Energiewende Vorsicht, Baustelle!

Die Energiewende naht. Es ist der größte Umbau der Industrie seit Jahrzehnten – und das größtmögliche Risiko für die Kanzlerin.

Wenn Josef Schlarmann an die Zukunft der CDU denkt, dann sieht er schwarz. Am vergangenen Montagnachmittag ist der Niedersachse besonders düster gestimmt, gerade hat seine Partei die Wahlen in Bremen grandios verloren, und im Zug nach Berlin redete ein Kollege das auch noch klein. Schlarmann erzählt es grimmig: Seine Partei mache viel zu viel verkehrt, findet er, suche mal links und mal im Grünen nach Themen, statt sich auf den »Markenkern« zu besinnen. Wie der aussieht? Ein »festes Datum für den Atomausstieg«, wie es die Parteiführung verkünden will, passt für ihn jedenfalls nicht dazu.

Josef Schlarmann ist nicht irgendwer. Der Mann gilt in seiner Partei als der letzte Rebell gegen Angela Merkel und damit als einer, der sich immer mal wieder für hoffnungslose Ziele verkämpft. Offiziell vertritt er in der CDU den Mittelstand. Stellvertretend für diesen lud er Anfang der Woche zu Wurstbrötchen und Kaffee ins Hinterzimmer eines Berliner Spesenrestaurants. Der »Angst-Peak« nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima sei vorbei, sagt er: Schon heute würden die Menschen wieder lauter nach den Kosten des Ausstiegs fragen. Denen müsse man sagen, dass der »Ersatzstrom« »teuer« werde, »nicht so sicher« und »weniger umweltfreundlich« sei. Sein Fazit lautet, extra langsam zum Mitschreiben: In der Energiepolitik ist die CDU »ziemlich ratlos«. Und viel zu »hektisch«.

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Deutliche Worte. Dabei läuft der Endspurt zum Ausstieg gerade so richtig heiß. Am 6. Juni soll das Kabinett, so will es Bundeskanzlerin Angela Merkel, das Ende des deutschen Atomzeitalters verkünden und es anschließend in einem großen, parteiübergreifenden Konsens besiegeln. Zugleich will sie den Einstieg in eine klimaverträgliche Energieversorgung organisieren, die schon bald mit immer weniger Kohle und Öl auskommen soll. Deswegen muss sie die Energiewirtschaft stärker umbauen als je ein Regierungschef vor ihr. Und sie muss die Gesellschaft als Ganzes – »zum ersten Mal«, wie sie sagt – aus dem schier endlosen Streit um die Atomkraft herausführen.

Es geht dieser Tage also nicht nur um das größte Vorhaben, das von der schwarz-gelben Regierungskoalition bleiben wird. Es geht um ein Projekt von historischer Dimension. Die neue FDP-Spitze vergleicht das Ganze mit der ersten Mondfahrt, ganz ohne Ironie. Und der Essener Kulturwissenschaftler Claus Leggewie sieht Parallelen zu der Sesshaftwerdung der Menschheit und zu der Industriellen Revolution. Der Mann neigt gewöhnlich nicht zur Euphorie. Doch die »große Transformation«, die sich da andeute, lässt ihn schwärmen: Deutschland könnte damit zum Vorreiter werden, für den Rest der Welt.

Aber so groß die Chance für das Land sein mag, so groß ist das Risiko für Angela Merkel persönlich. Sie ist an dieser Stelle eine Reformerin wider Willen. Schließlich hatte sie erst vor einem guten halben Jahr eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke beschlossen und das großspurig als »Revolution« bezeichnet. Es ist fast wie bei ihrem Vorgänger im Amt, Gerhard Schröder. Der wagte sich nicht an einschneidende Arbeitsmarktreformen – bis ihn die Ereignisse dazu zwangen. Dann tat er das Richtige, verlor aber darüber endgültig den Rückhalt in seiner Partei – und später viel Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung, weil Regierung und Ministerialapparat viele handwerkliche Fehler unterliefen.

