Studienfinanzierung"Nachteile abbauen"

Der Hochschulforscher Ulrich Teichler über die Vereinbarkeit von Studium und Nebenjobs. von 

Kellnern

Oktoberfest: Kellnern ist immer noch ein klassischer Studentenjob  |  © Andreas Gebert/dpa

DIE ZEIT: Dem Deutschen Studentenwerk zufolge arbeitet heutzutage jeder vierte deutsche Student nebenher so viel, dass er nicht mehr als Vollzeitstudent gelten kann. Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft hat deshalb mehr Teilzeitangebote gefordert. Was halten Sie davon?

Ulrich Teichler: Nebenjobs sind kein Argument für wesentlich mehr Teilzeitstudiengänge. Seit Langem arbeiten Studenten nebenher, studieren mehr oder weniger in Teilzeit. Aber nur jeder siebte arbeitet während des Semesters mehr als sechzehn Stunden pro Woche. Das führt meist dazu, dass sich das Studium um ein Jahr bis zwei Jahre verlängert. Kaum jemand hat dadurch aber schlechtere berufliche Chancen oder verdient weniger. Studenten, die nebenbei jobben, sammeln ja Arbeitserfahrung. Ich bin nicht sicher, ob wir noch mehr zum Teilzeitstudium ermutigen sollten. Das ist nicht die dringlichste Aufgabe, die sich den Hochschulen stellt.

Anzeige

DIE ZEIT: Wenn jemand bis zu zwanzig Stunden in der Woche arbeitet – leidet darunter nicht sein Studium?

Teichler: Man muss sich entscheiden, was man will. Einerseits haben wir die Tradition des Studenten, der zumindest formal in Vollzeit studiert. Andererseits wird verlangt, dass man nebenher viele Erfahrungen in Jobs und Praktika sammelt. Hier muss jeder seine persönliche Balance finden.

In Teilzeit studieren

Anders als in Großbritannien und den USA haben die Hochschulen hierzulande bislang nur wenige Angebote konzipiert, die sich ausdrücklich an Studenten richten, die in Teilzeit studieren wollen. Dem "Hochschulkompass" der Hochschulrektorenkonferenz zufolge sind weniger als fünf Prozent der Studiengänge in der Bundesrepublik überhaupt dazu geeignet, gestaffelt absolviert zu werden. Selbst bei weiterbildenden Studiengängen ist der Anteil kaum größer.

Definiert man "in Teilzeit studieren" umgekehrt so, dass jemand es nicht mehr schafft, die vorgegebene Stundenzahl pro Semester zu leisten, studieren allerdings bereits heute viele Studenten faktisch in Teilzeit, ohne offiziell diesen Status zu haben: Das Deutsche Studentenwerk hat in seiner Sozialerhebung im Jahr 2009 ermittelt, dass gut ein Viertel der Studenten siebzehn Stunden pro Woche oder mehr in Nebenjobs arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Aber auch Kinder, eine chronische Krankheit oder familiäre Verpflichtungen können dazu führen, dass das Studium zumindest eine Zeitlang zur Nebensache wird.

Eine Herausforderung auch für die Politik: Das faktische Teilzeitstudieren zieht häufig Probleme mit dem Bafög oder Studienkrediten nach sich, die sich an der Regelstudienzeit orientieren.

DIE ZEIT: Viele klagen, dass es in Bachelor- und Masterstudiengängen kaum noch möglich sei, nebenher zu arbeiten, ohne das Studium zu gefährden.

Teichler: Bei der Reform hat man das Thema Nebenjob erst einmal übersehen, aber hier kann man nachbessern. Mit der Bologna-Reform wurden Studiengänge in Module eingeteilt. Wer ein Modul besteht, bekommt Punkte; um ein Studium abzuschließen, muss man eine bestimmte Zahl an Punkten erreichen. Warum geht das nicht in einer beliebigen Zeit? Zusätzlich müsste das Bafög reformiert werden, das sich vor allem an der Standard-Studiendauer orientiert. Die Regelungen für Studiengebühren müssten ebenfalls flexibler werden: Wer weniger Punkte im Semester machen will, zahlt weniger.

DIE ZEIT: Wer braucht dann überhaupt »echte« Teilzeitstudiengänge?

