Bundeswehr-Einsätze Am Hindukusch? Wenn es sein muss
Das Konzept der Berufsarmee betont die Landesverteidigung – und bereitet den Weg für eine internationale Eingreiftruppe.
© Miguel Villagran/Getty Images

Ein Bundeswehrsoldat auf Patrouille in Afghanistan
Vom Einsatz her denken, wie es Karl-Theodor zu Guttenberg wollte, oder von der Landesverteidigung, wie es zuletzt aus dem Verteidigungsministerium raunte? Hat künftig wieder der Schutz Deutschlands und seiner Bevölkerung Priorität, Schutz, wovor auch immer, oder weiterhin die internationale Konfliktverhütung, die Krisenbewältigung und der Kampf gegen den globalen Terror? Welche Bundeswehr baut sich der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière da zurecht, eine weltweit agierende Einsatzarmee oder eine, die ein Land verteidigen will, dem ringsum die Feinde abhandengekommen sind?
Schaut man sich die Eckpunkte seiner Neuausrichtung an – de Maizière scheut den Begriff Reform wie KT die Öffentlichkeit –, so stellt man auf den ersten Blick fest: Der neue Mann hat sich auf ein entschiedenes Sowohl-als-auch festgelegt. Und auf den zweiten: Das Als-auch liegt klar vorn.
Auf der Rangliste der Aufgaben der Bundeswehr, festgehalten im Eckpunkte-Papier, hat die Landesverteidigung die internationale Krisenbewältigung wieder von Platz eins verdrängt. Das ist aber gleich aus zwei Gründen weniger bedeutungsschwer, als es auf dem Papier aussieht. Zum einen, weil »Landesverteidigung« da nicht allein steht, sondern mit dem Zusatz »als Bündnisverteidigung« versehen ist, was den Soldaten schon mal eine Ahnung von der Marschrichtung vermittelt. Und zum anderen, weil die Landesverteidigung jene Aufgabe ist, die das Grundgesetz der Bundeswehr seit nunmehr 56 Jahren vorschreibt. De Maizière ist Jurist und von Wesen und Auftritt her ein Mann, der großen Wert auf Formen legt. Das Grundgesetz mal eben links liegen lassen und seine eigene Rangfolge festlegen, das kommt in seiner Welt schlicht nicht vor. Aber ebenso wenig kommen Vorschläge zur Ausbildung oder Ausrüstung vor, die das Konzept der Landesverteidigung konkret unterfüttern würden.
Bleibt das Als-auch, bleibt der internationale Kriseneinsatz. Den formalen Bedeutungsverlust gleicht de Maizière aus, indem er zwar die Sollstärke der Truppe von de facto 221.000 auf 175.000 reduziert, die Zahl der Einsatzkräfte aber deutlich anhebt. Bisher konnte das Parlament maximal 7000 Männer und Frauen gleichzeitig zu internationalen Missionen entsenden. Künftig werden es 10.000 sein. Aufgrund fester Turnusregelungen muss man die Zahl mit sechs multiplizieren, um auf die Gesamtzahl deutscher Einsatzsoldaten zu kommen. Sie stellen nun ein knappes Drittel der gesamten Truppe, vorher war es gerade mal ein Sechstel. Der Umbau zur global agierenden Einsatzarmee kommt also voran.
Eine »Kultur der Verantwortung« soll künftig Leitlinie bei der Entscheidung sein, ob sich Deutschland an der Krisenbewältigung fernab seiner Landesgrenzen beteiligen will. Was sind unsere Interessen? Stehen wir in Bündnissolidarität? Sind unsere Soldaten dafür ausgebildet und ausgerüstet? So lauten die staatstragenderen Fragen aus dem Entwurf des Kriterienkatalogs. Und die aus dem prallen Leben: Haben wir genug Geld, wie populär ist der Einsatz, sind wir mal wieder dran? Es ist ein erster Versuch, in den notorischen Begründungswirrwarr für Zustimmung und Ablehnung so etwas wie Struktur zu bringen, eine Ordnung, die sich nicht an Landtagswahlen oder Tageslaune orientieren muss.
- Datum 19.05.2011 - 13:17 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.5.2011 Nr. 21
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Zehntausend Mann für die Heimat- und Landes-Verteidigung, den Rest out-sourcen:
Bei bedarf ganz einfach von Blackwater (abgekürzt BW!) anheuern.
Das kostete vielleicht noch ein paar deutscje Fähnchen für die Oberarme!