Drei Monate ist es gerade her, dass die Atomreaktoren im japanischen Fukushima explodierten, die Welt einen Schock erlitt und die Kanzlerin die sieben ältesten Meiler vorübergehend stilllegen ließ

Mitte Juni läuft dieses Moratorium nun aus, was in Berlin einen ungeheuren Zeitdruck erzeugt. Spätestens dann müssen Antworten her: Welches Schicksal erwartet die sieben alten und die zehn anderen Meiler? Wann wird Deutschland zur atomenergiefreien Zone, schon 2017 oder erst 2022? Oder bekommt das neue Atomgesetz ein Hintertürchen, damit RWE & Co eventuell weitermachen können, wenn sich das Entsetzen über Fukushima weiter gelegt hat?

Es wird Schlag auf Schlag gehen. In der übernächsten Woche will Merkel das Kabinett beschließen lassen. Dann folgen Fraktionssondersitzungen, Ausschussanhörungen, Konsensrunden mit Parteivorsitzenden, mit Fraktionsvorsitzenden und mit Ministerpräsidenten, Lesungen im Bundestag und im Bundesrat. Am 8. Juli, noch vor der parlamentarischen Sommerpause, wird nach dem ungeschriebenen Drehbuch des Kanzleramtes schließlich ein halbes Dutzend Energiewende-Gesetze verabschiedet: im Politjargon nur noch »das Fukushima-Paket« genannt. Danach soll das Land anders aussehen.

Leser-Kommentare
  1. ... sondern das Land und seine Bewohner.
    Einen Kulturwissenschaftler würde ich nicht in Sachen Energieversorgung befragen. Ökologisch wird an diesem Großen Sprung nach vorn nämlich gar nichts werden.
    Es wird ein Run auf Subventionen und eine enorme Materialschlacht losbrechen.

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    • joG
    • 27.05.2011 um 20:15 Uhr

    ....hauptsächlich ein großes Risiko für Deutschland und dessen Bevölkerung. Das Land ist damit rechtsunsicherer und die Planungssicherheit wird in Frage gestellt. Wichtiger kann sein, dass die Kosten der sehr raschen Umstellung enorm hoch sind und die Kostenbasis der Produktion steigt relativ zu Konkurrenten. Sicher ist, dass die Bevölkerung ärmer wird.

    Dem steht die geringere Angst vor dem GAU und dessen geringere Wahrscheinlichkeit.

    • joG
    • 27.05.2011 um 20:15 Uhr

    ....hauptsächlich ein großes Risiko für Deutschland und dessen Bevölkerung. Das Land ist damit rechtsunsicherer und die Planungssicherheit wird in Frage gestellt. Wichtiger kann sein, dass die Kosten der sehr raschen Umstellung enorm hoch sind und die Kostenbasis der Produktion steigt relativ zu Konkurrenten. Sicher ist, dass die Bevölkerung ärmer wird.

    Dem steht die geringere Angst vor dem GAU und dessen geringere Wahrscheinlichkeit.

  2. Damit die Panikmacher endlich begreifen was sie anrichten. Frau Merkel lässt sich von den Grünen ins Chaos treiben.ein Ausstieg kann nur mit bedacht und regeln erfolgen. das sich der Rest der Welt über uns kaputt lacht ,lassen wir mal aussen vor. Putin und Sarkozy freuen sich,das sie den Preis bestimmen und uns auch noch in der Hand haben. nicht mal ein vernuenftiger Netzausbau ist mit den Grünen machbar,weil sie hier wieder mal nein sagen.diese neue Volkspartei bestimmt mittlerweile die Politik und wird Deutschland als Industriestandort auslöschen.

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    Frau Merkel lässt sich nicht von den Grünen treiben, sie treibt sich schon selbst, ihrer Machtbesessenheit um nicht zu Machtgeilheit ist es geschuldet, dass sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr rational agiert. Nur noch die vermeintliche Mehrheitsmeinung, das Diktat der Kaffeesatzleser der Umfrageinstitute im Auge, trifft sie eine irrationale Entscheidung nach der anderen, immer den vermeintlichen Mainstream, der ihr eine weitere Kanzlerschaft sichern soll, im Auge, fährt sie Deutschland gegen die Wand.

