Bologna-Reform Ach, dieser StressSeite 2/2

Schätzen sollte Marcus Springer erst am Ende. Bevor die Forscher ihm die Ergebnisse seines Zeitkontos präsentierten, baten sie den Lehramtsstudenten, die Stundenzahl anzugeben, die seiner Meinung nach seinem wöchentlichen Studienpensum entsprach. Springer wusste da bereits, dass er nicht zu den fleißigsten Studenten gehört. Die Praxis liegt ihm mehr, schon jetzt arbeitet er freiwillig jede Woche einen Tag in einer Schule. 30 Stunden, antwortete er also – und hielt sich für extrem realistisch. Angesichts der 18,97 Stunden, die seine persönliche Auswertung dann ergab, sucht er jetzt nach Erklärungen. »Das hat mit den Medien zu tun«, sagt er. »Jahrelang haben sie rauf und runter geschrieben, dass der Bachelor kaum zu schaffen ist. Das ist eine super Ausrede, wenn man mal keine Lust hat aufs Lernen. Das bin ja nicht ich, sagt man sich. Das liegt an dem blöden Bologna-Studium.«

Diese Entschuldigung zumindest könnte sich bald erledigt haben. Auch abgesehen von der Schulmeister-Untersuchung bekommt die Reform derzeit eher gute Presse. Gerade hat eine Reihe von Studien im Auftrag des Bundesbildungsministeriums ergeben, dass die internationale Mobilität der Studenten entgegen allen Vermutungen der Bologna-Kritiker zugenommen hat und dass Bachelorabsolventen erstaunlich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben (siehe auch Kasten). Doch gilt die Entwarnung auch für die angebliche Überfrachtung des Studiums, die viele streikende Studenten so erbost hat?

»Meine subjektive Wahrnehmung als Hochschullehrer, was die Belastung der Studenten angeht, bleibt eine andere«, sagt Bernhard Kempen, Vorsitzender der bolognakritischen Professorengewerkschaft Hochschulverband (DHV). Beim Deutschen Studentenwerk äußert man sich betont differenziert. »Wir haben nie behauptet, dass die Lage der Studenten wegen des Bachelors per se schlecht ist«, sagt der stellvertretende Generalsekretär Stefan Grob. »Allerdings muss man festhalten: Gerade für das Drittel der Studenten, die neben dem Studium zwingend für ihren Unterhalt arbeiten müssen, wird es schon eng.« Selbst Rolf Schulmeister sagt: »Eins zeigen auch unsere Daten, nämlich dass der Studienaufwand sehr ungleich verteilt ist.« Ein paarmal im Semester, besonders im Vorfeld der Klausurenphase, sei bei vielen wirklich extremer Stress angesagt, dann komme alles zusammen, lernen, Hausarbeiten schreiben, sich für Prüfungen anmelden. Außerdem die Klausuren: Tatsächlich sind sechs Stück in anderthalb Wochen keine Seltenheit.

Hier offenbart sich, wie hehre Absichten zum Gegenteil des Erhofften führen können. Die semesterbegleitenden Klausuren sollten die gefürchteten Hammerprüfungen am Ende des Studiums ersetzen, die manchen noch nach einem Dutzend Semestern aus dem Magisterstudium gehauen haben. Der Preis: Jetzt zählt jede Klausur und löst Stress aus, zumal auch deutlich mehr Lernkontrollen geschrieben werden als früher. »Mit einer zeitlichen Überfrachtung des gesamten Bachelorstudiums hat das allerdings nichts zu tun«, sagt Schulmeister. Student Springer bestätigt: »Die Spitzen in der Belastung prägen die Wahrnehmung, die anderen Wochen vergisst man irgendwie.«

Doch was folgt aus der enormen Diskrepanz zwischen »subjektivem Empfinden und objektivem Sachverhalt«, von der DHV-Chef Kempen spricht? Schulmeister sagt: »Anstatt die Studenten mit bis zu 14 Themenwechseln pro Woche zu konfrontieren, müssen wir das Studium in thematisch zusammenhängenden Blöcken organisieren, dann ist ein tiefer gehendes Lernen möglich, und die Prüfungen ballen sich nicht am Semesterende.«

