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Nur noch knapp drei Millionen Erwerbslose: Darf man von Vollbeschäftigung träumen? Ist die Statistik geschönt? Fünf Fragen und Antworten.

1. Wird bei den Arbeitslosenzahlen geschummelt?

Ja. Offiziell arbeitslos sind derzeit knapp drei Millionen Bundesbürger . Tatsächlich leiden aber rund vier Millionen unter Arbeitslosigkeit . So gelten Erwerbslose, die das Jobcenter zu privaten Arbeitsvermittlern schickt, nicht als arbeitslos. Ebenso zählen 200.000 Ein-Euro-Jobber als Erwerbstätige, obwohl sie von Arbeitslosenunterstützung leben und bloß vom Amt irgendwie beschäftigt werden.

Das erscheint grotesk. Früher wurden allerdings noch mehr Menschen durch kreative Definitionen von »arbeitslos« aus der Arbeitslosenquote herausgerechnet. »Der Großmeister im statistischen Reduzieren von Arbeitslosenzahlen heißt Helmut Kohl«, sagt Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. Er warnt davor, an den aktuellen Arbeitsmarktzahlen bloß »herumzumäkeln«, wie dies im linken Spektrum häufig geschehe. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit nach der Wirtschaftskrise sei »sensationell«.

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Tatsächlich liegt die Arbeitslosenquote derzeit so niedrig wie seit fast 20 Jahren nicht mehr, selbst wenn man die versteckten Arbeitslosen mitzählt. Sie sind in den Tiefen der Statistik zu finden, etwa als »Teilnehmer von Maßnahmen«. Rechnet man sie ein, war der Stellenmangel im Jahr 1997 am schlimmsten. Damals waren 6,5 Millionen Bundesbürger offiziell oder verdeckt arbeitslos.

2. Darf man jetzt wieder von Vollbeschäftigung träumen?

Träumen ist erlaubt. Immerhin liegt die Arbeitslosenquote in rund 100 von 412 Kreisen und kreisfreien Städten schon unter vier Prozent – ein Wert, bei dem Experten von Vollbeschäftigung sprechen. Ein gewisses Maß vorübergehender Arbeitslosigkeit. beim Stellenwechsel, Berufsstart oder Wiedereinstieg, gilt als unvermeidlich. Dass so ein Minimum auch landesweit und über viele Jahre zu halten ist, zeigen Nachbarn wie die Schweiz, Österreich und die Niederlande. Dort liegt der Anteil der Erwerbslosen seit Langem bei 2 bis 5 Prozent.

Die wichtigsten Fakten zum Arbeitsmarkt. Um die Grafik zu öffnen, klicken Sie bitte auf das Bild

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»Vollbeschäftigung ist möglich«, sagt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Was viele für Utopie hielten, könne auch Deutschland schaffen. Bis 2015 könne die Arbeitslosenquote unter 5 Prozent fallen, bis 2019 auch die Unterbeschäftigungsquote (die alle versteckt Arbeitslosen enthält).

Machbar erscheint das große Ziel also. Allerdings zeigt Straubhaars Prognose auch: Deutschland ist noch sehr weit davon entfernt. Selbst nach den Analysen des Professors ist es nur erreichbar, wenn erstens die deutsche Wirtschaft bis 2019 schneller wächst als im langfristigen Durchschnitt und zweitens Politik und Firmen sich intensiver bemühen, Migranten, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose in Beschäftigung zu bringen. Insofern sind Straubhaars Aussagen eher ein Appell als eine Prognose.

Leserkommentare
  1. Nur wenn man wirklich weiß, wo die Probleme liegen, kann man sie auch zielgenau angehen.