Teichler: Für die Minderheit der Teilzeitstudenten, die voll im Beruf stehen und zusätzlich studieren wollen, braucht man andere Angebote, die es ihnen ermöglichen, nur am Abend oder am Wochenende Kurse zu besuchen. Hier sind separate Teilzeitstudiengänge gefragt. Der Bedarf würde am besten gedeckt werden, wenn ganze Fachbereiche oder Hochschulen sich darauf spezialisierten. Denn für solche Angebote muss man anderes Personal rekrutieren: Professoren, Mitarbeiter und Lehrbeauftragte, die am Wochenende oder abends lehren wollen und können.

DIE ZEIT: Sie schlagen also flexiblere Studien- und Prüfungsordnungen vor und für eine Minderheit spezielle Teilzeit-Hochschulen.

Teichler: Ja, zum Teil gibt es solche Angebote auch schon. Bevor wir die stärker ausbauen, müssen wir uns aber fragen: Ist es sinnvoll, dass Teilzeitstudierende unter sich sind? Sollten sie nicht auch in Kontakt mit »Vollzeitstudenten« kommen? Hier geht es nicht nur um organisatorische Fragen, man muss sich auch entscheiden, welche Milieus man schaffen will.

DIE ZEIT: Sollte also lieber doch alles bleiben wie bisher?

Teichler: Nicht unbedingt. Es wird viel vom lebenslangen Lernen gesprochen, aber bisher wird wenig für einen anderen Rhythmus von Berufs- und Lernphasen getan. Es geht nicht nur darum, dass Ältere noch mehr lernen, sondern auch dass nicht alle vor dem Berufseinstieg so lange lernen. Wir sollten dazu ermutigen, dass nach Abitur oder Ausbildung einige Jahre Berufstätigkeit folgen und ein späterer Einstieg ins Studium leicht möglich ist – Vollzeit oder Teilzeit. Es sollte keine Probleme geben, wenn jemand erst einige Jahre nach dem Bachelor in den Master einsteigen will. Deshalb müssen wir alle organisatorischen und finanziellen Nachteile für diese Studenten abbauen. Separate Studiengänge für Teilzeitstudenten sollte es nur in Ausnahmefällen geben. Wir müssen Studiengänge so gestalten, dass sie für alle »studierbar« sind: für Jüngere, Ältere, für Vollzeit- und Teilzeitstudenten.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. "Teichler: Man muss sich entscheiden, was man will."

    Ich glaube, die wenigsten der Studenten, die nebenher so viel arbeiten, dass sie nur in Teilzeit studieren können, "will" das.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Chali
    • 18. Mai 2011 11:18 Uhr

    Volswirtschaftlich betrachtet, wäre ein grosszügiges, aber kredit-finanziertes Bafög für alle die billigste Lösung:
    Unabhängig vom Elternahus könnten alle zügig strudieren - und würden das Kellnern (oder Regal-Einräumen) denen überlassen, die vielleicht nun nicht gerade eine strahlende Zukunft vor sich haben.

    Der Autor lässt eine große Realitätsfremde vermissen, die typisch für scheinbar Nichtbetroffene ist.

    "Nebenher" arbeiten - schon der Ausdruck ist unsinnig, als ob man eben mal so eben "nebenher" ein paar Stunden kellnert, dann noch zu nachtschlafender Zeit sich das Skript für die Vorkesung am nächsten Tag betrachtet, die dummerweise nach 50% der Dauer fluchtartig verlassen muss, weil man in der mittagsschicht dringend gebraucht wird, weil sich nicht genügend Dumme für die meist mies bezahlten Jobs finden.

    Kinder reicher Eltern haben es da vergleichsweise einfach und scheinbar scheint das Interview auch aus einer solch unbefindlichen Perspektive geschrieben. Die Elite hatte es ja noch nie so mit der prekären Situation unterhalb ihrer Gefilde bzw. missbracuht diese für die eigene "Geiz ist geil"-Mentalität.

    Aber das ist ja auch von der asozialen Politik mit Studiengebühren, paren an der Bildung, Excellenzclustern und anderem Pipapo gewollt, welche die verlogene und meist wenig produktive Selektion an den Hochschulen befördern sollen, damit nur die eigenen Kinder Karriere machen und der Rest einem das warme Süppchen in der Mittagspause für 7 Euro Stundenlohn vorsetzt.

