Elektromobilität Alles für das E-Auto

Berlin will die Elektromobilität mit Milliarden subventionieren – die wesentlichen Fragen.

1. Wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich?

Kaum im Amt, posierte Wirtschaftsminister Philipp Rösler schon im Elektro-Smart. Doch wie viel CO₂-Emissionen verursacht der kleine Stromer aus seinem Dienstwagenpool? Die Frage ist einfach und zugleich kompliziert zu beantworten. Lokal, also direkt beim Fahren, löst das kleine E-Mobil – wie andere rein batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeuge – das Versprechen zero emission ein, also null Gramm CO₂ pro Kilometer. Berücksichtigt man allerdings das Kohlendioxid, welches bei der Produktion des getankten Stroms entsteht, sieht die Bilanz weniger freundlich aus. Zum deutschen Strommix tragen Kohle-, Öl- und Gaskraftwerke nach wie vor mehr als die Hälfte bei. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hält unter diesen Prämissen ein konventionell angetriebenes 3-Liter-Auto etwa mit sauberem Diesel für umweltfreundlicher als reine E-Autos. In Märkten wie China, deren Strom überwiegend aus Kohle gewonnen wird, gilt das noch viel mehr. Richtig ökologisch wird der Elektroantrieb dann, wenn die damit ausgerüsteten Autos etwa durch Leichtbau und windschlüpfige Karosserien möglichst wenig Strom verbrauchen und dieser komplett aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser-, Windkraft, Solaranlagen, Biomasse) stammt.

2. Was bringt eine steuerliche Förderung von Elektroautos?

Die Bundesregierung möchte künftig Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreien. Zudem sollen elektrisch angetriebene Dienstwagen, die in der Regel bei der Anschaffung deutlich teurer sind als gleichwertige konventionell angetriebene Fahrzeuge, diesen steuerlich gleichgestellt werden.

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Der Kaufanreiz einer erlassenen Kfz-Steuer dürfte – zumindest für Privatpersonen – minimal sein. Ein paar Hundert Euro gesparte Kfz-Steuer pro Jahr können den deutlichen Aufpreis von durchschnittlich 9000 Euro gegenüber konventionell angetriebenen Autos bei der Kaufentscheidung kaum kompensieren. Und die Vorreiter beim E-Autokauf, wie etwa Energiekonzerne, Stadtwerke, ökologisch ausgerichtete Firmen und Car-Sharing-Firmen sowie Behörden, würden auch ohne dieses staatliche Bonbon kaufen. Der Steuererlass wird so zum reinen Mitnahmeeffekt ohne nachhaltige Wirkung.

Auf große Dienstwagen, wie sie gern auch hohe Beamte und Minister nutzen, dürfte eine Besserstellung der E-Autos überhaupt keine Wirkung haben, da auf absehbare Zeit nur kleine und kompakte Autos mit rein batterieelektrischem Antrieb angeboten werden.

Kanzlerin Angela Merkel möchte bis zum Jahr 2020 schon eine Million E-Autos auf unseren Straßen sehen, um Deutschland zum »Leitmarkt« für diese Technologie zu machen. Ein direkter Kaufzuschuss anlog zur Abwrackprämie wäre als Anreiz sehr viel effektiver. In Ländern wie Frankreich, Japan oder den USA werden die E-Autokäufe mit Beträgen zwischen 5000 und 10.000 Euro subventioniert. Entsprechend stärker ist dort der Absatz. Die Frage ist allerdings, ob Deutschland sich einen derartigen Subventions-Sündenfall für eine prosperierende Industrie leisten sollte. Und eine Bevorzugung der E-Autos gibt es jetzt schon: Strom wird wesentlich geringer besteuert als Benzin oder Diesel.

Leser-Kommentare
  1. Und dem recyceln? Die grosse Frage ist doch auch was man mit einer zentnerschweren Batterie macht, wenn die Ladezyklen ausgeschoepft sind. Genauso muss gefragt werden wie umweltfreundlich die Foerderung und Verarbeitung der Materialien, wie Kupfer, Alu und Lithium ist. Statt jetzt alles mit E-Autos vollzupflastern, sollte man sich besser neue Mobilitaetskonzepte ueberlegen, bei der nicht mehr jeder Mensch ein eigenes Auto zu besitzen braucht. Siehe: http://www.zeit.de/2011/2...

