Bologna-Konferenz "Wir werden neue Plätze schaffen"

Bundesbildungsministerin Annette Schavan über den Ansturm auf die Hochschulen, Bundes-Universitäten - und geplatzte Ideen

DIE ZEIT: Am 6. Mai findet die zweite Bologna-Konferenz statt. Deren erste Auflage bezeichneten Studentenvertreter als eine reine Show-Veranstaltung. Erleben wir nun die Schavan-Show Teil zwei?

Annette Schavan: Wer eine große Reform beschließt, muss kontinuierlich über die Umsetzung sprechen. Dafür ist die nationale Bologna-Konferenz da. Die Themen vom letzten Jahr haben wir bearbeitet, und die Verbesserungen sind augenscheinlich.

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ZEIT: Nennen Sie uns ein Problem aus dem vergangenen Jahr, das gelöst worden ist!

Schavan: Das Hauptthema der letzten Konferenz war der Zustand vieler Studiengänge: zu viele Prüfungen, zu viel Stoff, zu viel altes Diplom in neuer Bachelor-Verpackung. Da ist an den Hochschulen eine Menge geleistet worden, die Qualität der Programme ist deutlich besser geworden. Wie positiv die Situation ist, zeigen auch die neuen Studien.

ZEIT: Aktuelle Untersuchungen des Hochschul-Informations-Systems, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft weisen erstaunlich gute Ergebnisse auf. Aber ist das nicht alles pünktlich gelieferte Schönfärberei zum Bachelor-Studium?

Schavan: Nein. Die Studien wurden von wissenschaftlicher Seite durchgeführt – unabhängig von der Bundesregierung. Aber natürlich freuen die Ergebnisse mich außerordentlich: Die Lust aufs Studieren war nie größer als heute, die internationale Mobilität der Studenten liegt doppelt so hoch wie vor zehn Jahren, die Chancen der Bachelor-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Hinzu kommt: Die Studierenden sind zunehmend zufrieden mit ihren Studienbedingungen.

ZEIT: Mal ehrlich – haben Sie nicht gezittert, dass die Zahlen schlecht ausfallen?

Schavan: Keineswegs. Ich bin häufig an Hochschulen zu Gast, deswegen weiß ich, dass dort viel Neues und Gutes entstanden ist. All die Kritik am Bologna-Prozess stellte immer nur einen relativ kleinen Ausschnitt einer viel differenzierteren Wirklichkeit dar.

Leser-Kommentare
  1. Die Geisteswissenschaften sind nur noch zu einer Art aufwendigem Auswendig-lern-Studium verkommen während die einzigen Fächer in denen Können gefragt wird die MINT-Fächer sind.

    Qualität der Lehre?
    90% der Klausuren sind darauf ausgelegt mit Power-Techniken möglichst einen Tag oder eine Woche vorher zu lernen um den Stoff danach möglichst schnell wieder zu vergessen. Wer sich mit dem Stoff wirklich befassen möchte wird bestraft da dann keine Zeit bleibt sich auf den neuen Stoff vorzubereiten.

    Verbesserung der Bedingungen?
    Bei Geisteswissenschaften liegt der Aufwand zwischen 20 und 50 Wochenstunden insgesamt, je nach Fach. Bei MINT liegen die Quoten noch weit drüber, eine Verbesserung von vermeintlichen Bedingungen ist für mich nicht ersichtlich. Ich weiß nicht welche Studenten sie gefragt haben, aber bei uns an der Uni sieht die Realität in jedem Studiengang gleich aus.

    Falsche Interpretationen...
    Es gibt keine "Lust" aufs Studieren, allerhöchstens am Anfang des Studiums wenn man das Laufrad betritt. Leider nur wird verschwiegen dass ein Abschluss weitaus mehr wert ist als eigene Erfahrungen. In der Arbeitswelt bedeutet dies einen klaren Minuspunkt, da keine Zeit für Praktika etc. bleibt es sei denn, es ist ein Weischspül-Studiengang.

    Ich weiß nicht wer sich diese Propaganda ausgedacht hat, aber real ist sie nicht!