Gemeinsam mit der TU Ilmenau haben die Hamburger Forscher ihr neues Modell bereits ausprobiert. Sie haben das Semester dort in vier Blöcke aufgeteilt mit jeweils anschließender Prüfung und dabei den durchschnittlichen Studienaufwand sogar gesteigert, ohne dass er sich schlimmer anfühlt: von 24 auf 31 Stunden. Ein Ergebnis, das offenbar jetzt auch andere zum Nachdenken bringt. Die Fachhochschule Kiel etwa will ihre Studienstruktur neu organisieren und als ersten Schritt die Semester halbieren. Den Studienleiter Rolf Schulmeister haben sie dazu als Berater eingeladen.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

*Name von der Redaktion geändert

 
Leser-Kommentare
  1. Ich hab mal nachgerechnet: Alles in allem, sprich Seminare, Vorlesungen, Tutorien, Lerngruppe, Seminarvorbereitung, Vorlesungsnachbearbeitung ... komme ich auf ungefähr 30 Stunden in der Woche. Mal sind's nur 25, wenn beispielweise viel zu lesen ist, können's auch mal 35 werden.

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    • JKrems
    • 12.05.2011 um 16:25 Uhr

    Man darf nicht vergessen, dass hier Durchschnitte über 5 Monate gebildet wurden. Das schließt auch Semesterferien ein.

    Ich denke, dass die Analyse am Ende des Artikels schon richtig ist: Das Problem sind weniger die durchschnittliche Belastung übers Jahr gerechnet sondern wie sich die Belastung häuft in kürzeren Zeiträumen.

    • 0_0
    • 12.05.2011 um 17:44 Uhr

    Jap, grad mal auf meinen Stundenplan geschaut (Physik, 4. Semester):

    25 Stunden/Woche reine Vorlesungs- und Praktikumszeit.

    Wenn man noch lernen, Praktikumsberichte schreiben, Übungsblätter dazu zählt, werdens gut 40 Stunden (wenns mal stressig ist, auch 60 - 70). Notwendig zum richtigen Verständnis wäre aber mehr.

    Ich kenne auch einige Leute, die mehr Wochenende als Woche haben. Solange die sich nicht beschweren, habe ich da auch nichts dagegen, nur sollte man sowas in einer Studie schon berücksichtigen und nicht einfach alles wegmitteln.

    • JKrems
    • 12.05.2011 um 16:25 Uhr

    Man darf nicht vergessen, dass hier Durchschnitte über 5 Monate gebildet wurden. Das schließt auch Semesterferien ein.

    Ich denke, dass die Analyse am Ende des Artikels schon richtig ist: Das Problem sind weniger die durchschnittliche Belastung übers Jahr gerechnet sondern wie sich die Belastung häuft in kürzeren Zeiträumen.

    • 0_0
    • 12.05.2011 um 17:44 Uhr

    Jap, grad mal auf meinen Stundenplan geschaut (Physik, 4. Semester):

    25 Stunden/Woche reine Vorlesungs- und Praktikumszeit.

    Wenn man noch lernen, Praktikumsberichte schreiben, Übungsblätter dazu zählt, werdens gut 40 Stunden (wenns mal stressig ist, auch 60 - 70). Notwendig zum richtigen Verständnis wäre aber mehr.

    Ich kenne auch einige Leute, die mehr Wochenende als Woche haben. Solange die sich nicht beschweren, habe ich da auch nichts dagegen, nur sollte man sowas in einer Studie schon berücksichtigen und nicht einfach alles wegmitteln.

    • mwwbf
    • 12.05.2011 um 15:40 Uhr

    da liest man eine Halbe Seite um zu erfahren, dass die Studie nicht repräsentativ ist.

