Rentenalter Lasst uns länger arbeiten!

Mit 65 Jahren müssen die meisten Arbeitnehmer in Rente gehen. Warum eigentlich? Die starre Altersgrenze bevormundet den Einzelnen – und schadet den Unternehmen.

Jeden Freitagabend fährt James Vaupel in das gelobte Land der Demografie. Er steigt im Rostocker Hafen auf eine Fähre in Richtung Dänemark, hält für zwei Stunden die Nase in die Ostseeluft und verbringt dann das Wochenende bei seiner Familie und seinen Pferden auf der dänischen Insel Fünen. In Rostock arbeitet der Altersforscher, seit er 51 ist. Er hat dort das Max-Planck-Institut für demografische Forschung aufgebaut und, wie er sagt, die »kreativsten und erfülltesten Berufsjahre« seines Lebens verbracht – in einem Alter, in dem Arbeitnehmer hierzulande oft schon fast als Kandidaten für die Frühverrentung gelten. Bis 70 wird er Direktor bleiben, für die Zeit danach ist die nächste Karriere geplant – in Dänemark. »Da kann ich an der Universität bleiben, solange die findet, dass ich einen guten Job mache«, sagt Vaupel. Es gibt in Dänemark keine offizielle Altersgrenze, die das verhindern könnte.

In Deutschland hingegen hat der 66-Jährige nur mit Mühe das öffentliche Dienstrecht geknackt, wonach für Professoren wie für andere Berufsgruppen im Normalfall mit 65 der Ruhestand beginnt. Ihm half, dass sein Institut kurz vorher einen renommierten Statistikexperten verlor, der vor der deutschen Altersgrenze an eine amerikanische Universität flüchtete. Auch dort, wie in Kanada, können Ältere forschen und lehren, solange die Leistung stimmt. Das Geburtsdatum ist egal.

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Die Globalisierung ändert die Arbeitsbedingungen nicht nur für Billiglöhner oder Manager, sondern auch für die Alten – zunächst für die qualifizierten, umworbenen. Und sie öffnet die Augen dafür, wie merkwürdig die Deutschen über das Alter und den richtigen Rentenstart diskutieren. »Mit 40 geht das Leben erst richtig los, aber da hört bisher in Deutschland das Personalmanagement auf«, sagt Vaupel, der gleichwohl vom »Jahrzehnt der älteren Beschäftigten« spricht. Wenn die US-Amerikaner, die Kanadier und die Dänen ihre Altersgrenzen lockern oder abschaffen können – warum eigentlich geht das nicht auch bei uns? Die steigende Lebenserwartung spräche dafür, die absehbare Belastung der Rentensysteme, der jetzt schon in den Unternehmen spürbare Fachkräftemangel. Vor allem aber, das wird oft übersehen, wäre es für viele Menschen ein Freiheitsgewinn, über den Übergang vom Arbeitsleben zur Rente selbst zu entscheiden.

Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern.

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Es gäbe ein einfaches Modell dafür, es ähnelt den Regeln in Vaupels Musterland Dänemark oder auch in Schweden: die Teilrente. Der Gesetzgeber legt keine Obergrenze für den Rentenbeginn fest, sondern eine Untergrenze, etwa das 60. Lebensjahr. Von diesem Jahr an wird eine stark verringerte Teilrente gezahlt. Für jedes Jahr, das ein Beschäftigter länger arbeitet, gibt es mehr. Das Alter, in dem ein Ausscheiden möglich ist, hat wenig Bedeutung für den tatsächlichen Abschied vom Job, für die allermeisten Arbeitnehmer ist es nur eine Größe zur Berechnung des Alterseinkommens vom Staat. Genau darin liegt der Vorteil: Es gibt keine offizielle Altersgrenze mehr. Entweder die Tarifpartner treffen Vereinbarungen, oder jeder entscheidet selbst und handelt mit seinem Arbeitgeber aus, wann und wie schnell der Abschied aus dem Job möglich ist. Die Leistungsfähigkeit des Einzelnen, der Spaß im Job, die Bedürfnisse des Unternehmens und die privaten Verhältnisse der Arbeitnehmer sind wichtiger als der Tag, der als Geburtsdatum im Personalausweis steht.

Im Deutschen Bundestag werben die Grünen und die FDP für die Teilrente, wenn auch mit unterschiedlichen Ideen für die genaue Ausgestaltung. Union und SPD haben Vorbehalte – die allerdings leicht auszuräumen sind: Da wäre erstens die Sorge, es könne einen riesigen Ansturm auf die frühe Rente geben. Dagegen sprechen die Erfahrungen in Dänemark und vor allem in Schweden, wo die Beschäftigungsquote der Älteren deutlich höher ist. Das habe am Ende die FDP überzeugt, sagt der Sozialpolitiker Heinrich Kolb: »Wenn die Beschäftigten von Jahr zu Jahr immer wieder neu entscheiden können, ob sie weitermachen, dann bleiben sie offenbar länger.« Wie stark der Andrang in Deutschland wäre, hinge stark von der Höhe der Teilrente ab. Das hätte die Politik in der Hand.

