Hitlers Krieg im Osten Zähe Legenden
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"Der Widerstand gegen die Wahrheit war gewaltig"

ZEIT: In welcher Weise prägten Männer wie Heusinger die Erinnerungskultur der Armee?

Wette: Zum Beispiel – das klingt jetzt ein bisschen kurios – indem sie verhinderten, dass sich die Soldaten bestimmte Fernsehdokumentationen ansahen. Da wurde schnell mal ein Exerzieren oder eine Nachtübung angesetzt, damit die Rekruten nicht vor dem Fernseher saßen. So etwas geschah bis in die achtziger Jahre hinein! 1981 lief in der ARD die amerikanisch-sowjetische Serie Der unvergessene Krieg. Gegen die Ausstrahlung gab es eine unglaubliche Kampagne. In erbosten Briefen empfahlen ehemalige Offiziere dem damaligen WDR-Intendanten Heinz Werner Hübner, der die Serie eingekauft hatte, sich umzubringen. Einen ähnlichen Aufruhr hatte drei Jahre zuvor das Buch Keine Kameraden des Historikers Christian Streit erregt, in dem geschildert wird, dass mehr als drei Millionen sowjetische Soldaten in deutscher Gefangenschaft elendig umgekommen sind.

ZEIT: Eine beliebte Geschichtsdeutung besagt, erst die Achtundsechziger hätten das Schweigen über die NS-Zeit gebrochen. Haben sie auch den Umgang mit der Erinnerung an den Ostfeldzug verändert?

Wette: Die ersten ernsthaften Bücher über die Wehrmacht – und damit auch über den Krieg im Osten – von Manfred Messerschmidt und Klaus-Jürgen Müller erschienen in der Tat 1969. Die Autoren waren aber keine Achtundsechziger. Die Achtundsechziger interessierten sich nicht besonders für Geschichte, sondern eher für abstrakte Faschismustheorien. Die offensichtlichen Lügen der Väter haben sie allerdings aufgeregt. Dadurch kam auch Schwung in die Forschung.

ZEIT: Welche Bedeutung hatte das Jahr 1989 für den Erinnerungsprozess?

Wette: Der Blick zurück entideologisierte sich, im Westen wie im Osten. Wir Historiker bekamen Zugang zu vielen neuen Quellen, und der Austausch mit den russischen Kollegen wurde intensiver. Damals begann eine sehr ertragreiche Kooperation, die auch zur Versöhnung beigetragen hat.

ZEIT: Leitete die Wehrmachtausstellung 1995 dann eine neue Phase der Auseinandersetzung ein?

Wette: Neu war da eigentlich nichts. Aber die eine Sache ist, was Historiker herausfinden, und die andere, welches Wissen in der Gesellschaft akzeptiert wird und sich durchsetzt. Die Ausstellung sorgte mit Verve dafür, dass eine breite Öffentlichkeit die kritische NS-Forschung zur Wehrmacht endlich zur Kenntnis nahm.

ZEIT: Wieso konnte sich die Legende von der sauberen Wehrmacht so lange halten?

Wette: Mehr als 18 Millionen Menschen haben diese Armee durchlaufen, der Großteil von ihnen hat den Ostfeldzug mitgemacht. Damit waren so gut wie alle deutschen Familien von dieser Geschichte betroffen. Und was in den Familien geschieht, ist oft entscheidend für die kollektive Erinnerung. Über Jahre und Jahrzehnte wurde beschwiegen, beschönigt und geleugnet. Der Widerstand gegen die Wahrheit war gewaltig.

ZEIT: Haben Sie diesen Widerstand auch selbst zu spüren bekommen? 1984 veröffentlichten Sie und Ihr Kollege Gerd Ueberschär ein Buch unter dem Titel Unternehmen Barbarossa, das die heute so genannten verbrecherischen Befehle erstmals vollständig dokumentierte und zeigte, mit welch mörderischen Absichten der Krieg begonnen wurde.

