Kalter Krieg Der Anfang einer neuen Zeit
Gerade erschienen, sorgt Henry Kissingers Buch über China in den USA für Furore. Darin berichtet er von seiner geheimen Mission nach Peking 1971 und schlägt eine Amerika und China verbindende "Pazifische Gemeinschaft" vor.
DIE ZEIT: Dr. Kissinger, Ihre China-Mission vor vierzig Jahren war geheim. Mit welchen Erwartungen sind Sie in Peking gelandet?
Henry Kissinger: Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukam. Ich wusste, es könnte ein historisches Ereignis werden, es könnte zu einer ganz neuen internationalen Politik führen. Aber wie genau das geschehen würde, blieb mir unklar. Wir hatten keinen Kontakt mit der chinesischen Regierung gehabt. Es gab nur ein paar kryptische Botschaften, um das Treffen zu arrangieren. Die wenigen, gleichsam philosophischen Hinweise, die von den Chinesen gekommen waren, hatten wir kaum verstanden.
DIE ZEIT: Welche Hinweise?
Henry Kissinger: Mao hatte dem amerikanischen Journalisten Edgar Snow in den sechziger Jahren zwei Interviews gegeben. Wir haben deren Bedeutung nicht richtig verstanden, denn Snow galt als kommunistischer Propagandist. Auch Snows Interview mit Mao im Herbst 1970 wurde von uns nicht weiter wahrgenommen; zu diesem Zeitpunkt gab es aber schon andere Kontakte, zum Beispiel über Pakistan. Wie auch immer, Richard Nixon und ich hatten uns für konzeptionelle Gespräche entschieden; wir hofften auf einen neuen Anfang.
DIE ZEIT: Wer von Ihnen beiden hat denn die Initiative ergriffen, Nixon oder Sie?
- Nixon in China
-
Der Besuch von US-Präsident Richard Nixon bei Mao Tse-tung im Februar 1972 gehört neben Willy Brandts Warschau-Reise 1970 und Anwar al-Sadats Flug nach Jerusalem 1977 zu den Staatsbesuchen, die Geschichte machten.
Die erste Reise eines amerikanischen Präsidenten in die Volksrepublik China brachte zwar keine konkreten Abkommen – vor allem der Status Taiwans blieb strittig. Sie signalisierte aber, dass sich die bipolare Nachkriegswelt, geteilt in die Einflusssphären Moskaus und Washingtons, zu wandeln begann.
- Die Rolle Kissingers
-
Vorbereitet hatte die Reise Nixons Berater Henry Kissinger; von Pakistan aus war er im Juli 1971 erstmals nach Peking geflogen. In seinem gerade erschienenen, 600 Seiten starken Buch On China gibt der 1923 in Fürth geborene und 1938 in die USA emigrierte Kissinger, der von 1973 bis 1977 unter Nixon und dessen Nachfolger Gerald Ford Außenminister war, Auskunft über die Hintergründe der Nixon-Reise.
Der Band, der unter dem Titel China – Zwischen Tradition und Herausforderung Mitte Juni auf Deutsch erscheint (Bertelsmann Verlag, 26,– €), bietet einen faszinierenden Blick auf Chinas Geschichte und eine weit gespannte Analyse der Rolle, die das Land heute in der Weltpolitik spielt.
Henry Kissinger: Nixon und ich kannten uns vor 1968, vor seiner Wahl zum Präsidenten, kaum. Ich hatte ihn nur ein einziges Mal getroffen, keine fünf Minuten, auf einer Weihnachtsparty im Apartment von Claire Booth Luce. Nixon hatte 1967 in Foreign Affairs dafür plädiert, Beziehungen zu China aufzunehmen. Ich schrieb damals Positionspapiere für Nelson Rockefeller, den ich außenpolitisch beriet und der bei den Republikanern Nixons prominentester Gegenspieler war; diese Papiere sagten mehr oder weniger das Gleiche wie Nixons Artikel. Trotzdem, der Lorbeer gebührt Nixon. Er war der Präsident. Er allein konnte es machen, nicht ich, sein Sicherheitsberater.
DIE ZEIT: Wie sah die außenpolitische Lage aus?