Der zweite Einwand lautet: Die Rente ab 67, erst vor vier Jahren unter Schmerzen und gegen viel Widerstand von der Großen Koalition auf den Weg gebracht, ändere langsam das Denken bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern, man stelle sich allmählich auf alternde Belegschaften ein – diesen gewünschten Effekt könne man nicht gleich wieder zunichte machen. Doch die Teilrente würde vermutlich das Gleiche bewirken, wenn der Kündigungsschutz für Ältere bis zur bisherigen Altersgrenze bestehen bliebe. Dann könnten die Arbeitgeber sich nicht leichter von Älteren trennen. Die wichtigste Veränderung mit der Einführung der Teilrente würde in den Köpfen stattfinden: Ein 62-Jähriger wäre nicht automatisch jemand, der sowieso bald ginge. Ein 60-Jähriger wäre nicht unbedingt jemand, bei dem eine Fortbildung nicht mehr lohnte. Ein Mittfünfziger müsste nicht davon ausgehen, dass alle Chancen auf einen Aufstieg in der Hierarchie verpasst wären. Darin liegt die Chance für die Beschäftigten.

Schließlich sind es ja nicht nur privilegierte Professoren oder Künstler, die länger arbeiten wollen, sondern auch beispielsweise der Postbeamte, der spät Vater wurde und nur so die Ausbildung des in zweiter Ehe geborenen Kindes finanzieren kann. Länger arbeiten will auch jene Putzfrau, die Ende vergangenen Jahres versuchte, vor Gericht einen späteren Renteneintritt zu erzwingen, weil ihre Rente zu niedrig ist. Und warum muss ein begeisterter, erfolgreicher Kriminalkommissar gegen seinen Willen aus dem Job ausscheiden, obwohl die Polizei Fachleute braucht?

Für Unternehmer, Anwälte, Architekten oder Landwirte ist es oft selbstverständlich, bis Ende 60 oder 70 berufstätig zu sein, viele arbeiten sogar deutlich länger und haben ihre größten Erfolge in den späteren Jahren. Doch in Deutschland ist die Altersdebatte eine Angstdebatte. Längeres Arbeiten gilt grundsätzlich als Zumutung, weniger als fünf Prozent der Deutschen halten die Rente ab 67 für eine gute Idee. Gerade erst haben die Wirtschaftsweisen empfohlen, das gesetzliche Rentenalter auf 69 Jahre zu erhöhen. Sofort jaulten die Boulevardblätter auf.

»Oft wird der Eindruck erweckt, Arbeit sei etwas, wovon die Politik den Menschen befreien müsste«, sagt die Bremer Altersforscherin Ursula Staudinger. »Dabei sind die meisten Menschen gern tätig, auch im Alter.« Um das nachzuweisen, ließen Staudinger und ihre Kollegen Mitarbeiter eines großen norddeutschen Unternehmens jeweils vor und nach dem Beginn ihres Rentnerlebens zu ihrer Arbeitsbereitschaft befragen. Nach dem Eintritt ins Rentenalter war der Wunsch nach einer Beschäftigung deutlich höher als vorher. »Viele Arbeitnehmer überschätzen die Vorzüge des Ruhestandes, bevor sie tatsächlich in Rente sind«, sagt Staudinger.

Ein anderes Vorurteil hat eine gerade erschienene Studie des Münchner Ökonomieprofessors und Altersforschers Axel Börsch-Supan widerlegt: Auch in körperlich anstrengenden Jobs sind Ältere nicht generell weniger produktiv als Jüngere. Börsch-Supan hatte gemeinsam mit einem Kollegen Statistiken der Mercedes-Lastwagenfabrik in Wörth ausgewertet. Daraus ging für 3800 Arbeiter hervor, wie alt sie waren, wie lange sie zum Unternehmen gehörten – und wie viele Fehler sie machten. Je älter die Beschäftigten waren, desto besser waren die Ergebnisse. Die Älteren machten zwar insgesamt etwas mehr Fehler als die Jüngeren, sie waren aber eher in der Lage, diese zu korrigieren, und bei ihnen ging seltener Gravierendes schief.

Die Älteren wollen also länger arbeiten, als oft behauptet wird – und ihnen selbst oft klar ist. Aber können sie es auch? Die wichtigste Einsicht zum Alter, die sehr unterschiedliche Demografie-Experten formulieren, die aber von der Politik seit Jahren überhört wird, lautet nicht: länger arbeiten! Sie lautet: Nehmt zur Kenntnis, wie unterschiedlich die Alten sind und wie wenig deshalb einheitliche Altersgrenzen für alle taugen! In Deutschland wird erbittert darüber gestritten, ob das richtige Rentenalter 60, 65 oder 70 ist; doch die Altersforscher empfehlen, die Frage nach der Leistungskraft von Arbeitnehmern viel konsequenter von dessen Alter zu trennen.

Paul Baltes, der verstorbene Nestor der deutschen Altersforschung, verwendete dafür häufig folgendes Bild: Wenn sich 15-Jährige aus der gleichen Schulklasse zu einer Party träfen, sei ihnen das Alter leicht anzusehen. Bei einem Klassentreffen von 65-Jährigen sei das anders. Da habe man manchmal den Eindruck, als hätte jemand den Vater mitgebracht – und ein anderer seinen Sohn.

