Bologna-Reform: Ach, dieser Stress
Gerade einmal 23 Stunden wenden Studenten pro Woche für die Uni auf, zeigen neue Studien.
Als Marcus Springer* in sein erstes Semester startet, erreicht der Bildungsstreik gerade seinen Höhepunkt. Herbst 2009: Überall im Land besetzen Studenten Hörsäle, ziehen durch die Innenstädte und fordern das Ende aller Spardiktate. Eines der bestgehassten Wörter ist »Bologna«, die Hochschulreform wird zum Synonym für Effizienzdruck und sinnentleertes Turbolernen. »So ist es wohl«, denkt Marcus Springer, schließlich hat er es überall so gehört – und marschiert mit.
Knapp zwei Jahre später sitzt der 27-Jährige vor der Auswertung seines Lernkontos und schüttelt den Kopf. Exakt 18,97 Stunden ergibt das Protokoll seiner Studierzeit: 18,97 Stunden pro Woche, die er im Schnitt für Vorlesungen, Übungen, Hausarbeiten, Referats- und Klausurvorbereitung aufgewendet hat. Bin ich ein Halbtagsstudent?, fragt Springer sich. Er kann es nicht glauben.
Rolf Schulmeister war anfangs ähnlich überrascht. Der Informatiker leitet das Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung an der Uni Hamburg, und als er vor zwei Jahren die Streiks beobachtete, war er überzeugt: Recht haben sie, die Studenten, dieser Bachelor ist eine Zumutung. Und weil Schulmeister Wissenschaftler ist, wollte er es beweisen. So stellte er mit seinen Mitarbeitern ein einmaliges Forschungsprojekt namens »Zeitlast« auf die Beine: 403 Studenten an Hochschulen überall in Deutschland protokollierten über Monate hinweg jede einzelne ihrer wachen Stunden. Schulmeister sammelte 150 Tagesabläufe und insgesamt 1.466.184 Stunden. Als er erste Analysen durchrechnen ließ, war er zunächst sprachlos. Dann verwundert. Und schließlich kam er in Hochstimmung. »Genau deshalb bin ich Forscher geworden«, sagt er. »Weil ich nicht behaupte, schon alles zu wissen. Weil Fakten besser sind als Vermutungen.«
Und Fakt ist: Der durchschnittliche Aufwand fürs Studium belief sich bei den Studienteilnehmern auf 23 Stunden in der Woche.
Als Schulmeister vergangenen Herbst mit einem ersten Zwischenergebnis aus nur fünf Studiengängen an die Öffentlichkeit trat, war das Medienecho bereits gewaltig. Häme ergoss sich über die plötzlich als »faul« titulierten Studenten, die alle mit ihrer ewigen Jammerei hinters Licht geführt hätten. Häme bekam aber auch Schulmeister zu spüren, und zwar vonseiten einiger Forscherkollegen, die Methode und Aussagekraft seiner Untersuchung anzweifelten. Zu krass war die Abweichung von allen bislang bekannten Studien. Das renommierte Hochschul-Informations-System (HIS) etwa war in seiner Studie auf geschlagene 13 Stunden mehr pro Student gekommen.
Auch deshalb legte Schulmeister nach. Das Ergebnis: Obwohl er den Kreis der untersuchten Studiengänge von sechs auf mittlerweile 18 erweitert und auch vermeintliche Paukfächer wie BWL oder Ingenieurwissenschaften hinzugenommen hat, blieb der gemessene durchschnittliche Studienaufwand in etwa gleich – bei großen individuellen Abweichungen. »Natürlich gibt es die Studenten, die 40 Stunden in der Woche studieren«, sagt Schulmeister. »Aber sie sind die Ausnahme – im Gegensatz zu denen, die 15 Stunden und weniger fürs Studium aufwenden.« Noch überraschender: Zumindest in den untersuchten Studiengängen waren die angeblich besonders geforderten Ingenieurstudenten (24Stunden) und BWLer (25 Stunden) keineswegs arbeitsamer als die dem Klischee nach so entspannten Lehramtsstudenten (27 Stunden) und Erziehungswissenschaftler (23 Stunden). Und eines hat Schulmeister besonders erschüttert: »Die investierte Zeit hat keinen Einfluss auf Noten und Studienerfolg.« Die fleißigeren Studenten sind im Schnitt keineswegs die besseren.