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    • nike11
    • 06.05.2011 um 8:10 Uhr

    mir allerdings auch aufgefallen. An meiner Uni ist der Studiengangwechsel erst vor einiger Zeit durchgeführt worden und so ist deutlich zu merken, was sich da- insbesondere in den Geisteswissenschaften - tatsächlich wandelt. Vorlesungen, die von Professoren gehalten werden, die berüchtigt für ihr Niveau und ihren Anspruch sind, sind von ehemals, trotz der 300-350 Sitzplätze völlig überfüllten Hörsäle, auf bummelig 20 Hörer zusammengeschrumpft. Verschult dargebotene Seminare und Vorlesungen werden genommen. Es ist ein Trauerspiel!
    Und um gleich der Empörung vorzubeugen: Es ist nicht so, dass grundsätzlich niemand der BA in der Lage wäre, hier das Niveau zu halten, aber *um* es halten zu können, muss man sich mit der Materie beschäftigen können. Und diese Zeit ist den Studierenden schlicht und ergreifend nicht mehr gegeben.
    Was ist also zu tun? Die Professoren, die noch länger an den Unis tätig sind, senken ihr Niveau, das der Lehrmaterialien ebenfalls, und die Professoren, die aus Altersgründen ohnehin bald gehen werden, leben mit bummelig 20 von ehemals 300 Hörern.
    Studierende müssen sich heutzutage vor allem als außerordentlich belastbar erweisen, was die Quantität betrifft. Und die Lehrenden müssen zusehen, von welcher Seite sie überhaupt ihre Forschungsgelder bekommen. Und an dieser Stelle reden nicht zuletzt die Hochschulräte mit, die nur allzu oft Interessenvertreter aus Wirtschaftskreisen sind.
    Freies Forschen und Lehren, Interesse geleitetes Studieren - das war mal!

    ... erstens sind nicht alle nicht-MINT-Fächer Geisteswissenschaften. Zweitens kann man - wenn man sein Studium ernst nimmt - sich auch mit Inhalten beschäftigen, ohne nur stupide auswendig lernen zu müssen. Ich weiß, dass der Arbeitsaufwand z.T sehr hoch sein kann, was mir aber auch sehr häufig auffällt ist, dass viele KommilitonInnen gar nicht so viel tun wie sie glauben und z.T auch sehr schlecht organisiert sind. Ich möchte damit keinesfalls die großen Belastungen für einen nicht unbeträchtlichen Teil der Studentenschaft kleinreden, aber darauf hinweisen, dass man sich nicht nur eine Seite ansehen sollte.

    Wenn Sie sich nur eine Woche (oder ein paar Tage) zum Lernen für eine Klausur einplanen, dann sind sie auch etwas selbst schuld. Ich finde Sie sollten dann einfach Ihren Zeitrahmen überdenken und anders strukturieren, denn nur in den seltensten Fällen geht es meiner Erfahrung nicht anders. Nur das bedeutet eben auch, dass man während des Semesters Stück für Stück zumindest ein bisschen tut, anstatt am Ende alles auf einmal. So kann man sich einerseits besser den Stoff erschließen und hat zum Ende hin nicht mehr so große Probleme.

    Mehr Stellen für Mitarbeiter und Profs, Erneuerung/Verbesserung der Infrastruktur etc. wären Punkte, die zumindest mir auch wichtig wären.

    Kommentar zum Artikel:
    Die "Lust aufs Studieren" dürfte wohl nicht unwesentlich der Angst, später arbeitslos zu werden bzw. keinen halbwegs vernünftig bezahlten Job zu bekommen, geschuldet sein

    • mrk111
    • 06.05.2011 um 9:01 Uhr

    Ich kann nicht behaupten, dass mein Studium unstressig ist, aber wenn man keine Motivationsprobleme hat kommt man eigentlich sehr gut mit. Man muss eben dran bleiben und wer erst ne Woche oder zwei vor der Klausur anfängt zu lernen ist selbst schuld. Uni ist keine Schule, da ist jede Klausur quasi ein neues Abitur vom Lernaufwand her. Ich studiere im Bachelor und mache in den Semesterferien Praktika, alles überhaupt kein Problem, da muss man eben aufs Wegfahren in den Urlaub verzichten und ihn zu Hause verbringen. Am positivsten im Gegensatz zum Diplom finde ich die Midterm-Regelung, sodass sich nicht mehr alle Prüfungen am Semesterende häufen, sondern manche Klausuren auch vorgezogen werden können. Wer im Studium jammert er hätte keine Zeit für Praktika oder Auslandssemester ist nicht ehrlich zu sich selbst: [...]

