Drogenkrieg in Mexiko Gebete an den heiligen Tod
Der Drogenkrieg in Mexiko wird immer brutaler. Woher kommt die Lust an der Gewalt und ihre Verherrlichung? Fragen an den preisgekrönten Autor und Regisseur Guillermo Arriaga.
DIE ZEIT: Im Kampf von Militär und Polizei gegen die Drogenkartelle sind in Mexiko in den vergangenen vier Jahren bereits 40.000 Menschen getötet worden. Der Krieg tobt vor allem in den Grenzprovinzen. Wie bekommen Sie in Mexiko-Stadt die Atmosphäre der Gewalt zu spüren?
Guillermo Arriaga: Achtmal im Jahr fahre ich zur Jagd ins Grenzgebiet zu den USA. Erst gestern bin ich vom letzten Ausflug zurückgekommen. Ich muss sagen: Man hat Angst dort oben. Wir sind diesmal von lokalen Polizisten gestoppt worden, die direkt den Drogenhändlern Rapport geben. Glücklicherweise habe ich keine Waffen dabei.
ZEIT: Sie gehen ohne Waffen auf die Jagd?
Arriaga: Ich jage mit Pfeil und Bogen. Aus freien Stücken. Aber es ist von Vorteil. Ich habe Freunde unter den Bauern der Gegend. Einige kann ich inzwischen nicht mehr besuchen, weil das Kartell Los Zetas in der Nähe Stützpunkte unterhält und die Schotterpisten kontrolliert. Ein Freund, der uns seine Ranch geliehen hatte, wurde gefoltert und enthauptet – der hatte keinerlei Beziehung zum narco, dem Drogenhandel . Der Onkel eines anderen Freundes wurde ebenfalls vor Kurzem hingerichtet.
ZEIT: Welche Vorsichtsregeln befolgen Sie?
Arriaga: In manchen Gegenden fahre ich nur tagsüber. Nachts gehören die Straßen dem narco . Aber ich versuche noch etwas: mich nicht von der Angst unterkriegen zu lassen. Wenn du aufhörst, dein Leben zu leben, hast du schon verloren.
ZEIT: Wie erklären Sie sich das bestialische Ausmaß der Gewalt ?
Arriaga: Auf Twitter habe ich einmal gepostet, der narco führe eine raffinierte Form des Klassenkampfes. Aber das ist nur ein Aspekt. Manchmal steht man vor einer komplexen gesellschaftlichen Situation und kann nicht wirklich erklären, wie es dahin kommen konnte. Deutschland ist doch ein Land, das schon lange vor dieser Frage steht: Wie konnte sich ausgerechnet das Volk der Aufklärung und der Hochkultur in ein Volk von Schlächtern verwandeln, das innerhalb weniger Jahre Millionen von Menschen grausam umgebracht hat? Die Kultur hat damals offenbar nicht als Deich funktioniert. Welche Konstellation hat dieses Grauen provoziert? Auch in Mexiko sollte man den narco nicht isoliert betrachten, sondern alle Faktoren anschauen, die für seine Wucherung verantwortlich sind.
ZEIT: Glauben Sie wirklich, dass der Ausdruck »Klassenkampf« dabei hilft, klarer zu sehen?
Arriaga: Es gibt keine bewusste klassenkämpferische Bewegung. Aber es gibt eine Menge Leute voller Klassenhass, voller Wut. Wenn diese Leute, die zu anderen Zeiten vielleicht als Kleinstadt-Gangster einmal zwei, drei Menschen umgebracht hätten, nun im Drogengeschäft zu Geld kommen und plötzlich ein paar Millionen Dollar in der Hand haben, von schweren Waffen ganz abgesehen, liegt da schon etwas von Rache in der Luft: Jahrelang haben die mich ignoriert und in der Gosse leben lassen – jetzt sollen sie mal sehen!
ZEIT: Aber ist nicht der Kampf der Kartelle brutaler als der Kampf der Klassen?