    Danke für die "Zeit" verschwendung

    12 Leser-Empfehlungen
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    • riessm
    • 12.05.2011 um 17:21 Uhr

    ...ein paar BWLer und Ingenieure dabei hat, aber immernoch keine Naturwissenschaftler. Die waren jedenfalls in der ersten Veröffentlichung nicht drin und jetzt wurde auch nichts davon gesagt, dass sie reingenommen wurden. Mal davon abgesehen, dass ich BWL auch nicht als arbeitsintensives Fach wahrnehme, haben wir jetzt in dem Pool BWLer, Ingenieure und einen großen Berg Geisteswissenschaflter unterschiedlicher Couleur... Wenn man da nicht von einem "dirty panel" reden kann, wann dann?
    Sein Argument von der "Dichte der Daten" zieht mal gar nicht, weil gut dokumentierte Einzelfälle eben immernoch Einzelfälle sind; erst recht, wenn man große (ziemlich fleißige) Gruppen noch gar nicht repräsentiert hat.
    Desweiteren möchte ich auf die Hinweise anderer Kommentatoren hinweisen, dass
    a) verschiedene Arten von Arbeit verschieden protokolliert werden können (Habe ich jetzt 3 Stunden für meine Diss gearbeitet oder nur blöd über fiktive Möglichkeiten nachgedacht?) und
    b) auch bei einem Job mit elektronisch protokollierten 40 Stunden pro Woche die effektiv gearbeitete Zeit DEUTLICH darunter liegt: ich möchte wetten, sogar unter 20 Stunden. Es gibt da diesen Dilbert-Cartoon: "Jetzt wo ich Heimarbeit mache, schulde ich meinem Chef da die vollen 40 Stunden pro Woche oder nur die effektiven 5 Stunden pro Woche, die ich im Büro gearbeitet hätte?".

    • riessm
    • 12.05.2011 um 17:21 Uhr

    ...ein paar BWLer und Ingenieure dabei hat, aber immernoch keine Naturwissenschaftler. Die waren jedenfalls in der ersten Veröffentlichung nicht drin und jetzt wurde auch nichts davon gesagt, dass sie reingenommen wurden. Mal davon abgesehen, dass ich BWL auch nicht als arbeitsintensives Fach wahrnehme, haben wir jetzt in dem Pool BWLer, Ingenieure und einen großen Berg Geisteswissenschaflter unterschiedlicher Couleur... Wenn man da nicht von einem "dirty panel" reden kann, wann dann?
    Sein Argument von der "Dichte der Daten" zieht mal gar nicht, weil gut dokumentierte Einzelfälle eben immernoch Einzelfälle sind; erst recht, wenn man große (ziemlich fleißige) Gruppen noch gar nicht repräsentiert hat.
    Desweiteren möchte ich auf die Hinweise anderer Kommentatoren hinweisen, dass
    a) verschiedene Arten von Arbeit verschieden protokolliert werden können (Habe ich jetzt 3 Stunden für meine Diss gearbeitet oder nur blöd über fiktive Möglichkeiten nachgedacht?) und
    b) auch bei einem Job mit elektronisch protokollierten 40 Stunden pro Woche die effektiv gearbeitete Zeit DEUTLICH darunter liegt: ich möchte wetten, sogar unter 20 Stunden. Es gibt da diesen Dilbert-Cartoon: "Jetzt wo ich Heimarbeit mache, schulde ich meinem Chef da die vollen 40 Stunden pro Woche oder nur die effektiven 5 Stunden pro Woche, die ich im Büro gearbeitet hätte?".

  2. die hier angeschnittene Fachdiskussion zeigt wieder mal, dass auch in "wissenschaftlicher" Hinsicht immer das nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Bereits der Lärm um die Studiengebühren stand kaum im Verhältnis zu den tatsächlichen finanziellen Belastungen. Die "Lösung" dieses Problems schafft nun echte Probleme: mit der Abschaffung der Campus-Maut einerseits, der mangelnden Gegenfinanzierung andererseits sind die Studierenden von morgen, denen die Tutorien, Bibliotheks-Öffnungszeiten, PCs etc. wieder fehlen, die Gelackmeierten.

  3. 4. @mvvbf

    ...und wenn man weitergelesen hätte, hätte man erfahren, dass eben jene Kritiker in ihren eigenen Studien nur schätzen ließen.

