber noch längst nicht in der Klinik, sondern im Ankunftsbereich des Flughafens Budapest-Ferihegy. »Am Flughafen werden Sie von unserem Mitarbeiter mit Ihrem Namensschild erwartet, welcher Sie zu Ihrem Hotel bringt«, so hatte es mir das Unternehmen Danubius Dental schriftlich zugesichert. Einige freundliche Menschen am Ausgang halten Schilder mit Namen hoch, doch meinen lese ich nicht. Als sich die Ansammlung der Gelandeten und Abholenden allmählich auflöst, klingelt mein Handy. Eine Angestellte von Danubius. Der Fahrer habe sich etwas verspätet. Sorry. Er müsse aber gleich ankommen. Das geht ja gut los, denke ich.
Ich bin hier als Medizintourist. Das ist eine der neuen Moden auf dem Reisemarkt. Augen lasern in Bangkok, Fett absaugen in Rio... solche Pakete gibt es en masse, wenn man das Geld dafür hat. Doch ich teste ein Angebot von der günstigen, beunruhigend günstigen Art.
Begonnen hatte es mit einer Anzeige im Videotext eines deutschen Privatsenders: »Kurztrip nach Budapest zum Zahncheck für 179 Euro«. Im Preis inbegriffen: Flug und Transfer zum Hotel, eine Übernachtung mit Frühstück und eine Sightseeingtour. Das erinnert an Butterfahrten. Nur dass man nicht gemeinsam im Bus unterwegs ist, sondern einzeln im Billigflieger. Danubius Dental hatte mir, wohnhaft in Osnabrück, abenteuerliche Routenvorschläge gemacht: von Hannover nach Budapest mit Umstieg in Prag. Oder von Hannover über Stuttgart mit Rückflug über Wien. Dabei gibt es Direktflüge nach Budapest vom Flughafen Münster-Osnabrück. Aber die waren den Dentalisten offenbar zu teuer. Letztlich bin ich mit easyJet ab Dortmund geflogen.
Eine Viertelstunde nach dem Anruf ist der versprochene Danubius-Mitarbeiter noch immer nicht am Flughafen. Dafür aber ein Taxifahrer mit meinem Namensschild in der Hand. Er lenkt seinen Mercedes rasant durch den Abendverkehr Budapests, überquert eine der vielen Donau-Brücken und zeigt beiläufig auf den Burgpalast und andere Attraktionen. Ist das jetzt schon die Stadtführung?
Nach einer halben Stunde erreichen wir das Hotel Molnar in der Vorstadt. Die Rezeptionistin findet meine Reservierung nicht. Macht nichts, sagt sie. Hauptsache, Danubius schickt eine Bestätigung der Kostenübernahme. Zimmer 8 ist noch frei. Es kostet 39 Euro die Nacht. Das Hotel erweist sich als etwas muffig, aber liebenswert. Bullige Sessel, aus denen die Sprungfedern ausbrechen wollen, schwere Möbel, alte Nachttischlampen und ein piefiger Speisesaal, aus dem deutsche Stimmen dringen.
Die Stimmen der Zahntouristen. Der Rentner Jens-Peter Schupp, 80 Jahre alt, noch recht fit, nippt an seinem ungarischen Bier. Neben ihm seine Partnerin, einige Jahre jünger und mit einer anderen Frau im Gespräch. Die hatte bereits einen ersten Zahnarzttermin hier in Budapest. Jens-Peter Schupp heißt nicht wirklich Schupp. Er will seinen Namen nicht nennen. So wie die meisten hier. Man will daheim nicht als Centfuchser gelten, obwohl es ja um viele Tausend Euro geht.
Wer hierherkommt, hat, anders als ich, ernsthafte Zahnprobleme. Er benötigt Brücken, Kronen oder Prothesen – und hofft, dass er sie günstiger kriegt als daheim. Das geht natürlich nicht während einer Zweitagestour. Die ist nur dafür gedacht, ein Angebot einzuholen und vielleicht noch einmal für länger zu kommen. Dann lohnt sich die Sache auch für Danubius Dental.
- Datum 21.05.2011 - 09:24 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 5.5.2011 Nr. 19
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Den Bericht finde ich sehr interessant denn die Angebote in Ungarn sind eine gute Gegen-Dienstleistung für findige und kostenbewusste Zahnbehandlung. Das ist auch gut so, damit sind den Preissteigerungen in Deutschland hoffendlich Grenzen gesetzt. -- Ursache und Wirkung!