    Dazu leistet dieser Artikel einen guten Beitrag. Sehr oft liest man eine Menge Halbwahrheiten in den Kommentarzeilen, die den Arbeitsmarkt, die Entwicklung von sog. "präkeren" Arbeitsverhältnissen u.ä. betreffen.
    Möge dieser Artikel dazu beitragen, die Diskussion treffsicherer und effektiver zu gestalten und Probleme, die gar nicht bestehen, aus der Diskussionszone rauszuhalten um Probleme, die es wirklich gibt, die aber im Hintergrund verweilten, wieder auf die Tagesordnung zu heben.

    Danke für den Artikel.

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  2. Das fängt schon bei der Definition "Arbeitslos" an und endet bei der Definition "Fachkraft". Wenn einem Krankenhaus Chirurgen fehlen hat es einen "Fachkräftemangel", egal wie viele Menschen arbeitslos sind. Der läßt sich auch nicht dadurch lösen, das Krankenpfleger im "Intensivkurs" als Chirurgen umgeschult werden. Im schlimmsten Fall muß das Krankenhaus seine Chirurgieabteilung verkleinern und die Zahl der arbeitslosen Krankenpfleger wächst.

    Es gibt keine einfachen Lösungen. Weder "Steuern runter" noch "Löhne rauf". Es können nur gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, auch wenn das abgedroschen klingt. Pauschale, undifferenzierte Forderungen oder gar Schuldzuweisungen, da natürlich immer die anderen Schuld sind, bringen jedoch keinem etwas.

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    • macey
    • 31.05.2011 um 19:02 Uhr

    Dieser Artikel unterscheidet sich positiv in der Hinsicht, dass endlich mal die offizielle Arbeitslosenzahl in Frage gestellt wird, was man in deutschen Medien nur selten findet. Das skandalöse Weglassen der privatbetreuten Arbeitslosen aus der Statistik ist die eine Sache.
    Der entscheidende Punkt, nämlich das Weglassen der ingesamt ca 7 Millionen Langzeitarbeitslosen aus der Arbeitslosenstatistik, wird aber auch hier nicht erwähnt.
    Unter den Hartz-IV-Empfängern ist der überwiegende Teil arbeitsfähig, sucht auch eine Arbeit, aber hat allergrößte Schwierigkeiten, in den Arbeitsmarkt zurück zu finden. Kaum irgendwo anders in Europa gibt es zudem so viele Langzeitarbeitslose wie in Deutschland, darunter unzählige Migranten.
    Vollbeschäftigung wird es schon deshalb nie wieder geben, weil die Arbeitnehmer in Deutschland kaum vor zugewanderter Konkurrenz geschützt sind, wie es in den USA, Kanada oder Australien der Fall ist. Um Vollbeschäftigung herzustellen, dürfte es kaum noch Zuwanderung geben. Angesichts der Arbeitsnehmerfreizügigkeit Osteuropas, mit entsprechendem zu erwartenden Zuzug, wird sich der Arbeitslosenberg von mehr als 10 Millionen kaum abbauen lassen.

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    intelligente Arbeitnehmer aus Osteuropa geht doch schon garnicht mehr nach Deutschland - die suchen sich längst andere Länder aus.

    Haben Sie sich die Zahl gerade mal so eben ausgedacht oder basieren die auf irgendwelchen Tatsachen, die man kennen sollte?

    diese klaren Worte.

    intelligente Arbeitnehmer aus Osteuropa geht doch schon garnicht mehr nach Deutschland - die suchen sich längst andere Länder aus.

    Haben Sie sich die Zahl gerade mal so eben ausgedacht oder basieren die auf irgendwelchen Tatsachen, die man kennen sollte?

    diese klaren Worte.

  3. Jetzt muss man nur noch etwas finden,
    von dem man leben kann.

    3 Leserempfehlungen
    • hkeske
    • 31.05.2011 um 19:18 Uhr

    Bedauerlich, aber offenbar üblich. Wenn ich angebe, die Zahl bestimmter Arbeitsplätze sei um 457 000 gestiegen, binnen eines Jahres, dann ist die Aussage, vorher seien "viele" Plätze verlorengegangen, merkwürdig diffus. Es riecht nach tendenzieller Berichterstattung - es geht offenbar nicht nur um die reine Wahrheit.