Wette: Ja, dieses Buch war sehr umstritten! Und als Historiker im Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg habe ich seit den siebziger Jahren erlebt, wie jeder noch so kleine Erkenntnisfortschritt heftig attackiert wurde. Viele wollten einfach nicht wahrhaben, dass es etwa den Kommissarbefehl gab, der den Mord an kriegsgefangenen Politoffizieren der Roten Armee anordnete, und dass dieser verbrecherische Befehl auch ausgeführt wurde. Viele wollten nicht wahrhaben, dass die Deutschen Abertausende Dörfer und Städte in Schutt und Asche gelegt haben. Dass sie drei Millionen sowjetische Juden umgebracht haben und 30 Millionen Menschen verhungern lassen wollten. Vergessen Sie nicht, dass auch in meinem Amt ehemalige Offiziere der Wehrmacht als Historiker beschäftigt waren, und was die sagten, können Sie sich denken: Nur wer dabei war, kann mitreden.

ZEIT: Eine andere Institution, die maßgeblich an den Verbrechen dieses Krieges beteiligt war, hat erst jetzt ihre Geschichte öffentlich aufgearbeitet – die Polizei. Derzeit ist eine Ausstellung dazu in Berlin zu sehen.

Wette: Auch so ein Fall. Lange Zeit hieß es, die Polizei sei ausschließlich im Inneren tätig gewesen. Vielen ist bis heute nicht klar, dass es zahlreiche Polizeibataillone gegeben hat, die im Ostfeldzug systematisch gemordet haben. Insofern wundert es mich nicht, wie lange es gedauert hat, bis jetzt die Wahrheit ausgestellt wird.

ZEIT: Ist eigentlich jemals auch nur ein einziger Wehrmachtoffizier von einem deutschen Gericht für Verbrechen an der Ostfront verurteilt worden?

Wette: Ein einziger, ja, und zwar im vergangenen Jahr, ein Leutnant namens Josef Scheungraber; allerdings hat er nicht in der Sowjetunion gemordet, sondern in Italien. Ein Münchner Gericht hat ihn zu lebenslanger Haft verurteilt, der Mann ist über neunzig Jahre alt. Ansonsten ist eine justizielle Aufarbeitung all dieser Verbrechen ausgeblieben. Es wurde nicht mal ermittelt. Das lag einerseits am mangelnden Aufklärungswillen der Gesellschaft, andererseits an der Konzeption der 1959 gegründeten Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg. Sie sollte Prozesse gegen NS-Verbrecher einleiten. Kriegsverbrechen aber fielen nach damaliger Definition nicht in die Kategorie NS-Verbrechen. Also hat sich niemand darum gekümmert.

ZEIT: Hat die Erinnerung an den Krieg gegen die Sowjetunion heute einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis der Deutschen?

Wette: Empirisch belegen lässt sich das nicht. Eines aber lässt sich mit Sicherheit sagen: Die deutsche Schuld an diesem Vernichtungskrieg zu leugnen, dem rund 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer fielen, ist heute nicht mehr möglich, ohne sich zu diskreditieren. Wir wissen alle, was damals geschehen ist, und werden es hoffentlich nie vergessen.

 
Leser-Kommentare
  1. Artikel / Interview haben einen guten Ansatz. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass auf manche Antworten des Herrn Wette nochmals genauer eingegangen wäre, wie beispielsweise auf die Verwicklungen Adenauers mit ranghohen Vertretern des NS-Staates. Ob Militär, Geheimdienst oder sein persönliches Umfeld, überall wimmelte es von ehemaligen Nazis.

    Trotzdem danke für das informative Interview.