    Ich hätte dennoch lieber auf Diplom studiert, da man dann einen anerkannten Abschluss hatte, aber das ist eben leider nicht mehr möglich. Dass der Bachelor anerkannt sei ist Blödsinn, der Bachelor ist nämlich so anerkannt, dass alle unbedingt nen Master machen wollen.
    Teil entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg

    Gerade hier muss ich widersprechen. Ich befinde mich gerade in meiner Bachelorarbeit, welche ich in Zusammenarbeit mit einem großen Deutschen Unternehmen verfasse (Studierengang Informatik). Gerade hier war ich in den Bewerbungsgesprächen vor meiner Praktikumszeit überrascht, wie oft ich gesagt bekommen habe, dass man doch auch gleich anfangen könne zu arbeiten und der Master eben nicht zwingend notwenig sei. Eine Bekannte von mir studiert angewandte Mathematik und sie berichtet von ähnlichen Erfahrungen.

    Vielleicht machen wir aber auch gerade deshalb die Erfahrung, weil wir an einer Fachhochschule studieren und hier eben von Anfang an auch Bezug zur Praxis gekommen wird, was meiner Meinung nach eben sehr viel besser auf einen Beruf in der Wirtschaft vorbereitet als ein Studium an einer Universität.

    • macey
    • 06.05.2011 um 9:32 Uhr

    Was leider immer noch viele Studenten nicht wissen: In der Arbeitswelt zählen an allererster Stelle berufliche Fähigkeiten und so viel Berufs-und Betriebserfahrung wie möglich. Die Unternehmen wollen Arbeitnehmer, die sich aufgrund fundierter beruflicher Kenntnisse sofort integrieren können und wenig Einarbeitung erfordern. Studiengänge sollten in Zukunft nicht mehr theorielastig, sondern dual angelegt werden, d. h. praktische und theoretische Phasen sollten sich abwechseln. Rein theoretische Studiengänge führen zu einer hohen Studienabbruchsquote und zur "Generation Praktikum", die wegen ihrer fehlenden beruflichen Fähigkeiten nach dem Studium ausgebeutet wird. Ganz abgesehen davon, dass praktische Wissensaneignung sehr viel mehr Spaß macht, als ein Studium, das von der Realität des Lebens weit entfernt ist. Dies heißt auch, dass ein rein geisteswissenschaftliches Studium wenig Sinn macht, es sollte immer mit berufsrelevanten Fächern kombiniert werden. Eine starke Praxisorientierung schützt die Studenten vor einem bösen Erwachen nach dem Studium, denn viele von ihnen merken erst nach einem theoretisch orientierten Studium, dass sie für den Beruf eigentlich nicht geeignet sind. Wir brauchen eine grundlegende inhaltliche Reform der Studiengänge. Ob Frau Schavan dies in Angriff nimmt, wage ich zu bezweifeln.

    • nike11
    • 06.05.2011 um 8:10 Uhr

    mir allerdings auch aufgefallen. An meiner Uni ist der Studiengangwechsel erst vor einiger Zeit durchgeführt worden und so ist deutlich zu merken, was sich da- insbesondere in den Geisteswissenschaften - tatsächlich wandelt. Vorlesungen, die von Professoren gehalten werden, die berüchtigt für ihr Niveau und ihren Anspruch sind, sind von ehemals, trotz der 300-350 Sitzplätze völlig überfüllten Hörsäle, auf bummelig 20 Hörer zusammengeschrumpft. Verschult dargebotene Seminare und Vorlesungen werden genommen. Es ist ein Trauerspiel!
    Und um gleich der Empörung vorzubeugen: Es ist nicht so, dass grundsätzlich niemand der BA in der Lage wäre, hier das Niveau zu halten, aber *um* es halten zu können, muss man sich mit der Materie beschäftigen können. Und diese Zeit ist den Studierenden schlicht und ergreifend nicht mehr gegeben.
    Was ist also zu tun? Die Professoren, die noch länger an den Unis tätig sind, senken ihr Niveau, das der Lehrmaterialien ebenfalls, und die Professoren, die aus Altersgründen ohnehin bald gehen werden, leben mit bummelig 20 von ehemals 300 Hörern.
    Studierende müssen sich heutzutage vor allem als außerordentlich belastbar erweisen, was die Quantität betrifft. Und die Lehrenden müssen zusehen, von welcher Seite sie überhaupt ihre Forschungsgelder bekommen. Und an dieser Stelle reden nicht zuletzt die Hochschulräte mit, die nur allzu oft Interessenvertreter aus Wirtschaftskreisen sind.
    Freies Forschen und Lehren, Interesse geleitetes Studieren - das war mal!