    • DLüx
    • 18. Mai 2011 13:55 Uhr

    Etwas ähnliches gibt es bereits von der KfW, völlig unabhängig von den Eltern bis zu 650 Euro im Monat und relativ niedrig verzinst. Das ist zwar nicht optimal, weil es natürlich reichere Menschen dann nach dem Beruf leichter haben einen Kapitalstock aufzubauen, aber es ist ein Weg aus der blöden Situation sich nicht auf das Studium konzetrieren zu können, weil man jeden zweiten Abend kellnert, man deshalb länger studiert, die Noten schlechter sind als sie sein könnten und deswegen der Einstieg in den Arbeitsmarkt schwerer ist.

    Ein gewisses Risiko ist natürlich dabei das Studium dann trotzdem nicht zu schaffen und den Kredit trotzdem bedienen zu müssen. Aber mal ehrlich: erstens motiviert eine solche Verpflichtung ungemein sich anzustrengen und zweitens überlegt man sich genau, ob das erstens der richtige Studiengang ist und zweitens ob man damit auch die beruflichen Perspektiven hat um den Kredit zurückzuzahlen.

    Deswegen würde ich jedem raten den mut zu haben sich das Studium nicht durch die Arbeit zu versauen, sondern lieber eine Investition in den eigenen Kopf zu tätigen.

  2. Es ist interessant, dass bei dieser Reform diejenigen komplett vergessen wurden, die älter sind, die keinen Baföganspruch mehr haben und die wirklich viel nebenbei arbeiten müssen. Das ist naturgemäß nicht die Mehrheit der Studenten, aber auch kein unerheblicher Anteil. Zumal sind es die, die aus bildungsferneren Schichten kommen oder einfach später zum Studium kommen. Also auch die, die keine Unterstützung aus dem Elternhaus haben oder wollen. Es ist ja schon nicht mehr selbstverständlich, dass es Studenten mit über 30 Jahren gibt. So vermissen schon einige Professoren die Älteren. Ja und die haben oft erst mal Sorge ein Studium zu beginnen. Denn natürlich leidet in erheblichen Maße das Studium durch eine Berufstätigkeit die 80Std. im Monat umfasst! Das ist doch eine völlig andere Art zu studieren, als es dann den jüngeren vorbehalten ist. Ich möchte auch hiermit gerne die Zeit anregen einen Artikel über eben diese Gruppe der Studenten zu recherchieren, von denen oft nicht die Rede ist. Und die haben auch als Erste allen Grund die Bachelorreform zu kritisieren. Und vor allem hier zeigt sich auch der verschulte Charakter, die Nachteile desselben. Nur mal so nebenbei. Mein Eindruck ist sowieso, dass es kein doofer Zeitpunkt ist ab 30J. zu studieren! Vielleicht sollte man auch hier alte Vorstellungen überwinden. Die Lehr und Wanderjahre bis 30 erst genommen, kann ein darauf folgendes Studium eine wunderbare Ergänzung sein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...an der Realität vorbei. Zwar sind die Hörsäle und Übungsräume vermehrt voll von Anfangzwanzigern, die es noch nicht einmal geschafft haben, das schulische Denken abzulegen ("Was müssen wir denn nun wissen für die Hausarbeit?"). Aber was ist eben mit den Älteren, mit denen, die seit Jahren an einem Magister- oder Diplomstudiengang hängen? Oft (natürlich nicht immer!) sind es die, welche trotz ihrer Arbeit neben dem Studium (oder eher: Studium neben der Arbeit), dieses System trotz aller Schwierigkeiten (finanziell, organisatorisch) nicht verlassen wollen, weil sie zu und hinter ihrem Fach stehen und dieses eben ganz bewusst abschließen möchten. Wenn jemand mit 30 immer noch dabei ist oder da erst zu studieren beginnt, hat er meistens eine viel stärkere Überzeugung über sein Fach, eine andere Sichtweise darauf, und studiert dann meist aus ganz anderen Beweggründen, als die Oberstufenverlängerer, pardon, ich meinte, Bachelorstudenten. Natürlich gibt es auch unter den letzteren welche, die morgens auf dem Weg zur Arbeit und mit einer Zeitung in der Hand mit wahren Problemen des Lebens konfrontiert werden. Aber die Masse derer? Trotzdem wird aber alles auf sie abgestimmt: Studien-/Prüf.Ordnungen, Finanzielles, Soziales. In der Interaktion mit Lehrenden und Wissenschaftlern oder bei Besetzung von Mentoren- und Tutorenstellen haben sie (selbst in Relation)gegen die letzten "Alten Hasen" dennoch keine Chance. Tja, warum wohl nicht? (Danke an freierepublik für die Denkanstöße...!)