Aber keratives Denken ist ja nicht gefragt!
...kann man es auch gleich lassen. Ob 10000 Mann zur Landesverteidigung da sind oder gar keine wird kaum einen Unterschied machen.
Nix BW, Blackwater heißt seit über zwei Jahren "Xe Services". Aber hauptsache mal wieder was kluges gesagt, hm?
Chali, nur zu deiner Info: Blackwater heisst nicht mehr Blackwater. Und uebrigens,die stehen auch in den USA in heftiger Kritik.
...kann man es auch gleich lassen. Ob 10000 Mann zur Landesverteidigung da sind oder gar keine wird kaum einen Unterschied machen.
Nix BW, Blackwater heißt seit über zwei Jahren "Xe Services". Aber hauptsache mal wieder was kluges gesagt, hm?
Chali, nur zu deiner Info: Blackwater heisst nicht mehr Blackwater. Und uebrigens,die stehen auch in den USA in heftiger Kritik.
Das klingt doch erstmal ganz sinnvoll, bleibt nur zu hoffen, dass die Ausrüstung auch schnell auf die neuen Aufgaben ausgerichtet wird und diese nicht den dann folgenden Sparmaßnahmen zum Opfer fällt.
.... gleichzeitig zu internationalen Missionen entsenden. Künftig werden es 10.000 sein."
Das sind weniger als 1/3 der Leistungsstärke des kleineren und ärmeren England und schneidet im Vergleich zu Frankreich ganz schlecht ab.
Prinzipiell gebe ich Ihnen recht, aber die strategische Ausrichtung Englands ist auch anders strukturiert. So hat England keine wirklichen Landgrenzen und ist historisch schon immer international vertreten. Selbst im zweiten Weltkrieg musste erst eine Landesverteidigung für den Falle einer Invasion aufgestellt werden.
Im Falle Frankreichs sind allerdings die Grundlagen ähnlich wie Deutschland, bis auf die historische Vergangenheit als Kolonialmacht, aber das ist mittlerweile vernachlässigbar, daher gebe ich Ihnen mit Frankreich vollkommen recht.
Prinzipiell gebe ich Ihnen recht, aber die strategische Ausrichtung Englands ist auch anders strukturiert. So hat England keine wirklichen Landgrenzen und ist historisch schon immer international vertreten. Selbst im zweiten Weltkrieg musste erst eine Landesverteidigung für den Falle einer Invasion aufgestellt werden.
Im Falle Frankreichs sind allerdings die Grundlagen ähnlich wie Deutschland, bis auf die historische Vergangenheit als Kolonialmacht, aber das ist mittlerweile vernachlässigbar, daher gebe ich Ihnen mit Frankreich vollkommen recht.
...kann man es auch gleich lassen. Ob 10000 Mann zur Landesverteidigung da sind oder gar keine wird kaum einen Unterschied machen.
wenn Dänemark sein aggressives Verhalten aufrechterhält und seine Grenzen sperrt, müssen wir uns ja schon eine Streitmacht wieder aufbauen können.
Und das Wachbattallion brauchen wir auch!
wenn Dänemark sein aggressives Verhalten aufrechterhält und seine Grenzen sperrt, müssen wir uns ja schon eine Streitmacht wieder aufbauen können.
Und das Wachbattallion brauchen wir auch!
"Eine »Kultur der Verantwortung« soll künftig Leitlinie bei der Entscheidung sein, ob sich Deutschland an der Krisenbewältigung fernab seiner Landesgrenzen beteiligen will. Was sind unsere Interessen? Stehen wir in Bündnissolidarität? Sind unsere Soldaten dafür ausgebildet und ausgerüstet? So lauten die staatstragenderen Fragen aus dem Entwurf des Kriterienkatalogs. Und die aus dem prallen Leben: Haben wir genug Geld, wie populär ist der Einsatz, sind wir mal wieder dran? Es ist ein erster Versuch, in den notorischen Begründungswirrwarr für Zustimmung und Ablehnung so etwas wie Struktur zu bringen, eine Ordnung, die sich nicht an Landtagswahlen oder Tageslaune orientieren muss."
Seit Jahrzehnten drückt man sich vor der Verantwortung und hat eine rechtfertigende Mythologie des "Friedens ohne Waffen" entwickelt. Sie tut der Seele gut auch wenn sie mit der Realität in der Welt wenig zu tun hat. Diese Fabeln stecken den Menschen als Konditionierte Reflexe in den Köpfen und es ist immer schwer solche rückgängig zu machen. Fragen Sie jeden Psychologen.
