Die Kosten des Nachtlebens fressen mitunter einen Großteil der Mittel auf, die einem jungen Menschen zur Verfügung stehen – etwa den gleichen Anteil, den ältere Menschen fürs Auto ausgeben. Nehmen wir an, der junge Mensch geht fünfeinhalbmal im Monat aus und betrinkt sich dabei ein wenig (nicht mal exzessiv), so muss er dafür ein Sümmchen einkalkulieren, für das er schon ein kleines WG-Zimmer anmieten könnte. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier )

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Dennoch sind die Kosten der Nacht im Vergleich zu den Benzinkosten selten Debattenthema. Wird doch einmal darüber gesprochen, dann meist in der Weise, dass Berlin ja wohl unvergleichlich billig sei. Was Berlin noch begehrter macht, als es sowieso schon erscheint. Weil aber das Begehren den Preis bestimmt, ist das Nachtleben in Berlin doch nicht so billig. Eher im Gegenteil.

Warum spricht sich das nicht herum? Eine These: Wer einmal drin ist im für seinen Türsteher berüchtigten Berghain, ist so erleichtert, dass ihn der Eintrittspreis nicht mehr schert. Noch eine These: Wer jung ist und arm, ist selten kleinlich.