Warum hat die chinesische Zivilisation alle anderen überlebt?
DIE ZEIT: China blickt auf eine Geschichte von fast 5000 Jahren zurück. Viele große Zivilisationen sind in dieser Zeit untergegangen. Warum hat die chinesische Zivilisation alle anderen überlebt?
Henry Kissinger: Weil es den Chinesen gelungen ist, ihre Institutionen auf ein kulturelles Muster zu gründen. Sie haben sogar Eroberer Chinas überzeugen können, dass es besser für sie sei, die chinesische Kultur zu übernehmen. Auch ist ihnen ihre Geschichte trotz aller Umbrüche präsent geblieben. Mao bezog sich im Gespräch wie selbstverständlich auf tausend Jahre zurückliegende Ereignisse, um daraus Schlüsse für sein Handeln zu ziehen. Das ist so, als sagte ein Europäer: Wir können von Karl dem Großen lernen!
DIE ZEIT: 5000 Jahre chinesische Geschichte und 200Jahre amerikanische Geschichte...
Henry Kissinger: Der relevante Teil der chinesischen Geschichte sind 2000 Jahre, auch das ist eine ziemlich lange Zeit. Ja, die gesamte amerikanische Geschichte ist kürzer als die Dauer der meisten chinesischen Dynastien. Wenn wir also meinen, China sei ein »aufstrebendes Land«, das die Weltbühne betrete, dann entspricht dies nicht dem chinesischen Selbstbild. Die Chinesen sind der Ansicht, sie seien immer ein dominierendes Land gewesen, mit einer kurzen Unterbrechung von 150 Jahren. Jetzt kehren sie auf ihren angestammten Platz zurück. Einen neuen beanspruchen sie nicht.
DIE ZEIT: Rückkehr zur Normalität.
Henry Kissinger: Richtig.
DIE ZEIT: Die Chinesen sagen: Wir waren bis Ende des 18. Jahrhunderts die dominierende Wirtschaft...
Henry Kissinger: ...bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Bis ins Jahr 1820 hinein war Chinas Wirtschaftsleistung größer als die Europas.
DIE ZEIT: Kommt die westliche Vorherrschaft der vergangenen 200 Jahre an ihr Ende?
Henry Kissinger: Ich denke, ja. Europa hält sich gewiss nicht mehr für überlegen. Amerika glaubt immer noch an seinen Ausnahmestatus, seinen Exzeptionalismus – im Grunde wie China. Mit Amerika und China stehen sich zwei unterschiedliche Varianten des Exzeptionalismus gegenüber. Der amerikanische Exzeptionalismus ist missionarisch. Der chinesische ist kulturell einflussreich, aber er versucht nicht, Menschen zu bekehren.
DIE ZEIT: Wie lassen sich diese beiden Formen miteinander versöhnen?
Henry Kissinger: Das nenne ich die große Herausforderung unserer Zeit.
DIE ZEIT: In Ihrem Buch schlagen Sie die Gründung einer »Pazifischen Gemeinschaft« vor.
Henry Kissinger: Ich versuche, eine Struktur zu finden, die dazu zwingt, langfristig miteinander auszukommen; die einen Rahmen schafft, um der großen Versuchung zu widerstehen, einerseits einen asiatischen Block zu schaffen und andererseits auf der amerikanischen Seite eine militärische Eindämmungspolitik zu betreiben.
DIE ZEIT: Der Ausdruck »Pazifische Gemeinschaft« erinnert an die transatlantische Gemeinschaft.
Henry Kissinger: Nur sprachlich. Die transatlantische Gemeinschaft gründet sich auf die gemeinsame Verteidigung und gemeinsame Werte. Die Pazifische Gemeinschaft wird auf dem Versuch basieren, eine gemeinsame Zukunft zu bauen, was viel schwieriger ist.
DIE ZEIT: 1971 war Ihr erster Besuch in China. Seither haben Sie das Land fünfzigmal besucht.
Henry Kissinger: Sogar siebzigmal.
DIE ZEIT: Siebzigmal?
Henry Kissinger: Das sagen die Chinesen. Sie führen genauer Buch als ich.
DIE ZEIT: Was fasziniert Sie an China so sehr?