»Die starren Altersgrenzen sind ein Produkt der alten Industriegesellschaft mit ihren standardisierten Arbeitsprozessen«, sagt der frühere Arbeitsminister Franz Müntefering. »In Zukunft werden wir eine größere Vielfalt von Übergängen zwischen Arbeit und Ruhestand brauchen.« An der Rente mit 67, die er einst durchgesetzt hat, will er festhalten, aber er wünscht sich mehr Möglichkeiten für Ältere, mit Zu- oder Abschlägen früher oder später aus dem Berufsleben auszuscheiden, Teilzeit zu arbeiten, als Berater für ehemalige Arbeitgeber auf Honorarbasis zu arbeiten oder zeitweise als Vertretung einzuspringen. Herbert Rische, Chef der Deutschen Rentenversicherung Bund, erwartet, dass die Unternehmen schon wegen des Fachkräftemangels ihren Beschäftigten mehr Angebote für die Zeit nach dem Rentenbeginn machen. »Die Rente ab 67 wird es so wenig geben wie jetzt die Rente ab 65«, sagt er. Derzeit wechselt nur ein kleiner Teil der Beschäftigten mit 65 in den Ruhestand (siehe Grafik). Der Heidelberger Altersforscher Andreas Kruse hält sogar die ganze Aufregung über die Rente ab 67 für überflüssig. »Sie ist eigentlich ein Phantom«, sagt er. Schon in zehn, fünfzehn Jahren werde es viel seltener eine Frage des Alters sein, ob und wie lange jemand berufstätig ist, wie viel Verantwortung er trägt und wie viel er verdient. »Wir werden noch mehr über das Alter wissen, und gerade deswegen werden die Arbeitgeber weniger Aufhebens davon machen, wie alt ihre jeweiligen Mitarbeiter sind«, glaubt Kruse.

Dass die Unternehmen sich zumindest mit den Qualifizierten unter den Älteren mehr Mühe als bisher geben werden, ist sicher. »Schon heute entstehen in manchen Berufen, Branchen und Regionen Deutschlands Personalengpässe«, heißt es im noch unveröffentlichten »Konzept Fachkräftesicherung« der Bundesregierung, das im Juni offiziell vorgestellt wird. Es bestehe Handlungsbedarf, »damit Deutschland ein leistungsfähiger, attraktiver und weltoffener Standort bleibt«. Die Regierung will das Fachkräfteproblem vor allem dadurch lindern, dass sie Frauen unterstützt, die mehr arbeiten wollen als bisher – Alleinerziehende und andere Mütter mit Betreuungsbedarf für ihre Kinder oder auch Frauen, die nach einer längeren Familienphase ohne Berufstätigkeit einen Wiedereinstieg versuchen.

Aber auch Ältere sollen helfen – und deren Arbeitgeber. »Die Unternehmen können und müssen mehr tun«, heißt es in dem Bericht. Die Regierung fordert mehr »vorausschauende Arbeitsgestaltung und -organisation, passgenaue Weiterbildung und betriebliche Gesundheitsförderung«. Der schrittweise Anstieg der Altersgrenze auf 67 schaffe bis 2025 rund eine Million zusätzliche Jobs, so der Bericht. »Gelänge es, die Erwerbstätigenquote der über 55-Jährigen von heute rund 56 Prozent auf 70 Prozent wie etwa in Schweden anzuheben, wäre ein ebenso hoher, weiterer Zugewinn möglich.« Dass es in Schweden ähnlich wie in Dänemark kein festes Rentenalter gibt, davon steht in dem Bericht allerdings nichts.

Im Prinzip ließe auch das bestehende deutsche Rentensystem ein längeres Arbeiten jenseits der offiziellen Grenzen zu; einen festgeschriebenen Beschäftigungsstopp für Ältere gibt es nur für den öffentlichen Dienst. Arbeiter und Angestellte in der Privatwirtschaft können theoretisch auch heute schon länger arbeiten und in dieser Zeit ihre Rentenansprüche steigern. Aber das macht fast niemand. Das Verfahren ist bürokratisch, die möglichen Zugewinne zur Rente sind klein. Die Personalabteilungen bieten sie nicht an, die Beschäftigten fragen nicht nach. Dafür haben 350.000 Rentner Minijobs, Tendenz schnell steigend.

So steht vielen Unternehmen, die bislang viele Gleichaltrige beschäftigen, ein personalpolitischer Kraftakt ohne Vorbild in der deutschen Wirtschaftsgeschichte bevor, weil ihre Belegschaften erst kollektiv altern und dann ein großer Teil der Beschäftigten fast gleichzeitig in Rente geht. Gerade in Ostdeutschland gibt es viele Betriebe mit der Alterstruktur einer Schulklasse: Die Alten sind im Vorruhestand, für die Einstellung von Jungen fehlte das Geld. Je älter die Beschäftigten werden, desto schwieriger wird es, junge Leistungsträger zu finden, die gern mit Kollegen im Alter ihrer Eltern arbeiten.

In Westdeutschland hadern vor allem Unternehmen mit diesem Problem, die in den achtziger Jahren auf einen Schlag viele junge Beschäftigte eingestellt haben. Nun stehen sie alle gleichzeitig kurz vor dem Ruhestand.

Je mehr Spezialisten mit unersetzbarem Erfahrungswissen oder besonderen Kundenkontakten unter den Älteren sind, desto gravierender wird das Problem. Bei der LBS Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz beispielsweise sind 48 Prozent der Beschäftigten älter als 50. Neun Prozent sind älter als 60. Das Unternehmen lässt sich viel einfallen, um die Älteren fit zu halten und zu motivieren, etwa mit Sport- und Weiterbildungsangeboten. Doch damit lässt sich der absehbare Wissensverlust durch eine Welle von Verrentungen nicht lindern.