  3. Ich zitiere mal
    "Andererseits wird verlangt, dass man nebenher viele Erfahrungen in Jobs und Praktika sammelt. Hier muss jeder seine persönliche Balance finden."

    und die Bildunterschrift:
    "Kellnern ist immer noch ein klassischer Studentenjob"

    Ich wusste garnicht das die meisten Studenten Kellnern für ihre zukünftigen Berufe als "Berufserfahrung" angerechnet bekommen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich finde schon auch, dass eine Berufstätigkeit neben dem Studium an sich sehr bereichernd sein könnte. Aber niemals unter den Vorraussetzungen, die zum Teil aktuell umgesetzt wurden.
    Und natürlich auch nur dann, wenn die Berufstätigkeit so ungefähr mit dem Studium zutun hätte. Dann würde es sich ergänzen. Aber dann muss man wieder allen Druck und Zwang unterlassen, der mit dem Bachelor so nebenbei eingeführt wurde. Dann muss man auch eine Achtung entwickeln, gegenüber denen die wirklich viel nebenbei arbeiten. Denn wie sollen diese dann noch fristgerecht ständig Protoköllchen, Klausuren und Arbeiten schreiben. Womöglich noch ein Kind haben. Oder Zwei:-)
    Das ist absurd. Und dieser Geist herrscht an vielen Hochschulen. Nur das ich höre, dass an diesen, die ältesten Studenten um die 26 Jahre sind. Jetzt ganz andere Studiengänge zu entwickeln für die Berufstätigen, womöglich irgendwelche Online-studiengänge finde ich ebenso fraglich. Ist es nicht gerade bereichernd, wenn alte und junge Studenten zusammen studieren? Will man das völlig abschaffen? Die jungen machen das normale Studium, die Alten kommen am Wochenende? Ich finde das weder modern noch weitblickend. Es ist einfach so, dass bei der Reform die arbeitenden Studenten über 30 nicht bedacht wurden. Die sollte es ja auch nicht mehr zuviel geben. Nur sie völlig auszuschließen ist lebensfremd. Und ist das so schlau? Wie gesagt ein Mensch von 30 Jahren lernt anders und nicht zwingend schlechter!

  4. Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/cs

  5. "DIE ZEIT: Wenn jemand bis zu zwanzig Stunden in der Woche arbeitet – leidet darunter nicht sein Studium?

    Teichler: Man muss sich entscheiden, was man will."

    und wieder mal die Ignoranz gewisser Gruppen, welche sich nicht vorstellen können oder wollen, dass es auch Studenten gibt, die sich durch die Arbeit sowohl die Möglichkeit zu Studieren als auch ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

    Weltfremd - Leider!

  6. Doppelposting entfernt. Die Redaktion/wg

  7. Ich finde schon auch, dass eine Berufstätigkeit neben dem Studium an sich sehr bereichernd sein könnte. Aber niemals unter den Vorraussetzungen, die zum Teil aktuell umgesetzt wurden.
    Und natürlich auch nur dann, wenn die Berufstätigkeit so ungefähr mit dem Studium zutun hätte. Dann würde es sich ergänzen. Aber dann muss man wieder allen Druck und Zwang unterlassen, der mit dem Bachelor so nebenbei eingeführt wurde. Dann muss man auch eine Achtung entwickeln, gegenüber denen die wirklich viel nebenbei arbeiten. Denn wie sollen diese dann noch fristgerecht ständig Protoköllchen, Klausuren und Arbeiten schreiben. Womöglich noch ein Kind haben. Oder Zwei:-)
    Das ist absurd. Und dieser Geist herrscht an vielen Hochschulen. Nur das ich höre, dass an diesen, die ältesten Studenten um die 26 Jahre sind. Jetzt ganz andere Studiengänge zu entwickeln für die Berufstätigen, womöglich irgendwelche Online-studiengänge finde ich ebenso fraglich. Ist es nicht gerade bereichernd, wenn alte und junge Studenten zusammen studieren? Will man das völlig abschaffen? Die jungen machen das normale Studium, die Alten kommen am Wochenende? Ich finde das weder modern noch weitblickend. Es ist einfach so, dass bei der Reform die arbeitenden Studenten über 30 nicht bedacht wurden. Die sollte es ja auch nicht mehr zuviel geben. Nur sie völlig auszuschließen ist lebensfremd. Und ist das so schlau? Wie gesagt ein Mensch von 30 Jahren lernt anders und nicht zwingend schlechter!