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    http://www.mitteleuropa.d...
    Wladimir Sergejew ist ein bekannter Reporter und Publizist, der sich vor allem mit Fragen der Zeitgeschichte beschäftigt. Tabus akzeptiert er nicht. Wie eine Bombe schlug sein Gedenkartikel zum diesjährigen 22. Juni ein, veröffentlicht in der auflagenstarken Moskauer Kulturzeitschrift "Literaturnaja Gaseta" vom 21. Juni (Folge 25). Schon die Überschrift des Dreispalters signalisiert eine Sensation: "Auch wir hatten unseren ‘Barbarossa’. Schukow-Plan ist kein Geheimnis mehr."Im Archiv des Präsidenten der Russischen Föderation entdeckte Sergejew die 20 handgeschriebenen Seiten der Offensiv-Erwägungen vom 15. Mai 1941, kurz "Schukow-Plan", Stalin vorgelegt von Verteidigungskommissar Semjon Timoschenko und Generalstabschef Grigorij Schukow. Ausgearbeitet nach Weisungen der beiden von Generalmajor Alexander Wassilewskij, damals stellvertretender Leiter der Operativen Abteilung im Generalstab. Das Dokument trägt die Stempel "Streng geheim", "Besonders wichtig", "nur persönlich". In der Beilage befinden sich Karten von Polen, Ostpreußen und Teilen des übrigen Deutschland.

    Sergejew würdigt die wissenschaftlichen Verdienste Viktor Suworows. Das Phänomen "Eisbrecher" gehöre nicht der Vergangenheit an, argumentiert Sergejew, die Kernaussagen im ersten Buch Suworows (1989) seien immer noch aktuell. Die Aufregung im russischen Historikerstreit habe sich nicht gelegt, Suworows Enthüllungsbuch von 1989 erhalte stattdessen jetzt neuen Auftrieb.

    Schwarze Kassen
    Über die Schwarzen Kassen, betrieben von Altnazis und CIA, mit denen die CDU in der Nachkriegszeit finanziert wurde.

    Obwohl da einige Historiker nicht einverstanden sind, erscheint vieles mehr als nur plausibel.

    "Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat."

    http://www.mitteleuropa.d...
    Wladimir Sergejew ist ein bekannter Reporter und Publizist, der sich vor allem mit Fragen der Zeitgeschichte beschäftigt. Tabus akzeptiert er nicht. Wie eine Bombe schlug sein Gedenkartikel zum diesjährigen 22. Juni ein, veröffentlicht in der auflagenstarken Moskauer Kulturzeitschrift "Literaturnaja Gaseta" vom 21. Juni (Folge 25). Schon die Überschrift des Dreispalters signalisiert eine Sensation: "Auch wir hatten unseren ‘Barbarossa’. Schukow-Plan ist kein Geheimnis mehr."Im Archiv des Präsidenten der Russischen Föderation entdeckte Sergejew die 20 handgeschriebenen Seiten der Offensiv-Erwägungen vom 15. Mai 1941, kurz "Schukow-Plan", Stalin vorgelegt von Verteidigungskommissar Semjon Timoschenko und Generalstabschef Grigorij Schukow. Ausgearbeitet nach Weisungen der beiden von Generalmajor Alexander Wassilewskij, damals stellvertretender Leiter der Operativen Abteilung im Generalstab. Das Dokument trägt die Stempel "Streng geheim", "Besonders wichtig", "nur persönlich". In der Beilage befinden sich Karten von Polen, Ostpreußen und Teilen des übrigen Deutschland.

    Sergejew würdigt die wissenschaftlichen Verdienste Viktor Suworows. Das Phänomen "Eisbrecher" gehöre nicht der Vergangenheit an, argumentiert Sergejew, die Kernaussagen im ersten Buch Suworows (1989) seien immer noch aktuell. Die Aufregung im russischen Historikerstreit habe sich nicht gelegt, Suworows Enthüllungsbuch von 1989 erhalte stattdessen jetzt neuen Auftrieb.

    Schwarze Kassen
    Über die Schwarzen Kassen, betrieben von Altnazis und CIA, mit denen die CDU in der Nachkriegszeit finanziert wurde.

