Feminismus Hexenverbrennung
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Die Benachteiligung von Männern aufzeigen

Offenbar ist das nicht selbstverständlich, sondern im Gegenteil so ungewöhnlich, dass Männer- und Väterinitiativen aus ganz Deutschland auf Goslar und seine Gleichstellungsbeauftragte aufmerksam geworden sind. Seither verfolgen Goslars Frauenpolitikerinnen mit wachsendem Entsetzen eine Internetdebatte, deren Gegenstand sie selbst sind und in der die ohnehin gewöhnungsbedürftige Tonlage dieses Mediums erkennbar verschärft wird durch biografische Verletzungen der Teilnehmer. Neues aus »Bitterfotzenhausen« – solche Formulierungen lasten Monika Ebelings Kritikerinnen bedenkenlos ihrer moderat und sachlich formulierenden Gleichstellungsbeauftragten an.

Was die Gleichstellung von Männern betrifft, haben Goslars Frauenpolitikerinnen inzwischen offenbar umgedacht. Zunächst hatten die Grünen im Stadtrat erklärt, Frau Ebeling wolle die »Benachteiligung von Männern aufzeigen und beseitigen – dies ist nicht unser politischer Wille«. Inzwischen haben die Kritikerinnen der Gleichstellungsbeauftragten am Engagement für Väter im Prinzip nichts mehr auszusetzen – wenn nur nicht so viel wichtigere Anliegen vernachlässigt worden seien. Die frühere Frauenbeauftragte Barbara Dancs gehört zu den Gründerinnen einer Initiative »Gute Gleichstellungsarbeit«, die man, wie sie einräumt, auch als eine Anti-Ebeling-Initiative bezeichnen könnte. Als typische Inhalte einer guten Gleichstellungsarbeit nennt sie auf Nachfrage den Einsatz für »weibliche Sprache« und gegen das Touristenspektakel der im Harz üblichen »Hexenverbrennungen«.

Unterdessen hat die grüne Politikerin Doris Juranek ein bislang verborgenes Motiv der geschassten Gleichstellungsbeauftragten ausgemacht. Frau Ebeling, vermutet sie, habe ihre eigene Entlassung provoziert, um ihrem Buch, das sie nun schreiben wolle, mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. »Wir in Goslar sind wahrscheinlich viel zu klein für den großen Wurf, den sie nun vorhat.«

 
Leser-Kommentare
  1. Er zeigt endlich einmal auf, was die Grünen wirklich unter "Gleichberechtigung" verstehen.

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    • th
    • 30.05.2011 um 21:59 Uhr

    so oberflächlich wird heutzutage Politik gemacht, das ist mutatis mutandis bei den anderen genauso, und Mobbing gehört einfach dazu: wer von der Meinung der Herde abweicht, dem wird eben gezeigt wos langgeht.

    Im Großen wie im Kleinen: überall werden schnell mal Kampagnen losgetreten, während man eine inhaltliche Auseinandersetzung scheut wie der Teufel das Weihwasser.

    Die Devise ist immer: Lieber den Vertreter einer anderen Meinung schlechtmachen, als sich ehrlich damit auseinanderzusetzen. Vermutlich, weil die Fähigkeiten - oder auch nur die Zeit, etwas anderes als diese brutale Oberflächlichkeit nicht zulassen.

    • th
    • 30.05.2011 um 21:59 Uhr

    so oberflächlich wird heutzutage Politik gemacht, das ist mutatis mutandis bei den anderen genauso, und Mobbing gehört einfach dazu: wer von der Meinung der Herde abweicht, dem wird eben gezeigt wos langgeht.

    Im Großen wie im Kleinen: überall werden schnell mal Kampagnen losgetreten, während man eine inhaltliche Auseinandersetzung scheut wie der Teufel das Weihwasser.

    Die Devise ist immer: Lieber den Vertreter einer anderen Meinung schlechtmachen, als sich ehrlich damit auseinanderzusetzen. Vermutlich, weil die Fähigkeiten - oder auch nur die Zeit, etwas anderes als diese brutale Oberflächlichkeit nicht zulassen.

  2. im Deutschland, wie es sich die Grünen vorstellen.

