Elektromobilität Umdenken, dann umsteigen

Nicht das E-Auto gehört gefördert, sondern E-Mobilität.

S-Bahn in Berlin. Die Zukunft der Mobilität liegt in der Vernetzung aller Fortbewegungsmittel.

S-Bahn in Berlin. Die Zukunft der Mobilität liegt in der Vernetzung aller Fortbewegungsmittel.

Neu, umweltfreundlich, aber für das normale Leben ziemlich unbrauchbar: So knapp lässt sich das Elektroauto bisher beschreiben. Denn die Autos, die nicht Benzin im Tank, sondern Strom in der Batterie haben, sind zwar gut fürs Klima – wenn sie Ökostrom laden. Doch noch fehlt es an günstigen Modellen, am Service, an Ladestationen, an der Bekanntheit und damit an fast allen Zutaten, die ein neues Produkt für eine erfolgreiche Markteinführung braucht.

Das alles soll sich nun ändern. In der kommenden Woche wird die Nationale Plattform Elektromobilität, in der Vertreter von Autoindustrie, Stromkonzernen und verschiedenen Verbänden sitzen, der Bundeskanzlerin ihren Bericht übergeben, verbunden mit großen Hoffnungen. Denn danach soll die Bundesregierung der E-Mobilität endlich zum Durchbruch verhelfen und dafür tief in die Staatskasse greifen. Die Autoren wünschen sich eine Hilfe von fast vier Milliarden Euro. Damit soll der Bund die Entwicklung neuer Batterien und eine Antriebstechnologie fördern, das Recycling und die neue Infrastruktur. Lang ist die Wunschliste, ordentlich teuer, und sie legt die Vermutung nahe, dass sich wieder einmal eine Industrie die Entwicklung neuer Produkte zumindest zum Teil vom Steuerzahler finanzieren lassen will. Noch-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat denn auch schon mal vorsorglich abgewinkt.

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Doch zu Ende ist die Geschichte damit noch nicht, und das ist auch gut so. Denn in einem sind sich Industrielobbyisten wie auch unabhängige Verkehrsexperten sicher: Elektromobilität ist tatsächlich ein Thema mit Potenzial. Überall auf der Welt entstehen auf diesem Gebiet derzeit neue Ideen, neue Produkte und damit auch neue Arbeitsplätze. Das klassische Autoland Deutschland kann und sollte das nicht ignorieren, ebenso wenig wie seine Wirtschaftspolitiker. Zwar darf der Staat der Industrie nicht die Forschungs- und Entwicklungskosten für neue Produkte abnehmen. Über eine kluge Hilfe, beispielsweise beim Aufbau der nötigen Infrastruktur, aber sollte er schon nachdenken. So könnte der Bund beispielsweise dabei helfen, Standards für die Ladestationen zu entwickeln oder Schilder für Plätze erfinden, an denen die neuen, umweltfreundlichen Autos überall ans Netz können. Und auch die Förderung von Modellprojekten oder die steuerliche Begünstigung der klimafreundlichen E-Autos sind sinnvoll, um die Menschen an die neue Technologie heranzuführen. Und warum nicht das Dienstwagenprivileg für große Spritschlucker kürzen – zugunsten von E-Mobilen? Noch wichtiger aber wäre etwas, das auch im Gutachten der Plattform nur beiläufig erwähnt wird: das Umdenken.

Statt über das »Auto« sollten alle Beteiligten mehr über »Mobilität« nachdenken. Das klingt theoretisch, hat aber praktische Folgen: In den kommenden Jahren werden sich Menschen anders als in der Vergangenheit von einem Ort zum anderen bewegen. Sie werden weiterhin mobil sein, aber nicht mehr unbedingt das eigene Auto benutzen. Denn gerade viele junge Leuten träumen heute nicht mehr vom eigenen Auto. Vor allem in den großen Städten taugt es offensichtlich immer weniger als Statussymbol, es wird im Gegenteil zu einer teuren Last, für die man auch noch stundenlang einen Parkplatz suchen muss.