  2. Nur eine kurze Recherche Empfehlung: einzelen seltene Erden, die unabdingbar für den Bau von fahrendem E-Murks sind, reichen bei gegenwärtiger Förderung für ca. 30 Jahre.

    Es sind die gleichen seltenen Erden und Metalle, die für Handys, PC etc. erforderlich sind.

    Wie wär's wenn man endlichmal die Milliarden für ökologischen Stuss in den Ausbaus eines "Rund um die Uhr" und preisattraktiven öffentlichen Verkehr steckt.

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    Wären Sie Ihrer eigenen Rechercheempfehlung gefolgt, dann müßten Sie hier nicht alles bunt durcheinanderwerfen.

    1) Lithium ist keine seltene Erde sondern sogar ziemlich häufig (mehr als Blei). Auch Eisen, Phosphor, Mangan, Natrium, Schwefel, Magnesium usw. die für verschiedene Akkutypen benötigt werden, sind nicht selten.

    2) Neodym wird in E-Motoren und Generatoren mit Permanentmagneten verwendet, ist aber keineswegs "unabdingbar". Es gibt längen Motoren die ohne auskommen, z.B. sogar der im Tesla Roadster.
    Seltene Erden heißen übrigens nicht so, weil sie so selten vorkommen, sondern weil sie bis jetzt selten benötigt und gefördert wurden.
    Vorkommen gibt es sogar in Deutschland!

    Also mal bitte wirklich recherchieren, und nicht jeden Propagandamurks glauben...

    Wären Sie Ihrer eigenen Rechercheempfehlung gefolgt, dann müßten Sie hier nicht alles bunt durcheinanderwerfen.

    1) Lithium ist keine seltene Erde sondern sogar ziemlich häufig (mehr als Blei). Auch Eisen, Phosphor, Mangan, Natrium, Schwefel, Magnesium usw. die für verschiedene Akkutypen benötigt werden, sind nicht selten.

    2) Neodym wird in E-Motoren und Generatoren mit Permanentmagneten verwendet, ist aber keineswegs "unabdingbar". Es gibt längen Motoren die ohne auskommen, z.B. sogar der im Tesla Roadster.
    Seltene Erden heißen übrigens nicht so, weil sie so selten vorkommen, sondern weil sie bis jetzt selten benötigt und gefördert wurden.
    Vorkommen gibt es sogar in Deutschland!

    Also mal bitte wirklich recherchieren, und nicht jeden Propagandamurks glauben...

  3. Autos gefährden jeden Tag das Leben aller Menschen in den Städten und mindern massiv die Lebensqualität durch Lärm, Feinstaub, extremem verbrauch öffentlicher Fläche und zerschneiden des Lebensraumes. Da auch Menschen zur Umwelt gehören, können Autos niemals umweltfreundlich sein. Auch nicht mit einem Elektromotor.

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    • GDH
    • 20.05.2011 um 12:25 Uhr

    Sie schreiben "Autos gefährden jeden Tag das Leben aller Menschen in den Städten und mindern massiv die Lebensqualität durch Lärm, Feinstaub, extremem verbrauch öffentlicher Fläche und zerschneiden des Lebensraumes. Da auch Menschen zur Umwelt gehören, können Autos niemals umweltfreundlich sein. Auch nicht mit einem Elektromotor."

    Schön und gut, dass sich nicht alle von Ihnen angesprochenen Punkte lösen lassen (ist auch mit ein Grund, warum ich kein Auto fahre) aber wenn Sie schon Feinstaub und Lärm anführen, könne Ihr Fazit etwas wohlwollender ausfallen. Zumindest da sind Elektroautos besser (wenn nicht gerade verrückte Politiker vorschreiben, dass die Dinger Krach machen müssen, weil wir uns schon so dran gewöhnt haben...).