    Obwohl da einige Historiker nicht einverstanden sind, erscheint vieles mehr als nur plausibel.

    "Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat."

  2. Ich bin froh, dass die „Zeit“ sich mit guten Beiträgen um dieses Thema kümmert – all' denen zum Trotz, „die es nicht mehr hören wollen“. Gerade die Diskussion zu den unterschiedlichen Beiträgen auf dieser Online-Plattform zeigt ja, wie stark die Meinungsbildung von Legenden und falsch verstandener Vaterlandsliebe geprägt ist.

    Wer früher – zum Beispiel nach 1968 – mit ehemaligen Wehrmachtsangehörigen sprach, die diesen Krieg mitgemacht hatten, konnte auf Menschen treffen, die sich ihrer Schuld sehr wohl bewusst waren, die sich das aber nicht eingestehen konnten und darum nach Rechtfertigung suchten.

    Diejenigen, die heute die Augen vor den umfassend dokumentierten Fakten verschließen, tun sich mit dem Akzeptieren wohl auch deshalb schwer, weil sie den Krieg nicht erlebt haben. Ihre ganze Weisheit beziehen sie aus alten Wochenschau-Schnipseln und ein paar niedergeschriebenen Lebenserinnerungen. Das macht die Aufklärungsarbeit unendlich viel schwerer.

    Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass die grenzübergreifende Aufarbeitung der Geschehnisse mehr zum Abbau von Vorurteilen beiträgt als viele Sonntagsreden. Wenn es also eine militärische Einrichtung gibt, deren Arbeit in dieser Hinsicht wirklich Sinn macht, ist es das Militärgeschichtliche Forschungsamt.

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    "nicht mehr hören wollen" ist es bei vielen nicht.
    Sondern schlicht der Wunsch das das ganze endlich GESCHICHTE ist und nicht mehr laufend auch in der Tagespolitik rausgekramt wird.

    Irgendwann ist einfach ein Punkt erlangt wo sich die geschichtswissenschaft darum kümmern sollte (wenn nicht sogar MUSS) aber das ganze nicht mehr als Maßstab oder sonst irgendwie relevant für die tagespolitik sein sollte.

    Es sind 60 Jahre vergangen, der Krieg ist vorbei, das Regime ist (gott sei dank) weg es wird langsam Zeit das Deutschland nach vorne schaut und nicht immer komplexmäßig nach hinten.

    Als geschichtsunterricht braucht es das ganze da werden ihnen auch die wenigsten widersprechen (ausser denen die sowieso noch dem adolf nachtrauern) aber als Schuldkomplex braucht es das nicht.

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass die Relativierung deutscher Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus hier keinen Platz hat. Danke, die Redaktion/jz

    "nicht mehr hören wollen" ist es bei vielen nicht.
    Sondern schlicht der Wunsch das das ganze endlich GESCHICHTE ist und nicht mehr laufend auch in der Tagespolitik rausgekramt wird.

    Irgendwann ist einfach ein Punkt erlangt wo sich die geschichtswissenschaft darum kümmern sollte (wenn nicht sogar MUSS) aber das ganze nicht mehr als Maßstab oder sonst irgendwie relevant für die tagespolitik sein sollte.

    Es sind 60 Jahre vergangen, der Krieg ist vorbei, das Regime ist (gott sei dank) weg es wird langsam Zeit das Deutschland nach vorne schaut und nicht immer komplexmäßig nach hinten.

    Als geschichtsunterricht braucht es das ganze da werden ihnen auch die wenigsten widersprechen (ausser denen die sowieso noch dem adolf nachtrauern) aber als Schuldkomplex braucht es das nicht.