Für die E-Mobilität wäre genau das die Chance – wenn Bund, Länder und vor allem auch Städte durch viele kleine Maßnahmen die kluge Kombinationen von Leihautos, Fahrrädern, Elektroscootern, Bahn und Bus erleichterten. Gerade kompakte Elektroautos böten sich als Teil eines solchen Konzeptes dann wie von selbst an. Denn deren Batterien reichen für längere Touren noch nicht aus, gut sind die kleinen Wagen hingegen für kurze Strecken. Das macht sie zu den idealen Verleihautos für die Stadt. Wenn ihre Nutzung auch noch durch reservierte Parkplätze, den Erlass von Parkgebühren, gut erreichbare Ladestationen und kluge Buchungssysteme unterstützt würde, könnten sie tatsächlich eine attraktive Alternative zum eigenen Auto werden. Nötige Gesetzesänderungen sollten ein Leichtes sein.

Dass viele Autobauer immer noch lieber nur den Ottomotor einfach durch einen Elektroantrieb austauschen und den Rest beim Alten lassen würden, ist verständlich. Denn die neuen Mobilitätskonzepte könnten irgendwann auch mal dazu führen, dass weniger Autos gekauft werden. So etwas ist zwar heute noch ein Tabu, zumindest darf es wohl kein Politiker laut fordern. Aber wer sagt denn, dass Deutschland in der Welt künftig nicht statt Autos gleich ganze Mobilitätskonzepte für Städte ohne Staus und Luftverschmutzung verkaufen könnte? Von »systemischen Lösungen« träumt die Nationale Plattform. Mehr Elektromobile auf Deutschlands Straßen wären dann tatsächlich ein Einstieg.

 
Leser-Kommentare
  1. kann ich mir sehr gut die Zukunft der Elektromobilität vorstellen.
    Alle Wagen die hier beidseitig der Strasse parken benötigen einen Ladeanschluss.
    Alle Wagen die in den Wohngebieten parken, genauso.
    Die meisten Autos die den Bewohnern von Mietwohnungen gehören haben keine eigene Garage in den Städten.
    So, wir brauchen keine Schilder für Ladestationen, sondern anstelle von Parkuhren dann "Stromuhren" an jeder Parkbucht.
    Bis das aber soweit ist, benötigt man vernünftige Batterien die auch Reichweiten schaffen.
    Alternativ z.B. auf Autobahnen Induktivschleifen die während der Fahrt nachladen mit der entsprechenden Elektronik im Auto!
    Für alle Innovationen ist aber die Industrie gefragt, nicht der Steuerzahler!
    ... und wenn es die Deutschen mal wieder nicht können kommt das dann eben auch aus dem Ausland...

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    Wenn man die Batterien auswechseln kann, wäre das grobe Problem gelöst. Tankstellen, nehmen Batterien an, laden sie wieder auf und verkaufen diese.

    Allerdings bezweifle ich, dass die Industrie (Automobilkonzerne, Atomlobby) die Entwicklung wirklich in die richtige Richtung vorrantreibt.

    ... den Artikel überhaupt gelesen?

    Wenn man die Batterien auswechseln kann, wäre das grobe Problem gelöst. Tankstellen, nehmen Batterien an, laden sie wieder auf und verkaufen diese.

    Allerdings bezweifle ich, dass die Industrie (Automobilkonzerne, Atomlobby) die Entwicklung wirklich in die richtige Richtung vorrantreibt.

    ... den Artikel überhaupt gelesen?

  2. Wenn man die Batterien auswechseln kann, wäre das grobe Problem gelöst. Tankstellen, nehmen Batterien an, laden sie wieder auf und verkaufen diese.

    Allerdings bezweifle ich, dass die Industrie (Automobilkonzerne, Atomlobby) die Entwicklung wirklich in die richtige Richtung vorrantreibt.