Schon helfen hoch spezialisierte Unternehmensberater Firmen mit Demografieproblemen. Die wichtigste Regel im Umgang mit älteren Arbeitnehmern, so der Altersforscher Andreas Kruse, sei ganz ähnlich wie in Restaurants, die ältere Gäste gewinnen wollen, aber gerade deswegen keinen »Seniorenteller« auf die Speisekarte setzten: Es sei gut, die Stärken und Bedürfnisse der Älteren zu kennen, aber ganz falsch, sie gezielt als Ältere anzusprechen. Zumal die Vorstellung, dass mit dem Alter Gehalt, Status und Respekt automatisch stiegen, noch immer tief in den Köpfen sitze.

Stattdessen werden die Unternehmen künftig genau schauen, was der Einzelne tatsächlich noch leistet. Einen Vorgeschmack darauf, was dann kommen könnte, liefert die Diskussion über den Vorschlag, die Fahrtüchtigkeit älterer Autofahrer generell zu testen. Die Empörung ist groß. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert aber die Gesellschaft ohne Altersgrenzen: Wer erfolgreich ist, darf in attraktiven Jobs, etwa als Professor, länger arbeiten. Anderen wird es peinlich sein, noch arbeiten zu müssen. Eine Arbeitswelt ohne starre Altergrenze wird fairer und effizienter sein. Bequemer wird sie nicht.

 
Leser-Kommentare
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    • 27.05.2011 um 7:55 Uhr

    ...eins ihrer Steckenpferde.

    Dergleichen hat die in den letzten Jahren mehrmals gebracht, z.B. unter dem Titel 'Raus aus dem Altersgefängnis!'. Entweder kultiviert da jemand zwanghaft den gesellschaftspolitischen Tunnelblick, oder zur Saure-Gurken-Zeit müssen mal wieder ein paar alte Beiträge recycled werden.

    Damals hieß es:

    'Viele Menschen wollen das auch gar nicht. Sie wollen nicht mit 65 oder 67 zwangsweise in Rente gehen müssen...'

    [...]

    Sonst noch irgend jemand?

    (Fortsetzung)

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/se.

    28 Leser-Empfehlungen
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    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 7:56 Uhr

    Selbst die Stammklientel der ZEIT - LEHRER - ist nachgerade seit Jahrzehnten dafür bekannt, daß vielleicht 5 von 100 Lehrern bis zur GEGENWÄRTIGEN Altersgrenze 'arbeiten', 90 - 95% lassen sich HEUTE schon vorzeitig pensionieren.

    SELBST LEHRER WOLLEN/KÖNNEN SCHON HEUTE NICHT BIS ZUR ALTERSGRENZE VON 65 ARBEITEN!

    Was ist mit Dachdeckern, Polizisten, Teerbauern, Pflegepersonal? Wie gesagt - gesellschaftlicher Tunnelblick, sowas kommt in der Welt der Frau Niejahr nicht vor, also ist es irrelevant.

    Und wohin führt das dann?

    Die Gesellschaft wird gespalten in diejenigen, die nach langer, körperlicher Belastung oder psychischem Stress (wozu auch in immer zunehmenderem Maße Konkurrenzkampf und Mobbing gehören werden), nach 25 oder 35 Jahren Berufsleben einfach kaputt sind, fertig, ausgebrannt, und diejenigen, die aufgrund geringer Belastung fähig sein werden, ihren Beruf deutlich länger auszuüben.

    Selbst innerhalb dieser Gruppe wird es in Zukunft vermehrt zu Problemen kommen, denn Zulassungen als Kassenarzt werden schon jetzt nicht mehr unbeschränkt erteilt, und Planstellen für Hochschullehrer sind ebenfalls begrenzt.

    (Fortsetzung)

    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 7:56 Uhr

    Selbst die Stammklientel der ZEIT - LEHRER - ist nachgerade seit Jahrzehnten dafür bekannt, daß vielleicht 5 von 100 Lehrern bis zur GEGENWÄRTIGEN Altersgrenze 'arbeiten', 90 - 95% lassen sich HEUTE schon vorzeitig pensionieren.

    SELBST LEHRER WOLLEN/KÖNNEN SCHON HEUTE NICHT BIS ZUR ALTERSGRENZE VON 65 ARBEITEN!

    Was ist mit Dachdeckern, Polizisten, Teerbauern, Pflegepersonal? Wie gesagt - gesellschaftlicher Tunnelblick, sowas kommt in der Welt der Frau Niejahr nicht vor, also ist es irrelevant.

    Und wohin führt das dann?

    Die Gesellschaft wird gespalten in diejenigen, die nach langer, körperlicher Belastung oder psychischem Stress (wozu auch in immer zunehmenderem Maße Konkurrenzkampf und Mobbing gehören werden), nach 25 oder 35 Jahren Berufsleben einfach kaputt sind, fertig, ausgebrannt, und diejenigen, die aufgrund geringer Belastung fähig sein werden, ihren Beruf deutlich länger auszuüben.

    Selbst innerhalb dieser Gruppe wird es in Zukunft vermehrt zu Problemen kommen, denn Zulassungen als Kassenarzt werden schon jetzt nicht mehr unbeschränkt erteilt, und Planstellen für Hochschullehrer sind ebenfalls begrenzt.