Wir sind in der Familie beruflich direkt in die Stomatologie involviert und können sagen, dass die Leute lieber davon Abstand nehmen sollen.
Nicht, dass die Qualität der Arbeit schlechter als in Deutschland ist - hier gibt es auch "Stümper"!
Nein, denn es kann auch mal etwas schief gehen und man hat dann nur Ärger.
Nicht immer sind der Stomatologe oder die Zahntechnik daran schuld, sondern es können auch Ursachen vorliegen, die weder vom Patienten oder Arzt 100%-ig vorhersehbar sind oder selbst verschuldet wurden.
UND DANN WIRD ES RICHTIG TEUER!
Der menschliche Organismus - sprich Mund, Kiefer und Zähne - ist ständigen biologischen Veränderungen unterworfen.
Zu Deutsch: Was heute noch ganz genau passte, das kann morgen schon nicht mehr richtig "sitzen".
Hinzu kommt noch das Abrechnungssystem bei den Krankenkassen und dann kann so manche Leistung, die im Ausland erbracht wurde, vielleicht überhaupt nicht über die KV abgerechnet werden - und DAS wird TEUER!
Habe ich den Zahnarzt "um die Ecke", dann kann ich jederzeit bei Beschwerden dorthin gelangen.
Fliegen Sie mal dann wieder ins Ausland, wenn Sie nach ein paar Tagen merken, dass Ihre "Brücke" doch nicht so sitzt, wie sie eigentlich sitzen soll.
Der Zahnarzt "um die Ecke" ist nicht verpflichtet, die Garantieleistung eines anderen zu übernehmen.
Was er machen kann:
Ihnen eine "NEUE" verpassen und Sie zahlen drauf!
Da lohnt eher der Friseur im Ausland, denn Haare wachsen ja bekanntlich nach - solange sie wachsen!
kann ich Ihnen ein paar mal nach Osteuropa fliegen (vermutlich sogar noch 1. Klasse) um dort "was nicht passt wird passend gemacht" machen zu lassen.
Und ich denke nicht, dass die Leute, die dorthin gehen, das ganze für eine einfach Plombe machen.
Globalisierung. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben jetzt die Chance sich im internationalen Wettbewerb zu beweisen. Mit "Zahl lieber das doppelte, es können soviel schlimme Dinge passieren" als Argument sehe ich aber keine guten Aussichten.
kann ich Ihnen ein paar mal nach Osteuropa fliegen (vermutlich sogar noch 1. Klasse) um dort "was nicht passt wird passend gemacht" machen zu lassen.
Und ich denke nicht, dass die Leute, die dorthin gehen, das ganze für eine einfach Plombe machen.
Globalisierung. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben jetzt die Chance sich im internationalen Wettbewerb zu beweisen. Mit "Zahl lieber das doppelte, es können soviel schlimme Dinge passieren" als Argument sehe ich aber keine guten Aussichten.
Tja, vielleicht müssen dann eben Zahärzte mal an ihrem Lohn sparen.
Bisher galt eine zahnarztpraxis ja als Lizenz zum geld drucken.
Haben die ZÄ nicht genügend "Private", dann sieht es dort auch mehr als "Mau" mit dem Verdienst aus.
Auch wenn die Öffnungszeiten manchmal den Anschein haben, dass der ZA "nur" 30 Stunden arbeitet, der irrt, denn außerhalb der "Sprechzeiten" werden dann noch die gesonderten Termine vereinbart, damit "Schmerzpatienten" während der offiziellen Sprechzeiten nicht zu lange warten müssen.
Der ZA von heute, der ist genauso angeschi...en wie der Arzt auf dem Lande:
Viel Arbeit und wenig Geld unterm Strich.
Haben die ZÄ nicht genügend "Private", dann sieht es dort auch mehr als "Mau" mit dem Verdienst aus.
Auch wenn die Öffnungszeiten manchmal den Anschein haben, dass der ZA "nur" 30 Stunden arbeitet, der irrt, denn außerhalb der "Sprechzeiten" werden dann noch die gesonderten Termine vereinbart, damit "Schmerzpatienten" während der offiziellen Sprechzeiten nicht zu lange warten müssen.