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    in der Batterie eine Tankstelle anfahren? Oder gar anrufen sie sollen schnell eine geladene im Austausch vorbeibringen? An so einen Gedanken kann ich mich nicht gewöhnen. Vor allem da ich mit dem jetzigen Diesel 1000km fahren kann ohne gross ständig nach Tankstellen Ausschau halten zu müssen.
    Ohne Infrastruktur, ohne Reichweite, werde ich unter Garantie kein Versuchskaninchen für irgendwelche Experimente spielen.
    Alleine zum "Brötchen" holen fahre ich z.Zt. hin- und zurück 36km, ohne andere Alternative.

    • JCO
    • 14.05.2011 um 22:34 Uhr

    Technisch koennen Batterien sicher schnell ausgetauscht werden. Das Problem dabei ist aber eher die Oekonomie.

    Zum einen bedeutet die Tauschloesung ja, dass anstatt des einfachen Verkaufs con Elektrizitaet im Wert einiger Euros, Batterien im Wert einiger 1000 Euros ueber den Tisch gehen. Warum sollte ich (oder auch der "Tankwart") akzeptieren, dass ich (als Eigentuemer) meine brandneue Batterie gegen eine alte tausche. Die Abschreibung pro Ladevorgang ist uebrigends fast teurer als der Strom.

    Zum anderen bedeutet eine Tauschloesung, dass deutlich mehr Batterien als Autos im Umlauf sein muessen. Die Anzahl der zusaetzlichen Batterien haengt natuerlich von vielen Faktoren ab, so z.B. von der Wechselstationsdichte und der Aufladezeit (und natuerlich auch von der Wahrscheinlichkeit, auch wirklich immer eine volle Batterie an jeder Station zu finden). Nachdem man aber eine Batterie schneller leer fahren kann als aufladen, handelt es sich dabei eher nicht um eine voellig zu vernachlaessigende Groesse. Bezahlt wird das vermutlich ueber eine Austauschgebuehr und duerfte auch im Vergleich zum Elektrizitaetspreis nich wirklich zu vernachlaessigen sein.

    Wenn jemand genauere Berechnungen kennt, ich lasse mich natuerlich gerne korrigieren.

    in der Batterie eine Tankstelle anfahren? Oder gar anrufen sie sollen schnell eine geladene im Austausch vorbeibringen? An so einen Gedanken kann ich mich nicht gewöhnen. Vor allem da ich mit dem jetzigen Diesel 1000km fahren kann ohne gross ständig nach Tankstellen Ausschau halten zu müssen.
    Ohne Infrastruktur, ohne Reichweite, werde ich unter Garantie kein Versuchskaninchen für irgendwelche Experimente spielen.
    Alleine zum "Brötchen" holen fahre ich z.Zt. hin- und zurück 36km, ohne andere Alternative.

    • JCO
    • 14.05.2011 um 22:34 Uhr

    Technisch koennen Batterien sicher schnell ausgetauscht werden. Das Problem dabei ist aber eher die Oekonomie.

    Zum einen bedeutet die Tauschloesung ja, dass anstatt des einfachen Verkaufs con Elektrizitaet im Wert einiger Euros, Batterien im Wert einiger 1000 Euros ueber den Tisch gehen. Warum sollte ich (oder auch der "Tankwart") akzeptieren, dass ich (als Eigentuemer) meine brandneue Batterie gegen eine alte tausche. Die Abschreibung pro Ladevorgang ist uebrigends fast teurer als der Strom.

    Zum anderen bedeutet eine Tauschloesung, dass deutlich mehr Batterien als Autos im Umlauf sein muessen. Die Anzahl der zusaetzlichen Batterien haengt natuerlich von vielen Faktoren ab, so z.B. von der Wechselstationsdichte und der Aufladezeit (und natuerlich auch von der Wahrscheinlichkeit, auch wirklich immer eine volle Batterie an jeder Station zu finden). Nachdem man aber eine Batterie schneller leer fahren kann als aufladen, handelt es sich dabei eher nicht um eine voellig zu vernachlaessigende Groesse. Bezahlt wird das vermutlich ueber eine Austauschgebuehr und duerfte auch im Vergleich zum Elektrizitaetspreis nich wirklich zu vernachlaessigen sein.