    ... erstens sind nicht alle nicht-MINT-Fächer Geisteswissenschaften. Zweitens kann man - wenn man sein Studium ernst nimmt - sich auch mit Inhalten beschäftigen, ohne nur stupide auswendig lernen zu müssen. Ich weiß, dass der Arbeitsaufwand z.T sehr hoch sein kann, was mir aber auch sehr häufig auffällt ist, dass viele KommilitonInnen gar nicht so viel tun wie sie glauben und z.T auch sehr schlecht organisiert sind. Ich möchte damit keinesfalls die großen Belastungen für einen nicht unbeträchtlichen Teil der Studentenschaft kleinreden, aber darauf hinweisen, dass man sich nicht nur eine Seite ansehen sollte.

    Wenn Sie sich nur eine Woche (oder ein paar Tage) zum Lernen für eine Klausur einplanen, dann sind sie auch etwas selbst schuld. Ich finde Sie sollten dann einfach Ihren Zeitrahmen überdenken und anders strukturieren, denn nur in den seltensten Fällen geht es meiner Erfahrung nicht anders. Nur das bedeutet eben auch, dass man während des Semesters Stück für Stück zumindest ein bisschen tut, anstatt am Ende alles auf einmal. So kann man sich einerseits besser den Stoff erschließen und hat zum Ende hin nicht mehr so große Probleme.

    Mehr Stellen für Mitarbeiter und Profs, Erneuerung/Verbesserung der Infrastruktur etc. wären Punkte, die zumindest mir auch wichtig wären.

    Kommentar zum Artikel:
    Die "Lust aufs Studieren" dürfte wohl nicht unwesentlich der Angst, später arbeitslos zu werden bzw. keinen halbwegs vernünftig bezahlten Job zu bekommen, geschuldet sein

    • mrk111
    • 06.05.2011 um 9:01 Uhr

    Ich kann nicht behaupten, dass mein Studium unstressig ist, aber wenn man keine Motivationsprobleme hat kommt man eigentlich sehr gut mit. Man muss eben dran bleiben und wer erst ne Woche oder zwei vor der Klausur anfängt zu lernen ist selbst schuld. Uni ist keine Schule, da ist jede Klausur quasi ein neues Abitur vom Lernaufwand her. Ich studiere im Bachelor und mache in den Semesterferien Praktika, alles überhaupt kein Problem, da muss man eben aufs Wegfahren in den Urlaub verzichten und ihn zu Hause verbringen. Am positivsten im Gegensatz zum Diplom finde ich die Midterm-Regelung, sodass sich nicht mehr alle Prüfungen am Semesterende häufen, sondern manche Klausuren auch vorgezogen werden können. Wer im Studium jammert er hätte keine Zeit für Praktika oder Auslandssemester ist nicht ehrlich zu sich selbst: [...]

    Ich hätte dennoch lieber auf Diplom studiert, da man dann einen anerkannten Abschluss hatte, aber das ist eben leider nicht mehr möglich. Dass der Bachelor anerkannt sei ist Blödsinn, der Bachelor ist nämlich so anerkannt, dass alle unbedingt nen Master machen wollen.
    Teil entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg

    Gerade hier muss ich widersprechen. Ich befinde mich gerade in meiner Bachelorarbeit, welche ich in Zusammenarbeit mit einem großen Deutschen Unternehmen verfasse (Studierengang Informatik). Gerade hier war ich in den Bewerbungsgesprächen vor meiner Praktikumszeit überrascht, wie oft ich gesagt bekommen habe, dass man doch auch gleich anfangen könne zu arbeiten und der Master eben nicht zwingend notwenig sei. Eine Bekannte von mir studiert angewandte Mathematik und sie berichtet von ähnlichen Erfahrungen.

