Im Tatort geht der Trend ja zum Zweit- und Drittmord. Um 20.18 Uhr liegt der Erste tot da, gegen 21.30 Uhr wird nachgelegt. Es entsteht der Eindruck, dass auch in den gar nicht so großen Städten viel gemordet wird.

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Die Wirklichkeit ist zum Glück etwas friedlicher. Die Tatort-Städte Ludwigshafen, Kiel, Münster und Saarbrücken hatten 2009 zusammen gerade mal sechs Tote, München hatte auch nur vier. Münster war in den Jahren zuvor mehrmals mord- und totschlagfrei. Aber was bitte war da in Halle und Magdeburg los? Die beiden Städte hatten im Verhältnis zur Einwohnerzahl mit Abstand die meisten Fälle, weit vor Berlin.(Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

Gut, im Osten sind schon seit Jahren ein paar mehr Opfer zu beklagen als im Westen (es bringen sich also nicht nur die Reichen gegenseitig um, wie das Fernsehen lehrt). Vielleicht gibt es wie bei Selbstmorden auch bei Morden eine ansteckende Wirkung. Man liest in der Zeitung von einem Mörder und denkt sich: Eigentlich könnte ich ja auch… Läuft es so? Die Tatorte wirken zum Glück nicht so.