    Beide Studien erscheinen mir suspekt...

  4. Bei mir waren es in Diplom Physik ca. 25h pro Woche, wobei Wochen dabei waren, da hatte ich nur 8h Vorlesung und 4h Nachbearbeitung und es gab Wochen in denen ich 60h arbeitete.

    Wenn man dann noch die Semesterferien dazu nimmt - in denen ich jobbte, um Geld zu verdienen - war die Studienzeit aufs Jahr umgerechnet ca. 18h pro Woche.

    Wobei ich die Studien, die nicht direkt mit dem Inhalt des Studiums zu tun hatten nicht dazu zähle, aber das war keine "Belastung", sondern Freude am Lernen, weil ich mich dafür interessierte.

  5. Ach Gottchen, da werden tatsächlich noch die Stunden gezählt, wo es doch längst eine Binsenweisheit ist, dass sich Arbeitsbelastung nicht einfach mit der Stoppuhr erfassen lässt. Wenn ich vier Stunden an meiner Dissertation gesessen habe, bin ich platter, als wenn ich zehn Stunden in meinem Nebenjob Geld verdient habe. Bin ich deshalb ein fauler "Halbtagsdoktorand"? Wenn ein Studium subjektiv als zu belastend wahrgenommen wird, sollte man das immer ernst nehmen, ganz unabhängig von dem, was das "saubere" Zeitprotokoll angeblich aussagt.

    36 Leser-Empfehlungen
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    ... was scheinbar auch vernachlässigt wurde: der Zeitaufwand und die Zergliederung des Tages.

    Wenn ich mich an mein Studium erinnere, dann erinnere ich mich an, locker über den Tag verteilte, Vorlesungen/Seminare/Übungen/Lerngruppen, möglichst jedes mal in einem anderen Uniteil mit mind. 0,5h Fahraufwand im ÖNV. Dazwischen Freistunden, die man kaum sinnvoll nutzen kann und in den größeren Freiblöcken nach Möglichkeit jobben.

    Allerdings waren sowohl an der TU, wie auch später an der BA die Tage schon sehr durchstrukturiert und vorgeplant. An 2h-Tage kann ich mich nicht erinnern, wohl aber daran, oft sogar an den Sonntagen gelernt zu haben, um etwa eine schwierige Mathe-Klausur hinzubekommen. Dabei ist die Zeit sogar eher nachrangig, was viel viel schwerer wiegt, ist die Eigen-Motivation, gerade bei Themen die man nicht mag. Und diese Motivation sinkt natürlich umso stärker, je mehr man bereits eingespannt ist, bzw. je karger die Erfolge sind.

    Was mich auch interessieren würde, wurde die *vorlesungsfreie Zeit* ala "Semesterferien" auch mit eingerechnet?

    "Wenn ein Studium subjektiv als zu belastend wahrgenommen wird, sollte man das immer ernst nehmen, ganz unabhängig von dem, was das "saubere" Zeitprotokoll angeblich aussagt."
    ---
    Seh ich auch so. Das ist typisch neoliberale, menschenverachtende Denkweise, in der der Mensch nur als Kostenfaktor und Leistungsträger daherkommt.
    Irgendwie typisch.

    ... was scheinbar auch vernachlässigt wurde: der Zeitaufwand und die Zergliederung des Tages.

    Wenn ich mich an mein Studium erinnere, dann erinnere ich mich an, locker über den Tag verteilte, Vorlesungen/Seminare/Übungen/Lerngruppen, möglichst jedes mal in einem anderen Uniteil mit mind. 0,5h Fahraufwand im ÖNV. Dazwischen Freistunden, die man kaum sinnvoll nutzen kann und in den größeren Freiblöcken nach Möglichkeit jobben.