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass die Relativierung deutscher Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus hier keinen Platz hat. Danke, die Redaktion/jz

  3. Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/se

  4. Das Buch von Wassily Grossman, Leben und Schicksal, in Romanform, aber auf wahre Ereignisse basierend, beschreibt den deutschen Angriff auf Russland, hauptsächlich die Schlacht um Stalingrad, die Tötung unzähliger Juden, einschliesslich Grossmans Mutter in der Ukraine. Anfangs glaubten viele Russen, die Deutschen wären ihre Befreier, stellten aber schnell fest, dass Hitler das Ebenbild von Stalin war, viele glaubten, die zwei arbeiteten zusammen!

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    Das taten sie auch.
    Beide Hitler und Stalin wollten Mittel- und Ost-Europa zwischen sich aufteilen und einverleiben.
    Und beiden wolltensie den Juden und die Slavische Völker ausrotten.
    Hitler wollte sie alle physisch ausrotten wollte wegen ihrer vermeinte "Rasse".
    Stalin wollte sie kulturell ausrotten, die Slaven wegen ihrer gläubige Tradition, die nicht im kommunistischen Plan hinein passte, und die Juden wegen ihr Intelligenz und vermeinter westlichen "Kosmopolitusmus". Er wollte, dass alle Völker der UdSSR ihre eigne Traditionen und ausser-Sowjetische Bindungen loswerden, und sich mischen Würden zu einem amorfen Sowjetmensch.

    Hitler hat mit "Barbarossa" ducrh seinem Megalomanie den Vertrag verbrochen.
    Die Folge dessen war, das West-Europa nach 1945 befreit werden konnte: Ost-Europa aber vorher ein grausamer Krieg ausgesetzt war, und nachdem noch mal mehr als 40 Jahre ein neuer Diktatur.

    Ein geniales Meisterwerk der Literatur, alle seine Werke

    Das taten sie auch.
    Beide Hitler und Stalin wollten Mittel- und Ost-Europa zwischen sich aufteilen und einverleiben.
    Und beiden wolltensie den Juden und die Slavische Völker ausrotten.
    Hitler wollte sie alle physisch ausrotten wollte wegen ihrer vermeinte "Rasse".
    Stalin wollte sie kulturell ausrotten, die Slaven wegen ihrer gläubige Tradition, die nicht im kommunistischen Plan hinein passte, und die Juden wegen ihr Intelligenz und vermeinter westlichen "Kosmopolitusmus". Er wollte, dass alle Völker der UdSSR ihre eigne Traditionen und ausser-Sowjetische Bindungen loswerden, und sich mischen Würden zu einem amorfen Sowjetmensch.

    Hitler hat mit "Barbarossa" ducrh seinem Megalomanie den Vertrag verbrochen.
    Die Folge dessen war, das West-Europa nach 1945 befreit werden konnte: Ost-Europa aber vorher ein grausamer Krieg ausgesetzt war, und nachdem noch mal mehr als 40 Jahre ein neuer Diktatur.

    Ein geniales Meisterwerk der Literatur, alle seine Werke

  5. "nicht mehr hören wollen" ist es bei vielen nicht.
    Sondern schlicht der Wunsch das das ganze endlich GESCHICHTE ist und nicht mehr laufend auch in der Tagespolitik rausgekramt wird.

    Irgendwann ist einfach ein Punkt erlangt wo sich die geschichtswissenschaft darum kümmern sollte (wenn nicht sogar MUSS) aber das ganze nicht mehr als Maßstab oder sonst irgendwie relevant für die tagespolitik sein sollte.

    Es sind 60 Jahre vergangen, der Krieg ist vorbei, das Regime ist (gott sei dank) weg es wird langsam Zeit das Deutschland nach vorne schaut und nicht immer komplexmäßig nach hinten.

    Als geschichtsunterricht braucht es das ganze da werden ihnen auch die wenigsten widersprechen (ausser denen die sowieso noch dem adolf nachtrauern) aber als Schuldkomplex braucht es das nicht.