Der ZA von heute, der ist genauso angeschi...en wie der Arzt auf dem Lande:
Viel Arbeit und wenig Geld unterm Strich.
kann ich Ihnen ein paar mal nach Osteuropa fliegen (vermutlich sogar noch 1. Klasse) um dort "was nicht passt wird passend gemacht" machen zu lassen.
Und ich denke nicht, dass die Leute, die dorthin gehen, das ganze für eine einfach Plombe machen.
Kein Zahnarzt, der hier in Deutschland praktiziert, wird jemand eine Füllung setzen, der im Ausland arbeiten lässt, wenn dadurch die Gefahr besteht, dass es im Anschluss Ärger mit der "Arbeit" aus dem Ausland gibt.
Denn wer im Ausland arbeiten lässt, der lässt sich meist auf irgendwelche Implantate oder "Brücken" ein.
Dann kann schon ein schmerzender Zahn zum Problem werden, wenn absehbar wird, dass dies Auswirkungen auf andere zahntechnische Arbeiten hat, die nicht vom gerade behandelnden ZA stammen.
... und es ist legitim, dass der ZA die Arbeit und verweigert, um etwaigen Schadensersatzprozessen und -klagen aus dem Weg zu gehen.
Übrigens:
Ein ZA, der Preis und Qualität ins richtige Verhältnis setzt, der kann auch in Deutschland preiswert arbeiten, ohne seine Zahntechnik in Polen sitzen zu haben.
Kein Zahnarzt, der hier in Deutschland praktiziert, wird jemand eine Füllung setzen, der im Ausland arbeiten lässt, wenn dadurch die Gefahr besteht, dass es im Anschluss Ärger mit der "Arbeit" aus dem Ausland gibt.
Denn wer im Ausland arbeiten lässt, der lässt sich meist auf irgendwelche Implantate oder "Brücken" ein.
Dann kann schon ein schmerzender Zahn zum Problem werden, wenn absehbar wird, dass dies Auswirkungen auf andere zahntechnische Arbeiten hat, die nicht vom gerade behandelnden ZA stammen.
... und es ist legitim, dass der ZA die Arbeit und verweigert, um etwaigen Schadensersatzprozessen und -klagen aus dem Weg zu gehen.
Übrigens:
Ein ZA, der Preis und Qualität ins richtige Verhältnis setzt, der kann auch in Deutschland preiswert arbeiten, ohne seine Zahntechnik in Polen sitzen zu haben.
desto besser. Was die sich teilweise erlauben ist fast schon sittenwidrig.
Ich ziehe alle 2-3 Jahre um und muss mir immer wieder einen neuen Zahnarzt suchen.
Es wird immer schwerer einen Arzt zu finden. Die meisten sind doch eher Verkäufer geworden. Kompetent sind sie wohl meistens, aber für mich macht es eben schon einen Unterschied ob man exakt das behandelt was ich wünsche oder mich komplett sanieren will und nach Gründen sucht irgendwas zu "richten".
Das ganze funktioniert ja nur, weil die Tickets auf Kosten der Umwelt ungeheuer preiswert sind.
Zu seinem Zahnarzt zu fliegen, ist schon eine seltsame Sache. Nichts gegen Geschäftsfindigkeit, aber auf Dauer machen wir damit nur noch mehr kaputt in unserer Umwelt.
Gesundheit ist ein wichtiges Gut. Zahnuntersuchungen sind dabei besonders wichtig - für jeden, ob arm oder reich. Es sollte kostenlos sein, zum Zahnarzt zu gehen und eine vernünftige Grundversorgung zu bekommen. So, wie es in Deutschland geregelt ist, finde ich es nicht schlecht. Jeder bekommt eine Grundversorgung über die Versicherung gedeckt. Extras werden selbst bezahlt. Das System ist nicht schlecht.
Rechnet es sich wirklich, die in Deutschland obligatorischen Krankassenbeiträge zu zahlen und trotzdem ins Ausland zu gehen und Zahnbehandlungen aus eigener Tasche zu zahlen? Immerhin ist die Krankenversicherung ziemlich hoch, wofür jedermann in Deutschland ja auch eine gute Versorgung bekommt. Es lohnt sich ja eigentlich nur für Pfennigfuchser, oder?