    Allerdings waren sowohl an der TU, wie auch später an der BA die Tage schon sehr durchstrukturiert und vorgeplant. An 2h-Tage kann ich mich nicht erinnern, wohl aber daran, oft sogar an den Sonntagen gelernt zu haben, um etwa eine schwierige Mathe-Klausur hinzubekommen. Dabei ist die Zeit sogar eher nachrangig, was viel viel schwerer wiegt, ist die Eigen-Motivation, gerade bei Themen die man nicht mag. Und diese Motivation sinkt natürlich umso stärker, je mehr man bereits eingespannt ist, bzw. je karger die Erfolge sind.

    Was mich auch interessieren würde, wurde die *vorlesungsfreie Zeit* ala "Semesterferien" auch mit eingerechnet?

    "Wenn ein Studium subjektiv als zu belastend wahrgenommen wird, sollte man das immer ernst nehmen, ganz unabhängig von dem, was das "saubere" Zeitprotokoll angeblich aussagt."
    ---
    Seh ich auch so. Das ist typisch neoliberale, menschenverachtende Denkweise, in der der Mensch nur als Kostenfaktor und Leistungsträger daherkommt.
    Irgendwie typisch.

  6. Und anhand dieser popeligen Stichprobe lehnt sich der Herr Wissenschaftler aus dem Fenster? Deshalb wird hier ein Artikel veröffentlicht und die fragwürdigen Ergebnisse verallgemeinert? Davon mal abgesehen bleiben extrem viele Fragen zur Methodik, Vergleichbarkeit etc. offen...

    Ich finde es ehrlich gesagt unerhört wie hier angeblich mit "Fakten" die "Realität" beschrieben wird und das in einer Zeitung, die angeblich für Akademiker schreibt...

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    ... alles, was irgendwie den vermurksten BA Abschluss zu verteidigen scheint, ins Feld zu werfen. Kein Strohalm ist da zu dünn. Weil nicht schlecht sein kann, was nicht schlecht sein darf...

    Unis entwickeln sich gerade zu schlechteren Berufschulen, mit Wissenschaft hat das alles nix mehr zu tun.

    Gruß

    ... alles, was irgendwie den vermurksten BA Abschluss zu verteidigen scheint, ins Feld zu werfen. Kein Strohalm ist da zu dünn. Weil nicht schlecht sein kann, was nicht schlecht sein darf...

    Unis entwickeln sich gerade zu schlechteren Berufschulen, mit Wissenschaft hat das alles nix mehr zu tun.

    Gruß

  7. Es ist mitunter schlicht nicht mehr zu begreifen, mit welcher Begrifflichkeit und Methode die universitäre Lehre und Bildung zu fassen versucht wird. Welch armer Geist muss es sein, der "Arbeitsbelastung" alleine anhand von Semesterwochenstunden plus eine Stunde Vor- und Nachbereitung zu operationalisieren versucht. Es soll tatsächlich Studenten geben, die ihr Studium so schon Tag und Nacht beschäftigt. In intellektueller Hinsicht, nicht in Form des Erstellens von Powerpoint-Präsentationen und schreiben von Exzerpten zum Nachweis der "aktiven Teilnahme". Zur Durchgringung vieler wissenschaftlicher Disziplinen ist der "Müßiggang" und die Bildung des Subjekts neben der Lehrveranstaltung nunmal konstitutiv. Wo soll der Nachwuchs für diese Fächer herkommen, wenn das Substrat hierfür entzogen wird?

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    @ lynchmob

    konkret heißt das, Sie würden

    a) Kino, Strandurlaub, Rockkonzerte etc. als "Müßiggang des Subjekts" mit in die Studienleistung einrechnen?

    oder vielmehr

    b) darauf pochen, dass die Arbeitsleistung sowieso nicht quantifizierbar ist und somit in Kauf nehmen, dass wir überhaupt keine Daten haben und daher auch überhaupt nicht begründet handeln können?

    @ lynchmob

    konkret heißt das, Sie würden

    a) Kino, Strandurlaub, Rockkonzerte etc. als "Müßiggang des Subjekts" mit in die Studienleistung einrechnen?

    oder vielmehr

    b) darauf pochen, dass die Arbeitsleistung sowieso nicht quantifizierbar ist und somit in Kauf nehmen, dass wir überhaupt keine Daten haben und daher auch überhaupt nicht begründet handeln können?

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