    und was im Gegensatz dazu ein "unvernünftiger"? Nur weil Union und FDP zehn Jahre lang einen beschlossenen Atomausstieg bekämpft und damit bewiesen haben, dass politischer Weitblick nicht ihr Ding ist, sollen jetzt im Eiltempo installierte tausende Kilometer Überlandleitungen der Weisheit letzter Schluss sein? Ein überzeugendes Konzept für ein neues Stromnetz müsste nach meiner Überzeugung konsequent auf in die Erde verlegte Hochspannungsleitungen setzen und auch den schrittweisen Umbau aller existierender Freileitungen miteinbeziehen. Die damit erreichbare erhebliche Minderung von Elektrosmog wäre die Einmalinvestition wert.

    Ich stimme Ihnen zu.
    Aber Sie vergessen, dass Merkel sich die Grünen bewußt warm hält, denn es ist ihr Ziel 2013 mit den Grünen zu koalieren, dann sind die Sozialisten endlich zusammen. Darauf hat Merkel hingearbeitet.
    Sie hat die SPD zerlegt, jetzt die FDP, also sie hat freie Bahn
    Und "die " CDU einschl. Herr Schlarmann, sind selber Schuld, dass die CDU quasi nicht mehr existiert. Sie wurde von Merkel völlig zerlegt und ist heute allenfalls eine sozialistische Blockparteiwie die CDU das ind er DDR war.
    [...]
    Nur eines haben sie alle vergessen: sie schaden uns, dem Volk
    Denn eines darf ncht vergessen werden: Mit Merkel und den Grünen geht es mit Volldamp in den Sozialismus und d. h. in eine neu Diktatur.
    Viele Grüne kommen aus stramm linken Organisationen wie aus kommunistischen Plattformen udn diese Denke haben sie sich bewahrt, es ist ja auch zu merken
    Und Merkel selbst ist an Demokratie nicht interessiert, sie will nur Macht
    Denn Sozialismus und Demokratie schließen einander definitiv
    aus

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und Polemik. Danke, die Redaktion/se.

    • Karl63
    • 29.05.2011 um 11:02 Uhr

    Frau Merkel hat Ihren Sinneswandel jüngst in der ZEIT sogar sehr rational begründet. Sie sagte sinngemäß, dass Ihr die Ereignisse in Japan verdeutlicht haben, das viel zitierte "Restrisiko" ist keine abstrakt kleine Größe.
    Der Punkt ist doch, Atomstrom ist nur deswegen konkurrenzfähig, weil derlei Risiken zu 100% am Steuerzahler hängen bleiben. Wie diese Woche im SPIEGEL zu lesen war, unterstützt die Japanische Regierung jetzt TEPCO mit der Summe von 43 Milliarden Euro. Das muss man sich mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen: ein Staat der - gemessen an der Wirtschaftskraft Japans - noch stärker verschuldet ist als Griechenland, hilft einem börsennotiertem Unternehmen mit 43 Milliarden Euro aus der Klemme, damit dieses die Folgen der dreifachen Kernschmelze bewältigen kann (zumindest kurzfristig).
    Beim Lesen Ihres Kommentars ging mir so spontan durch den Kopf, wie denn Ihre Argumentation ausfallen würden, wenn der Deutsche Steuerzahler eine vergleichbare Summe zur Bewältigung einer Reaktorkatastrophe (womöglich in einem unserer Nachbarländer) aufbringen müsste.

    • riciru
    • 13.06.2011 um 19:56 Uhr

    Wird irgendwas auslöschn...das ist doch lächerlich.
    Wir sind unglaublich Reich, es wird uns nur etwas anderes eingeredet - wenn wir erst mal aus der Hand der ölmafia sind, werden sie es schon merken.

    Atomstrom ist eine zentralistische Lüge um uns zu Knechten. Wir können jederzeit 25przt Strom einsparen wenn wir wollen ohne viel komforteinbusse.

    Alleine wenn ich an die serverräume und deren Klimaanlagen in vielen Firmen denke. An die vielen computer die über Nacht laufen. Die Kühlschränke, die Waschmaschinen und vieles mehr.
    Die Kühlschränke werden immer voller und größer obwohl die nahversorgung besser ist denn je. Das ist widersinnig.