    Wenn jemand genauere Berechnungen kennt, ich lasse mich natuerlich gerne korrigieren.

  3. Üblicherweise wird als Hauptvorteil des eigenen Fahrzeugs die Flexibilität genannt. Ebensowichtig scheint mir aber zu sein, daß man das Auto als eine Art fahrenden Spind verwenden kann: Man hat den Regenschirm drinnen, vielleicht Ersatzkleidung, ein bißchen was zu Essen und zu Trinken, Landkarten und Pläne...

    Auf Reisen ist das noch wichtiger als in der werktäglichen Routine. Das Üble bei öffentlichen Verkehrsmitteln ist doch, daß man das ganze Reisegepäck ständig am Mann führen muß.
    Und was man versehentlich liegenläßt, das ist für immer verloren.

    Vielleicht wäre es insofern gut, noch einmal über die Eisenbahn-Autoverladung nachzudenken, die seinerzeit wohl vor allem an den aberwitzigen Gebühren gekrankt hat. Für Elektroautos, die ohnehin mit größeren Distanzen Probleme haben, wäre es umso praktischer, wenn man sie unbürokratisch und preiswert (das heißt: nicht wesentlich teurer, als wenn man selbst fährt) mit der Bahn befördern könnte.

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    Gepäck/Koffer kann man auch gut per Post verschicken, wenn es z.B. in den Urlaub geht.

    Die Gebühren für den Autotransport sind wirklich sehr hoch.

    • JCO
    • 14.05.2011 um 22:02 Uhr

    Is es wirklich effizient, um einen Reisenden mit Gepaeck (ca. 100 kg) per Bahn zu befoerdern, mehr als 1000 kg Auto zusaetzlich mit zu transportieren?

    Gepäck/Koffer kann man auch gut per Post verschicken, wenn es z.B. in den Urlaub geht.

    Die Gebühren für den Autotransport sind wirklich sehr hoch.

    • JCO
    • 14.05.2011 um 22:02 Uhr

    Is es wirklich effizient, um einen Reisenden mit Gepaeck (ca. 100 kg) per Bahn zu befoerdern, mehr als 1000 kg Auto zusaetzlich mit zu transportieren?

  4. Wenn Sie schon für eine Erweiterung auf "E"-Mobilität plädieren (im Kern sicher richtig), dann sollte das "E" auch in Frage gestellt werden, damit ein wirklich ganzheitliches Konzept herauskommt.

  5. Die vernünftige Alternative wäre ein gut funktionierendes öffentliches Nah- und Fernverkehrssystem einhergehend mit einem gründlichen Hinterfragen des Fetischs Mobilität

    Mobilität heißt nichts anderes als Bewegungsfreiheit. Begriffen wird sie heute als Recht, überall und zu jeder Zeit hin- und zurückzufahren – wohlgemerkt: zu fahren. Doch wozu bewegt man sich denn und wie? Man hat Bedürfnisse: Essen, Trinken, Kleidung, Unterhaltung, menschliche Nähe, Kunst, Liebe, und dann ist da noch die Arbeit. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, muß man meist das Haus verlassen. Früher geschah das zu Fuß, mit dem Rad, mit der Straßenbahn, dem Bus oder dem Zug. Noch früher mit der Kutsche oder dem Pferd, so man sich’s leisten konnte. Heute überwiegend mit dem Auto.

    Dabei werden mehr km mit höherer Geschwindigkeit zurück gelegt, mehr nicht. Die "im Verkehr" verbrachte Zeit bleibt seit Jahrhunderten mehr oder weniger gleich...