So steht eine enorme Bildungsaufgabe vor uns, wenn wir nicht einfach über den Gleichschrittmechanismus, der hierzulande zwar gut funktioniert, aber enorme Gefahren birgt, die Unterstützung verantwortlicher Politik betreiben wollen.
Prinzipiell gebe ich Ihnen recht, aber die strategische Ausrichtung Englands ist auch anders strukturiert. So hat England keine wirklichen Landgrenzen und ist historisch schon immer international vertreten. Selbst im zweiten Weltkrieg musste erst eine Landesverteidigung für den Falle einer Invasion aufgestellt werden.
Im Falle Frankreichs sind allerdings die Grundlagen ähnlich wie Deutschland, bis auf die historische Vergangenheit als Kolonialmacht, aber das ist mittlerweile vernachlässigbar, daher gebe ich Ihnen mit Frankreich vollkommen recht.
die Legion, also eine Söldner Truppe, eingesetzt für die kein Franzose sein Gesicht verlieren müßte.
Bei uns ist es eine vollkommen andere Situation. Seit Bestehen der Bundeswehr, sehr deutlich nach der Beendigung des "Kalten Kriegs" gab es aus der CDU\CSU immer wieder Statements für Ausland Einsätze. So nach dem Motto "Wir wollen mitspielen - Dabei sein ist Alles" oder wie wir ja in letzter Zeit öfter hören mußten "Ehrenvoll gestorben - Ich frage mich für was denn überhaupt. Gegen den "Terror" in Afghanistan - nein wenn wir das nicht machen dann kommt der "Terror" zu uns - ein Einsatz begründet auf "Lügen unserer Freunde, Partner" usw.
Bislang hat nur zu Guttenberg bei seinen PR-Terminen in Afghanistan über die schlechte Ausrüstung der Soldaten offen lamentiert - Nun er hat sich weg gelogen, sonst ist nicht viel passiert.
Der "Neue" lamentiert über eine bessere Ausrüstung - allerdings im Zusammenhang mit "Mehr Pflichten unseren Partnern gegenüber". Hier wird es gefährlich - vielleicht wird eine Änderung des Grundgesetzes vorbereitet um aus einer "Verteidigungsarmee" eine "Angriffsarmee" zu machen. Man will wohl mitspielen. Anders kann man es nicht deuten oder betrachten.
Da die SPD zur Zeit "Konsensfähig" ist und die Grünen scheinbar keine eigene Meinung zum Thema haben steigt die potenzielle Kriegsgefahr mit und später ohne die ja so wichtigen "Partner". Da kann man nur hoffen das gewissenlose "Spinner" dieses Ziel nicht erreichen.
die Legion, also eine Söldner Truppe, eingesetzt für die kein Franzose sein Gesicht verlieren müßte.
Bei uns ist es eine vollkommen andere Situation. Seit Bestehen der Bundeswehr, sehr deutlich nach der Beendigung des "Kalten Kriegs" gab es aus der CDU\CSU immer wieder Statements für Ausland Einsätze. So nach dem Motto "Wir wollen mitspielen - Dabei sein ist Alles" oder wie wir ja in letzter Zeit öfter hören mußten "Ehrenvoll gestorben - Ich frage mich für was denn überhaupt. Gegen den "Terror" in Afghanistan - nein wenn wir das nicht machen dann kommt der "Terror" zu uns - ein Einsatz begründet auf "Lügen unserer Freunde, Partner" usw.
Bislang hat nur zu Guttenberg bei seinen PR-Terminen in Afghanistan über die schlechte Ausrüstung der Soldaten offen lamentiert - Nun er hat sich weg gelogen, sonst ist nicht viel passiert.
Der "Neue" lamentiert über eine bessere Ausrüstung - allerdings im Zusammenhang mit "Mehr Pflichten unseren Partnern gegenüber". Hier wird es gefährlich - vielleicht wird eine Änderung des Grundgesetzes vorbereitet um aus einer "Verteidigungsarmee" eine "Angriffsarmee" zu machen. Man will wohl mitspielen. Anders kann man es nicht deuten oder betrachten.