    13 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Vielen Dank!"
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    Richtig.
    Aber Lehren aus der Geschichte über Kriegsvorbereitung, Kriegsfolgen und Nutznießer.
    Es scheint an der Zeit zu sein, wieder verstärkt darüber nachzudenken!
    Die Nato und Deuschland bereiten sich auf zunehmende Waffengänge im Ausland zur Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen vor. ("Unser Öl", "Unser Gas").
    Dämmerts?

    reden Sie sich ein.

    Der Krieg ist inzwischen über 60 Jahre vergangen, ich bin Jahrzehnte danach geboren worden, ja selbst meine Großeltern waren unter 20 Jahren alt, als dieser Krieg endete. Warum sollte ich mich also für die Verbrechen der Wehrmacht schuldig fühlen? Weil ich Deutscher bin? Darauf hatte ich keinen Einfluss und muss mich daher weder dafür schämen, noch darauf stolz sein.

    Die Verbrechen des Nationalsozialismus waren ein deutsches Verbrechen, aber keines, das nur in Deutschland hätte passieren können. Wir müssen herausfinden, wie eine Kulturnation innerhalb kürzester Zeit in die Barbarei verfallen konnte, wie normale Familienväter unvorstellbare Verbrecher geworden sind und wie man eine solche Entwicklung verhindern kann. Die Deutschen wurden aus sozialpolitischen Gründen zu Monstern, nicht aus genetischen.

    Mit Schuld hat das in meinen Augen nichts zu tun, sondern mit Verstehen-Wollen.

    • Otto2
    • 07.06.2011 um 17:41 Uhr

    JA und NEIN
    "Alles 60 Jahre her" usw.
    Selbstverständlich tragen Kinder und Eltern nicht die Schuld der Handelnden der Kriegsgeneration. Selbst von denen haben sich nicht alle (wohl aber die Mehrheit) Schuld aufgeladen.
    Was erzählten uns die Alten (jedenfalls nicht wenige von ihnen) nach dem Krieg? "Nie wieder Krieg", "Lieber ess' ich ein Leben lang trocken Brot, als dass ich das wieder erleben will". Es gibt mehr von solchen Äußerungen.
    Aber, und davor sollte man nicht die Augen schließen: Es ist nicht lange her, da ging es um das Auswärtige Amt der Nazis und seine Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen und Völkermord. UND um personelle Kontinuität zwischen dem AA der Nazis und dem AA der alten Bundesrepublik. Genau da lag der Hase im Pfeffer: Der Widerstand aus dem AA und von ehemaligen Mitarbeitern gegen Veröffentlichungen der "Verstrickungen" waren enorm.
    Für mich lässt das nur eine Schlussfolgerung zu: Da empörten sich Leute, die sich als Zöglinge der ehemaligen Nazis im AA verstanden!

    Richtig.
    Aber Lehren aus der Geschichte über Kriegsvorbereitung, Kriegsfolgen und Nutznießer.
    Es scheint an der Zeit zu sein, wieder verstärkt darüber nachzudenken!
    Die Nato und Deuschland bereiten sich auf zunehmende Waffengänge im Ausland zur Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen vor. ("Unser Öl", "Unser Gas").
    Dämmerts?

    reden Sie sich ein.

    Der Krieg ist inzwischen über 60 Jahre vergangen, ich bin Jahrzehnte danach geboren worden, ja selbst meine Großeltern waren unter 20 Jahren alt, als dieser Krieg endete. Warum sollte ich mich also für die Verbrechen der Wehrmacht schuldig fühlen? Weil ich Deutscher bin? Darauf hatte ich keinen Einfluss und muss mich daher weder dafür schämen, noch darauf stolz sein.