    Frau Merkel lässt sich nicht von den Grünen treiben, sie treibt sich schon selbst, ihrer Machtbesessenheit um nicht zu Machtgeilheit ist es geschuldet, dass sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr rational agiert. Nur noch die vermeintliche Mehrheitsmeinung, das Diktat der Kaffeesatzleser der Umfrageinstitute im Auge, trifft sie eine irrationale Entscheidung nach der anderen, immer den vermeintlichen Mainstream, der ihr eine weitere Kanzlerschaft sichern soll, im Auge, fährt sie Deutschland gegen die Wand.

    und was im Gegensatz dazu ein "unvernünftiger"? Nur weil Union und FDP zehn Jahre lang einen beschlossenen Atomausstieg bekämpft und damit bewiesen haben, dass politischer Weitblick nicht ihr Ding ist, sollen jetzt im Eiltempo installierte tausende Kilometer Überlandleitungen der Weisheit letzter Schluss sein? Ein überzeugendes Konzept für ein neues Stromnetz müsste nach meiner Überzeugung konsequent auf in die Erde verlegte Hochspannungsleitungen setzen und auch den schrittweisen Umbau aller existierender Freileitungen miteinbeziehen. Die damit erreichbare erhebliche Minderung von Elektrosmog wäre die Einmalinvestition wert.

    Ich stimme Ihnen zu.
    Aber Sie vergessen, dass Merkel sich die Grünen bewußt warm hält, denn es ist ihr Ziel 2013 mit den Grünen zu koalieren, dann sind die Sozialisten endlich zusammen. Darauf hat Merkel hingearbeitet.
    Sie hat die SPD zerlegt, jetzt die FDP, also sie hat freie Bahn
    Und "die " CDU einschl. Herr Schlarmann, sind selber Schuld, dass die CDU quasi nicht mehr existiert. Sie wurde von Merkel völlig zerlegt und ist heute allenfalls eine sozialistische Blockparteiwie die CDU das ind er DDR war.
    [...]
    Nur eines haben sie alle vergessen: sie schaden uns, dem Volk
    Denn eines darf ncht vergessen werden: Mit Merkel und den Grünen geht es mit Volldamp in den Sozialismus und d. h. in eine neu Diktatur.
    Viele Grüne kommen aus stramm linken Organisationen wie aus kommunistischen Plattformen udn diese Denke haben sie sich bewahrt, es ist ja auch zu merken
    Und Merkel selbst ist an Demokratie nicht interessiert, sie will nur Macht
    Denn Sozialismus und Demokratie schließen einander definitiv
    aus

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und Polemik. Danke, die Redaktion/se.

    • Karl63
    • 29.05.2011 um 11:02 Uhr

    Frau Merkel hat Ihren Sinneswandel jüngst in der ZEIT sogar sehr rational begründet. Sie sagte sinngemäß, dass Ihr die Ereignisse in Japan verdeutlicht haben, das viel zitierte "Restrisiko" ist keine abstrakt kleine Größe.
    Der Punkt ist doch, Atomstrom ist nur deswegen konkurrenzfähig, weil derlei Risiken zu 100% am Steuerzahler hängen bleiben. Wie diese Woche im SPIEGEL zu lesen war, unterstützt die Japanische Regierung jetzt TEPCO mit der Summe von 43 Milliarden Euro. Das muss man sich mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen: ein Staat der - gemessen an der Wirtschaftskraft Japans - noch stärker verschuldet ist als Griechenland, hilft einem börsennotiertem Unternehmen mit 43 Milliarden Euro aus der Klemme, damit dieses die Folgen der dreifachen Kernschmelze bewältigen kann (zumindest kurzfristig).
    Beim Lesen Ihres Kommentars ging mir so spontan durch den Kopf, wie denn Ihre Argumentation ausfallen würden, wenn der Deutsche Steuerzahler eine vergleichbare Summe zur Bewältigung einer Reaktorkatastrophe (womöglich in einem unserer Nachbarländer) aufbringen müsste.

