Mimi Müller-Westernhagen Mimis FreiheitSeite 4/4

Wie verdient sie ihr Geld heute? Sie hofft auf viele Auftritte, sie hofft, dass ihr Album sich gut verkauft, aber sie hat auch in den vergangenen Monaten immer wieder mit Nebenjobs Geld verdient, »ein bisschen Styling bei Fotoproduktionen, ein paar Klamotten nähen und manchmal Buchführung für andere«. Buchführung? »Ja, ich liebe Zahlen. Zahlen sind eindeutig, das entspannt mich. Was mich eher verunsichert, ist mein eigener Kopf.« Wohin wird ihr Kopf sie führen?

Sie hat sich, mithilfe ihres Produzenten Franz Plasa, durchgesetzt. Das Album wird so erscheinen, wie sie es will. Auch die optische Gestaltung von CD und Videoclips hat sie komplett übernommen. Es ist ihr Album, ihre Musik, es sind ihre Bilder und ihre Texte. Sie singt von der Liebe und vom Scheitern und von der Suche nach ihrer eigenen Identität: »I don’t need anybody else, I just want to be myself.« Ihre Mutter sagt, dass Mimi »da ihrem Vater sehr ähnlich ist: Beide müssen einfach ihre eigenen Songs singen«.

Und sie ist wieder gesund geworden, »wie durch ein Wunder«, sagt ihr Produzent Franz Plasa. Je näher die Veröffentlichung des Albums rückt, desto besser geht es ihr. Es ist wieder Energie in ihr Leben gekommen.

Anfang Mai ist sie in der Bibliothek des Privatclubs Soho House in Berlin aufgetreten, vor ausgesuchten Journalisten, die nur wenige Meter entfernt von ihr saßen und sie genau beobachteten. Man konnte sehen, wie glücklich sie war, endlich ihre Lieder zu präsentieren, und wie gerne sie anschließend mit den Reportern plauderte. Sie weiß auch durch ihre Familie, wie das Geschäft funktioniert.

Am 10. Juni erscheint das Album, Eltern und Kind fiebern auf diesen Termin hin. Die Mutter sagt: »Ich bin stolz auf sie, und der Stolz wächst täglich.« Der Vater wünscht ihr, dass das Album »keine extremen Reaktionen erzeugt, weder in die eine noch in die andere Richtung, beides tut einem nicht gut, wenn man jung ist. Sie ist ein sensibler Mensch, ich weiß, wie das ist, weil ich das von mir selbst kenne.« Und was denkt Mimi Müller-Westernhagen? »Ich bin gespannt, wie das Album ankommt. Ich glaube, niemand erwartet einen riesigen Erfolg, aber ich hoffe, es ist der Beginn meines Weges.«

Sie hat schon Songs für ein zweites Album geschrieben. Ihre Mutter hat einige gehört und ist begeistert. Es könnte sein, dass Mimi Müller-Westernhagen bald auf der Straße erkannt wird. Hat sie sich darauf vorbereitet? »Ich hoffe, dass die Leute mich mögen werden. Und mir ist bewusst, dass man sich an dieser Art Aufmerksamkeit berauschen kann.« Ihr Vater hat ihr einen Tipp gegeben: Man muss lernen, die Bühnenpersönlichkeit auf der Bühne zu lassen, so überlebt man. Marius Müller-Westernhagen hat das früh erfahren. Denn auch er musste, als er jung war, mit einem berühmten Vater zurechtkommen. Hans Müller-Westernhagen war im Nachkriegsdeutschland ein Theaterstar, spielte mit Gustaf Gründgens im Faust . »Jahrelang war ich der Sohn vom großen Hans«, sagt Marius Müller-Westernhagen heute. »Ich musste mich erst freischwimmen.« Auch das also liegt in der Familie.

 
Leser-Kommentare
  1. Dann wird sie ihren Weg schon machen. In England hätte man sie wohl kaum in ein Studio gelassen, hier geht sie gleich auf Tournee. Mal ganz im Ernst: was hst sie nur im Zeit Magazin zu suchen? Welche Verpflichtung gibt es da, über solch einen Durchschnittsmenschen zu schreiben?

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  2. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. Die Redaktion/ag

  3. Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. Die Redaktion/ag

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  4. die sich zu Modellstehen, Schauspielern und Musizieren berufen fühlen, langweilen sehr.

    Wieso sich die ZEIT für solche Promotereien hergibt, wird mir nicht klar.

  5. Der Artikel hat einen ganz üblen Beigeschmack. Was rechtfertigt 4 Seiten CD-Promotion für den unbedeutenden Sprössling eines Neureichen?
    Ist irgendwie unfair gegenüber vielen anderen jungen Talenten, die ihr musikalisches Handwerk beherrschen, aber keinen reichen und bekannten Papi haben.
    Ob das der Zeit gefällt oder nicht: Die Vermutung liegt auf der Hand, dass es sich um eine Form des Gefälligkeitsjournalismus handelt. Man kennt sich, man sieht sich, man hilft sich.

  6. ist das nicht!

    Bitte begründen Sie Ihre Kritik mit sachlichen Argumenten. Danke. Die Redaktion/lv

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  7. Finde ich die Hörprobe nicht oder gibt es tatsächlich, trotz einem 4-seitigen Artikel(!), keine?

    Naja, ich habe mal bei Youtube recherchiert. Harmlose Pop-Musik. Das hat nichts mit Rock etc. zu tun. Passt aber ins Feature-Schema von Zeit-Online. Da gibt es deutlich bessere Musiker, die hier nicht im Ansatz eine so große Aufmerksamkeit genießen.

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  8. Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kritik. Danke, die Redaktion/se.

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