Henry Kissinger: Mir gefallen das konzeptionelle Denken, der historische Blick, die persönliche Loyalität. Und die Vielfalt der Gesellschaft. Sie haben in China eine Verbindung von einer mächtigen Zentralregierung mit einer starken regionalen Autonomie und extremem Individualismus. Sogar die absolutesten Herrscher der Vergangenheit waren von der Furcht besessen, dieses ganze große Reich könne jederzeit in eine Phase des Niedergangs übergehen.
DIE ZEIT: Wir sprachen so viel von Amerika und China. Welche Rolle wird Europa noch spielen?
Henry Kissinger: In der Welt der soft power kommt Europa ganz gut zurecht. Aber wo ist sein Selbstvertrauen geblieben?
DIE ZEIT: Europas Zeit läuft ab?
Henry Kissinger: Es wäre schrecklich, wenn es so wäre. Die Leute sagen immer, Europa sei zu schwach. Aber wenn Sie sich den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg anschauen, dann ist dies alles von Staatsmännern geschaffen worden, die vor dem Ersten Weltkrieg aufgewachsen waren. Sie wussten ganz einfach, was zu tun ist. Sie hatten aus den historischen Niederlagen gelernt, hatten klare Vorstellungen und Ziele. Auch deshalb behielte ich ein selbstbewusstes Europa liebend gern als atlantischen Partner an Amerikas Seite.







wird eine lange Liste von nachweisbaren Verbrechen zur Last gelegt - ihm werden Verstösse gegen die Menschenrechte vorgeworfen, Kriegsverbrechen, Verstöße gegen internationales Recht und Verschwörungen im Zusammenhang mit Mord, Entführung und Folter. Gegen Kissinger wurde in verschiedenen Staaten ( Frankreich, Argentinien , Chile ) im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Menschen ermittelt. Es liegen nach wir vor Haftbefehle vor, denen er sich bislang entziehen konnte. ( entnommen der US Version von Wikipedia)
Das bekannte Werk von Christopher Hitchens, gibt über all dies fein recherchierte Auskunft.
siehe hier
hier
hier
youtube
Ich frag mich wie man so einem Menschen überhaupt hier Platz einräumen kann. Anstatt seine Untaten kritische zu beleuchten wird er zum Held der Geschichte verklärt und damit in eine zweifelhafte Liste derer aufgenommen, die der Ignoranz der Menschheit zur Schande gereichen.
Dieser Mann ist nach all dem nach wie vor einer der mächtigsten der Welt! Merkwürdige Welt, in der die Verbrechen der Elite nicht geahndet werden können, falsches Parken aber teuer zu stehen kommt.
Wenn es um die Ahndung von Verbrechen geht, war die Welt wohl schon immer "merkwürdig". Weder Hitler, Stalin oder den zahlenmässig allerschlimmsten Killer Mao Tse Tung wurden für ihre Greueltaten zur Rechenschaft gezogen. Die Liste ist mit "kleineren" Mördern beliebig fortführbar. Das Recht ist immer auf der Seite der Mächtigen, weil der Mensch korrumpierbar ist. Und diese Leute wurden und werden auch noch zu ihren "Hoch"zeiten hofiert und gelobt. Mir war das schon immer suspekt, wenn Nazis erst belangt wurden, wenn sie schon 20 Jahre im Greisenalter waren oder wenn sie überhaupt nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht! Seine Dominotheorie, dass. nachdem Vietnam dem Kommunismus anheim fallen wuerde, die uebrigen suedostasiatischen Staaten auch kommnunistisch wuerden, hat Millionen von vietnamesischen und laotischen Zivilisten das Leben gekostet! Auf der einen Seite den kommnisitischen Chinesen die Hand zu schuetteln, um auf der anderen Seite, den boesen, kommunistischen Norden Vietnams mit B52 Bombern zu einer Mondkraterlandschaft bombardieren zu lassen, war ein gewaltig heuchlerischer Schachzug.
Geschichte schreiben nur die Sieger und Maechtigen, selbst dann, wenn das Thema: "Vietnam, das Trauma einer Weltmacht" seitens der US-Amerikaner auch bis heute immer noch nicht ganz verarbeitet worden ist! Dass dieser Mann den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, war - fuer meinen Geschmack - richtig abscheulich!