    Vielleicht machen wir aber auch gerade deshalb die Erfahrung, weil wir an einer Fachhochschule studieren und hier eben von Anfang an auch Bezug zur Praxis gekommen wird, was meiner Meinung nach eben sehr viel besser auf einen Beruf in der Wirtschaft vorbereitet als ein Studium an einer Universität.

    • macey
    • 06.05.2011 um 9:32 Uhr

    Was leider immer noch viele Studenten nicht wissen: In der Arbeitswelt zählen an allererster Stelle berufliche Fähigkeiten und so viel Berufs-und Betriebserfahrung wie möglich. Die Unternehmen wollen Arbeitnehmer, die sich aufgrund fundierter beruflicher Kenntnisse sofort integrieren können und wenig Einarbeitung erfordern. Studiengänge sollten in Zukunft nicht mehr theorielastig, sondern dual angelegt werden, d. h. praktische und theoretische Phasen sollten sich abwechseln. Rein theoretische Studiengänge führen zu einer hohen Studienabbruchsquote und zur "Generation Praktikum", die wegen ihrer fehlenden beruflichen Fähigkeiten nach dem Studium ausgebeutet wird. Ganz abgesehen davon, dass praktische Wissensaneignung sehr viel mehr Spaß macht, als ein Studium, das von der Realität des Lebens weit entfernt ist. Dies heißt auch, dass ein rein geisteswissenschaftliches Studium wenig Sinn macht, es sollte immer mit berufsrelevanten Fächern kombiniert werden. Eine starke Praxisorientierung schützt die Studenten vor einem bösen Erwachen nach dem Studium, denn viele von ihnen merken erst nach einem theoretisch orientierten Studium, dass sie für den Beruf eigentlich nicht geeignet sind. Wir brauchen eine grundlegende inhaltliche Reform der Studiengänge. Ob Frau Schavan dies in Angriff nimmt, wage ich zu bezweifeln.

  2. was der Tag so bringen wird. Ganz ehrlich, Schaffung von Studienplätzem ist ja schön und gut, wo sitzen die eigentlich? Derzeit befinde ich mich während einer Vorlesung zwischen 96 Kommilitonen in einem Raum für 60! Das muss auch behandelt werden und nicht nur die finanzielle und somit theoretische Schaffung von Studienplätzen. Die Bibliothek ist immer überfüllt, von der Mensa ganz zu schweigen. Ich lass mich überraschen!

  3. des Ansturms dann hilft der Bologna-Nebeneffekt, dass viele nach dem Bachelor keinen Masterplatz kriegen sollen, bei der Senkung der Studentenzahlen.
    Stimmt, der Bachelor soll ja gar kein Diplom sein, scheinbar waren die bisherigen Absolventen nach 4 oder 5 Jahren Diplomstudium überqualifiziert, so dass der 3 Jahres-Schnellkocher auch ausreicht für die nächste Generation Praktikum.

  4. Diese Reform war geballter Blödsinn, Aushängeschilder wie etwa der Dipl.-Ing. TH , oder TU wurden der Gleichmacherei geopfert. Gerade Frau Schavan sollte es doch wissen wie sehr die deutschen Absolventen abgewertet werden. eine Reform eingeleitet durch CDU, fortgesetzt durch Rot-Grün, ein Höchstmaß an Inkompetenz der sogenannten Bildungsreformer, geopfert auf dem Tisch der Gleichmacherei in Europa. Siehe Euro, Schuldenländer und auch die Bildung.