    Unpräzise wie immer zu diesem Thema auch die Frage, ob denn bei den "neuen" Stellen auch Löhne bezahlt werden, die mindestens das Niveau erreichen, wie es vor dem Absturz geherrscht hat. Und was ist mit der Lohnquote insgesamt? Wird ein sinkender Anteil des insgesamt Erwirtschafteten einfach nur auf eine größere Zahl von Menschen verteilt, und soll das dann ein "Boom" sein?

    Die Statistik der Einzelhandelsumsätze gibt einen Hinweis - die Umsätze sind schon seit 1994 tendenziell und unverkennbar rückläufig.

    Es ist auch für die journalistische Arbeit zu einfach, aus dem hochkomplexen Bereich ein paar passende Daten und Statistiken herauszupicken und wegzulassen, was das schöne Bild eintrüben könnte.

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    Redaktion

    Sehr geehrte/r hkeske (Kommentar Nr. 5),
    Sie kritisieren, Sie würden nicht alle Informationen erhalten – und vermuten tendenzielle Berichterstattung. Für vollständige Informationen über alle Aspekte des Themas "Lage am Arbeitsmarkt" würde aber nicht einmal ein Buch ausreichen. Allein der monatliche Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit hat fast 100 Seiten.
    Eine Auswahl ist deshalb bei einem journalistischen Text unumgänglich. Ich bemühe mich, die wesentlichen Fakten nachvollziehbar (auch in Grafiken) zu präsentieren. Noch mehr Daten finden Sie, glaube ich, in wenigen journalistischen Texten.
    Aus den vielen Punkten, die Sie wiederum ansprechen, nur einen herausgegriffen:
    Die Einzelhandelsumsätze – was verraten sie über die Lohnentwicklung? Wenig, denn sie stehen am Ende einer langen Wirkungskette. Am Anfang steht die Bruttolohnsumme (die ich angeführt habe), aber über die Einzelhandelsumsätze bestimmen noch etliche andere Faktoren: Steuern, Sozialabgaben, Sparquote, Inflation, andere Einkommen wie Renten, Sozialleistungen, Gewinne und Vermögenserträge, das Ausgabenverhalten (ein Großteil der Einkommen geht seit Jahren NICHT in den Einzelhandel, sondern wird für Wohnen, Autokauf, Reisen etc. ausgegeben). Deshalb verwende ich die Einzelhandelsumsätze nicht als Indiz. Das nur als Beispiel. Es ist eben, wie Sie ja richtig bemerken, sehr kompliziert.

    • hkeske
    • 02.06.2011 um 8:26 Uhr

    Die Kritik, die ich übe, ist selbstverständlich nicht persönlich gemeint. Wir stellen denn ja auch übereinstimmend fest, daß der Sachverhalt wirklich höchst komplex und damit schwierig aufzudröseln ist. Also bleibt für einen kurzen Bericht nur die Auswahl der Daten, die ich verwenden will.

    Tja, und das ist das Problem. Nicht nur das der Journalisten, sondern schon das der Wissenschaftler aus der Ökonomie, die auch immer wegen der Komplexität ihres Themas einiges auswählen und zusammenstellen und dann Ergebnisse verkünden.

    Und so bleibt eigentlich redlicherweise nur eine Art der Darstellung - es gibt gar nichts zu verkünden, es gibt allenfalls die Möglichkeit, einige Aspekte für die eine und einige Aspekte für die gegenteilige Auffassung (= Auswahl der Daten) aufzuzeigen.

    Ein Beispiel? Gut: Es sieht trotz aller Differenzen in den statistischen Daten so aus, als gehe die Arbeitslosigkeit zurück. Gleichzeitig sinkt die Lohnquote, und der private Konsum stagniert oder geht sogar zurück. Mag sein, daß ein Boom stattfindet - allerdings wirkt sich dieser Boom nur bei einem verschwindend kleinen Teil der Bevölkerung positiv aus.