    Eine Leser-Empfehlung
  6. ->
    "Um es nochmals zu verdeutlichen: Der durchschnittliche Deutsche hat vor 50 Jahren pro Tag 3,5 Wege zurückgelegt. Er hat Brötchen geholt, ist mit dem Fahrrad ins Kino oder mit der Tram zur Arbeit gefahren. Dafür ist er eine gute Stunde (75 Minuten) unterwegs gewesen. Heute ist das nicht viel anders. Unser Durchschnittslandsmann macht 3,6 Wege am Tag und bewegt sich weiter eine gute Stunde im Verkehr, vielleicht ein paar Minuten mehr. Doch die Entfernungen, die er dabei zurücklegt, sind wesentlich größer. Er steigt ins Auto, um von Fulda nach Frankfurt zur Arbeit zu fahren, holt seine Brötchen aus dem kilometerweit entfernten Supermarkt und fährt ins Kinocenter auf der grünen Wiese. Zugenommen haben nur die Kilometer, die er dabei runterreißt, und die Geschwindigkeit, mit der er sich dabei fortbewegt. Gewonnen hat er aber qualitativ so gut wie nichts. Mobilität ist ein Fetisch, ein fauler Zauber und hat nichts mit Freiheit oder Lebensqualität oder Bedürfnissen zu tun."

    (Klaus Gietinger: Totalschaden - Das Autohasserbuch Westend Verlag, 2010)

    1. viel größerer Rollwiderstand als ein Schienenfahrzeug

    2. Besetzungsgrad 1,4 Personen: 2,5 Tonnen Fahrzeug für zwei Zentner Mensch-widersinnig

    3. Flächenverbrauch

    4. Je höher die Pkw-Dichte, um so geringer die Geschwindigkeit(LA: 20 km/h. Da kann ein sportlicher Radfahrer locker mithalten.)

    5. Tote und Verletzte

    6. Lärm

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    "Gewonnen hat er aber qualitativ so gut wie nichts."

    Das mag theoretisch so sein.
    Mein Arbeitsplatz liegt aber nun mal nicht zwei Döfrer weiter, der Tante-Emma-Laden um die Ecke hat längst geschlossen, mein Freundeskreis liegt im Umkreis von 25 km und nicht mehr in der Nachbarschaft und natürlich nutze ich die Freizeitmöglichkeiten, die unsere moderne Welt bietet und fahre auch mal 20 km ins Kino. Dazu werden Nahrungsmittel und sonstige Artikel heute eben nicht mehr um die Ecke hergestellt, sondern weltweit. Egal, ob man das gut findet oder nicht, es ist heute so - wir leben in einer globalisierten, "größeren" Welt.

    Die Argumentationskette (der sowieso der Schluss fehlt) ist daher genauso unsinnig wie "Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose." oder "In der Steinzeit haben die Menschen auch gelebt."

    Man kann sich mit interessanten Leuten treffen und austauschen von deren Existenz man zu Zeiten der Postkutsche wahrscheinlich nicht mal geahnt hätte.

    Möbilität bringt also schon eine ganze Menge. Sonst könnten wir ja heute auch noch auf den Bäumen wohnen.

    "Gewonnen hat er aber qualitativ so gut wie nichts."

    Das mag theoretisch so sein.
    Mein Arbeitsplatz liegt aber nun mal nicht zwei Döfrer weiter, der Tante-Emma-Laden um die Ecke hat längst geschlossen, mein Freundeskreis liegt im Umkreis von 25 km und nicht mehr in der Nachbarschaft und natürlich nutze ich die Freizeitmöglichkeiten, die unsere moderne Welt bietet und fahre auch mal 20 km ins Kino. Dazu werden Nahrungsmittel und sonstige Artikel heute eben nicht mehr um die Ecke hergestellt, sondern weltweit. Egal, ob man das gut findet oder nicht, es ist heute so - wir leben in einer globalisierten, "größeren" Welt.

    Die Argumentationskette (der sowieso der Schluss fehlt) ist daher genauso unsinnig wie "Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose." oder "In der Steinzeit haben die Menschen auch gelebt."