Arriaga: Manchmal ist das schwer zu sagen. Es gibt in Mexiko krasse soziale Gegensätze, es gibt krasse politische Versäumnisse. Womöglich führt gerade die Straffreiheit vieler Verbrechen zu einer enormen Ausweitung der Gewalt. Sie sorgt jedenfalls dafür, dass eine Menge sogenannte copycats von der Angst profitiert, die der narco geschürt hat. Heute braucht man nur zu sagen, man gehöre zu den Zetas, schon läuft die Erpressung. Und am Ende stellt sich heraus, dass gerade mal zehn Prozent der angeblichen Zetas tatsächlich der Bande angehören. In einer Stadt traf neulich der lokale Polizeichef die Zeta-Bosse, um über deren Erpressungen zu verhandeln – nur um festzustellen, dass die Zetas damit gar nichts zu tun hatten. Wenn das Trittbrettfahren kinderleicht wird, weil der Staat und die Justiz sich dem Verbrechen nicht konsequent entgegenstellen, dann fällt auch das Morden immer leichter. Die Toten werden namenlos, die Opfer verlieren ihre Identität, Gewalt wird irgendwann komplett alltäglich.
- Datum 26.05.2011 - 18:08 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.5.2011 Nr. 22
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Drogenkonsums anprangern? Pelz tragen ist Gewissensfrage, aber Koks schnupfen nicht? Warum redet man nicht von Blutkokain?
Aber nein, die Nase zu pudern ist immer noch ein kleines Laster, das augenzwinkernd hingenommen wird.
Sie irren sich, vermutlich ist nur 10% des Umsatzes Kokain. Viel mehr deutet daraufhin, dass ein riesiger Teil des Geschäftes mit Cannabis gemacht wird.
Aber hören Sie mir bitte damit auf, dass ein Cannabisgeniessender Blutjoints raucht. Nur weil es illegal ist, können sich überhaupt diese Kartelle bilden.
Sie irren sich, vermutlich ist nur 10% des Umsatzes Kokain. Viel mehr deutet daraufhin, dass ein riesiger Teil des Geschäftes mit Cannabis gemacht wird.
Aber hören Sie mir bitte damit auf, dass ein Cannabisgeniessender Blutjoints raucht. Nur weil es illegal ist, können sich überhaupt diese Kartelle bilden.
Ich frage mich warum nie über eine Legalisierung diskutiert wird, was die Kartelle überhaupt stark macht, ist allein die Tatsache dass sich durch das Verbot soviel Geld verdienen lässt.
Bei einem kontrollierten Markt, gibts gar keinen Grund mehr Waffen einzusetzen. Der Alkoholmarkt ist ja auch recht unblutig. Daüber müsste ernsthaft einmal geredet werden, der Krieg gegen die Drogen ist jedenfalls gescheitert.
Mit einer Legalisierung wird man keine Kartelle zerschlagen - wer glaubt die Kartelle geben ihre Connections auf der ist ein Traumtänzer- wer bitte kontrolliert denn dann den Anbau-Transport - Preis ? bis zur legalen Verkaufsstelle-? sowas wirds nicht geben weil sich da Politiker in Binnenstaaten die prächtigst am Handel mitverdienen wohl querlegen- ein wahrer Satz den der gute Mann sagt ist: Amerika lagert den Drogenkrieg aus- eben eine ziemlich üble Moralhandlung den Drogenkrieg zu verdammen der nur den eigenen aberMillionen Süchtigen US-Bürgern dient-und die US-Drugpolice schneidet bei den Deals gut mit- es ist ein Geschäft wie in Afghanistan- man lässt masssiven Drogenanbau zu und kassiert dazw. per CIA kräftigst ab- ich war 81- ein halbes Jahr in Mexiko - von Mex.City über Oaxaca bis Yucatan- da gabs jede Menge Gras und Pilze auch alles frei in der Natur wenn man bei Indios war - ich habe aber schon damals 3 Tote gesehen mit eigenen Augen die dem Drogenhandel zugeschrieben wurden- später in Panama/Kolumb./Venezuela und auf Jamaica wurde mir klar daß Coca auf dem Vormarsch war- auch durch die Kriege die die USA in Mittelamerika unter der Schirmherrschaft der United fruit Company (in Wahrheit CIA)anzettelte und dann in den 80ern über Panama und Nicaragua mit Ortega ihren ersten grössten Koksdealer installierten - Koks kostete damals in Panama 5