    Ob das ein Grund zum Jubeln ist?

    Redaktion

    Sehr geehrte/r hkeske (Kommentar Nr. 5),
    Sie kritisieren, Sie würden nicht alle Informationen erhalten – und vermuten tendenzielle Berichterstattung. Für vollständige Informationen über alle Aspekte des Themas "Lage am Arbeitsmarkt" würde aber nicht einmal ein Buch ausreichen. Allein der monatliche Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit hat fast 100 Seiten.
    Eine Auswahl ist deshalb bei einem journalistischen Text unumgänglich. Ich bemühe mich, die wesentlichen Fakten nachvollziehbar (auch in Grafiken) zu präsentieren. Noch mehr Daten finden Sie, glaube ich, in wenigen journalistischen Texten.
    Aus den vielen Punkten, die Sie wiederum ansprechen, nur einen herausgegriffen:
    Die Einzelhandelsumsätze – was verraten sie über die Lohnentwicklung? Wenig, denn sie stehen am Ende einer langen Wirkungskette. Am Anfang steht die Bruttolohnsumme (die ich angeführt habe), aber über die Einzelhandelsumsätze bestimmen noch etliche andere Faktoren: Steuern, Sozialabgaben, Sparquote, Inflation, andere Einkommen wie Renten, Sozialleistungen, Gewinne und Vermögenserträge, das Ausgabenverhalten (ein Großteil der Einkommen geht seit Jahren NICHT in den Einzelhandel, sondern wird für Wohnen, Autokauf, Reisen etc. ausgegeben). Deshalb verwende ich die Einzelhandelsumsätze nicht als Indiz. Das nur als Beispiel. Es ist eben, wie Sie ja richtig bemerken, sehr kompliziert.

    • hkeske
    • 02.06.2011 um 8:26 Uhr

    Die Kritik, die ich übe, ist selbstverständlich nicht persönlich gemeint. Wir stellen denn ja auch übereinstimmend fest, daß der Sachverhalt wirklich höchst komplex und damit schwierig aufzudröseln ist. Also bleibt für einen kurzen Bericht nur die Auswahl der Daten, die ich verwenden will.

    Tja, und das ist das Problem. Nicht nur das der Journalisten, sondern schon das der Wissenschaftler aus der Ökonomie, die auch immer wegen der Komplexität ihres Themas einiges auswählen und zusammenstellen und dann Ergebnisse verkünden.

    Und so bleibt eigentlich redlicherweise nur eine Art der Darstellung - es gibt gar nichts zu verkünden, es gibt allenfalls die Möglichkeit, einige Aspekte für die eine und einige Aspekte für die gegenteilige Auffassung (= Auswahl der Daten) aufzuzeigen.

    Ein Beispiel? Gut: Es sieht trotz aller Differenzen in den statistischen Daten so aus, als gehe die Arbeitslosigkeit zurück. Gleichzeitig sinkt die Lohnquote, und der private Konsum stagniert oder geht sogar zurück. Mag sein, daß ein Boom stattfindet - allerdings wirkt sich dieser Boom nur bei einem verschwindend kleinen Teil der Bevölkerung positiv aus.

    Ob das ein Grund zum Jubeln ist?

  4. Diese 2 Wörter kann man einfach nicht ohne einen Wiederspruch aufzeigen zu wollen in einen Satz packen. Und wer im Kapitalismus von Vollbeschäftigung träumt, sollte lieber weiterschlafen. Vollbeschäftigung und die damit einhergehende Stärkung der Arbeitnehemer ist ganz sicher im Interesse unserer Boomindustrie. Weiterschlafen Danke.