    Man kann sich mit interessanten Leuten treffen und austauschen von deren Existenz man zu Zeiten der Postkutsche wahrscheinlich nicht mal geahnt hätte.

    Möbilität bringt also schon eine ganze Menge. Sonst könnten wir ja heute auch noch auf den Bäumen wohnen.

  7. in der Batterie eine Tankstelle anfahren? Oder gar anrufen sie sollen schnell eine geladene im Austausch vorbeibringen? An so einen Gedanken kann ich mich nicht gewöhnen. Vor allem da ich mit dem jetzigen Diesel 1000km fahren kann ohne gross ständig nach Tankstellen Ausschau halten zu müssen.
    Ohne Infrastruktur, ohne Reichweite, werde ich unter Garantie kein Versuchskaninchen für irgendwelche Experimente spielen.
    Alleine zum "Brötchen" holen fahre ich z.Zt. hin- und zurück 36km, ohne andere Alternative.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Nicht umbedingt."
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    ...sind - bei 50Cent Fahrzeugvollkosten eines untere Mittelklasse-Wagens pro Kilometer - 18€ fürs Brötchenholen. Kommen dazu ca. 30 Minuten Fahrzeit, bei einem fiktiven Stundenlohn von 18€ nochmal 9€ dazu. Nehmen wir an, sie holen 10 Brötchen, dann liegen die Beschaffungskosten pro Brötchen bei 2,70€. Man sollte Ihnen entweder das Brötchenholen verbieten - oder den Liter Sprit auf 5€ verteuern, nur für Sie.

    Gibts überall, in verschiedensten Sorten, schmecken auch sehr gut. Aufbacken kostet ca. 15 Min. Ofen an = max. 1 KWh = 20 bis 25 Cent - je nach Stromtarif.
    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie dass nicht wussten. Wahrscheinlich genießen Sie regelmäßig die lange Fahrt zum Bäcker, weil Sie dann nicht den Frühstückstisch decken oder Kaffee kochen müssen.
    Oder es gibt andere Gründe, für die mein Beitrag zensiert werden würde, wenn ich sie hier nennen würde.

    Selber Backen, oder aufbacken ist doch eine Lösung.

    die Ihr geliebter Dieselmotor während des Verbrennens einer Tankfüllung in unsere Atemluft absondert? Diese Partikel sind so klein, dass man sie nicht sehen und sogar messtechnisch nur sehr schwer erfassen kann, was ganz im Sinn der Diesellobby ist, die uns weismachen will, wie umweltfreundlich diese notorischen Dreckschleudern doch seien. Vielleicht schätzen einfach mal die Zahl der über 1000 km Fahrtstrecke emittierten Partikel - sollten Sie dabei intuitiv auf Zahlen kommen, die mit 15 oder mehr Nullen enden, lägen Sie gar nicht mal so falsch.

    Dann nehmen Sie besser auch in Zukunft den Diesel.

    Nicht jeder muß E-Auto fahren, aber wer will sollte es können.

    "Brötchen aufbacken, Brötchen selbst backen, Brötchenfahrt verbieten..." Die Anzahl der Bevormunder und Besserwisser steigt unaufhaltsam. Zweimal in unserer Geschichte haben sich schon Leute durchgesetzt, die es vorgeblich besser wußten.

    Ich schätze, Sie fahren einen Firmenwagen, so daß Sie die Fahrt nichts kostet, weil Vater Staat mit der Dienstwagenregelung die Autoindustrie bauchpinselt. Ferner gehe ich davon aus, daß Sie ihre frischen Brötchen verdient haben. Also holen Sie sie. Auch wenn es Ihnen 2,75 pro Stück wert ist.

    ...sind - bei 50Cent Fahrzeugvollkosten eines untere Mittelklasse-Wagens pro Kilometer - 18€ fürs Brötchenholen. Kommen dazu ca. 30 Minuten Fahrzeit, bei einem fiktiven Stundenlohn von 18€ nochmal 9€ dazu. Nehmen wir an, sie holen 10 Brötchen, dann liegen die Beschaffungskosten pro Brötchen bei 2,70€. Man sollte Ihnen entweder das Brötchenholen verbieten - oder den Liter Sprit auf 5€ verteuern, nur für Sie.