    (Fortsetzung)

    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 7:56 Uhr

    Selbst die Stammklientel der ZEIT - LEHRER - ist nachgerade seit Jahrzehnten dafür bekannt, daß vielleicht 5 von 100 Lehrern bis zur GEGENWÄRTIGEN Altersgrenze 'arbeiten', 90 - 95% lassen sich HEUTE schon vorzeitig pensionieren.

    SELBST LEHRER WOLLEN/KÖNNEN SCHON HEUTE NICHT BIS ZUR ALTERSGRENZE VON 65 ARBEITEN!

    Was ist mit Dachdeckern, Polizisten, Teerbauern, Pflegepersonal? Wie gesagt - gesellschaftlicher Tunnelblick, sowas kommt in der Welt der Frau Niejahr nicht vor, also ist es irrelevant.

    Und wohin führt das dann?

    Die Gesellschaft wird gespalten in diejenigen, die nach langer, körperlicher Belastung oder psychischem Stress (wozu auch in immer zunehmenderem Maße Konkurrenzkampf und Mobbing gehören werden), nach 25 oder 35 Jahren Berufsleben einfach kaputt sind, fertig, ausgebrannt, und diejenigen, die aufgrund geringer Belastung fähig sein werden, ihren Beruf deutlich länger auszuüben.

    Selbst innerhalb dieser Gruppe wird es in Zukunft vermehrt zu Problemen kommen, denn Zulassungen als Kassenarzt werden schon jetzt nicht mehr unbeschränkt erteilt, und Planstellen für Hochschullehrer sind ebenfalls begrenzt.

    (Fortsetzung)

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    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 7:58 Uhr

    Ein längeres Verweilen der Inhaber derartiger Pfründen würde somit den Generationswechsel deutlich verschieben ... ich sehe schon die 50-jährigen Assistenzärzte im Krankenhaus, die 55-jährigen angestellten Ärzte in den Arztpraxen oder die 60-jährigen wissenschaftlichen Assistenten in den Hochschulen fröhlich werkeln, den Blick fest auf das Ableben des Inhabers der jeweiligen Zulassung oder Planstelle gerichtet...

    ...und so wird das 'Altersgefängnis' ersetzt durch die 'Altersfestung', den Kampf, die Sinecure-Positionen von Wohlstand und Einfluß direkt am großen Futtertrog so lange wie möglich zu halten und zu verteidigen und die Schultern zu schließen gegen die jüngeren und hungrigen, die von außen nachdrängen...

    (Falls irgendjemandem in meinen Kommentaren grammatikalische Inkonsistenzen auffallen: ich hab das jetzt mal so gemacht wie die ZEIT und einfach meinen Kommentar von vor 5 Jahren

    http://www.zeit.de/online...

    leicht angepasst und recycled. "Von der ZEIT lernen heißt SIEGEN lernen!")

    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 7:58 Uhr

    Ein längeres Verweilen der Inhaber derartiger Pfründen würde somit den Generationswechsel deutlich verschieben ... ich sehe schon die 50-jährigen Assistenzärzte im Krankenhaus, die 55-jährigen angestellten Ärzte in den Arztpraxen oder die 60-jährigen wissenschaftlichen Assistenten in den Hochschulen fröhlich werkeln, den Blick fest auf das Ableben des Inhabers der jeweiligen Zulassung oder Planstelle gerichtet...

    ...und so wird das 'Altersgefängnis' ersetzt durch die 'Altersfestung', den Kampf, die Sinecure-Positionen von Wohlstand und Einfluß direkt am großen Futtertrog so lange wie möglich zu halten und zu verteidigen und die Schultern zu schließen gegen die jüngeren und hungrigen, die von außen nachdrängen...

    (Falls irgendjemandem in meinen Kommentaren grammatikalische Inkonsistenzen auffallen: ich hab das jetzt mal so gemacht wie die ZEIT und einfach meinen Kommentar von vor 5 Jahren

    http://www.zeit.de/online...

    leicht angepasst und recycled. "Von der ZEIT lernen heißt SIEGEN lernen!")

    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 7:58 Uhr

    Ein längeres Verweilen der Inhaber derartiger Pfründen würde somit den Generationswechsel deutlich verschieben ... ich sehe schon die 50-jährigen Assistenzärzte im Krankenhaus, die 55-jährigen angestellten Ärzte in den Arztpraxen oder die 60-jährigen wissenschaftlichen Assistenten in den Hochschulen fröhlich werkeln, den Blick fest auf das Ableben des Inhabers der jeweiligen Zulassung oder Planstelle gerichtet...

    ...und so wird das 'Altersgefängnis' ersetzt durch die 'Altersfestung', den Kampf, die Sinecure-Positionen von Wohlstand und Einfluß direkt am großen Futtertrog so lange wie möglich zu halten und zu verteidigen und die Schultern zu schließen gegen die jüngeren und hungrigen, die von außen nachdrängen...

    (Falls irgendjemandem in meinen Kommentaren grammatikalische Inkonsistenzen auffallen: ich hab das jetzt mal so gemacht wie die ZEIT und einfach meinen Kommentar von vor 5 Jahren

    http://www.zeit.de/online...

    leicht angepasst und recycled. "Von der ZEIT lernen heißt SIEGEN lernen!")