    2 Leserempfehlungen
  5. wenn wir die DM wieder haben ! Das sollte inzwischen jeder wissen!
    Ganz wichtig ist der letzte Teil: die kalte Progression in der Einkommenssteuer hat mich schon veranlasst als Arbeitnehmer in Deutschland aufzuhören.
    Das die FDP die kalte Progression immer mal wieder anprangert wird nicht dazu führen das geringe Einkommen fairer besteuert werden!
    Das sind die 2 wichtigsten Massnahmen die getroffen werden müssen damit sich Arbeit in Deutschland wieder lohnt!

    2 Leserempfehlungen
    • K.Mehl
    • 31.05.2011 um 20:38 Uhr

    Aber die üblichen "Klageweiber" hier auf Zeit online werden sicher bald erzählen warum alles doch ganz furchtbar ist.

    Eine Leserempfehlung
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    könnte das ganz einfach daran liegen, dass viele dieser "Klageweiber" von den negativen Auswüchsen der modernen Arbeitswelt direkt betroffen sind und mit ihren Familien unter prekären Arbeitsverhältnissen leiden, ihre qualifizierte Arbeit zu Niedrigstlöhnen ausgebeutet wird, oder weil sie ganz einfach ausgegrenzt werden, weil sie wegen unterschiedlichster Handicaps keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und ALG II beziehen müssen.

    Von aussen betrachtet lässt sich nun natürlich trefflich über diese Menschen herziehen und man kann sich in seiner Überlegenheit super sonnen. Trotzdem sind es real existierende Probleme die nur mit Schönrechnerei und -rederei nicht behoben sind.

    Das Wichtigste wird bei jeder Diskussion zu diesem Themenkomplex immer wieder eh nur tot geschwiegen.

    Wenn es über 4 Millionen Arbeitslose (inkl Unterbeschäftigung)gibt, es aber maximal 1 Million offener Stellen gibt (wirtschaftsfreundlich geschätzt) - dann kann gar nicht jeder Mensch, sondern maximal nur jeder Vierte einen Arbeitsplatz erhalten, selbst wenn er jede Arbeit zu jedem Preis an jedem Ort annimmt, wie es Hartz 4 von ihm verlangt.

    Komisch, dass das trotz aller intellektueller Überlegenheit und herausragender Fähigkeiten den "Leistungsträgern" nicht auffällt.

    Vielleicht muss man doch eher ein wenig minderbemittelt sein, um Leistungsträger zu sein, zumindest was soziale Kompetenz angeht.

    könnte das ganz einfach daran liegen, dass viele dieser "Klageweiber" von den negativen Auswüchsen der modernen Arbeitswelt direkt betroffen sind und mit ihren Familien unter prekären Arbeitsverhältnissen leiden, ihre qualifizierte Arbeit zu Niedrigstlöhnen ausgebeutet wird, oder weil sie ganz einfach ausgegrenzt werden, weil sie wegen unterschiedlichster Handicaps keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und ALG II beziehen müssen.

    Von aussen betrachtet lässt sich nun natürlich trefflich über diese Menschen herziehen und man kann sich in seiner Überlegenheit super sonnen. Trotzdem sind es real existierende Probleme die nur mit Schönrechnerei und -rederei nicht behoben sind.

    Das Wichtigste wird bei jeder Diskussion zu diesem Themenkomplex immer wieder eh nur tot geschwiegen.

    Wenn es über 4 Millionen Arbeitslose (inkl Unterbeschäftigung)gibt, es aber maximal 1 Million offener Stellen gibt (wirtschaftsfreundlich geschätzt) - dann kann gar nicht jeder Mensch, sondern maximal nur jeder Vierte einen Arbeitsplatz erhalten, selbst wenn er jede Arbeit zu jedem Preis an jedem Ort annimmt, wie es Hartz 4 von ihm verlangt.

    Komisch, dass das trotz aller intellektueller Überlegenheit und herausragender Fähigkeiten den "Leistungsträgern" nicht auffällt.

    Vielleicht muss man doch eher ein wenig minderbemittelt sein, um Leistungsträger zu sein, zumindest was soziale Kompetenz angeht.

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