Aber wie kann das alles sein? Und wie kommen die enormen Unterschiede zu anderen Studien zustande? Ganz einfach, sagen Schulmeisters Forscherkollegen: Seine Daten seien nicht repräsentativ, teilgenommen hätten ein paar Hundert Studenten aus einer Handvoll Studiengänge, die auch noch aufgrund der persönlichen Initiative ihrer Studiengangsleiter bei der Untersuchung mitgemacht hätten, da sei die Verallgemeinerbarkeit schon arg begrenzt. Die HIS-Forscherin Elke Middendorff spricht von einem »dirty panel«. Ihr Kollege Tino Bargel von der Konstanzer AG Hochschulforschung, deren Studierendensurvey seit 30 Jahren zu den meistbeachteten repräsentativen Studien an Hochschulen überhaupt gehört, drückt sich zurückhaltender aus: »Die Ergebnisse von Zeitlast sind äußerst beeindruckend, die Methode der Datenerhebung ist innovativ, allerdings muss man angesichts der nicht zufälligen Auswahl der Studiengänge vorsichtig sein, weiterführende Schlüsse für alle Studenten in Deutschland zu ziehen.« – »Wer so was sagt, hat die Methode unserer Studie nicht verstanden«, sagt Schulmeister knapp und verweist auf die »enorme Datendichte« angesichts von anderthalb Millionen protokollierten Stunden und die Länge der Untersuchung über fünf Monate hinweg.
Das HIS hatte das studentische Zeitbudget für die 2009 erschienene, als repräsentativ geltende 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks erhoben. Der zufolge lag die durchschnittliche Belastung von Bachelorstudenten bei 36 Wochenstunden. Eine »äußerst besorgniserregende Entwicklung«, kommentierten Studentenverbände, Professoren und Politiker. Das war schon damals gewagt – schließlich war die vom HIS ermittelte Zeitbelastung bei den alten Studienabschlüssen ganz ähnlich. Ein entscheidender Unterschied zu Schulmeisters Studie ist jedoch die Methode: Die an der Sozialerhebung beteiligten Studenten mussten ihren Zeitaufwand fürs Studium lediglich schätzen, während Schulmeister seine Probanden sauber mitprotokollieren ließ.







Ich hab mal nachgerechnet: Alles in allem, sprich Seminare, Vorlesungen, Tutorien, Lerngruppe, Seminarvorbereitung, Vorlesungsnachbearbeitung ... komme ich auf ungefähr 30 Stunden in der Woche. Mal sind's nur 25, wenn beispielweise viel zu lesen ist, können's auch mal 35 werden.
Man darf nicht vergessen, dass hier Durchschnitte über 5 Monate gebildet wurden. Das schließt auch Semesterferien ein.
Ich denke, dass die Analyse am Ende des Artikels schon richtig ist: Das Problem sind weniger die durchschnittliche Belastung übers Jahr gerechnet sondern wie sich die Belastung häuft in kürzeren Zeiträumen.
Jap, grad mal auf meinen Stundenplan geschaut (Physik, 4. Semester):
25 Stunden/Woche reine Vorlesungs- und Praktikumszeit.
Wenn man noch lernen, Praktikumsberichte schreiben, Übungsblätter dazu zählt, werdens gut 40 Stunden (wenns mal stressig ist, auch 60 - 70). Notwendig zum richtigen Verständnis wäre aber mehr.
Ich kenne auch einige Leute, die mehr Wochenende als Woche haben. Solange die sich nicht beschweren, habe ich da auch nichts dagegen, nur sollte man sowas in einer Studie schon berücksichtigen und nicht einfach alles wegmitteln.
Man darf nicht vergessen, dass hier Durchschnitte über 5 Monate gebildet wurden. Das schließt auch Semesterferien ein.
Ich denke, dass die Analyse am Ende des Artikels schon richtig ist: Das Problem sind weniger die durchschnittliche Belastung übers Jahr gerechnet sondern wie sich die Belastung häuft in kürzeren Zeiträumen.