    Die Verbrechen des Nationalsozialismus waren ein deutsches Verbrechen, aber keines, das nur in Deutschland hätte passieren können. Wir müssen herausfinden, wie eine Kulturnation innerhalb kürzester Zeit in die Barbarei verfallen konnte, wie normale Familienväter unvorstellbare Verbrecher geworden sind und wie man eine solche Entwicklung verhindern kann. Die Deutschen wurden aus sozialpolitischen Gründen zu Monstern, nicht aus genetischen.

    Mit Schuld hat das in meinen Augen nichts zu tun, sondern mit Verstehen-Wollen.

    • Otto2
    • 07.06.2011 um 17:41 Uhr

    JA und NEIN
    "Alles 60 Jahre her" usw.
    Selbstverständlich tragen Kinder und Eltern nicht die Schuld der Handelnden der Kriegsgeneration. Selbst von denen haben sich nicht alle (wohl aber die Mehrheit) Schuld aufgeladen.
    Was erzählten uns die Alten (jedenfalls nicht wenige von ihnen) nach dem Krieg? "Nie wieder Krieg", "Lieber ess' ich ein Leben lang trocken Brot, als dass ich das wieder erleben will". Es gibt mehr von solchen Äußerungen.
    Aber, und davor sollte man nicht die Augen schließen: Es ist nicht lange her, da ging es um das Auswärtige Amt der Nazis und seine Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen und Völkermord. UND um personelle Kontinuität zwischen dem AA der Nazis und dem AA der alten Bundesrepublik. Genau da lag der Hase im Pfeffer: Der Widerstand aus dem AA und von ehemaligen Mitarbeitern gegen Veröffentlichungen der "Verstrickungen" waren enorm.
    Für mich lässt das nur eine Schlussfolgerung zu: Da empörten sich Leute, die sich als Zöglinge der ehemaligen Nazis im AA verstanden!

  6. http://www.mitteleuropa.d...
    Wladimir Sergejew ist ein bekannter Reporter und Publizist, der sich vor allem mit Fragen der Zeitgeschichte beschäftigt. Tabus akzeptiert er nicht. Wie eine Bombe schlug sein Gedenkartikel zum diesjährigen 22. Juni ein, veröffentlicht in der auflagenstarken Moskauer Kulturzeitschrift "Literaturnaja Gaseta" vom 21. Juni (Folge 25). Schon die Überschrift des Dreispalters signalisiert eine Sensation: "Auch wir hatten unseren ‘Barbarossa’. Schukow-Plan ist kein Geheimnis mehr."Im Archiv des Präsidenten der Russischen Föderation entdeckte Sergejew die 20 handgeschriebenen Seiten der Offensiv-Erwägungen vom 15. Mai 1941, kurz "Schukow-Plan", Stalin vorgelegt von Verteidigungskommissar Semjon Timoschenko und Generalstabschef Grigorij Schukow. Ausgearbeitet nach Weisungen der beiden von Generalmajor Alexander Wassilewskij, damals stellvertretender Leiter der Operativen Abteilung im Generalstab. Das Dokument trägt die Stempel "Streng geheim", "Besonders wichtig", "nur persönlich". In der Beilage befinden sich Karten von Polen, Ostpreußen und Teilen des übrigen Deutschland.

    Sergejew würdigt die wissenschaftlichen Verdienste Viktor Suworows. Das Phänomen "Eisbrecher" gehöre nicht der Vergangenheit an, argumentiert Sergejew, die Kernaussagen im ersten Buch Suworows (1989) seien immer noch aktuell. Die Aufregung im russischen Historikerstreit habe sich nicht gelegt, Suworows Enthüllungsbuch von 1989 erhalte stattdessen jetzt neuen Auftrieb.

    13 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "guter ansatz"
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    Die Bücher, auf die Sie verweisen, sind hoch umstritten. Man lese hier aus der neusten "Welt" (nicht gerade ein linkes Blättchen):
    http://www.welt.de/kultur...

    Die Bücher, auf die Sie verweisen, sind hoch umstritten. Man lese hier aus der neusten "Welt" (nicht gerade ein linkes Blättchen):
    http://www.welt.de/kultur...