    • nike11
    • 06.05.2011 um 8:10 Uhr

    mir allerdings auch aufgefallen. An meiner Uni ist der Studiengangwechsel erst vor einiger Zeit durchgeführt worden und so ist deutlich zu merken, was sich da- insbesondere in den Geisteswissenschaften - tatsächlich wandelt. Vorlesungen, die von Professoren gehalten werden, die berüchtigt für ihr Niveau und ihren Anspruch sind, sind von ehemals, trotz der 300-350 Sitzplätze völlig überfüllten Hörsäle, auf bummelig 20 Hörer zusammengeschrumpft. Verschult dargebotene Seminare und Vorlesungen werden genommen. Es ist ein Trauerspiel!
    Und um gleich der Empörung vorzubeugen: Es ist nicht so, dass grundsätzlich niemand der BA in der Lage wäre, hier das Niveau zu halten, aber *um* es halten zu können, muss man sich mit der Materie beschäftigen können. Und diese Zeit ist den Studierenden schlicht und ergreifend nicht mehr gegeben.
    Was ist also zu tun? Die Professoren, die noch länger an den Unis tätig sind, senken ihr Niveau, das der Lehrmaterialien ebenfalls, und die Professoren, die aus Altersgründen ohnehin bald gehen werden, leben mit bummelig 20 von ehemals 300 Hörern.
    Studierende müssen sich heutzutage vor allem als außerordentlich belastbar erweisen, was die Quantität betrifft. Und die Lehrenden müssen zusehen, von welcher Seite sie überhaupt ihre Forschungsgelder bekommen. Und an dieser Stelle reden nicht zuletzt die Hochschulräte mit, die nur allzu oft Interessenvertreter aus Wirtschaftskreisen sind.
    Freies Forschen und Lehren, Interesse geleitetes Studieren - das war mal!

  5. Aus dem Mund eines Mitgliedes dieser Regierung hört sich das nach einer Drohung an!

  6. Ich kann's nicht mehr hören dieses Gejammer.
    Ich studiere Rechtswissenschaften und muss ein Staatsexamen ablegen. Diese Bachelor-Geisteswissenschaften sind doch größtenteils ein absoluter Witz.
    Da setzen sich die Leute eine Woche vorher hin und lernen irgendeinen sinnlosen Scheiss auswendig den sie dann in der Klausur auskotzen und dann vergessen. Mit Dozenten wird eng Rücksprache gehalten und geguckt was dran kommt, bzw. um die Note gefeilscht. Bei Bachelorarbeiten macht auch gern mal der Prof die Gliederung und die Zeit wird verlängert.

    Ich sitze jeden Tag 8-9 Stunden in unserer beschissenen Bibliothek und muss alles vom 1-8 Semester in mein Gehirn bringen, es miteinander noch verknüpfen und dann nicht eine Fragenklausur beantworten, nein ich muss es anwenden. Das heisst bei Juristen soviel wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden.

    Wenn man in den Semesterferien in der Mensa sitzt, sind fast alle Juristen da, aber kaum andere Studis. Wenn man Abends bei Dunkelheit über den Campus schlendert. Wo brennt Licht? Bei den Juristen.
    Ich war für meine Seminararbeit mal auf Literatursuche in anderen Bibliotheken. Bei den Theologen saß genau 1 Mensch, und der sah nicht aus wie ein Student.
    Bei den Sozialwissenschaftlern saßen 3 vor einem Computer und 1 über den Büchern. Ich gehe schon extra zu den Sowis um mir dort ein Schließfach für meine Klamotten zu holen.

    Wir haben obwohl wir alles bestanden haben nach 8 Semestern noch gar nichts und wenn wir 2 mal durch's Examen..

  7. Das große Aushängeschild des Bachelor/Master-Studiums war "größere Flexibilität während des Studiums" und "Internationale Vergleichbarkeit". Dass die EU-Länder jeweils individuelle Standards und Vorstellungen vermitteln, interessiert hier nichtmehr und ein durchaus international anerkannter und qualifizierter Diplom-Studiengang soll nun aufgrund dieser sogenannten "Vorteile" abgeschafft werden. Wie konnte die Bundesrepublik nur zu seinem Wohlstand kommen?
    Aber nein: Auswendiglernerei und Bulimi-Büffeln, Standardisierte Module vs. Vielfältigkeit, 2 Versuche bei Klausuren... mit diesen Maßnahmen schafft man keinen Bildungsstandort Deutschland oder "Deutschland - Land der Ideen", sondern eine nahtlose Fortsetzung zum Stoff-Prügel-Gymnasium und damit die Schaffung einer Schleifmaschine, bei welcher am Ende lauter Zinnsoldaten herauskommen.
    Kreatives Studieren sieht anders aus - aber nun muss der Bürger ein weiteres mal aufgezwungene Regeln ausführen, die niemand wollte.
    Sieht ein bisschen nach Selbstzerstörungssucht aus, die momentan durch Europa zieht...

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