Jap, grad mal auf meinen Stundenplan geschaut (Physik, 4. Semester):
25 Stunden/Woche reine Vorlesungs- und Praktikumszeit.
Wenn man noch lernen, Praktikumsberichte schreiben, Übungsblätter dazu zählt, werdens gut 40 Stunden (wenns mal stressig ist, auch 60 - 70). Notwendig zum richtigen Verständnis wäre aber mehr.
Ich kenne auch einige Leute, die mehr Wochenende als Woche haben. Solange die sich nicht beschweren, habe ich da auch nichts dagegen, nur sollte man sowas in einer Studie schon berücksichtigen und nicht einfach alles wegmitteln.
da liest man eine Halbe Seite um zu erfahren, dass die Studie nicht repräsentativ ist.
Danke für die "Zeit" verschwendung
...ein paar BWLer und Ingenieure dabei hat, aber immernoch keine Naturwissenschaftler. Die waren jedenfalls in der ersten Veröffentlichung nicht drin und jetzt wurde auch nichts davon gesagt, dass sie reingenommen wurden. Mal davon abgesehen, dass ich BWL auch nicht als arbeitsintensives Fach wahrnehme, haben wir jetzt in dem Pool BWLer, Ingenieure und einen großen Berg Geisteswissenschaflter unterschiedlicher Couleur... Wenn man da nicht von einem "dirty panel" reden kann, wann dann?
Sein Argument von der "Dichte der Daten" zieht mal gar nicht, weil gut dokumentierte Einzelfälle eben immernoch Einzelfälle sind; erst recht, wenn man große (ziemlich fleißige) Gruppen noch gar nicht repräsentiert hat.
Desweiteren möchte ich auf die Hinweise anderer Kommentatoren hinweisen, dass
a) verschiedene Arten von Arbeit verschieden protokolliert werden können (Habe ich jetzt 3 Stunden für meine Diss gearbeitet oder nur blöd über fiktive Möglichkeiten nachgedacht?) und
b) auch bei einem Job mit elektronisch protokollierten 40 Stunden pro Woche die effektiv gearbeitete Zeit DEUTLICH darunter liegt: ich möchte wetten, sogar unter 20 Stunden. Es gibt da diesen Dilbert-Cartoon: "Jetzt wo ich Heimarbeit mache, schulde ich meinem Chef da die vollen 40 Stunden pro Woche oder nur die effektiven 5 Stunden pro Woche, die ich im Büro gearbeitet hätte?".
...ein paar BWLer und Ingenieure dabei hat, aber immernoch keine Naturwissenschaftler. Die waren jedenfalls in der ersten Veröffentlichung nicht drin und jetzt wurde auch nichts davon gesagt, dass sie reingenommen wurden. Mal davon abgesehen, dass ich BWL auch nicht als arbeitsintensives Fach wahrnehme, haben wir jetzt in dem Pool BWLer, Ingenieure und einen großen Berg Geisteswissenschaflter unterschiedlicher Couleur... Wenn man da nicht von einem "dirty panel" reden kann, wann dann?
Sein Argument von der "Dichte der Daten" zieht mal gar nicht, weil gut dokumentierte Einzelfälle eben immernoch Einzelfälle sind; erst recht, wenn man große (ziemlich fleißige) Gruppen noch gar nicht repräsentiert hat.
Desweiteren möchte ich auf die Hinweise anderer Kommentatoren hinweisen, dass
a) verschiedene Arten von Arbeit verschieden protokolliert werden können (Habe ich jetzt 3 Stunden für meine Diss gearbeitet oder nur blöd über fiktive Möglichkeiten nachgedacht?) und
b) auch bei einem Job mit elektronisch protokollierten 40 Stunden pro Woche die effektiv gearbeitete Zeit DEUTLICH darunter liegt: ich möchte wetten, sogar unter 20 Stunden. Es gibt da diesen Dilbert-Cartoon: "Jetzt wo ich Heimarbeit mache, schulde ich meinem Chef da die vollen 40 Stunden pro Woche oder nur die effektiven 5 Stunden pro Woche, die ich im Büro gearbeitet hätte?".
die hier angeschnittene Fachdiskussion zeigt wieder mal, dass auch in "wissenschaftlicher" Hinsicht immer das nicht sein kann, was nicht sein darf.