Da die SPD zur Zeit "Konsensfähig" ist und die Grünen scheinbar keine eigene Meinung zum Thema haben steigt die potenzielle Kriegsgefahr mit und später ohne die ja so wichtigen "Partner". Da kann man nur hoffen das gewissenlose "Spinner" dieses Ziel nicht erreichen.
wenn Dänemark sein aggressives Verhalten aufrechterhält und seine Grenzen sperrt, müssen wir uns ja schon eine Streitmacht wieder aufbauen können.
Und das Wachbattallion brauchen wir auch!
Ich kann mit diesen ganzen vermeintlich richtigen Auslandseinsätzen überhaupt nichts anfangen. Und wenn so langsam klar wird, das es aufgrund der heutigen politischen Großwetterlage keine Armee mehr für die Landesverteidigung braucht, dann laßt sie uns doch einfach abschaffen. Ja genau, einfach abschaffen. Klingt zu simpel, klingt noch Utopie. Aber warum denn nicht? Was wäre Deutschland für ein großartiger Staat, was wäre das für ein Signal an die Welt, wenn dieses Land das Militär komplett einpackt? Ich fande es richtig, einfach nur richtig.
Sie beschreiben eine wunderbare Utopie, aber der Mensch lebt leider nicht nach Utopien.
Jeder Einzelne will für sich das Beste. Aus diesem Grund hat der Planet schon Tausende von Kriegen mit Abermillionen von Toten gesehen.
Wir Europäer haben es vollbracht, ganze 65 Jahre lang den Frieden aufrecht zu erhalten. Zu Zeiten des kalten Krieges lag es alleine an der "Balance of Power", dem Gleichgewicht der Kräfte, dass es zu keinem dritten Weltkrieg gekommen ist.
Jetzt fordern Sie, diese Erfolgsstory (die größte Erfolgsgeschichte der Menschheit!) ad acta zu legen und überlassen damit den Spinnern dieses Globus die Initiative - das ist nicht nur naiv (sorry!), sondern geradezu fahrlässig.
Das "Signal an die Welt" würde verstanden werden als Aufruf, die Dinge selber in die Hand zu nehmen.
Genauso könnten Sie fordern, die Polizei abzuschaffen. Was dabei passieren würde, können Sie in dem Film "Das Experiment" beobachten.
Was z. B. ist in den Ländern Afrikas passiert, wo es nie eine Ordnung schaffende Gewaltenteilung gab: Völkermorde, Massenabschlachtungen Unschuldiger und - in der Folge - Stabilisierung unheilvoller Diktaturen.
Frieden und Freiheit fallen nicht vom Himmel! Man muß sie erkämpfen, stabilisieren und verteidigen. Dazu gehört eine funktionierende Demokratie, eine freie Justiz und eine intakte militärische Position. Ansonsten laufen wir Gefahr, die Welt sich selbst zu überlassen und dann: Gute Nacht!
Sie beschreiben eine wunderbare Utopie, aber der Mensch lebt leider nicht nach Utopien.
Jeder Einzelne will für sich das Beste. Aus diesem Grund hat der Planet schon Tausende von Kriegen mit Abermillionen von Toten gesehen.
Wir Europäer haben es vollbracht, ganze 65 Jahre lang den Frieden aufrecht zu erhalten. Zu Zeiten des kalten Krieges lag es alleine an der "Balance of Power", dem Gleichgewicht der Kräfte, dass es zu keinem dritten Weltkrieg gekommen ist.
Jetzt fordern Sie, diese Erfolgsstory (die größte Erfolgsgeschichte der Menschheit!) ad acta zu legen und überlassen damit den Spinnern dieses Globus die Initiative - das ist nicht nur naiv (sorry!), sondern geradezu fahrlässig.
Das "Signal an die Welt" würde verstanden werden als Aufruf, die Dinge selber in die Hand zu nehmen.
Genauso könnten Sie fordern, die Polizei abzuschaffen. Was dabei passieren würde, können Sie in dem Film "Das Experiment" beobachten.
Was z. B. ist in den Ländern Afrikas passiert, wo es nie eine Ordnung schaffende Gewaltenteilung gab: Völkermorde, Massenabschlachtungen Unschuldiger und - in der Folge - Stabilisierung unheilvoller Diktaturen.
Frieden und Freiheit fallen nicht vom Himmel! Man muß sie erkämpfen, stabilisieren und verteidigen. Dazu gehört eine funktionierende Demokratie, eine freie Justiz und eine intakte militärische Position. Ansonsten laufen wir Gefahr, die Welt sich selbst zu überlassen und dann: Gute Nacht!
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