US $ - in Bogota aus deutscher Herstellung von Merck nur schlappe 2- es ist eine Teufelsdroge und der Entzug dauert Jahre im Kopf
Mit einer Legalisierung wird man keine Kartelle zerschlagen - wer glaubt die Kartelle geben ihre Connections auf der ist ein Traumtänzer- wer bitte kontrolliert denn dann den Anbau-Transport - Preis ? bis zur legalen Verkaufsstelle-? sowas wirds nicht geben weil sich da Politiker in Binnenstaaten die prächtigst am Handel mitverdienen wohl querlegen- ein wahrer Satz den der gute Mann sagt ist: Amerika lagert den Drogenkrieg aus- eben eine ziemlich üble Moralhandlung den Drogenkrieg zu verdammen der nur den eigenen aberMillionen Süchtigen US-Bürgern dient-und die US-Drugpolice schneidet bei den Deals gut mit- es ist ein Geschäft wie in Afghanistan- man lässt masssiven Drogenanbau zu und kassiert dazw. per CIA kräftigst ab- ich war 81- ein halbes Jahr in Mexiko - von Mex.City über Oaxaca bis Yucatan- da gabs jede Menge Gras und Pilze auch alles frei in der Natur wenn man bei Indios war - ich habe aber schon damals 3 Tote gesehen mit eigenen Augen die dem Drogenhandel zugeschrieben wurden- später in Panama/Kolumb./Venezuela und auf Jamaica wurde mir klar daß Coca auf dem Vormarsch war- auch durch die Kriege die die USA in Mittelamerika unter der Schirmherrschaft der United fruit Company (in Wahrheit CIA)anzettelte und dann in den 80ern über Panama und Nicaragua mit Ortega ihren ersten grössten Koksdealer installierten - Koks kostete damals in Panama 5
US $ - in Bogota aus deutscher Herstellung von Merck nur schlappe 2- es ist eine Teufelsdroge und der Entzug dauert Jahre im Kopf
Arriaga scheint sich wirklich in der thematik auszukennen.
und er bringt auch vorschläge, wie man den sumpf trockenlegen könnte.
allein, legalisierung der verschobenen drogen dürfte für viele nicht gerade der weg zum ziel sein.
über den rest - neoliberale ideen zum wohle mexikos und auch anderer staaten - schweige ich lieber, bevor ich mir hier zensur einhandle.
vielleicht nur ein satz: der verteilungskampf wird härter, und manche haben nun mal nix zu verlieren, eben so wie Arriaga es beschreibt.
Arriaga sagt: "Also: zuerst die Armut bekämpfen und für bessere Bildungschancen sorgen. Dann: die Drogen legalisieren, um dem narco seine wesentliche Geschäftsgrundlage zu entziehen und die Kartelle zu zerschlagen.."
Arriaga sagt man soll Drogen legalisieren. Das ist die einfache Wahrheit und auch klare Logik. Keiner in Deutschland würde verstehen, wenn man sich wegen Bier oder Schnaps abschlachtet.
IWF
Amerika
mit Armut läuft das Geschäft wie geschmiert...
ich muss an den Film denken Let's make money und Burkina Faso...
bitte noch mehr solche Interviews aus vielen Ländern
Danke...
Sie irren sich, vermutlich ist nur 10% des Umsatzes Kokain. Viel mehr deutet daraufhin, dass ein riesiger Teil des Geschäftes mit Cannabis gemacht wird.