Wenn es um die Ahndung von Verbrechen geht, war die Welt wohl schon immer "merkwürdig". Weder Hitler, Stalin oder den zahlenmässig allerschlimmsten Killer Mao Tse Tung wurden für ihre Greueltaten zur Rechenschaft gezogen. Die Liste ist mit "kleineren" Mördern beliebig fortführbar. Das Recht ist immer auf der Seite der Mächtigen, weil der Mensch korrumpierbar ist. Und diese Leute wurden und werden auch noch zu ihren "Hoch"zeiten hofiert und gelobt. Mir war das schon immer suspekt, wenn Nazis erst belangt wurden, wenn sie schon 20 Jahre im Greisenalter waren oder wenn sie überhaupt nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht! Seine Dominotheorie, dass. nachdem Vietnam dem Kommunismus anheim fallen wuerde, die uebrigen suedostasiatischen Staaten auch kommnunistisch wuerden, hat Millionen von vietnamesischen und laotischen Zivilisten das Leben gekostet! Auf der einen Seite den kommnisitischen Chinesen die Hand zu schuetteln, um auf der anderen Seite, den boesen, kommunistischen Norden Vietnams mit B52 Bombern zu einer Mondkraterlandschaft bombardieren zu lassen, war ein gewaltig heuchlerischer Schachzug.
Geschichte schreiben nur die Sieger und Maechtigen, selbst dann, wenn das Thema: "Vietnam, das Trauma einer Weltmacht" seitens der US-Amerikaner auch bis heute immer noch nicht ganz verarbeitet worden ist! Dass dieser Mann den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, war - fuer meinen Geschmack - richtig abscheulich!
"... die durch Ignoranz der Menscheit zur Schande gereichen" musste es natürlich heissen.
könnte man auch davon ausgehen, dass die ZEIT gerade diese ganze in Kommentar 1 gelistete Kritik an Kissinger mit diesem Interview indirekt wieder in Erinnerung bringen wollte, denn was sonst soll einem denn eigentlich einfallen wenn man auf diesen Namen stösst.
Hier wird also wichtige der Man im Hintergrund einmal richtig vorgeführt - oder was?
Es lohnt sich, dem alt und weise gewordenen US-Amerikaner zuzuhören, zum Beispiel, wenn er erklärt, warum die chinesische Kultur so lange überlebt hat:
"Sie haben sogar Eroberer Chinas überzeugen können, dass es besser für sie sei, die chinesische Kultur zu übernehmen."
Den Römern ist es leider nicht gelungen, die Germanen zu überzeugen, dass es gut für sie sei, den roman way of life zu übernehmen. Die römische Kulutr ging unter und es begann das germanisch geprägte Mittelalter.
Und die Muslime in Afghanistan und im Irak zeigen ebensowenig Neigung, den american way of life zu übernehmen wie die Germanen zur Zeit von Varus Lust hatten, Römer zu werden.
Lasst uns China studieren und einiges - nicht alles -von ihnen lernen! Vielleicht kann Henry Kissengers China-Buch dabei helfen.
war auch ein 9/11. Allerdings für Salvador Allende. Gesponsort wurde sein Untergang durch Pinochet durch den intverviewten Herrn Kissinger. Nach dem kräht eigentlich kein Hahn mehr und schon gar nicht, danach nach irgendeiner geheimen Mission von 1971. Nur die ZEIT fühlt sich bemüßigt ausgerechnet diesen Herren auszugraben. [...]
Gekürzt. Bitte äußern Sie artikelbezogene Kritik anhand sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/wg
dass es genau diese dogmatische Haltung ist, die einen Dialog zwischen Kulturen erschwert wenn nicht unmöglich macht. Den Historiker interessiert die Frage, wie kam es zu den Gesprächen zwischen den USA und China, was waren die Rahmenbedingungen und welche Rückschlüsse lassen sich aus dem faktischen Verlauf dieser Gespräche ziehen.
Sie hingegen nehmen den Standpunkt ein: das mag ja alles so gewesen sein, aber es darf uns nicht interessieren, weil Kissinger ein schlechter Menschen ist. Die Zusammenhänge waren damals ein klein wenig komplizierter, als sie heute von den Vereinfachern gerne dargestellt werden. Sowohl in China - was dieses Interview belegt - als auch in Chile.
wie Ihre Kritik an Herrn Kissinger weiter ging. Der Anfang war jedenfalls zutreffend und vielversprechend.