    • riciru
    • 13.06.2011 um 19:56 Uhr

    Wird irgendwas auslöschn...das ist doch lächerlich.
    Wir sind unglaublich Reich, es wird uns nur etwas anderes eingeredet - wenn wir erst mal aus der Hand der ölmafia sind, werden sie es schon merken.

    Atomstrom ist eine zentralistische Lüge um uns zu Knechten. Wir können jederzeit 25przt Strom einsparen wenn wir wollen ohne viel komforteinbusse.

    Alleine wenn ich an die serverräume und deren Klimaanlagen in vielen Firmen denke. An die vielen computer die über Nacht laufen. Die Kühlschränke, die Waschmaschinen und vieles mehr.
    Die Kühlschränke werden immer voller und größer obwohl die nahversorgung besser ist denn je. Das ist widersinnig.

  3. ...steht hinter den Atomkraftwerk-Abschaltplänen. Ein Risiko für Merkel kann ich unter diesen Umständen nicht erkennen - im Gegenteil. Eine Mehrheit im Bundestag wird es geben, wenn nicht mit den Gelben dann eben mit Grünen und Roten.

    • manu26
    • 27.05.2011 um 20:14 Uhr

    Die CDU und insbesondere Merkel stehen besser da als je zuvor. Unsinniges Regierungshandeln wird zu großen Teilen der FDP angelastet, die CDU verliert kaum Stimmen, sondern die durch Stimmgewinne der anderen sind neue Koalitionen möglich. Die CDU kann doch mit jedem ins Bett: FDP, SPD und eventuell mit den Grünen. Die CDU muss nur um eine mögliche rot-grüne Mehrheit 2013 bangen. Aber der Höhenflug der Grünen ist da doch wohl eher instabil als die Position Merkels, die sich ganz nebenbei aller Konkurrenten entledigt hat. Alla CDU-Alphas sind ihr untertan. Von der Leyen, Röttgen, De Maiziere... Merkel geht es gut wie nie zuvor. Sogar eine Energiewende kann sie sich auf die Fahnen schreiben.

    Eine Leser-Empfehlung
    • joG
    • 27.05.2011 um 20:15 Uhr

    ....hauptsächlich ein großes Risiko für Deutschland und dessen Bevölkerung. Das Land ist damit rechtsunsicherer und die Planungssicherheit wird in Frage gestellt. Wichtiger kann sein, dass die Kosten der sehr raschen Umstellung enorm hoch sind und die Kostenbasis der Produktion steigt relativ zu Konkurrenten. Sicher ist, dass die Bevölkerung ärmer wird.

    Dem steht die geringere Angst vor dem GAU und dessen geringere Wahrscheinlichkeit.

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    • R.B.
    • 28.05.2011 um 9:10 Uhr

    Rein statistisch sollte sich ein GAU alle 100.000 Jahre ereignen. Stimmt nicht: Es passierte bisher durchschnittlich alle 20 Jahre.

    Hier die realen Werte:

    1979 Kernschmelze Harrisburg (1 Reaktor)
    1986 GAU in Tschernobyl (1 Reaktor)
    2011 GAU in Fukuschima ( 4 Reaktoren)

    Seien wir großzügig und bewerten wir nur die GAUs im Zeitraum 1970 - 2011, dann ereignete sich der GAU alle 20 Jahre. Betrachten wir die Anzahl der Reaktoren dieser GAUs, dann alle 8 Jahre.

    Betrachten wir die Teilkernschmelzen im Zeitraum (1959-1980) kommen 8 hinzu.

    Die Folgekosten eines GAUs in Deutschland werden auf bis zu 6 Billionen EURO berechnet bei einem BIP von ca. 2,7 Billionen.

    Soviel zum geringen Restrisiko, zum billigen Atomstrom und zur Verarmung der Bevölkerung.

    • R.B.
    • 28.05.2011 um 9:10 Uhr

    Rein statistisch sollte sich ein GAU alle 100.000 Jahre ereignen. Stimmt nicht: Es passierte bisher durchschnittlich alle 20 Jahre.