    33 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "(Fortzsetzung)"
  1. Süße Worte klingen in diesem Artikel an: Mehr Freiheit und der Wegfall von "starren" Grenzen, mehr Anpassung an die Lebenswirklichkeit (rethrorischer Kunstgriff um so zu tun als wäre die Gegenposition unrealistisch)...

    Doch zwischen den Zeilen schimmert hindurch, dass es vor allem darum geht weniger Rente auszahlen zu müssen auf dass gefälligst alle bis zum Tode arbeiten ohne die ach so abgründigen Sozialkassen zu belasten.

    Und der Satz "Länger arbeiten will auch jene Putzfrau, die Ende vergangenen Jahres versuchte, vor Gericht einen späteren Renteneintritt zu erzwingen, weil ihre Rente zu niedrig ist." enthüllt verschämt was das tatsächliche Problem ist: Das die Niedrüglöhner von Heute mit einem Vollzeitjob nicht mal eine Rente erhalten die zum Lebensunterhalt reicht. Denn wenn die Arbeit schon kaum zum Leben reicht - wie soll es dann die Rente tun?

    Anstatt also die Löhne auf angemessenes Niveau zu erhöhen, sollen diese Leute einfach immer weiter arbeiten - so kann man das Rentenproblem natürlich auch lösen.

    Der letzte Absatz des Artikels schließlich lässt durchblicken wohin die Reise gehen soll: Effizienz, mehr Leistungsprüfung - und "bequemer" wird's nicht.

    Ja, wenn man errungene Arbeitnehmerrechte der vergangenen Jahrzehnte lange genug als verkrustete Hemmschuhe diskreditiert, glauben es die Leute irgendwann auch. Aber Hauptsache "Der Wirtschaft" geht es gut.

    Auf, Auf, lasst uns ums goldene Kalb tanzen...

    46 Leser-Empfehlungen
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    genau darum geht es nämlich bei'm "länger arbeiten" - kosten sparen!

    auch bei der jetzt eingeführten rente mit 67 geht es ja nicht darum, die "alten" noch 2 jahre länger arbeiten zu lassen damit sie nicht "zuhause rumsitzen und sich langweilen" - der eigentliche sinn ist es die höhe des rentenbezuges mit 65 zu reduzieren, weil das ja jetzt keine vollrente mehr ist sondern eine, selbstverständlich verminderte, frührente!

    ---

    auch wenn es das eigentliche problem - die demographische situation und entwicklung - natürlich nicht ändert, finde ich die grundidee, statt eines höchstalters eine untergrenze einzuführen, ab der die rentenzahlung beginnt (in welcher höhe auch immer) aber sinnvoller als die momentane lösung!

    „Doch zwischen den Zeilen schimmert hindurch, dass es vor allem darum geht weniger Rente auszahlen zu müssen auf dass gefälligst alle bis zum Tode arbeiten ohne die ach so abgründigen Sozialkassen zu belasten.“

    Bis zum Tode arbeiten wäre schon der Idealfall! In Wahrheit geht es doch nur darum, daß die Leute lange vor dem Renteneintrittsalter zum Sozialfall werden sollen. Welcher Arbeitgeber wird schon einen 61jährigen Bewerber neu einstellen? Hartz IV kommt dem Staat immer noch erheblich billiger als Renten- und Pensionszahlungen in voller Höhe. Und je länger der Betreffende Hartz IV bezogen hat, desto geringer seine Rentenansprüche später.

    • BooNoc
    • 27.05.2011 um 11:27 Uhr

    Danke, man liest selten so treffende KOmmentare wie Ihren.

    Der Wachstumsgedanke selbst muss in Frage gestellt werden. Es wird in Zukunft schwieriger werden, eine Wirtschaft zum wachsen zu bringen (endliche und damit im Preis steigende Rohstoffe und fossile Brennstoffe, sowie das Hauen und Stechen darum).

    Zwar lässt sich temporäres Wachstum durch (über Schulden finanzierte...) Konjunkturpakete oder durch das Drücken von Renten und Löhnen (wie es Deutschland ja vormacht) in Form von Export erreichen, man wird aber immer wieder an einen Punkt gelangen, an dem die gemachten Anstrengungen nicht mehr ausreichen, an dem man die Menschen noch später in Rente schicken (um wie Sie richtig sagen, weniger Rente auszuahlen zu müssen) und an dem man die Grundsicherung noch weiter absenken muss. Die einzigen, die davon profitieren, sind Banken, die dieses Scheinwachstum durch Kredite finanzieren und für ihr aus Luft geschaffenes (= komplett virtuelles!) Geld auch noch Zinsen kassieren (DER Betrug schlechthin, und keinen interessierts). Mehr und mehr Schulden sind unumgänglich.

    Hinzu kommt die Pervertierung des Freiheits- und Leistungsbegriffes aus der sich dann abwertende Haltungen gegenüber Sozialausgaben ableiten, denn wenn diese ollen Sozialausgaben nicht wären, dann wäre man ja viel "konkurrenzfähiger", wirtschaftlich "viel besser aufgestellt" - oder welche anderen Politworthülsen man noch bemühen will. Aber, wie sie treffend sagen, Hauptsache der Wirtschaft gehts gut!