Aber hören Sie mir bitte damit auf, dass ein Cannabisgeniessender Blutjoints raucht. Nur weil es illegal ist, können sich überhaupt diese Kartelle bilden.
welche Droge das ist. Es geht nur darum, dass ein Produkt illegal ist und auf Grund dessen die Gewalt eskaliert. Wenn Ihrer Meinung nach, sagen wir mal, 50% des Umsatzes aus dem Verkauf von Cannabis besteht, dann kann man doch durchaus von "Blutjoints" reden. Einerlei ob, weiss, grün, als Keks, im Paper oder in der Nase. Wenn Menschen dafür sterben müssen, dann wird eben auch aus der duften WG-Laber-Lach-Droge was ganz Schmutziges. Ich weiss, für die Konsumenten ist das schwer nachvollziehbar. Weil es ja so herrlich harmlos ist. Wer so denkt, hmmm, hat wohl schon zuviel davon geschmooookt.
mfg
...ich kann Ihnen nur teilweise recht geben. Die Drogenkartelle entstehen nicht nur aufgrund der Illegalität von Cannabis sondern auch dadurch, dass es genug Menschen gibt, die bereit sind Cannabis zu Konsumieren, obwohl sie wissen, dass sie damit evenuell Drogenkartelle unterstuetzen. Ich persönlich bin bei solchen Sachen sehr genau. Habe schonmal meinen Joint konsumiert z.B. in Amsterdam oder Kopenhagen, weil ich davon ausgegangen bin, dass mein Geld nicht an die Drogenmafia fliesst.
Muell trennen tut heutzutage jeder und sich fuer den Tierschutz engagieren. Auf ihren gelegentlichen Joint verzichten wollen viele aber offensichtlich nicht. Anstatt immer auf den Staat zu verweisen, der die falschen Gesetze macht sollte man sich lieber auchmal an die Nase fassen, und seinen eigenen bescheidenen Beitrag leisten. Wenn es weniger Konsumenten illegaler Drogen gibt, dann gibt es auch weniger Drogenmafia!
welche Droge das ist. Es geht nur darum, dass ein Produkt illegal ist und auf Grund dessen die Gewalt eskaliert. Wenn Ihrer Meinung nach, sagen wir mal, 50% des Umsatzes aus dem Verkauf von Cannabis besteht, dann kann man doch durchaus von "Blutjoints" reden. Einerlei ob, weiss, grün, als Keks, im Paper oder in der Nase. Wenn Menschen dafür sterben müssen, dann wird eben auch aus der duften WG-Laber-Lach-Droge was ganz Schmutziges. Ich weiss, für die Konsumenten ist das schwer nachvollziehbar. Weil es ja so herrlich harmlos ist. Wer so denkt, hmmm, hat wohl schon zuviel davon geschmooookt.
mfg
...ich kann Ihnen nur teilweise recht geben. Die Drogenkartelle entstehen nicht nur aufgrund der Illegalität von Cannabis sondern auch dadurch, dass es genug Menschen gibt, die bereit sind Cannabis zu Konsumieren, obwohl sie wissen, dass sie damit evenuell Drogenkartelle unterstuetzen. Ich persönlich bin bei solchen Sachen sehr genau. Habe schonmal meinen Joint konsumiert z.B. in Amsterdam oder Kopenhagen, weil ich davon ausgegangen bin, dass mein Geld nicht an die Drogenmafia fliesst.
Muell trennen tut heutzutage jeder und sich fuer den Tierschutz engagieren. Auf ihren gelegentlichen Joint verzichten wollen viele aber offensichtlich nicht. Anstatt immer auf den Staat zu verweisen, der die falschen Gesetze macht sollte man sich lieber auchmal an die Nase fassen, und seinen eigenen bescheidenen Beitrag leisten. Wenn es weniger Konsumenten illegaler Drogen gibt, dann gibt es auch weniger Drogenmafia!
welche Droge das ist. Es geht nur darum, dass ein Produkt illegal ist und auf Grund dessen die Gewalt eskaliert. Wenn Ihrer Meinung nach, sagen wir mal, 50% des Umsatzes aus dem Verkauf von Cannabis besteht, dann kann man doch durchaus von "Blutjoints" reden. Einerlei ob, weiss, grün, als Keks, im Paper oder in der Nase. Wenn Menschen dafür sterben müssen, dann wird eben auch aus der duften WG-Laber-Lach-Droge was ganz Schmutziges. Ich weiss, für die Konsumenten ist das schwer nachvollziehbar. Weil es ja so herrlich harmlos ist. Wer so denkt, hmmm, hat wohl schon zuviel davon geschmooookt.
mfg
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