    Hier die realen Werte:

    1979 Kernschmelze Harrisburg (1 Reaktor)
    1986 GAU in Tschernobyl (1 Reaktor)
    2011 GAU in Fukuschima ( 4 Reaktoren)

    Seien wir großzügig und bewerten wir nur die GAUs im Zeitraum 1970 - 2011, dann ereignete sich der GAU alle 20 Jahre. Betrachten wir die Anzahl der Reaktoren dieser GAUs, dann alle 8 Jahre.

    Betrachten wir die Teilkernschmelzen im Zeitraum (1959-1980) kommen 8 hinzu.

    Die Folgekosten eines GAUs in Deutschland werden auf bis zu 6 Billionen EURO berechnet bei einem BIP von ca. 2,7 Billionen.

    Soviel zum geringen Restrisiko, zum billigen Atomstrom und zur Verarmung der Bevölkerung.

    • R.B.
    • 27.05.2011 um 20:31 Uhr

    Wir sind ein Hochtechnologieland und fürchten den richtungs- und zukunftsweisenden technologischen Fortschritt in der Energieerzeugung? Warum?

    Wir haben die mit am Besten ausgebildeten Arbeiter, Facharbeiter, Meister, Ingenieure, Wissenschaftler weltweit. Die machen das und die schaffen das, die wollen und die können das.

    Es interessiert nicht, ob andere "billigen" Atomstrom haben, wir wollen ihn nicht mehr, denn es ist ein Tanz auf dem "Vulkan" wie Fukuschima gezeigt hat.

    Das ist das wirkliche Risiko, das wir gehen.

    Ich will keine 30-60 Kilometer Todeszone in D, nicht in Hamburg, nicht am Rehin, nicht in Frankfurt, nicht in Stuttgart, nicht in Bayern.

    Wir können das besser! Und wir schaffen das in 10 Jahren!

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    • Naboo
    • 27.05.2011 um 21:01 Uhr

    Ihre Bewunderung deutscher Ingenieurskunst in allen Ehren, aber nicht mal der genialste Wissenschaftler kann einen Plan umsetzen, der sich nun mal mit den Gesetzen der Physik beißt.

    ...von unglaublichen Kosten, für die noch nicht mal ein Finanzierungsplan steht, mal gar nicht zu reden.

    Wenn der Fusionskraft nur ein Zehntel der Aufmerksamkeit und Ressourcen zukommen würde, die Richtung Windräder & Co. fließt, dann wären wir schon viel näher an der Lösung des Problems.

    • joG
    • 28.05.2011 um 10:26 Uhr

    ....damit sagen?

    -Das Risiko war beim Bau bekannt.

    -Nach Tschernobyl wurde und sollte kein neues Werk mehr initiiert werden, womit die Endlaufzeit des Risikos begrenzt war. Damit nahm man zZ die bekannte Lebensgefahr billigend in Kauf.

    -Der Grün/Rote Ausstieg verkürzte die Laufzeiten um ein paar Jahre. Damit nahmen die zwei Parteien und vor allem Trittin und Schröder die Lebensgefahr für die Bevölkerung billigend in Kauf.

    -Die Schwarz/Roten beließen es dabei, dass Laufzeiten bis in die 2030er erlaubt waren.....

    -Schwarz/Gelb verlängerte die Laufzeit um ein paar Jahre....

    -Schwarz/Gelb verkürzt die Laufzeit auf 2021?

    Im Grunde hat sich nichts wesentliches geändert. Es ist den Parteien lieber die Gefahr für Leib und Leben der hiesigen Menschen zuzulassen als als das Geld für einen sofortigen Ausstieg auszugeben. Darin unterscheiden sich die Parteien nicht.

    Zwei Fragen:

    -Fühlen Sie sich jetzt weniger ängstlich?

    -Wie sind die Folgen für welche Gruppen der Bevölkerung?

    • Naboo
    • 27.05.2011 um 21:01 Uhr

    Ihre Bewunderung deutscher Ingenieurskunst in allen Ehren, aber nicht mal der genialste Wissenschaftler kann einen Plan umsetzen, der sich nun mal mit den Gesetzen der Physik beißt.

    ...von unglaublichen Kosten, für die noch nicht mal ein Finanzierungsplan steht, mal gar nicht zu reden.