Zu seinem Zahnarzt zu fliegen, ist schon eine seltsame Sache. Nichts gegen Geschäftsfindigkeit, aber auf Dauer machen wir damit nur noch mehr kaputt in unserer Umwelt.
Gesundheit ist ein wichtiges Gut. Zahnuntersuchungen sind dabei besonders wichtig - für jeden, ob arm oder reich. Es sollte kostenlos sein, zum Zahnarzt zu gehen und eine vernünftige Grundversorgung zu bekommen. So, wie es in Deutschland geregelt ist, finde ich es nicht schlecht. Jeder bekommt eine Grundversorgung über die Versicherung gedeckt. Extras werden selbst bezahlt. Das System ist nicht schlecht.
Rechnet es sich wirklich, die in Deutschland obligatorischen Krankassenbeiträge zu zahlen und trotzdem ins Ausland zu gehen und Zahnbehandlungen aus eigener Tasche zu zahlen? Immerhin ist die Krankenversicherung ziemlich hoch, wofür jedermann in Deutschland ja auch eine gute Versorgung bekommt. Es lohnt sich ja eigentlich nur für Pfennigfuchser, oder?
Globalisierung. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben jetzt die Chance sich im internationalen Wettbewerb zu beweisen. Mit "Zahl lieber das doppelte, es können soviel schlimme Dinge passieren" als Argument sehe ich aber keine guten Aussichten.
Da kann ich nur zustimmen. Besonders wenn man aus Gründen der Wohnortänderung öfter mal einen neuen Zahnarzt aufsucht, fällt auf, dass hier sehr ungern Kleinigkeiten behandelt werden. Lieber gleich große Kaliber (Krone, Brücke, etc.) zum Einsatz bringen. Das bringt dann auch richtig Umsatz. Auch geröntgt wird sehr gern und alles voll medial erfasst.
Auf meine Nachfrage ob man den kleinen roten Punkt auf der Übersicht nicht auch behandeln solle kam, "Na ja, da könnte man eine kleine Reparatur durchführen, aber das lohnt noch nicht. Manchmal mache ich sowas noch..."
War mein letzter Besuch bei diesem Arzt! Wollte sich wohl lieber noch Geschäft für später in Form einer Krone schaffen als jetzt eine Miniaturplombe zu setzen. Für Qualität bin ich gerne bereit entsprechend zu zahlen, aber wenn es zur Abzocke wird, ist der Spaß dann vorbei. "Wer die Kleinreparatur nicht ehrt, ist das Vollgebiss nicht wert!"
Also sollen ruhig einige Großprojekte ins Ausland gehen. Dann lernt der Arzt auch seine Kunden wieder eher zu ehren und wenn ich dann einen vertrauenswürdigen Zahndoktor gefunden habe, mach ich bei dem im Notfall auch die Großreparatur. Ist glücklicherweise noch nicht so weit...
Wahre Begebenheit.
Ungefähr im Jahre 1985 entdeckte mein Zahnarzt in einem unteren Backenzahn eine alte (ca. 20 J.) Amalgamplombe. Es ging gleich das Marketing-bla-bla los - man sollte .. und jetzt gibt es prima Techniken, etc., geht aber leider nur privat. Ich hatte keine Absicht irgendetwas zu machen, war aber auf den Kostenvoranschlag neugierig. Er kam:
Total 1200DM, davon 500DM Materialkosten! (ich wunderte mich - kommt das Material etwa vom Mond, dass es so teuer ist). Fazit - ich lebe ruhig mit der alten Füllung, bin bei einem anderen Zahnarzt.
Wahre Begebenheit.
Ungefähr im Jahre 1985 entdeckte mein Zahnarzt in einem unteren Backenzahn eine alte (ca. 20 J.) Amalgamplombe. Es ging gleich das Marketing-bla-bla los - man sollte .. und jetzt gibt es prima Techniken, etc., geht aber leider nur privat. Ich hatte keine Absicht irgendetwas zu machen, war aber auf den Kostenvoranschlag neugierig. Er kam:
Total 1200DM, davon 500DM Materialkosten! (ich wunderte mich - kommt das Material etwa vom Mond, dass es so teuer ist). Fazit - ich lebe ruhig mit der alten Füllung, bin bei einem anderen Zahnarzt.
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