    Falls es tatsächlich Benachteiligungen für Männer gab (was ich nicht weiß) und die grüne Frontfrau meint, dass die Beseitigung dieser (potentiellen) Benachteiligung nicht ihrem politischem Willen entspricht, zeigt das eine ideologisch geprägte Geisteshaltung, die einfach nur erschreckend ist.

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  3. ist doch nur eine Worthülse da man das Wort Frauenbeauftragte vermeiden will, auch wenn es natürlich darum ging.
    Niemand redet auch von einer Männerquote bei Berufen, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden.

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    Weil man sie als Krankenpfleger oder Kindergärtner mit offenen Armen empfangen würde.

    Für eine Frau mit dem falschen (oder geradezu "richtigen") Körperbau in einem Firmenvorstand gilt das nicht zwingend.

    Bestellt noch ein Pils am Stammtisch

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    Weil man sie als Krankenpfleger oder Kindergärtner mit offenen Armen empfangen würde.

    Für eine Frau mit dem falschen (oder geradezu "richtigen") Körperbau in einem Firmenvorstand gilt das nicht zwingend.

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    • nimda
    • 30.05.2011 um 16:56 Uhr

    Es ist offensichtlich immer noch zuviel verlangt, dass Männer wie Frauen einsehen, dass sie sich ändern müssen. Und nicht wie bisher die Schuld auf der anderen Seite abladen.
    Dass die Grünen auch gegen solch engstirnige Positionen wie in den anderen Parteien gibt, zeugt nur von beruhigender Normalität.

    Ja, es ist Zeit für echte Gleichstellungsbeauftrage!

  4. war schon immer so, dass es ein paar gibt, die gleicher sind als andere.

    Freiheit ist immer auch die Freiheit der anders denkenden.

    Das passt aber manchen nicht in den Kram.

    Und die Ausreden, mit denen die Entlassung dann begründet wird, sind von erprobter und bekannter Dünnheit.

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  5. "»an ihrer Persönlichkeit gescheitert«
    Gibt es etwas unsäglicheres als ein solches demütignedes und ehrverletzendes Urteil? Wie anmaßend. Was soll das denn überhaupt heißne. Wie muss denn eine Peron sein, damit sie in den Augen dieser Grünen-Politikerin nicht scheiterungswürdig ist?

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  6. Weil man sie als Krankenpfleger oder Kindergärtner mit offenen Armen empfangen würde.

    Für eine Frau mit dem falschen (oder geradezu "richtigen") Körperbau in einem Firmenvorstand gilt das nicht zwingend.

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    ...dass man eine qualifizierte Bewerberin für eine Professur des Maschinenbaus nicht mit offenen armen empfangen würde?

    Natürlich ist eine Quote in diesen Bereichen (und meiner Meinung nach nicht nur in diesen) Unsinn, da durch eine Quote in Kindergärten sich nicht automatisch mehr qualifizierte Erzieher bewerben.

    Man muss früher ansetzen. Man müsste auch in diesen Bereichen die scheinbar zu wenig existierenden Bewerber durch "Boys Days" und ähnliches anlocken.

    Über Krankenpfleger weiss ich kaum Bescheid, aber ich hörte des Öfteren davon, dass Kindergärtner der Pädophilie verdächtigt werden.

    Ich bin selbst Sekretär und wurde mehrfach ausdrücklich wegen meines Geschlechts - "ein Mann im Sekretariat..." - abgelehnt.

    ...dass man eine qualifizierte Bewerberin für eine Professur des Maschinenbaus nicht mit offenen armen empfangen würde?

    Natürlich ist eine Quote in diesen Bereichen (und meiner Meinung nach nicht nur in diesen) Unsinn, da durch eine Quote in Kindergärten sich nicht automatisch mehr qualifizierte Erzieher bewerben.

    Man muss früher ansetzen. Man müsste auch in diesen Bereichen die scheinbar zu wenig existierenden Bewerber durch "Boys Days" und ähnliches anlocken.

    Über Krankenpfleger weiss ich kaum Bescheid, aber ich hörte des Öfteren davon, dass Kindergärtner der Pädophilie verdächtigt werden.

    Ich bin selbst Sekretär und wurde mehrfach ausdrücklich wegen meines Geschlechts - "ein Mann im Sekretariat..." - abgelehnt.

  7. Das Ministerium für Wahrheit.
    Das Ministerium für Liebe.
    Das Ministerium für Gleichstellung.

    Was haben diese drei gemeinsam?

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