    Wenn der Fusionskraft nur ein Zehntel der Aufmerksamkeit und Ressourcen zukommen würde, die Richtung Windräder & Co. fließt, dann wären wir schon viel näher an der Lösung des Problems.

    • joG
    • 28.05.2011 um 10:26 Uhr

    ....damit sagen?

    -Das Risiko war beim Bau bekannt.

    -Nach Tschernobyl wurde und sollte kein neues Werk mehr initiiert werden, womit die Endlaufzeit des Risikos begrenzt war. Damit nahm man zZ die bekannte Lebensgefahr billigend in Kauf.

    -Der Grün/Rote Ausstieg verkürzte die Laufzeiten um ein paar Jahre. Damit nahmen die zwei Parteien und vor allem Trittin und Schröder die Lebensgefahr für die Bevölkerung billigend in Kauf.

    -Die Schwarz/Roten beließen es dabei, dass Laufzeiten bis in die 2030er erlaubt waren.....

    -Schwarz/Gelb verlängerte die Laufzeit um ein paar Jahre....

    -Schwarz/Gelb verkürzt die Laufzeit auf 2021?

    Im Grunde hat sich nichts wesentliches geändert. Es ist den Parteien lieber die Gefahr für Leib und Leben der hiesigen Menschen zuzulassen als als das Geld für einen sofortigen Ausstieg auszugeben. Darin unterscheiden sich die Parteien nicht.

    Zwei Fragen:

    -Fühlen Sie sich jetzt weniger ängstlich?

    -Wie sind die Folgen für welche Gruppen der Bevölkerung?

  4. Bitte Leute es muss doch in diesem Land noch Menschen geben die an Fortschritt, Entwicklung und Technologie glauben. [...] Deutschland ist eine Industrienation und das soll auch so bleiben. Das Jammern wird groß sein wenn plötzlich der Wohlstand einbricht. Das Land braucht Energie und am besten moderne Kernfusionstechnologie.

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So ist es ! Deutschland wird seine Wirtschaftskraft verlieren und dann wird das Geschrei gross sein. armes Deutschland. das Land der Besserwisser, Neider und Angsthasen.

    Niemals in der Geschichte der BRD ist der Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung so stark eingebrochen wie seit der Wende zur neoliberalisierung der Märkte. Nichts ist für den Arbeitnehmer besser geworden aber Vieles schlechter. Also entschuldigen sie, dass ich ihren Ammenmärchen nicht glaube.

    Wie es mit den erneuerbaren Energien und dezentralisierten Märkten sich mit den Energiepreisen weiter geht, wird sich ja noch zeigen. Viele Andere und auch ich sind optimistisch, dass es für die Mehrheit der Bevölkerung besser wird. Wen juckt es wenn die EVUs weniger oder gar keinen Gewinn machen. Energieversorgung ist kein Spekulationsobjekt sondern ein Grundbedürfnis von Staatsbürgern.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei sachlichen Formulierungen. Danke. Die Redaktion/ag

    "Jedes Kind weiß doch dass das nicht funktioniert."

    Dann hat "jedes Kind" keine Ahnung. Die Voraussetzungen für die Energiewende wurden schon sehr gründlich wissenschaftlich studiert, und das alles ist machbar. Was bis jetzt fehlte, war der politische Wille für die notwendigen Investitionen und Investitionsanreize. Es freut mich, daß dies so langsam anders wird.

    "Das Land braucht Energie und am besten moderne Kernfusionstechnologie."

    Der alte Witz ist, daß Kerfusion immer "noch 20 Jahre braucht, bis sie funktioniert". Regenerative Energien basieren hingegen auf erprobten Technologien, die sich seit Jahren in der Praxis bewährt haben. Da sollte es klar sein, woaruf wir bauen sollten...

    würde durch einfaches Hinzufügen von Einhörnern, Riesen und guten Feen rundum sandmännchentauglich, weshalb sich jeder Atombegeisterte überlegen sollte, ob er das Geschichtenerfinden nicht zum Beruf machen möchte. Die Befürchtung dass Deutschlands Ingenieurskompetenz und seine Wirtschaftskraft ausgerechnet mit der Atomtechnologie stehen und fallen sollen, wird angesichts zweier aktueller Studien (http://www.stanford.edu/g..., http://www.stanford.edu/g...) der renommierten Stanford University über die Eignung von Wind, Wasser und Sonne als alleinige Quellen der weltweiten Energieerzeugung bis 2030 noch unrealistischer, als sie ohnehin schon ist.