Henry Kissinger: Zwischen Chinesen und Sowjets war es 1969 am Grenzfluss Ussuri zu Gefechten gekommen. Wir hatten dem zunächst nicht allzu viel Beachtung geschenkt. Da in China noch die Kulturrevolution tobte, dachten wir, die Chinesen müssten ideologisch und militärisch die Aggressiveren sein. Das Seltsame war, dass die Sowjets uns ziemlich genau über alles unterrichteten.
- Datum 29.05.2011 - 10:09 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.5.2011 Nr. 22
- Kommentare 35
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wird eine lange Liste von nachweisbaren Verbrechen zur Last gelegt - ihm werden Verstösse gegen die Menschenrechte vorgeworfen, Kriegsverbrechen, Verstöße gegen internationales Recht und Verschwörungen im Zusammenhang mit Mord, Entführung und Folter. Gegen Kissinger wurde in verschiedenen Staaten ( Frankreich, Argentinien , Chile ) im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Menschen ermittelt. Es liegen nach wir vor Haftbefehle vor, denen er sich bislang entziehen konnte. ( entnommen der US Version von Wikipedia)
Das bekannte Werk von Christopher Hitchens, gibt über all dies fein recherchierte Auskunft.
siehe hier
hier
hier
youtube
Ich frag mich wie man so einem Menschen überhaupt hier Platz einräumen kann. Anstatt seine Untaten kritische zu beleuchten wird er zum Held der Geschichte verklärt und damit in eine zweifelhafte Liste derer aufgenommen, die der Ignoranz der Menschheit zur Schande gereichen.
Dieser Mann ist nach all dem nach wie vor einer der mächtigsten der Welt! Merkwürdige Welt, in der die Verbrechen der Elite nicht geahndet werden können, falsches Parken aber teuer zu stehen kommt.
Wenn es um die Ahndung von Verbrechen geht, war die Welt wohl schon immer "merkwürdig". Weder Hitler, Stalin oder den zahlenmässig allerschlimmsten Killer Mao Tse Tung wurden für ihre Greueltaten zur Rechenschaft gezogen. Die Liste ist mit "kleineren" Mördern beliebig fortführbar. Das Recht ist immer auf der Seite der Mächtigen, weil der Mensch korrumpierbar ist. Und diese Leute wurden und werden auch noch zu ihren "Hoch"zeiten hofiert und gelobt. Mir war das schon immer suspekt, wenn Nazis erst belangt wurden, wenn sie schon 20 Jahre im Greisenalter waren oder wenn sie überhaupt nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht! Seine Dominotheorie, dass. nachdem Vietnam dem Kommunismus anheim fallen wuerde, die uebrigen suedostasiatischen Staaten auch kommnunistisch wuerden, hat Millionen von vietnamesischen und laotischen Zivilisten das Leben gekostet! Auf der einen Seite den kommnisitischen Chinesen die Hand zu schuetteln, um auf der anderen Seite, den boesen, kommunistischen Norden Vietnams mit B52 Bombern zu einer Mondkraterlandschaft bombardieren zu lassen, war ein gewaltig heuchlerischer Schachzug.
Geschichte schreiben nur die Sieger und Maechtigen, selbst dann, wenn das Thema: "Vietnam, das Trauma einer Weltmacht" seitens der US-Amerikaner auch bis heute immer noch nicht ganz verarbeitet worden ist! Dass dieser Mann den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, war - fuer meinen Geschmack - richtig abscheulich!
Wenn es um die Ahndung von Verbrechen geht, war die Welt wohl schon immer "merkwürdig". Weder Hitler, Stalin oder den zahlenmässig allerschlimmsten Killer Mao Tse Tung wurden für ihre Greueltaten zur Rechenschaft gezogen. Die Liste ist mit "kleineren" Mördern beliebig fortführbar. Das Recht ist immer auf der Seite der Mächtigen, weil der Mensch korrumpierbar ist. Und diese Leute wurden und werden auch noch zu ihren "Hoch"zeiten hofiert und gelobt. Mir war das schon immer suspekt, wenn Nazis erst belangt wurden, wenn sie schon 20 Jahre im Greisenalter waren oder wenn sie überhaupt nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht! Seine Dominotheorie, dass. nachdem Vietnam dem Kommunismus anheim fallen wuerde, die uebrigen suedostasiatischen Staaten auch kommnunistisch wuerden, hat Millionen von vietnamesischen und laotischen Zivilisten das Leben gekostet! Auf der einen Seite den kommnisitischen Chinesen die Hand zu schuetteln, um auf der anderen Seite, den boesen, kommunistischen Norden Vietnams mit B52 Bombern zu einer Mondkraterlandschaft bombardieren zu lassen, war ein gewaltig heuchlerischer Schachzug.