Bereits der Lärm um die Studiengebühren stand kaum im Verhältnis zu den tatsächlichen finanziellen Belastungen. Die "Lösung" dieses Problems schafft nun echte Probleme: mit der Abschaffung der Campus-Maut einerseits, der mangelnden Gegenfinanzierung andererseits sind die Studierenden von morgen, denen die Tutorien, Bibliotheks-Öffnungszeiten, PCs etc. wieder fehlen, die Gelackmeierten.
...und wenn man weitergelesen hätte, hätte man erfahren, dass eben jene Kritiker in ihren eigenen Studien nur schätzen ließen.
Beide Studien erscheinen mir suspekt...
Bei mir waren es in Diplom Physik ca. 25h pro Woche, wobei Wochen dabei waren, da hatte ich nur 8h Vorlesung und 4h Nachbearbeitung und es gab Wochen in denen ich 60h arbeitete.
Wenn man dann noch die Semesterferien dazu nimmt - in denen ich jobbte, um Geld zu verdienen - war die Studienzeit aufs Jahr umgerechnet ca. 18h pro Woche.
Wobei ich die Studien, die nicht direkt mit dem Inhalt des Studiums zu tun hatten nicht dazu zähle, aber das war keine "Belastung", sondern Freude am Lernen, weil ich mich dafür interessierte.
Ach Gottchen, da werden tatsächlich noch die Stunden gezählt, wo es doch längst eine Binsenweisheit ist, dass sich Arbeitsbelastung nicht einfach mit der Stoppuhr erfassen lässt. Wenn ich vier Stunden an meiner Dissertation gesessen habe, bin ich platter, als wenn ich zehn Stunden in meinem Nebenjob Geld verdient habe. Bin ich deshalb ein fauler "Halbtagsdoktorand"? Wenn ein Studium subjektiv als zu belastend wahrgenommen wird, sollte man das immer ernst nehmen, ganz unabhängig von dem, was das "saubere" Zeitprotokoll angeblich aussagt.
... was scheinbar auch vernachlässigt wurde: der Zeitaufwand und die Zergliederung des Tages.
Wenn ich mich an mein Studium erinnere, dann erinnere ich mich an, locker über den Tag verteilte, Vorlesungen/Seminare/Übungen/Lerngruppen, möglichst jedes mal in einem anderen Uniteil mit mind. 0,5h Fahraufwand im ÖNV. Dazwischen Freistunden, die man kaum sinnvoll nutzen kann und in den größeren Freiblöcken nach Möglichkeit jobben.
Allerdings waren sowohl an der TU, wie auch später an der BA die Tage schon sehr durchstrukturiert und vorgeplant. An 2h-Tage kann ich mich nicht erinnern, wohl aber daran, oft sogar an den Sonntagen gelernt zu haben, um etwa eine schwierige Mathe-Klausur hinzubekommen. Dabei ist die Zeit sogar eher nachrangig, was viel viel schwerer wiegt, ist die Eigen-Motivation, gerade bei Themen die man nicht mag. Und diese Motivation sinkt natürlich umso stärker, je mehr man bereits eingespannt ist, bzw. je karger die Erfolge sind.
Was mich auch interessieren würde, wurde die *vorlesungsfreie Zeit* ala "Semesterferien" auch mit eingerechnet?
"Wenn ein Studium subjektiv als zu belastend wahrgenommen wird, sollte man das immer ernst nehmen, ganz unabhängig von dem, was das "saubere" Zeitprotokoll angeblich aussagt."
---
Seh ich auch so. Das ist typisch neoliberale, menschenverachtende Denkweise, in der der Mensch nur als Kostenfaktor und Leistungsträger daherkommt.
Irgendwie typisch.
... was scheinbar auch vernachlässigt wurde: der Zeitaufwand und die Zergliederung des Tages.
Wenn ich mich an mein Studium erinnere, dann erinnere ich mich an, locker über den Tag verteilte, Vorlesungen/Seminare/Übungen/Lerngruppen, möglichst jedes mal in einem anderen Uniteil mit mind. 0,5h Fahraufwand im ÖNV. Dazwischen Freistunden, die man kaum sinnvoll nutzen kann und in den größeren Freiblöcken nach Möglichkeit jobben.