  7. Das der Ostfeldzug ein schmutziger Krieg gewesen ist galt für mich und vielen meiner Bekannten als Allerweltsweisheit.
    Selbstverständlich war nach dem Krieg niemand scharf darauf sich ständig dem eigenen Versagen zu stellen. Und auch klar, dass es dem Aufbau der Bundeswehr kaum gut getan hätte, das Führungspersonal, dessen militärisches know how gebraucht wurde, in seiner Autorität zu diskreditieren.
    Der Deal lautete Still halten, Fach know how liefern und bloss den Demokraten nicht in die Quere kommen.
    Das hat u.a. dazu beigetragen, dass undemokratisches Gedankengut nach dem Krieg keine politische Rolle gespielt hat. Die "Herren" hatten allzu viel zu verlieren.
    Allerdings gab es nach dem Krieg zum Nationmalsozialismus Literatur in Hülle und Fülle und jeder der was dazu lesen wollte, konnte das auch.

    Merkwürdigerweise dünnte diese Literatur Mitte der 60-ziger Jahre erheblich aus.
    Man kann durchaus plausibel vermuten das die bessere Gesellschaft, die gerade vor dem eigenen Nachwuchs (68-ziger) keine Erklärungen abgeben wollte, jede Gelegenheit nutzte die Quellen auszudünnen.
    Das ist aber ein Generationenproblem dieser Kreise durchaus bisi ndie bürgerlichen Mittelschichten hinein, das aber zu Unrecht pauschal verallgmeinert wurde und wird.

    H.

    • WIHE
    • 06.06.2011 um 16:44 Uhr

    So ähnlich: Die größte Schaden der roten Armee sei es gewesen, dass russische Zivilbevölkerung in langen Kolonnen der abrückenden deutschen Wehrmacht angeschlossen habe:

    Mein Vater in einem Brief an meine Mutter vom Okt. 1943:

    Zuerst beschreibt er, dass sie auf ihrem Rückzug jede Stadt, jedes Dorf und jeden Bauernhof angezündet hätten.
    Dann, dass er auf einem Bauernhof gut unter gebracht sei, die Bauersleute ihn gut behandelten und freundlich seien, obwohl sie wüssten, dass morgen ihr Hof abgebrannt würde.

    Dann kommt etwas, das konnte ich erst einordnen, als ich Obiges von A. Solschenizin zu Gesicht bekommen hatte, in der Welt las ich in einem Kommentar zuerst davon.

    Mein Vater schrieb:

    "Ein Teil der Zivilbevölkerung zieht mit uns, der größere Teil versteckt sich in den Wäldern"

    Viele Russen hatten vor der Roten Armee offenbar noch mehr Angst als vor der Wehrmacht.

    Der Brief meines Vater liegt als Zeitdokument bei mir in der Schublade.

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    Dass aus der Zivilbevölkerung viele mit abgerückt sind, ist bekannt und auch nachvollziehbar. Schließlich hatten sich nicht wenige den Deutschen als Kollaborateure angedient, wieder andere fürchteten, (auch unberechtigt) als Kollaborateure verhaftet zu werden. Genau dies geschah dann ja auch nach der Rückeroberung, als die große Abrechnung einsetzte, während der sicherlich 2 Millionen wg. Kollaboration und Kriegsverbrechen verurteilt wurden.

    Dass aus der Zivilbevölkerung viele mit abgerückt sind, ist bekannt und auch nachvollziehbar. Schließlich hatten sich nicht wenige den Deutschen als Kollaborateure angedient, wieder andere fürchteten, (auch unberechtigt) als Kollaborateure verhaftet zu werden. Genau dies geschah dann ja auch nach der Rückeroberung, als die große Abrechnung einsetzte, während der sicherlich 2 Millionen wg. Kollaboration und Kriegsverbrechen verurteilt wurden.

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