    • atmc
    • 27.05.2011 um 21:15 Uhr

    Betrachtet man die Lebensarbeitszeit von Arbeitern und Handwerkern in den sechziger und siebziger Jahren, so lag deren Renten Eintrittsalter wesentlich höher als das heutige Renteneintrittsalter. Alle die gegen eine längere Lebensarbeitszeit polemisieren, müssen sich die Frage vorlegen, warum ihre Eltern und Großeltern trotz schwieriger Kindheit und Jugend, schwerer körperlicher Arbeit länger arbeiten konnten als all die vielen, die hier gegen den Aufsatz in der Zeit polemisieren. Mein Großvater als Seiler Meister konnte bis zu seinem Tode mit 78 Jahren arbeiten, unser Nachbar, ein Bauschreiner übergab die Bauschreinerei seinem Sohn und sattelte um auf Sarg Schreiner. Mir will nicht einleuchten, warum Teilhabe älterer Menschen früher besser gelangt als heute. Diese Generation, die die Bundesrepublik aufgebaut hat, konnte offenkundig bis zum 65. Lebensjahr oder darüber hinaus arbeiten, konnte drei oder vier Kinder groß ziehen und war trotzdem mit dem Leben zufrieden.
    Vielleicht sollte man, bevor man seine persönliche hellenistische Lebenseinstellung auf Kosten anderer polemisch verteidigt, ein wenig die Geschichte der Arbeit in der Bundesrepublik betrachten und könnte feststellen, dass man das Recht auf Faulheit für sich selbst verteidigt ohne zu bedenken, dass die eigene Elterngeneration sehr viel mehr an Arbeit geleistet hat

    genau darum geht es nämlich bei'm "länger arbeiten" - kosten sparen!

    auch bei der jetzt eingeführten rente mit 67 geht es ja nicht darum, die "alten" noch 2 jahre länger arbeiten zu lassen damit sie nicht "zuhause rumsitzen und sich langweilen" - der eigentliche sinn ist es die höhe des rentenbezuges mit 65 zu reduzieren, weil das ja jetzt keine vollrente mehr ist sondern eine, selbstverständlich verminderte, frührente!

    ---

    auch wenn es das eigentliche problem - die demographische situation und entwicklung - natürlich nicht ändert, finde ich die grundidee, statt eines höchstalters eine untergrenze einzuführen, ab der die rentenzahlung beginnt (in welcher höhe auch immer) aber sinnvoller als die momentane lösung!

    „Doch zwischen den Zeilen schimmert hindurch, dass es vor allem darum geht weniger Rente auszahlen zu müssen auf dass gefälligst alle bis zum Tode arbeiten ohne die ach so abgründigen Sozialkassen zu belasten.“

    Bis zum Tode arbeiten wäre schon der Idealfall! In Wahrheit geht es doch nur darum, daß die Leute lange vor dem Renteneintrittsalter zum Sozialfall werden sollen. Welcher Arbeitgeber wird schon einen 61jährigen Bewerber neu einstellen? Hartz IV kommt dem Staat immer noch erheblich billiger als Renten- und Pensionszahlungen in voller Höhe. Und je länger der Betreffende Hartz IV bezogen hat, desto geringer seine Rentenansprüche später.

    • BooNoc
    • 27.05.2011 um 11:27 Uhr

    Danke, man liest selten so treffende KOmmentare wie Ihren.

    Der Wachstumsgedanke selbst muss in Frage gestellt werden. Es wird in Zukunft schwieriger werden, eine Wirtschaft zum wachsen zu bringen (endliche und damit im Preis steigende Rohstoffe und fossile Brennstoffe, sowie das Hauen und Stechen darum).

    Zwar lässt sich temporäres Wachstum durch (über Schulden finanzierte...) Konjunkturpakete oder durch das Drücken von Renten und Löhnen (wie es Deutschland ja vormacht) in Form von Export erreichen, man wird aber immer wieder an einen Punkt gelangen, an dem die gemachten Anstrengungen nicht mehr ausreichen, an dem man die Menschen noch später in Rente schicken (um wie Sie richtig sagen, weniger Rente auszuahlen zu müssen) und an dem man die Grundsicherung noch weiter absenken muss. Die einzigen, die davon profitieren, sind Banken, die dieses Scheinwachstum durch Kredite finanzieren und für ihr aus Luft geschaffenes (= komplett virtuelles!) Geld auch noch Zinsen kassieren (DER Betrug schlechthin, und keinen interessierts). Mehr und mehr Schulden sind unumgänglich.

    Hinzu kommt die Pervertierung des Freiheits- und Leistungsbegriffes aus der sich dann abwertende Haltungen gegenüber Sozialausgaben ableiten, denn wenn diese ollen Sozialausgaben nicht wären, dann wäre man ja viel "konkurrenzfähiger", wirtschaftlich "viel besser aufgestellt" - oder welche anderen Politworthülsen man noch bemühen will. Aber, wie sie treffend sagen, Hauptsache der Wirtschaft gehts gut!