Leider mussten auch Sie feststellen, dass dieses Forum häufig darunter leidet, dass es die Zeit-Redaktion ist, die bestimmt was artikelbezogen und sachlich ist und diesem Urteil häufig interessante Gedanken zum Opfer fallen.
dass es genau diese dogmatische Haltung ist, die einen Dialog zwischen Kulturen erschwert wenn nicht unmöglich macht. Den Historiker interessiert die Frage, wie kam es zu den Gesprächen zwischen den USA und China, was waren die Rahmenbedingungen und welche Rückschlüsse lassen sich aus dem faktischen Verlauf dieser Gespräche ziehen.
Sie hingegen nehmen den Standpunkt ein: das mag ja alles so gewesen sein, aber es darf uns nicht interessieren, weil Kissinger ein schlechter Menschen ist. Die Zusammenhänge waren damals ein klein wenig komplizierter, als sie heute von den Vereinfachern gerne dargestellt werden. Sowohl in China - was dieses Interview belegt - als auch in Chile.
wie Ihre Kritik an Herrn Kissinger weiter ging. Der Anfang war jedenfalls zutreffend und vielversprechend.
Leider mussten auch Sie feststellen, dass dieses Forum häufig darunter leidet, dass es die Zeit-Redaktion ist, die bestimmt was artikelbezogen und sachlich ist und diesem Urteil häufig interessante Gedanken zum Opfer fallen.
dass es genau diese dogmatische Haltung ist, die einen Dialog zwischen Kulturen erschwert wenn nicht unmöglich macht. Den Historiker interessiert die Frage, wie kam es zu den Gesprächen zwischen den USA und China, was waren die Rahmenbedingungen und welche Rückschlüsse lassen sich aus dem faktischen Verlauf dieser Gespräche ziehen.
Sie hingegen nehmen den Standpunkt ein: das mag ja alles so gewesen sein, aber es darf uns nicht interessieren, weil Kissinger ein schlechter Menschen ist. Die Zusammenhänge waren damals ein klein wenig komplizierter, als sie heute von den Vereinfachern gerne dargestellt werden. Sowohl in China - was dieses Interview belegt - als auch in Chile.
Schwere Vorwürfe, auch im Zusammenhang mit dem Putsch in Chile, lasten auf Henry Kissinger und werfen zu Recht ihren Schatten auf ihn. Aber wenn er - was gewissen Kommentatoren hier recht wäre - deshalb zur Unperson erklärt würde und auf ZEIT.de nicht zu Wort kommen dürfte, müssten wir auf Weisheiten eines erfahrenen Insiders verzichten, zum Beispiel: Henry Kissinger erklärt in diesem Interview, dass die 200-jährige Vorherrschaft des Westens zu Ende geht, was die Europärer begriffen haben, seine US-Amerikaner aber noch nicht. Aus dem Munde eines US-Amerikaners ist das bemerkenswert, wie auch diese Wahrheit:
"Mit Amerika und China stehen sich zwei unterschiedliche Varianten des Exzeptionalismus gegenüber. Der amerikanische Exzeptionalismus ist missionarisch. Der chinesische ist kulturell einflussreich, aber er versucht nicht, Menschen zu bekehren."
Das ist US-amerikanische Selbstkritk am eigenen Überlegenheitsdünkel und Missionarismus und erinnert mich an die römische Selbstkritik, die Tacitus in seiner Schrift "Agricola" äußert, wo er bedauert, dass die Römer die unterworfenen Kelten in Britannien zu ihrem way of life verführen.
wie Ihre Kritik an Herrn Kissinger weiter ging. Der Anfang war jedenfalls zutreffend und vielversprechend.
Leider mussten auch Sie feststellen, dass dieses Forum häufig darunter leidet, dass es die Zeit-Redaktion ist, die bestimmt was artikelbezogen und sachlich ist und diesem Urteil häufig interessante Gedanken zum Opfer fallen.
Dschurlalisten streben latürnich nur auf auf ihre Rotweinflasche für den nächsten Abend, egal welcher couleur.
Think global, ein Bekannter von mir, der gerade 8 Monate in China verbracht hat, berichtet, dass ein Jugendlicher sich gerne den kleinen Finger amputieren liesse, um Englisch zu lernen.
Leider hat die Familie keinerlei Möglichleiten.
Das Babylon Syndrom.
Sponsoring needed.
What a waste of creative energy
Dschurlalisten streben latürnich nur auf auf ihre Rotweinflasche für den nächsten Abend, egal welcher couleur.
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