    Antwort auf "merk jemand was?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Für Studenten gilt in der Regel, dass sie wenn sie mindestens 60 Monate berufstätig waren, einen von den Eltern unabhängigen Anspruch auf Bafög haben. Mit den aktuellsten Änderungen des Baföggesetzes sind dies für jede(n), der/die elternunabhängig studiert 670 Euro. Des Weiteren wurde die Förderungshöchstgrenze im letzten Änderungsgesetz für MasterstudentInnen auf 35 Jahre hochgesetzt (vorher 30).

    Mit einem anrechnungsfrei hinzuverdienbaren Betrag von max. 400 Euro (Minijob) sind das 1070 Euro pro Monat. Wenn man davon ausgeht, dass man (niedrig angesetzt) 7 Euro die Stunde verdient, dann ist das eine Arbeitsbelastung von in etwa 14 Stunden pro Woche.

    Zwar muss beachtet werden, dass das Bafög als Teildarlehen zurückgezahlt werden muss, jedoch sind die Rückzahlungsmodalitäten alles andere als stark (!) belastend.

    Kurz um: Als Quereinsteiger hat man die Wahl, entweder den Gürtel etwas enger zu schnallen und sich das Leben so einzurichten, dass man mit 670 Euro zurecht kommt (kleines WG-Zimmer oder Wohnheimplatz), oder, wenn man auf großem Fuß Leben will, nebenher arbeiten zu gehen.

    Zwischen den Polen a) 670 Euro ohne Nebenjob und b) 1070 Euro mit 14 Stunden Wochenarbeitszeit kann variiert werden um das für sich passende Verhältnis zwischen Lebensstandard und Arbeitszeitaufwand zu finden.

    StudentInnen die elternabhängig (nicht) gefördert werden, können von diesen Bedingungen nur träumen!

    • Chali
    • 18. Mai 2011 11:18 Uhr

    Volswirtschaftlich betrachtet, wäre ein grosszügiges, aber kredit-finanziertes Bafög für alle die billigste Lösung:
    Unabhängig vom Elternahus könnten alle zügig strudieren - und würden das Kellnern (oder Regal-Einräumen) denen überlassen, die vielleicht nun nicht gerade eine strahlende Zukunft vor sich haben.

    Antwort auf "Wollen?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    gibt es ein so genanntes "Zwangsbafög" welches in der Studienzeit den Studenten (ähnlich wie das deutsche Bafög, nur [entscheidend] ein höherer Satz im Monat) monatlich gezahlt wird. Dies wird dann in Rahmen von höheren Steuersätzen begrenzt auf drei bzw. fünf Jahre "zurückgefordert". Fazit, man jobbt in den Semesterferien nur für Luxus, Reisen etc... aber man hat während des Semesters und auch in den Semesterferien wenn man ohne Luxus auskommt den Rücken frei.

    Mittlerweile kann ich nur fünf Kommilitonen nennen, die nicht gezwungen sind neben dem Studium zu arbeiten. Früher hat man zwar auch gearbeitet, aber nicht "for living", damit man überhaupt studieren kann sondern eben zum Spass oder um sich was "zu gönnen". Auch hatte man früher nicht die anwesenheitspflichtigen Seminare und Vorlesungen, die einem dann die Arbeitsplanung zwangsläufig in den Abend oder in die Nächte legt... Man ist darauf angewiesen, dass der Arbeitgeber mitspielt... Allen die neben dem Studium arbeiten müssen wünsche ich solche Arbeitgeber...

    Best E.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Schlagworte Hochschule | Bachelor | Bafög | Bologna-Reform | Master | Minderheit
Service