Geschichte schreiben nur die Sieger und Maechtigen, selbst dann, wenn das Thema: "Vietnam, das Trauma einer Weltmacht" seitens der US-Amerikaner auch bis heute immer noch nicht ganz verarbeitet worden ist! Dass dieser Mann den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, war - fuer meinen Geschmack - richtig abscheulich!
"... die durch Ignoranz der Menscheit zur Schande gereichen" musste es natürlich heissen.
könnte man auch davon ausgehen, dass die ZEIT gerade diese ganze in Kommentar 1 gelistete Kritik an Kissinger mit diesem Interview indirekt wieder in Erinnerung bringen wollte, denn was sonst soll einem denn eigentlich einfallen wenn man auf diesen Namen stösst.
Hier wird also wichtige der Man im Hintergrund einmal richtig vorgeführt - oder was?
Es lohnt sich, dem alt und weise gewordenen US-Amerikaner zuzuhören, zum Beispiel, wenn er erklärt, warum die chinesische Kultur so lange überlebt hat:
"Sie haben sogar Eroberer Chinas überzeugen können, dass es besser für sie sei, die chinesische Kultur zu übernehmen."
Den Römern ist es leider nicht gelungen, die Germanen zu überzeugen, dass es gut für sie sei, den roman way of life zu übernehmen. Die römische Kulutr ging unter und es begann das germanisch geprägte Mittelalter.
Und die Muslime in Afghanistan und im Irak zeigen ebensowenig Neigung, den american way of life zu übernehmen wie die Germanen zur Zeit von Varus Lust hatten, Römer zu werden.
Lasst uns China studieren und einiges - nicht alles -von ihnen lernen! Vielleicht kann Henry Kissengers China-Buch dabei helfen.
war auch ein 9/11. Allerdings für Salvador Allende. Gesponsort wurde sein Untergang durch Pinochet durch den intverviewten Herrn Kissinger. Nach dem kräht eigentlich kein Hahn mehr und schon gar nicht, danach nach irgendeiner geheimen Mission von 1971. Nur die ZEIT fühlt sich bemüßigt ausgerechnet diesen Herren auszugraben. [...]
Gekürzt. Bitte äußern Sie artikelbezogene Kritik anhand sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/wg
dass es genau diese dogmatische Haltung ist, die einen Dialog zwischen Kulturen erschwert wenn nicht unmöglich macht. Den Historiker interessiert die Frage, wie kam es zu den Gesprächen zwischen den USA und China, was waren die Rahmenbedingungen und welche Rückschlüsse lassen sich aus dem faktischen Verlauf dieser Gespräche ziehen.
Sie hingegen nehmen den Standpunkt ein: das mag ja alles so gewesen sein, aber es darf uns nicht interessieren, weil Kissinger ein schlechter Menschen ist. Die Zusammenhänge waren damals ein klein wenig komplizierter, als sie heute von den Vereinfachern gerne dargestellt werden. Sowohl in China - was dieses Interview belegt - als auch in Chile.
wie Ihre Kritik an Herrn Kissinger weiter ging. Der Anfang war jedenfalls zutreffend und vielversprechend.
Leider mussten auch Sie feststellen, dass dieses Forum häufig darunter leidet, dass es die Zeit-Redaktion ist, die bestimmt was artikelbezogen und sachlich ist und diesem Urteil häufig interessante Gedanken zum Opfer fallen.
dass es genau diese dogmatische Haltung ist, die einen Dialog zwischen Kulturen erschwert wenn nicht unmöglich macht. Den Historiker interessiert die Frage, wie kam es zu den Gesprächen zwischen den USA und China, was waren die Rahmenbedingungen und welche Rückschlüsse lassen sich aus dem faktischen Verlauf dieser Gespräche ziehen.