    Zur Reihenfolge: Aus der Verbrennung (von fossilen Rohstoffen) in der Stromproduktion auszusteigen muss Priorität haben. Erst dann ergibt E-Mobilität (egal ob jetzt mit Akku oder Wasserstofftank als Speicher) so richtig Sinn.

    • GDH
    • 20.05.2011 um 12:25 Uhr

    Sie schreiben "Autos gefährden jeden Tag das Leben aller Menschen in den Städten und mindern massiv die Lebensqualität durch Lärm, Feinstaub, extremem verbrauch öffentlicher Fläche und zerschneiden des Lebensraumes. Da auch Menschen zur Umwelt gehören, können Autos niemals umweltfreundlich sein. Auch nicht mit einem Elektromotor."

    Schön und gut, dass sich nicht alle von Ihnen angesprochenen Punkte lösen lassen (ist auch mit ein Grund, warum ich kein Auto fahre) aber wenn Sie schon Feinstaub und Lärm anführen, könne Ihr Fazit etwas wohlwollender ausfallen. Zumindest da sind Elektroautos besser (wenn nicht gerade verrückte Politiker vorschreiben, dass die Dinger Krach machen müssen, weil wir uns schon so dran gewöhnt haben...).

    Zur Reihenfolge: Aus der Verbrennung (von fossilen Rohstoffen) in der Stromproduktion auszusteigen muss Priorität haben. Erst dann ergibt E-Mobilität (egal ob jetzt mit Akku oder Wasserstofftank als Speicher) so richtig Sinn.

  4. ...mit dem 20-30fachen des Fahrergewichtes - meist allein besetzt und mit einem kläglichen Wirkungsgrad - durch die Gegend zu rauschen ist einfach nur: Schwachsinn. Behebbar auch nicht durch Elektroautos - sondern nur duch "Strafzahlungen" für unnötige fossilmobile Autofahrten, siehe London. Aber selbst dort erstickt die Innenstadt am Individualverkehr. Vielleicht ist ein Preis von 5€ für den Liter Sprit prohibitiv genug - er könnte gleichzeitig unsere Rentenkassen für folgende Jahrzehnte sanieren helfen.

  5. Die Forschung der Elektroautos voranzutreiben halte ich für sehr wichtig. Aktuell stimmt es mit Sicherheit, dass die CO2-Emissionen mit einem entsprechenden 3-Liter-Auto gleichzusetzen sind. Aber gerade wenn immer mehr erneuerbare Energien ins Netz eingespeist werden, wird sich dieses Verhältnis wohl immer weiter verschieben - zu Gunsten der Elektroautos. Auch könnte man sich wohl im Sinne eines "Smart Grid" vorstellen, dass die Elektroautos (z.B. auf Firmenparkplätzen an Steckdosen angeschlossen) als großer Strompuffer für Netzschwankungen dient, so dass wenn der Wind mittags nicht ganz so kräftig bläst ein bisschen Strom aus den Akkus der Autos ins Netz zurückgespeist werden könnte - aber das ist aus aktueller Sicht noch Zukunftsmusik.

    Ein anderes großes Problem ist mit Sicherheit die Knappheit der Rohstoffe aus denen leistungsfähige Akkus gewonnen werden. An dieser Stelle muss ohne Zweifel noch mehr geforscht werden, um Akkus zu entwickeln die

    - billiger sind
    - aus häufig vorkommenden Rohstoffen hergestellt werden
    - mehr Kapazität besitzen
    - mehr Ladezyklen vertragen (wobei ich hier nicht weiß, wie der Stand der Technik ist)

    Und zu guter Letzt sollte selbstverständlich auch der ÖNV ausgebaut werden - allein in einer größeren Stadt in Schwaben gibt es viele recht häufig befahrene Strecken, die mit dem Auto in 10 Minuten, mit dem ÖNV aber 45 Minuten dauern (wenn alle Umsteigemöglichkeiten funktionieren) - und ja, ich bin selbst davon betroffen.

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    ... aber ich kann mich darüber nur wundern.