    • joG
    • 28.05.2011 um 10:30 Uhr

    [...] Schlimmer noch: Es ist willkürlich.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/ag

    So ist es ! Deutschland wird seine Wirtschaftskraft verlieren und dann wird das Geschrei gross sein. armes Deutschland. das Land der Besserwisser, Neider und Angsthasen.

    Niemals in der Geschichte der BRD ist der Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung so stark eingebrochen wie seit der Wende zur neoliberalisierung der Märkte. Nichts ist für den Arbeitnehmer besser geworden aber Vieles schlechter. Also entschuldigen sie, dass ich ihren Ammenmärchen nicht glaube.

    Wie es mit den erneuerbaren Energien und dezentralisierten Märkten sich mit den Energiepreisen weiter geht, wird sich ja noch zeigen. Viele Andere und auch ich sind optimistisch, dass es für die Mehrheit der Bevölkerung besser wird. Wen juckt es wenn die EVUs weniger oder gar keinen Gewinn machen. Energieversorgung ist kein Spekulationsobjekt sondern ein Grundbedürfnis von Staatsbürgern.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei sachlichen Formulierungen. Danke. Die Redaktion/ag

    "Jedes Kind weiß doch dass das nicht funktioniert."

    Dann hat "jedes Kind" keine Ahnung. Die Voraussetzungen für die Energiewende wurden schon sehr gründlich wissenschaftlich studiert, und das alles ist machbar. Was bis jetzt fehlte, war der politische Wille für die notwendigen Investitionen und Investitionsanreize. Es freut mich, daß dies so langsam anders wird.

    "Das Land braucht Energie und am besten moderne Kernfusionstechnologie."

    Der alte Witz ist, daß Kerfusion immer "noch 20 Jahre braucht, bis sie funktioniert". Regenerative Energien basieren hingegen auf erprobten Technologien, die sich seit Jahren in der Praxis bewährt haben. Da sollte es klar sein, woaruf wir bauen sollten...

    würde durch einfaches Hinzufügen von Einhörnern, Riesen und guten Feen rundum sandmännchentauglich, weshalb sich jeder Atombegeisterte überlegen sollte, ob er das Geschichtenerfinden nicht zum Beruf machen möchte. Die Befürchtung dass Deutschlands Ingenieurskompetenz und seine Wirtschaftskraft ausgerechnet mit der Atomtechnologie stehen und fallen sollen, wird angesichts zweier aktueller Studien (http://www.stanford.edu/g..., http://www.stanford.edu/g...) der renommierten Stanford University über die Eignung von Wind, Wasser und Sonne als alleinige Quellen der weltweiten Energieerzeugung bis 2030 noch unrealistischer, als sie ohnehin schon ist.

    • joG
    • 28.05.2011 um 10:30 Uhr

    [...] Schlimmer noch: Es ist willkürlich.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/ag

  5. 8. Genau

    So ist es ! Deutschland wird seine Wirtschaftskraft verlieren und dann wird das Geschrei gross sein. armes Deutschland. das Land der Besserwisser, Neider und Angsthasen.

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    Größter Abbau aller Zeiten -- na wenn das kein Rekord ist. Interessant wird die Sache erst, wenn die ersten Rechnungen für den importierten Strom von den französischen Atomkraftwerken kommen. Aber wir sind ja reich und können uns leisten, als einziges Land der Welt unseren Strom aus dem Ausland zu importieren, auch wenn es unsere Exporte reduziert.

    Größter Abbau aller Zeiten -- na wenn das kein Rekord ist. Interessant wird die Sache erst, wenn die ersten Rechnungen für den importierten Strom von den französischen Atomkraftwerken kommen. Aber wir sind ja reich und können uns leisten, als einziges Land der Welt unseren Strom aus dem Ausland zu importieren, auch wenn es unsere Exporte reduziert.

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