    Gibts überall, in verschiedensten Sorten, schmecken auch sehr gut. Aufbacken kostet ca. 15 Min. Ofen an = max. 1 KWh = 20 bis 25 Cent - je nach Stromtarif.
    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie dass nicht wussten. Wahrscheinlich genießen Sie regelmäßig die lange Fahrt zum Bäcker, weil Sie dann nicht den Frühstückstisch decken oder Kaffee kochen müssen.
    Oder es gibt andere Gründe, für die mein Beitrag zensiert werden würde, wenn ich sie hier nennen würde.

    Selber Backen, oder aufbacken ist doch eine Lösung.

    die Ihr geliebter Dieselmotor während des Verbrennens einer Tankfüllung in unsere Atemluft absondert? Diese Partikel sind so klein, dass man sie nicht sehen und sogar messtechnisch nur sehr schwer erfassen kann, was ganz im Sinn der Diesellobby ist, die uns weismachen will, wie umweltfreundlich diese notorischen Dreckschleudern doch seien. Vielleicht schätzen einfach mal die Zahl der über 1000 km Fahrtstrecke emittierten Partikel - sollten Sie dabei intuitiv auf Zahlen kommen, die mit 15 oder mehr Nullen enden, lägen Sie gar nicht mal so falsch.

    Dann nehmen Sie besser auch in Zukunft den Diesel.

    Nicht jeder muß E-Auto fahren, aber wer will sollte es können.

    "Brötchen aufbacken, Brötchen selbst backen, Brötchenfahrt verbieten..." Die Anzahl der Bevormunder und Besserwisser steigt unaufhaltsam. Zweimal in unserer Geschichte haben sich schon Leute durchgesetzt, die es vorgeblich besser wußten.

    Ich schätze, Sie fahren einen Firmenwagen, so daß Sie die Fahrt nichts kostet, weil Vater Staat mit der Dienstwagenregelung die Autoindustrie bauchpinselt. Ferner gehe ich davon aus, daß Sie ihre frischen Brötchen verdient haben. Also holen Sie sie. Auch wenn es Ihnen 2,75 pro Stück wert ist.

    • Krakz
    • 13.05.2011 um 14:37 Uhr

    Der Autorin ist natürlich zuzustimmen, mit ihren Hinweisen auf den unausgegorenen Zustand einerseits und die überzogenen Subventionswünsche andererseits. Ich meine, der Endverbraucher muss sich wenig Sorgen machen. – es sei denn, die Energie wird so knapp dass überall das Licht ausgeht. Dann dürfte einem die Kälte im Winter aber mehr zusetzen als
    Wieso?
    Schon mit konventioneller Technik kann man heute einen Kompaktwagen mit weniger als vier Litern Norm-Verbrauch bekommen. Das bedeutet, dass man ein Fahrzeug der Pologröße auf 2,5 hin bekäme, wenn man bereit wäre, Komfort- und Sicherheitstechnik über Bord zu werfen. Das ist schon sehr wenig, denn der öffentliche Verkehr hat ja auch ein Verbrauchsäquivalent von etwa 2 Litern Treibstoff. Soll heißen: Bevor alle zu Fuß gehen, kommt man sehr weit runter, wenn auch ohne Airbag

    Skeptischer wäre ich, ob es gelingt, die Umweltbelastung von Flugreisen oder auch der Bahn in ähnlichen Maßstäben nach unten zu drücken.

    Zu Seldon-X: Wohl war! Man muss sich natürlich auch mal an die Nase fassen. Bei mir etwa: Für ein Wochenende Fahrradfahren nach Spanien fliegen, das ist schon ziemlich abgespact

    Eine Leser-Empfehlung

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