    Sie schreiben:

    "Ein anderes großes Problem ist mit Sicherheit die Knappheit der Rohstoffe aus denen leistungsfähige Akkus gewonnen werden. An dieser Stelle muss ohne Zweifel noch mehr geforscht werden, um Akkus zu entwickeln die

    - billiger sind
    - aus häufig vorkommenden Rohstoffen hergestellt werden
    - mehr Kapazität besitzen
    - mehr Ladezyklen vertragen (wobei ich hier nicht weiß, wie der Stand der Technik ist)"

    Soll das heissen: Wer sucht (forscht), der findet?
    Geld rein, Ergebnisse raus, egal wie das Problem lautet?

    Das ist genau die Grundhaltung, aus der heraus man z.B. die Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle zunächst übergehen konnte: Früher oder später würde man nach einem Endlager suchen, und weil man suchen würde, würde man auch eines finden.

    ... aber ich kann mich darüber nur wundern.

    Sie schreiben:

    "Ein anderes großes Problem ist mit Sicherheit die Knappheit der Rohstoffe aus denen leistungsfähige Akkus gewonnen werden. An dieser Stelle muss ohne Zweifel noch mehr geforscht werden, um Akkus zu entwickeln die

    - billiger sind
    - aus häufig vorkommenden Rohstoffen hergestellt werden
    - mehr Kapazität besitzen
    - mehr Ladezyklen vertragen (wobei ich hier nicht weiß, wie der Stand der Technik ist)"

    Soll das heissen: Wer sucht (forscht), der findet?
    Geld rein, Ergebnisse raus, egal wie das Problem lautet?

    Das ist genau die Grundhaltung, aus der heraus man z.B. die Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle zunächst übergehen konnte: Früher oder später würde man nach einem Endlager suchen, und weil man suchen würde, würde man auch eines finden.

  6. ...hier der Großdiktator, würde ich Induktionsspulen in die Autobahn und vor Ampeln propfen. Dann braucht man keinen 5 Tonnen Akku, der 120 km hält.

    Eine Leser-Empfehlung
  7. Die im Artikel erwähnten Modelle sind nicht vollständig. Ab 2012 bietet Teslar eine
    viertürige Limousine zu einem Preis ab $57.000 an. Die Reichweite beträgt zwischen 160 und 300 Meilen. Der Ladevorgang soll 45 Minuten dauern.
    Auch ohne Experte zu sein, ist es einleuchtend, dass grosstechnisch hergestellte elektische Energie mit einem höheren Wirkungsgrad hergestellt werden kann als individuell in einem Verbrennungsmotor.
    Um sich das Konzept letztlich durchsetzt wird die Zukunf zeigen, eine Change hat es auf jeden Fall verdient.

  8. Eine Million Elektroautos auf deutsche Strassen! D.h. grob über den Daumen, dass mal wieder eine Million bereits gebaute Autos auf dem Schrott landen. Die aktuelle E-Autos sind ja durchaus als bessere Prototypen zu verstehen würden also auch früher oder Später auf dem Müll landen.
    Und weiter dreht sich die Spirale.

    Wenn man denn mit der Brennstoffzelle weiter währe könnte man ja darüber nachdenken, aber solange wir für die Batterien Lithium und schlimmeres brauchen, während ihre Ausdauer noch gar nicht geklärt ist, ist dieser Vorstoss vollkommener Unsinn.

    Was ich noch weniger verstehe: Bei einem Elektroauto muss man ja scheinbar akzeptieren, dass es weder weit noch schnell fährt. Warum dann nicht ein 3-Liter Auto? Die sollten im Moment eher gefördert werden, als diese unsinnigen Handybatterien auf Rädern.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Wenn es unserer Regierung wirklich ernst ist mit der CO2-Reduktion, dann sollte jeder, der nachweislich sich kein Auto kauft mit 10.000 Euro gefördert werden.

    Wenn es unserer Regierung wirklich ernst ist mit der CO2-Reduktion, dann sollte jeder, der nachweislich sich kein Auto kauft mit 10.000 Euro gefördert werden.

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