Sie hingegen nehmen den Standpunkt ein: das mag ja alles so gewesen sein, aber es darf uns nicht interessieren, weil Kissinger ein schlechter Menschen ist. Die Zusammenhänge waren damals ein klein wenig komplizierter, als sie heute von den Vereinfachern gerne dargestellt werden. Sowohl in China - was dieses Interview belegt - als auch in Chile.
wie Ihre Kritik an Herrn Kissinger weiter ging. Der Anfang war jedenfalls zutreffend und vielversprechend.
Leider mussten auch Sie feststellen, dass dieses Forum häufig darunter leidet, dass es die Zeit-Redaktion ist, die bestimmt was artikelbezogen und sachlich ist und diesem Urteil häufig interessante Gedanken zum Opfer fallen.
dass es genau diese dogmatische Haltung ist, die einen Dialog zwischen Kulturen erschwert wenn nicht unmöglich macht. Den Historiker interessiert die Frage, wie kam es zu den Gesprächen zwischen den USA und China, was waren die Rahmenbedingungen und welche Rückschlüsse lassen sich aus dem faktischen Verlauf dieser Gespräche ziehen.
Sie hingegen nehmen den Standpunkt ein: das mag ja alles so gewesen sein, aber es darf uns nicht interessieren, weil Kissinger ein schlechter Menschen ist. Die Zusammenhänge waren damals ein klein wenig komplizierter, als sie heute von den Vereinfachern gerne dargestellt werden. Sowohl in China - was dieses Interview belegt - als auch in Chile.
Schwere Vorwürfe, auch im Zusammenhang mit dem Putsch in Chile, lasten auf Henry Kissinger und werfen zu Recht ihren Schatten auf ihn. Aber wenn er - was gewissen Kommentatoren hier recht wäre - deshalb zur Unperson erklärt würde und auf ZEIT.de nicht zu Wort kommen dürfte, müssten wir auf Weisheiten eines erfahrenen Insiders verzichten, zum Beispiel: Henry Kissinger erklärt in diesem Interview, dass die 200-jährige Vorherrschaft des Westens zu Ende geht, was die Europärer begriffen haben, seine US-Amerikaner aber noch nicht. Aus dem Munde eines US-Amerikaners ist das bemerkenswert, wie auch diese Wahrheit:
"Mit Amerika und China stehen sich zwei unterschiedliche Varianten des Exzeptionalismus gegenüber. Der amerikanische Exzeptionalismus ist missionarisch. Der chinesische ist kulturell einflussreich, aber er versucht nicht, Menschen zu bekehren."
Das ist US-amerikanische Selbstkritk am eigenen Überlegenheitsdünkel und Missionarismus und erinnert mich an die römische Selbstkritik, die Tacitus in seiner Schrift "Agricola" äußert, wo er bedauert, dass die Römer die unterworfenen Kelten in Britannien zu ihrem way of life verführen.
wie Ihre Kritik an Herrn Kissinger weiter ging. Der Anfang war jedenfalls zutreffend und vielversprechend.
Leider mussten auch Sie feststellen, dass dieses Forum häufig darunter leidet, dass es die Zeit-Redaktion ist, die bestimmt was artikelbezogen und sachlich ist und diesem Urteil häufig interessante Gedanken zum Opfer fallen.
Dschurlalisten streben latürnich nur auf auf ihre Rotweinflasche für den nächsten Abend, egal welcher couleur.
Think global, ein Bekannter von mir, der gerade 8 Monate in China verbracht hat, berichtet, dass ein Jugendlicher sich gerne den kleinen Finger amputieren liesse, um Englisch zu lernen.
Leider hat die Familie keinerlei Möglichleiten.
Das Babylon Syndrom.
Sponsoring needed.
What a waste of creative energy
Dschurlalisten streben latürnich nur auf auf ihre Rotweinflasche für den nächsten Abend, egal welcher couleur.
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Leider hat die Familie keinerlei Möglichleiten.
Das Babylon Syndrom.
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