    • atmc
    • 27.05.2011 um 21:15 Uhr

    Betrachtet man die Lebensarbeitszeit von Arbeitern und Handwerkern in den sechziger und siebziger Jahren, so lag deren Renten Eintrittsalter wesentlich höher als das heutige Renteneintrittsalter. Alle die gegen eine längere Lebensarbeitszeit polemisieren, müssen sich die Frage vorlegen, warum ihre Eltern und Großeltern trotz schwieriger Kindheit und Jugend, schwerer körperlicher Arbeit länger arbeiten konnten als all die vielen, die hier gegen den Aufsatz in der Zeit polemisieren. Mein Großvater als Seiler Meister konnte bis zu seinem Tode mit 78 Jahren arbeiten, unser Nachbar, ein Bauschreiner übergab die Bauschreinerei seinem Sohn und sattelte um auf Sarg Schreiner. Mir will nicht einleuchten, warum Teilhabe älterer Menschen früher besser gelangt als heute. Diese Generation, die die Bundesrepublik aufgebaut hat, konnte offenkundig bis zum 65. Lebensjahr oder darüber hinaus arbeiten, konnte drei oder vier Kinder groß ziehen und war trotzdem mit dem Leben zufrieden.
    Vielleicht sollte man, bevor man seine persönliche hellenistische Lebenseinstellung auf Kosten anderer polemisch verteidigt, ein wenig die Geschichte der Arbeit in der Bundesrepublik betrachten und könnte feststellen, dass man das Recht auf Faulheit für sich selbst verteidigt ohne zu bedenken, dass die eigene Elterngeneration sehr viel mehr an Arbeit geleistet hat

  2. Da gibt es dann 0% von der Gesamtrente
    mit 61 gibt es 10%
    .
    .
    .
    mit 70 gibt es 100%

    Und KEINE Ausnahmen für Lehrer, Piloten und Manager bitte!

    Und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze und Berücksichtigung aller Einkunftsarten für die Rentenversicherung.

    10 Leser-Empfehlungen
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    Ich stimme Ihnen bei letzten Abschnitt zu.
    Aber im Endeffekt scheren Sie ja auch alle über einen Kamm.

    Der vielgenannte Gerüstbauer soll bis 70 arbeiten??

    Ein Pilot mit 69 Jahren noch fliegen?? Das ist schon ein wenig wahnsinnig und spricht eher für Neid gegenüber "faulen" Lehrern und "überbezahlten" Piloten und Managern. Wobei ich letztere teilweise überbezahlt sind.

    Es muss schon nach Berufsgruppen unterschieden und nach psychischer und physischer Belastbarkeit.

    Da verlieren viele doch eh kaum noch was oder gar nichts mehr, selbst wenn die auf 0 gekürzt wird...

    Ich stimme Ihnen bei letzten Abschnitt zu.
    Aber im Endeffekt scheren Sie ja auch alle über einen Kamm.

    Der vielgenannte Gerüstbauer soll bis 70 arbeiten??

    Ein Pilot mit 69 Jahren noch fliegen?? Das ist schon ein wenig wahnsinnig und spricht eher für Neid gegenüber "faulen" Lehrern und "überbezahlten" Piloten und Managern. Wobei ich letztere teilweise überbezahlt sind.

    Es muss schon nach Berufsgruppen unterschieden und nach psychischer und physischer Belastbarkeit.

    Da verlieren viele doch eh kaum noch was oder gar nichts mehr, selbst wenn die auf 0 gekürzt wird...

    • rugero
    • 27.05.2011 um 8:12 Uhr

    Ein 65-jähriger in einem Job, der in erster Linie Kopfarbeit erfordert mag doch ruhig für sich entscheiden noch weiterzumachen solange er sich fit fühlt.

    Ich weiß aber, daß viele Leute die eine körperliche Arbeit verrichten, eben auch mit Anfang 60 körperlich am Ende sind und zudem keinen Job mehr finden würden. Wenn man dieser Gruppe die Altersgrenze heraufsetzt und gleichzeitig die Gelegenheit gibt gegen weniger Rente eher aufzuhören, ist das perfide. Denn gerade gewerbliche Kräfte können nicht auf Teile ihrer niedrigen Rente verzichten.
    Aber vielleicht ist es ja auch das Ziel, auf diese Art die Rentenkasse zu schonen. Kleine Leute haben keine Lobby.

    11 Leser-Empfehlungen
    • QUOTE
    • 27.05.2011 um 8:12 Uhr

    "Raus auf dem Altersgefängnis!"

    http://www.zeit.de/2002/2...

    "Rente mit 80"

    http://www.zeit.de/online...

    "Mehr Gelassenheit, bitte!"

    http://www.zeit.de/2007/2...

    Wie lebt es sich eigentlich so auf dem "Planeten Speersort"? Lust, mal die Erde zu besuchen?

    Nä, eher nicht.

    13 Leser-Empfehlungen
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    Erinnert mich alles mittlerweile an Feudalismus samt Einstellungen / Haltungen, Grossgrundbesitzer-Denke, Stände(dünkel)-Staat, 'gemeine Landbevölkerung', Almosen-'gewährung', Arbeitspflicht entrechteter Untertanen, Elfenbeintürmen, Denkverboten (TINA) zur Verfestigung von Irrwegen wie 'neue soziale Marktwirtschaft'. Steckenpferd, ja !

    Erinnert mich alles mittlerweile an Feudalismus samt Einstellungen / Haltungen, Grossgrundbesitzer-Denke, Stände(dünkel)-Staat, 'gemeine Landbevölkerung', Almosen-'gewährung', Arbeitspflicht entrechteter Untertanen, Elfenbeintürmen, Denkverboten (TINA) zur Verfestigung von Irrwegen wie 'neue soziale Marktwirtschaft'. Steckenpferd, ja !

  3. ...dass es 70jährige Betonbauer, Dachdecker oder Fliesenleger geben wird ! Da ist die Luft raus !

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/se.

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