Allerdings waren sowohl an der TU, wie auch später an der BA die Tage schon sehr durchstrukturiert und vorgeplant. An 2h-Tage kann ich mich nicht erinnern, wohl aber daran, oft sogar an den Sonntagen gelernt zu haben, um etwa eine schwierige Mathe-Klausur hinzubekommen. Dabei ist die Zeit sogar eher nachrangig, was viel viel schwerer wiegt, ist die Eigen-Motivation, gerade bei Themen die man nicht mag. Und diese Motivation sinkt natürlich umso stärker, je mehr man bereits eingespannt ist, bzw. je karger die Erfolge sind.
Was mich auch interessieren würde, wurde die *vorlesungsfreie Zeit* ala "Semesterferien" auch mit eingerechnet?
"Wenn ein Studium subjektiv als zu belastend wahrgenommen wird, sollte man das immer ernst nehmen, ganz unabhängig von dem, was das "saubere" Zeitprotokoll angeblich aussagt."
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Seh ich auch so. Das ist typisch neoliberale, menschenverachtende Denkweise, in der der Mensch nur als Kostenfaktor und Leistungsträger daherkommt.
Irgendwie typisch.
Und anhand dieser popeligen Stichprobe lehnt sich der Herr Wissenschaftler aus dem Fenster? Deshalb wird hier ein Artikel veröffentlicht und die fragwürdigen Ergebnisse verallgemeinert? Davon mal abgesehen bleiben extrem viele Fragen zur Methodik, Vergleichbarkeit etc. offen...
Ich finde es ehrlich gesagt unerhört wie hier angeblich mit "Fakten" die "Realität" beschrieben wird und das in einer Zeitung, die angeblich für Akademiker schreibt...
... alles, was irgendwie den vermurksten BA Abschluss zu verteidigen scheint, ins Feld zu werfen. Kein Strohalm ist da zu dünn. Weil nicht schlecht sein kann, was nicht schlecht sein darf...
Unis entwickeln sich gerade zu schlechteren Berufschulen, mit Wissenschaft hat das alles nix mehr zu tun.
Gruß
... alles, was irgendwie den vermurksten BA Abschluss zu verteidigen scheint, ins Feld zu werfen. Kein Strohalm ist da zu dünn. Weil nicht schlecht sein kann, was nicht schlecht sein darf...
Unis entwickeln sich gerade zu schlechteren Berufschulen, mit Wissenschaft hat das alles nix mehr zu tun.
Gruß
Es ist mitunter schlicht nicht mehr zu begreifen, mit welcher Begrifflichkeit und Methode die universitäre Lehre und Bildung zu fassen versucht wird. Welch armer Geist muss es sein, der "Arbeitsbelastung" alleine anhand von Semesterwochenstunden plus eine Stunde Vor- und Nachbereitung zu operationalisieren versucht. Es soll tatsächlich Studenten geben, die ihr Studium so schon Tag und Nacht beschäftigt. In intellektueller Hinsicht, nicht in Form des Erstellens von Powerpoint-Präsentationen und schreiben von Exzerpten zum Nachweis der "aktiven Teilnahme". Zur Durchgringung vieler wissenschaftlicher Disziplinen ist der "Müßiggang" und die Bildung des Subjekts neben der Lehrveranstaltung nunmal konstitutiv. Wo soll der Nachwuchs für diese Fächer herkommen, wenn das Substrat hierfür entzogen wird?
@ lynchmob
konkret heißt das, Sie würden
a) Kino, Strandurlaub, Rockkonzerte etc. als "Müßiggang des Subjekts" mit in die Studienleistung einrechnen?
oder vielmehr
b) darauf pochen, dass die Arbeitsleistung sowieso nicht quantifizierbar ist und somit in Kauf nehmen, dass wir überhaupt keine Daten haben und daher auch überhaupt nicht begründet handeln können?
@ lynchmob
konkret heißt das, Sie würden
a) Kino, Strandurlaub, Rockkonzerte etc. als "Müßiggang des Subjekts" mit in die Studienleistung einrechnen?
oder vielmehr
b) darauf pochen, dass die Arbeitsleistung sowieso nicht quantifizierbar ist und somit in Kauf nehmen, dass wir überhaupt keine Daten haben und daher auch überhaupt nicht begründet handeln können?
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